Samstag, 9. Mai 2009

BVB - Karlsruhe 4:0

4:0 - BVB feiert Schützenfest gegen Karlsruhe -
Kuba, Sahin, Santana und Frei zum Vereinsrekord

[9.05.] Borussia Dortmund bleibt im Rennen um die internationalen Plätze! Am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga besiegte der BVB den Karlsruher SC mit 4:0 (1:0) und feierte den siebten Sieg in Serie - neuer Vereinsrekord! Durch den Erfolg schob sich der BVB zumindest bis Sonntag auf den fünften Platz in der Tabelle vor.

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Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.100 Zuschauern ging der BVB durch ein Traumtor von Kuba in Führung (33.). Nach dem Seitenwechsel machten Sahin (62.), Santana (71.) und Frei (80.) mit ihren Treffern den siebten Sieg in Serie perfekt.

Ausgangslage:
Borussia Dortmund gegen den Karlsruher SC - der Sechste der Tabelle (52 Punkte) traf auf den Achtzehnten (23). Während der BVB im Rennen um die internationalen Plätze bleiben wollte, kämpfte der KSC gegen den drohenden Abstieg in die Zweite Bundesliga. Trotz sechs Siegen in Serie war allen Borussen bewusst, dass das Duell mit dem Schlusslicht der Liga kein Selbstläufer werden würde. "Der KSC hat für eine Mannschaft, die eine solche Tabellenposition inne hat, kaum Schwächen", hatte BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp vor der Partie unterstrichen.

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Sebastian Kehl
Personalien:
Bis auf Hummels waren beim BVB alle Spieler einsatzbereit. Auch Kehl, der am Dienstag mit dem Training pausiert hatte, war mit von der Partie. "Never change a winning team": Zum sechsten Mal in Folge vertraute Klopp der gleichen Startformation. Beim Gast aus Karlsruhe fehlten Carnell, Porcello, Mutzel, Kornetzky und da Silva. Drpic wurde rechtzeitig fit.

Taktik:
Im gewohnten 4-4-2-System mit Mittelfeldraute begann der BVB. Ebenfalls in einer 4-4-2-Grundordnung traten die Gäste an, allerdings modifiziert und ohne "Raute" im Mittelfeld: Vor den beiden "Sechsern" Engelhardt und Aduobe sowie Federico rechts agierte Iashvili direkt hinter den beiden Spitzen Kennedy und Freis, wobei letzterer links versetzt agierte.

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Nur Fliegen ist schöner: Kuba bejubelt sein zweites Saisontor zum 1:0.
Spielverlauf & Analyse:
Obwohl den Gästen die erste Chance gehörte (ein Schussversuch von Freis nach vier Minuten), begann das Spiel, wie es die meisten Beobachter erwartet hatten: Karlsruhe stand kompakt, der BVB war um Ballbesitz bemüht und suchte mit viel Bewegung und direkten Pässen seine Chancen. Sechs Minuten waren gespielt, als Hajnal einen Ball im Strafraum nach Hereingabe von Kuba knapp am Tor seines Ex-Klubs vorbeisetzte. Die bis dato größte Chance hatte Valdez: Frei spielte den Paraguayer im Strafraum an, doch bedrängt von seinem Gegenspieler schoss Valdez den Ball aus vier Metern am Tor vorbei - eine Riesenmöglichkeit (11.).

Der BVB verfügte weiterhin über die bessere Spielanlage, tat sich gegen die KSC-Defensive aber mitunter schwer, weil manchen Offensivaktionen die Genauigkeit vorm gegnerischen Strafraum fehlte. Wie aus dem Lehrbuch fiel dagegen die Führung: Frei setzte Kuba mit einem butterweichen Zuspiel halbhoch im Strafraum in Szene. Der Pole fackelte nicht lange und knallte das Leder Vollspann ins kurze Eck - 1:0 für den BVB (25.). KSC-Keeper Miller war bei Kubas zweitem Saisontor machtlos. Frei versuchte nachzulegen, scheiterte mit einem wuchtigen Distanzschuss aus rund 25 Metern aber knapp (33.).

Kurz vor der Pause schalteten beide Teams noch einmal einen Gang hoch. Santana und Weidenfeller kamen nach einer Kerze im Strafraum nicht an den Ball, Kennedy setzte das Leder mit der Hacke gegen den Pfosten (40.). Glück für den BVB in dieser Szene. Auch die Schwarzgelben kamen noch zu einer guten Möglichkeit. Owomoyela köpfte einen Eckball von Hajnal wuchtig auf das gegnerische Tor, aber Miller war zur Stelle (44.).

