Montag, 7. September 2009

Die Formel 1 Kurve

Zeitung: Mercedes übernimmt Brawn GP

Zeitung: Mercedes übernimmt Brawn GP
Mercedes will den Erfolg einkaufen: Nach Informationen der seriösen britischen Zeitung 'Daily Telegraph' steht der deutsche Autobauer vor einer Teilübernahme des in der WM-Wertung führenden Brawn-GP-Teams. Bereits in dieser Saison liefert Mercedes die Motoren an das britische Team. Während Honda sich bereits aus der Formel 1 zurückgezogen hat und BMW nach Saisonende aussteigt, setzt Mercedes auf Expansionskurs. Denn neben Brawn werden die Stuttgarter auch ihre 40-prozentige Beteiligung am McLaren-Team behalten.

Mercedes hat bislang keine Stellungnahme zu dem möglichen Brawn-Deal abgegeben. "Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte", sagte ein Mercedes-Sprecher dem 'Daily Telegraph' und betonte, "dass wir einen langfristigen Vertrag mit McLaren haben".

Jüngste Äußerungen von Brawn-Geschäftsführer Nick Fry lassen jedoch auf weit gediehene Gespräche schließen. "Wir haben einige nette Verträge abgeschlossen", sagte Fry. Diese würden jedoch erst bei der Vorstellung des neuen Autos im nächsten Jahr enthüllt. Für die kommenden drei Jahre sei die Teilnahme von Brawn an der Königsklasse des Motorsports gesichert, so Fry. Brawn-Insider bestätigten bereits, dass der Deal mit Mercedes so gut wie sicher sei.

Liuzzi neuer Teamkollege von Sutil

Liuzzi neuer Teamkollege von Sutil
Force India hat Vitantonio Liuzzi als neuen Teamkollegen von Adrian Sutil bestätigt. Der Italiener ersetzt bei den letzten fünf Saisonrennen seinen zu Ferrari gewechselten Landsmann Giancarlo Fisichella. Liuzzi wird sein erstes Rennen am kommenden Wochenende beim Großen Preis von Italien in Monza bestreiten.

Force India hatte den 28-Jährigen in der vergangenen Saison als Testfahrer verpflichtet. F1-Erfahrung sammelte Liuzzi bereits 2005 bei Red Bull und in den beiden folgenden Jahren bei Toro Rosso an der Seite von Sebastian Vettel. Sein bestes Ergebnis war Platz 6 beim China-GP 2007. Bei 39 Starts fuhr er insgesamt fünf Punkte ein.

Mein Kommentar:

Meiner Meinung nach die beste Lösung, den Testfahrer fahren zu lassen. Bei Force India war in den letzten Rennen eine deutliche Steigerung zu sehen. Mal sehen, wie sich Liuzzi schlagen wird.

Massa setzt sich für mehr Sicherheit ein

Massa setzt sich für mehr Sicherheit ein
Felipe Massa hat rund sechs Wochen nach seinem schweren Unfall mehr Sicherheit in der Formel 1 gefordert. Der Brasilianer will so schnell wie möglich wieder in der Königsklasse des Motorsports Gas geben - aber vor allem ohne unnötiges Risiko. "Wir müssen uns um Verbesserungen bemühen", sagte der 28-Jährige dem 'Guardian'.

Allerdings ist Massa gegen ein 'Käfig-Cockpit'. "Ich sage nicht, dass wir die Cockpits komplett abdecken sollten. Vielleicht können wir aber andere Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass ein Rad deinen Kopf treffen kann", so der Ferrari-Pilot weiter. Massa kündigte an, "dieses Thema mit Charlie Whiting (FIA-Rennleiter), der FIA und den Fahrern diskutieren", sobald er wieder in den F1-Zirkus zurückgekehrt ist. Der tragische Unfalls von Henry Surtees während eines Formel-2-Rennens habe Massa "sehr mitgenommen". Ans Aufhören dachte der Ferrari-Fahrer aber nie: "Formel 1 ist mein Leben!"

Viereinhalbstündige OP gut überstanden

Unterdessen unterzog sich Massa einer Operation bei einem plastischen Chirurgen. Wie sein Rennstall Ferrari auf seiner Internetseite mitteilte, sei der viereinhalbstündige Eingriff in Sao Paulo im Bereich des Gesichts erfolgreich gewesen.