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BVB-Torjäger Alex Frei prüft die Gäste in dieser Szene mit einem Freistoß.
Mit der Führung im Rücken begann der BVB den zweiten Durchgang kompakter. Die Schwarzgelben ließen den KSC kommen und versuchten, mit schnellen Gegenstößen nachzulegen. Zweimal Valdez (53./60.) und Kehl (58.) hatten die ersten Torchancen nach der Pause. Karlsruhe agierte insgesamt zu harmlos, um den BVB in Gefahr zu bringen.

Dortmund hingegen bewies wieder einmal Kaltschnäuzigkeit und schlug im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt zu. Frei wurde rund 20 Meter vor dem Karlsruher Strafraum zu Fall gebracht. Sahin trat an und schlenzte das Leder über die Mauer hinweg zum 2:0 ins rechte Eck, Miller kam nicht mehr an den Ball (62.). Der SIGNAL IDUNA PARK stand Kopf, mit stehenden Ovationen feierten die Zuschauer ihre schwarzgelben Lieblinge.

Der KSC schien nach dem Treffer demoralisiert, der BVB setzte nach. In der 70. Minute kam Görlitz gerade noch vor dem eingewechselten Boateng an den Ball. Keine Minute später war Miller aber wieder geschlagen. Eine Ecke von Sahin drückte der allein gelassene Santana zum 3:0 über die Linie (71.). Die Partie war nun endgültig gelaufen. "Oh, wie ist das schön", schallte es über die Ränge.

Für die schwarzgelben Fans kam es noch schöner, für die Gäste dagegen noch dicker. Boateng schickte Frei steil, der Schweizer ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte zum 4:0 (80.). Es war das mittlerweile zwölfte Saisontor des Schweizer Goalgetters. Da Karlsruhe fast nichts gelang, war die Führung mittlerweile auch in dieser Höhe verdient. Der Rest an einem traumhaften Fußballnachmittag war Zugabe.

Ausblick:
Schon am Dienstag (12. Mai, Anstoß 20 Uhr) geht es für Borussia Dortmund weiter. Die Elf von Jürgen Klopp muss beim Meisterschaftsfavoriten VfL Wolfsburg ran. Das letzte Heimspiel der Saison 2008/2009 findet am nächsten Samstag (16. Mai, Anstoß 15.30 Uhr) statt. Gegner im SIGNAL IDUNA PARK ist Arminia Bielefeld.

Ergebnis des Qualifyings in Barcelona

Button fängt Vettel in letzter Sekunde ab

Viel Rauch um nichts. Vor dem Europa-Auftakt in Barcelona leisteten die Teams Schwerstarbeit und investierten viel Geld, um die Lücke zu Brawn GP und Red Bull zu schließen, aber an den Kräfteverhältnisse hat sich nichts geändert. Spannend war es trotzdem. Schnellster im Qualifying zum Großen Preis von Spanien war wieder einmal Jenson Button, der damit zum dritten Mal in dieser Saison auf der Pole Position steht. Startplatz 1 hing jedoch am seidenen Faden, denn erst zwei Sekunden vor Quali-Ende überfuhr der Brawn-GP-Pilot die Ziellinie für seine letzte schnelle Runde und entriss Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel in letzter Sekunde die Pole Position. Vettel war dennoch zufrieden. "Der 2. Platz ist auch gut. Hauptsache erste Startreihe", sagte der 21-Jährige. Auf Startplatz drei landete Rubens Barrichello im zweiten Brawn GP. Daneben steht Barrichellos Landsmann Felipe Massa, der die Ferrari-Ehre rettete.

Auch Timo Glock lieferte mit Platz sechs ein gutes Ergebnis ab, worüber sich der Toyota-Pilot allerdings nur bedingt freute. “Wir haben in diesem Jahr schon andere Ergebnisse abgeliefert. Von daher gibt es keinen Grund zu gratulieren“, sagte Glock, der einen Platz vor seinem Teamkollegen Jarno Trulli steht, nach der Quali. Auf Platz neun landete Nico Rosberg im Williams, daneben steht Robert Kubica im BMW Sauber.