Massa könne demnach nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus seine Rehabilitation im Hinblick auf ein Comeback in der kommenden WM-Saison fortsetzen. Massa war im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn am 25. Juli in Budapest durch eine herumfliegende Stahlfeder am Helm getroffen und am Kopf schwer verletzt worden.

In den vergangenen beiden Rennen wurde der Brasilianer durch Luca Badoer ersetzt. In den letzten fünf Saisonrennen wird der Italiener Giancarlo Fisichella (ehemals Force India) in Massas Ferrari-Cockpit sitzen.

Williams und Force India wieder im Boot

Williams und Force India wieder im Boot
Die Teamvereinigung FOTA hat die vorläufigen Ausschlüsse von Williams und Force India wieder aufgehoben. Das teilte das Exekutivkomitee der Vereinigung mit. Williams und Force India waren im Zuge des Streits mit dem Weltverband FIA wegen der zukünftig vorgesehenen Sparmaßnahmen im Mai vorläufig von der FOTA ausgeschlossen worden. Die beiden Rennställe hatten sich als einzige Teams ohne Bedingungen für die WM 2010 eingeschrieben.

Allerdings war es damals zwischen der FOTA und der FIA mit dem umstrittenen Präsidenten Max Mosley noch nicht zu einem Kompromiss gekommen. Die FOTA-Teams hatten wegen der von der FIA angedachten massiven Sparmaßnahmen mit der Gründung einer eigenen Rennserie gedroht. Mittlerweile ist ein Kompromiss gefunden worden, womit einer Unterzeichnung des Concorde Agreements, der sogenannten Verfassung der Formel 1, nichts mehr im Wege steht.

Sonntag, 6. September 2009

Formel 1: Droht ein neuer Skandal ?

Noch sind es gut zwei Wochen, bis sich die Verantwortlichen des Formel 1 Rennstalls Renault am Montag, den 21. September 2009 vor dem Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA verantworten müssen.

Der Vorwurf laut FIA-Mitteilung lautet: "Das Team hat mit seinem Fahrer Nelson Piquet junior einen Plan geschmiedet, einen absichtlichen Unfall herbeizuführen, mit dem Ziel, das Safety Car zum Vorteil des zweiten Fahrers Fernando Alonso auf die Strecke zu holen."

Zu dieser Mitteilung noch die folgenden genaueren Informationen:

Am 28. September 2008 beim Großen Preis von Singapur fand zum ersten Mal ein Nachtrennen statt. Das Renault-Team ging mit dem Spanier Fernando Alonso und dem Brasilianer Nelson Piquet jr. an den Start. Die Ausgangsposition war für beide Fahrer nicht gut, Alonso startete nur von Platz 15. Im Rennen kam er dann ungewöhnlich früh an die Box zum Tanken. Zwei Runden später drehte sich Nelson Piquet jr. mit seinem Renner und krachte in die Mauer.



Er selbst blieb unverletzt, das Auto war aber nicht mehr fahrbar, weswegen das Safety Car auf die Strecke kommen musste, damit das Auto geborgen werden konnte.

Piquet hierzu: "Mein Team hat mich aufgefordert, zu pushen. Das habe ich auch gemacht. Plötzlich habe ich das Heck meines Wagens verloren und bin ziemlich heftig in die Wand eingeschlagen. Wir kratzen immer an den Mauern entlang und sobald man die Mauer etwas zu viel berührt und die Kontrolle verliert, dann ist es das."

Laut den letztjährigen Regeln war es den Fahrern verboten, sofort an die Box zu fahren, wenn das Safety Car auf der Strecke war. Es musste gewartet werden, bis die Boxengasse freigegeben wurde. Da Fernando Alsono vor dem Crash bereits getankt hatte, wurde er nach der Safety-Car-Phase auf die vorderen Plätze gespült, als die vor ihm fahrenden Piloten zum Tanken kamen.

Am Ende gewann der Spanier das Rennen - der Hauptgrund hierfür war die Safety-Car-Phase.