’Jubiläum’ für Sutil – Peinliche Ferrari-Panne

Für Nick Heidfeld hat es zum fünften Mal in dieser Saison nicht für Q3 gereicht. Der BMW-Sauber-Pilot ließ zwar Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes um einen Rang hinter sich, doch der Weltmeister ist in diesem Jahr nicht das Maß der Dinge. Heidfeld und Hamilton verpassten als 13. und 14. die Top 10 deutlich. Entsprechend frustriert war der McLaren-Mercedes-Pilot: “Das Auto ist einfach nicht schnell genug“, so die vernichtende Kritik des Titelverteidigers. Heidfeld sah den Grund für sein frühes Ausscheiden dagegen in seinem Unfall im 3. Freien Training, denn das Auto habe sich grundsätzlich verbessert. Teamkollege Kubicas 10. Platz belegt diese Einschätzung.

Am Ende der Startaufstellung steht ein alter Bekannter. Adrian Sutil geht nur von Rang 19 in den Großen Preis von Spanien. Damit verpasste der Force-India-Pilot in seinem 40. Versuch zum 40. Mal den Sprung in Q2 – ein trauriges Jubiläum. Sutil befand sich aber in bester Gesellschaft. Nach Platz zwei im 2. Training landete Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in der Quali auf dem Boden der Tatsachen und schied als 16. aus. Im vergangenen Jahr stand er hier noch auf Pole. Räikkönen gab hinterher zu: “Wir haben uns verkalkuliert. Ich dachte, die Zeit würde reichen für Q2.“

Auch Räikkönens Landsmann Heikki Kovalainen enttäuschte im McLaren-Mercedes als 18. Ebenfalls das Aus nach den ersten 20 Minuten des Qualifyings kam für Sebastien Bourdais im Toro Rosso (17.) und Force-India-Pilot Giancarlo Fisichella, der Letzter wurde.

Button: "Hätte auch schiefgehen können"

Jenson Button (Brawn GP): "Das hätte auch schiefgehen können, aber wir hatten ein gutes Timing. Ich hatte mehr Glück als Verstand. Es war wirklich schwer für mich, aber ich bin superglücklich. Als ich über Funk gehört habe, dass ich die Pole habe, hat sich das geil angefühlt. Wir haben noch nicht das Maximale aus dem Auto rausgeholt. Ich hätte nicht gedacht, hier zu sitzen."

Sebastian Vettel (Red Bull): "Wir haben ein starkes Auto, und auch an diesem Wochenende scheint es gut zu laufen. Es hat nicht gereicht, Jenson zu schlagen, aber der zweite Platz ist auch gut. Hauptsache erste Startreihe. Wenn nachher die Spritladungen rauskommen, schauen wir mal, wer schwerer ist. Wir haben Ferrari im Nacken. Wegen KERS wird es nicht einfach sein, den Platz zu verteidigen. Wir haben das Auto heute morgen nochmal verbessert. Ich muss dem ganzen Team danken, denn die Teile sind teilweise erst im letzten Moment angekommen."

Rubens Barrichello (Brawn GP): "Ich hatte eine gute Runde, war aber vielleicht zu früh draußen. Ich bin ans Limit gegangen. Wir haben ein gutes Auto. Ich werde kämpfen morgen. Jenson fährt zur Zeit super."

Nico Rosberg: "Ich bin sehr zufrieden heute, es war sehr schwierig, die weichen Reifen zum Funktionieren zu bringen. In Q2 habe ich einen richtig guten Lauf gehabt. Für Q3 hatte ich keine guten Reifen mehr, weil wir nicht gedacht hätten, so weit zu kommen. Wir müssen mal schauen, wie wir das strategiemäßig beim Rennen machen."

Nick Heidfeld (BMW Sauber): "Sehr schade, denn das Auto ist eigentlich besser, und wir hätten in die Top Ten kommen können. In die Punkte zu kommen, wird schwer werden. Ich hoffe, dass ich beim Start morgen etwas gut machen kann. Das Überholen klappt schon etwas besser."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes): "Es hat nichts mit KERS zu tun. Das Auto ist einfach nicht schnell genug. Wir werden morgen versuchen, ein bisschen weiter nach vorne zu kommen."

Adrian Sutil (Force India): "Ich bin zufrieden, denn ich habe eine sehr gute Runde hingelegt, aber das war halt das Limit für heute. Für das Rennen gilt: Ankommen ist alles. Wir müssen durchkommen und das Beste draus machen. Eine Aerodynamik-Strecke wie hier liegt uns meist nicht so gut. Es war klar, dass es eine schwere Woche werden wird."

Kimi Räikkönen (Ferrari): "Ich hatte eigentlich gedacht, die Zeit würde reichen. Wir haben da einen Fehler gemacht. Ach, das ist einfach ein bisschen blöd. Ich war eigentlich nicht schlecht drauf, das Auto auch nicht. Wie das mit KERS ist, müssen wir morgen schauen."

Christian Horner (Teamchef Red Bull): "In Q1 und Q2 waren wir schneller. Wir stehen ganz gut da und haben eine gute Strategie. Die schnellste Rennstrategie. Sebastian Vettel fährt phänomenal zur Zeit."


3. Freies Training in Barcelona

Ferrari ist wieder da

Im 3. Freien Training zum Großen Preis von Spanien hat Ferrari ein Lebenszeichen gesendet. Der Schnellste auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona war Felipe Massa mit der besten Zeit des Wochenendes: 1:20,553 Minuten. Hinter dem Brasilianer folgte Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari mit nur 82 Tausendstelsekunden Rückstand. Auf den Plätzen drei und vier beendeten die Brawn-GP-Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello die Generalprobe für das Qualifying. Die Rückstände von 0,497 Sekunden für Button und 0,610 Sekunden für Barrichello erscheinen groß, doch alles deutet darauf hin, dass beide mit vollgetankten Autos unterwegs waren. Die schlechten Zeiten der Brawn-Boliden im Mittelsektor, der als 'Gewichtssektor' gilt, lassen diesen Schluss zu.

Bester Deutscher im Abschluss-Training war Timo Glock. Der Toyota-Pilot brauchte für seine schnellste Runde 1:21,377 Sekunden und fuhr damit auf Platz acht. Ganz am Ende des Klassements landete Nick Heidfeld. Der BMW-Sauber-Fahrer leistete sich nach knapp einer halben Stunde in Kurve elf einen Fahrfehler und rutschte in die Reifenstapel. Dabei brachen die Radaufhängung vorne links und der Frontflügel. "Bis zum Qualifying sollte alles wieder repariert sein", sagte Heidfeld nach dem Unfall.

Sebastian Vettel hielt sich zurück im 3. Training. Mit seinem Red Bull kam er lediglich auf den 16. Platz (+ 1,136), aber auch Vettels RB5 dürfte bis oben hin voll mit Benzin gewesen sein. Da Vettel mit größter Wahrscheinlichkeit im Qualifying in Q3 kommen wird, hat Red Bull bereits mit der für Q3 vorgesehenen Spritmenge trainiert. Nico Rosberg, am Vortag noch Trainingsbester, beendete die 3. Session als Zwölfter. Damit lag der Williams-Mann einen Rang hinter Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes.

Noch weiter vorne platzierte sich Weltmeister Lewis Hamilton, der im zweiten McLaren-Mercedes Siebter wurde. Das Ziel der Silberpfeile, die sich mit einem überarbeiteten Paket im Qualifying unter den besten zehn platzieren wollen, scheint realistisch. Davon kann Adrian Sutil nur träumen. Der Kumpel von Hamilton in Diensten von Force India landete auf Postion 19.

Punkte entscheiden über den Weltmeister

Der Formel-1-Weltmeister 2010 wird wie bisher nach dem gewohnten Punktesystem gekürt. Damit sind die Pläne von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und des Automobil-Weltverbandes FIA, den Fahrer mit den meisten Siegen zum Champion zu machen, vom Tisch.

Nachdem die FIA die neue Regel im März kurzfristig bereits für dieses Jahr einführen wollte, hatten die Teams sich einstimmig dagegen ausgesprochen. Die FIA hatte daraufhin eine mögliche Änderung erst wieder für 2010 ins Auge gefasst.

Fälschlicherweise stand diese Regel aber noch in dem Ende April nach der letzten Sitzung des World Motor Sport Council der FIA veröffentlichten Reglement für 2010. Jetzt veröffentlichte der Verband eine aktualisierte Version, in der wieder die Punkteregel verankert ist. "Das war ein Versehen unsererseits, das wir jetzt lediglich korrigiert haben", sagte eine FIA-Sprecherin und erklärte, dass es keine heimliche Änderung gewesen sei. Das Sieg-Modell für 2010 sei von der FIA nie verabschiedet worden.