Anfang August 2009 wurde Nelson Piquet jr. wegen Erfolglosigkeit von Teamchef Flavio Briatore gefeuert. Über den brasilianischen TV-Sender "Rede Globo" machte er Andeutungen, dass es bei dem Unfall nicht mit rechten Dingen zugegangen wäre. Ein Racheakt? Piquet hatte über Flavio Briatore schon berichtet, dass er ihn unfair behandelt und unter Druck gesetzt habe. Briatore habe ihm 2008 mehrere Male kurz vor dem Qualifying oder den Rennen gedroht, ihn durch einen anderen Fahrer zu ersetzen, falls er keine guten Resultate einfahre.

Nach dem diesjährigen Großen Preis von Belgien in Spa bestätigte die FIA, dass "gegen Renault wegen Zwischenfällen in einem früheren Rennen ermittelt wird".

Falls sich der Verdacht bestätigen sollte, droht Renault eine harte Strafe. Diese kann eine Geldstrafe in Millionenhöhe sein oder ein Ausschluss aus der aktuellen Saison.

Mal ganz im Ernst: Es kann mir doch keiner erzählen, dass der Unfall von Piquet Absicht gewesen sein soll. Wieso sollte ein Formel 1 Team, das schon Rennen gewonnen hat, das schon Weltmeister geworden ist, plötzlich so etwas tun? Für einen einzigen Sieg?

Selbst wenn die Vorwürfe stimmen sollten, gibt es - gerade in der Formel 1 - so viele Ereignisse, die man nicht voraussehen kann. So z.B. der nicht optimal laufende Boxenstopp von Ferrari-Pilot Felipe Massa, der zu früh losfuhr und den Tankschlauch mitriss. Somit konnte das Auslösen der Safety-Car-Phase keine Garantie für Alonsos Sieg sein. Ich bin mir sicher, dass es die Aufzeichnungen über den Boxenfunk noch gibt. Anhand dieser wird man hoffentlich nachvollziehen können, ob die Anschuldigen zutreffend sind.

Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, könnte das weitreichende Konsequenzen haben. Denn was will man als Zuschauer dann noch glauben?

Ich bin mal gespannt, wie die Angelegenheit entschieden wird.

Sebastian Vettel gibt nicht auf

Vettel plant WM-Attacke

Vettel plant WM-Attacke
Sebastian Vettel macht sich noch immer Hoffnung auf den WM-Titel. "Meine Chancen auf den Titel sind nach wir vor intakt", sagte der Red-Bull-Pilot der 'WamS': "Ich habe das Ziel, Weltmeister zu werden." Beim Großen Preis von Italien am kommenden Wochenende in Monza strebt der 22-jährige einen Sieg an: "Ich will in Monza gewinnen. Unser Auto war bisher auf jeder Strecke sehr konkurrenzfähig, natürlich mal mehr und mal weniger, aber alles in allem waren wir immer bei der Musik dabei."

Im Vergleich zur Konkurrenz schätzt Vettel sein Auto als "mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht gar stets einen Tick schneller" ein. Rivale Brawn habe dagegen offenbar im Moment Probleme, "die Leistung seiner Autos voll auszunutzen. Besonders Jenson Button." Dennoch müsse man den Briten als Favoriten im Titelrennen ansehen: "Er hat fünf Rennen vor Ende 19 Punkte mehr als ich.

Das Verhältnis zwischen Vettel und seinem australischen Red-Bull-Kollegen Mark Webber habe sich im Verlauf der Saison nicht verändert. "Wir sind zugleich Teamkollegen und Gegner", so Vettel. "Ab dem Qualifying geht jeder seinen eigenen Weg und versucht, den anderen zu schlagen - wie alle anderen auch." Ob es im WM-Rennen vor allem gegen die beiden Brawn-Fahrer Button und Rubens Barrichello oder am Ende gegen Webber geht, spielt für Vettel keine Rolle: "Wer gewinnen will, muss alle schlagen, da ist es egal, ob drei oder nur einen."

Mein Kommentar:

Noch ist nichts verloren, aber auch noch nichts gewonnen. Wenn Jenson Button so weiterfährt, sprich auf den hinteren Punkterängen landet, gilt es für Sebastian Vettel mindestens aufs Podest zu fahren. 19 Punkte kann man theoretisch schnell aufholen. Das einzige Hindernis könnten Motorenprobleme werden.

Samstag, 5. September 2009

FIA nimmt Renault in die Mangel

Unfall-Skandal: FIA nimmt Renault in die Mangel

Unfall-Skandal: FIA nimmt Renault in die Mangel
Der Unfall-Skandal von Singapur in der Formel 1 wird nach einem Jahr neu aufgerollt und hat für den Rennstall Renault womöglich ein teures Nachspiel. Die Franzosen müssen sich wegen des Verdachts der Renn-Manipulation vor dem World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA verantworten und zu den Vorwürfen äußern, Fernando Alonso im September 2008 mit einem inszenierten Unfall zum Sieg getrickst zu haben.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der im Nachhinein recht hilfreiche Crash des inzwischen entlassenen Renault-Piloten Nelson Piquet junior. Der Brasilianer krachte mit dem Renault genau in dem Moment in die Mauer, in dem sein Teamkollege Fernando Alonso frisch aufgetankt aus der Boxengasse fuhr. Der Spanier war als einziger Pilot vor der Safety-Car-Phase zum Nachtanken in die Box gefahren, er gewann das Rennen.

Die Renault-Verantwortlichen sind am 21. September, dem Montag vor dem diesjährigen Rennen in Singapur, in Paris vorgeladen, um "sich zu Vorwürfen zu äußern, die unter anderem einen Verstoß gegen Artikel 151c des International Sporting Codes beinhalten". Dieser stellt die Rufschädigung des Sports unter Strafe.

Der Vorwurf lautet, "dass das Team mit seinem Fahrer Nelson Piquet junior einen Plan geschmiedet hat, einen absichtlichen Unfall herbeizuführen, mit dem Ziel, das Safety Car zum Vorteil des zweiten Fahrers Fernando Alonso auf die Strecke zu holen", hieß es in einer FIA-Mitteilung. Bei einem Schuldspruch droht Renault eine hohe Geldstrafe und möglicherweise ein Ausschluss.

F1-Aus für Renault?

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hatte Briatore bereits zur Rede gestellt, der Italiener bestritt jedoch, das Rennen manipuliert zu haben. Auch Piquet junior betonte bisher stets, der Vorfall sei ein normaler Rennunfall gewesen. Vor wenigen Tagen äußerte Bernie Ecclestone die Befürchtung, Renault könnte die Formel 1 verlassen, wenn es zu einer Verhandlung komme.

Erst vor wenigen Wochen hatte Renault vor dem Berufungsgericht der FIA eine Umwandlung einer Sperre für ein Rennen in eine Geldstrafe erreicht. In Budapest hatte das Team Alonso nach einem Boxenstopp losfahren lassen, obwohl man wusste, dass es ein Problem an einem Vorderrad gab. Ende 2007 stand der Rennstall um Teamchef Flavio Briatore unter Spionage-Verdacht, blieb aber im Gegensatz zum Konkurrenten McLaren-Mercedes (72 Millionen Euro Strafe) straffrei.

Schumacher-News

Schumi II nicht mit dem Hammer gepudert

Schumi II nicht mit dem Hammer gepudert
Ralf Schumacher hat ein Comeback als Ersatzfahrer für Giancarlo Fisichella bei Force India ausgeschlossen. "Da müsste man schön mit dem Hammer gepudert sein, wenn man nach zwei Jahren wieder in Monza in ein Auto einsteigt, das man nie gefahren ist", sagte der 34-Jährige.

Bei einem Test vor der Saison 2008 habe er zwar festgestellt, dass das Auto "scheinbar nicht schlecht" ist. "Aber es war wirklich nie die Absicht, dass ich mit dem Auto fahren soll", so Schumacher.

Schumacher: Monza statt Motorrad

Schumacher: Monza statt Motorrad
Michael Schumacher hat sein Comeback auf dem Motorrad verschoben. Eigentlich wollte der 40-Jährige am Superbike-IDM-Finale in Hockenheim (11. bis 13. September) teilnehmen, stattdessen ist er beim Ferrari-Heimspiel in Italien vor Ort. "Michael wird nicht nach Hockenheim gehen. Er wird nach Monza gehen", bestätigte Schumi-Sprecherin Sabine Kehm dem 'Express'.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali (Foto) wollte den Rekordweltmeister zur Unterstützung unbedingt dabei haben. Die italienischen Fans freuen sich jedenfalls schon jetzt auf ihren Star.

Freitag, 4. September 2009

Fisichella überglücklich

'Fisico' im siebten Himmel

'Fisico' im siebten Himmel
Am Ende seiner Formel-1-Karriere ist Giancarlo Fisichella doch noch bei seiner großen Liebe gelandet. "Ich fühle mich wie im siebten Himmel. Ein Traum geht in Erfüllung", sagte der 36 Jahre alte Rennfahrer nach seinem unverhofften Aufstieg zum Ferrari-Fahrer. Der Große Preis von Italien am 13. September im Königlichen Park von Monza wird für 'Fisico' das emotionalste Rennen seiner Laufbahn. "Ich weiß, was es heißt, einen Ferrari in Monza fahren zu dürfen. Für einen italienischen Piloten ist es das Größte, einen Ferrari vor unseren Fans zu fahren", sagte der neue Teamkollege von Spa-Sieger Kimi Räikkönen.

Auch die Medien im Ferrari-Land sind begeistert über die Verpflichtung des Römers. "Forza Fisichella! Endlich ist er bei Ferrari angekommen", jubelte der 'Corriere dello Sport'. 'La Gazzetta dello Sport' schrieb: "Rosso italiano - Fisichella zu Ferrari. Endlich! Giancarlo Fisichellas Karriere beginnt im Alter von 36 Jahren von vorn. Nach einer Weltreise ist er dort gelandet, wo er sich erträumt hatte, zu starten: bei Ferrari. Warum hat Ferrari nicht schon 10 Jahre früher an ihn gedacht?"

"Tut mir sehr leid für Badoer"

Als die Pressemitteilungen seines bisherigen Arbeitgebers Force India und seines neuen Teams zu dem Wechsel verschickt wurden, lief Fisichella bereits mit einem Dauergrinsen in der roten Rennzentrale in Maranello umher. Dort ließ er sich unter anderem den Sitz in seinem neuen Dienstwagen F60 anpassen. "Ich möchte mich bei Luca di Montezemolo bedanken", sagte der dreimalige Grand-Prix-Gewinner artig. Der Ferrari-Chef verkündete denn auch gleich, dass Fisichella nicht nur die letzten fünf Rennen der Saison bestreitet, sondern darüber hinaus der Scuderia als Ersatzfahrer erhalten bleibt. "Ab 2010 wird er unser dritter Pilot sein", sagte di Montezemolo.

Fisichella und Ferrari - an diese Verbindung war noch vor kurzem nicht zu denken. Der Unfall von Stammpilot Felipe Massa im Juli in der Qualifikation in Budapest, dann der abgesagte Comeback-Versuch von Formel-1-Ikone Michael Schumacher und zum Schluss die Ausbootung des in den Rennen in Valencia und Spa hoffnungslos überforderten Testpiloten Luca Badoer ebneten ihm den Weg in die Ferrari-Familie. Fisichella zeigte sogar Mitleid mit seinem kläglich gescheiterten Vorgänger: "Es tut mir sehr leid für Badoer."

Mit seiner Pole Position und seinem sensationellen zweiten Platz am vergangenen Sonntag beim Großen Preis von Belgien im unterlegenen Force India hinter seinem neuen Teamkollegen Räikkönen Fisichella zum richtigen Zeitpunkt die richtige Bewerbung ab. Ob der Finne nun zittern muss, wie der 'Corriere dello Sport' vermutet, ist indes sehr fraglich.

Italien giert danach, endlich wieder einen italienischen Siegfahrer im Ferrari zu haben. Der letzte Landsmann, der in einem roten Renner siegte, war Michele Alboretto am 4. August 1985 auf dem Nürburgring. Wunderdinge hat Fisichella in seinen bisherigen 224 Rennen aber auch nur selten vollbracht, auch wenn er neben dem Toyota-Piloten Jarno Trulli der einzige Italiener ist, der in den vergangenen Jahren Rennen gewann. Das lag auch an den unterlegenen Boliden wie Minardi, Jordan, Sauber und zuletzt Force India. Doch auch in seiner Zeit von 2005 bis 2007 im siegfähigen Renault stand 'Fisico' eindeutig im Schatten des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso.