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Sonntag, 30. August 2009

Stimmen zum Rennen in Spa-Francorchamps

Vettel glaubt an den WM-Titel

Vettel glaubt an den WM-Titel
Wie bewerten Sie den 3. Platz beim Großen Preis von Belgien?
Sebastian Vettel (Red Bull Racing): Das ist ein sehr gutes Ergebnis mit Blick auf die Weltmeisterschaft. Mit dem dritten Platz bin ich glücklich. Sechs Punkte - mehr als jeder andere vorn im Kampf um die WM. Ich habe mehr Punkte als Jenson Button und Rubens Barrichello.

Wie schätzen Sie Ihre WM-Chancen ein, da WM-Spitzenreiter Jenson Button erstmals in dieser Saison nach seinem Unfall ohne Punkte blieb und ihr Rückstand auf 19 Punkte geschrumpft ist?
Sebastian Vettel: Seit Anfang des Jahres habe ich einen Traum, ein Ziel. Daran glaube ich, deshalb bin ich hier. Es ist noch alles offen, die WM ist ein bisschen verrückt. Es geht auf und runter. Ich schau nach vorn und ich denke, es ist noch alles drin. Wir haben bewiesen, dass wir wieder zurück sind. Wir sind drauf und dran, die Lücke wieder zu schließen und am Ende vorn zu stehen.

Wie verlief das Rennen aus Ihrer Sicht?
Sebastian Vettel: Ich habe am Anfang Boden verloren. Ich war ein bisschen zu vorsichtig. Ich habe einen Platz an Nico Rosberg abgeben müssen. Aber danach war es ein perfektes Rennen. Es war klasse, das Auto zu fahren. Generell war das heute das Maximum. Wir wussten, dass es schwierig wird. Die Lücke, die zum Anfang aufgerissen ist, war leider zu groß.

Wie sind Ihre Erwartungen für Monza, wo sie im vergangenen Jahr im Toro Rosso ihren ersten Sieg in der Formel 1 eingefahren haben?
Sebastian Vettel: Monza ist keine einfache Strecke. Manche denken, dort kommt es nur auf den Motor an. Aber das stimmt nicht.

’Fisico’: “Ich hätte gewinnen können!“

’Fisico’: “Ich hätte gewinnen können!“
Kimi Räikkönen: “Es war kein einfaches Jahr. Wir waren am Anfang hinten dran. Seit Barcelona läuft es aber besser. Dieser Sieg nach so langer Zeit ist eine perfekte Sache. Mein Ziel war immer mindestens ein Rennen zu gewinnen. Wir müssen uns weiter anstrengen, um weiter Erfolg zu haben. Ich hoffe, wir können noch weitere gute Ergebnisse einfahren.“

Stefano Domenicali (Teamchef Ferrari): “Wir wissen, dass es die einzige Möglichkeit war, nicht aufzugeben. Es lief das ganze Jahr komisch. Aber wir haben hart gearbeitet und freuen uns sehr über den Sieg. Kimi ist ein Riesen-Rennen gefahren. Wir haben gesehen, dass die anderen Teams aufgeholt haben. ’Fisico’ hat einen großartigen Job gemacht. Ich freue mich sehr für ihn.“

Giancarlo Fisichella: “Eine Riesen-Sache für uns, ein toller Tag. Ich war schneller als Kimi. Er hat mich nur dank KERS überholt. Das macht mich traurig, denn ich hätte gewinnen können. Der zweite Platz ist toll, aber es hätte eben noch besser laufen können.“

Vijay Mallya (Teamchef Force India): “Es war der schönste Moment. Die Pole geholt und heute auf dem Podium - besser kann es nicht laufen. Ich war zuversichtlich, dass wir viele Punkte holen. Das Auto wird ständig verbessert, wir werden weitere Schritte nach vorne machen. Die Fahrer sind zufrieden und ich auch.“

Vettel: “Es ist noch alles drin!“

Sebastian Vettel: “Es war das Maximum, war wir erreichen konnten. Wir haben am Anfang einen möglichen Sieg verspielt. Danach war die Lücke nach vorne zu groß, um zu gewinnen. Das Ergebnis insgesamt hat mich sehr überrascht. Der dritte Platz ist ein sehr gutes Ergebnis. Wir haben aufgeholt. Die WM-Träume sind sehr lebendig. Von dem Glauben kann mich keiner abbringen. Wir haben in Monza sehr gute Chancen. Das Auto funktioniert sehr gut. Durch die Ausfälle klafft eine große Lücke, aber wir schließen wieder auf. Jetzt ist wieder alles drin.“

Christian Horner (Teamchef Red Bull): “Die Nummer 3 war das Maximum, was wir hier erreichen konnten. Das war ein toller Job von Sebastian und dem Team Wir waren auf der Geraden einfach nicht schnell genug. Force India und Räikkönen waren sehr gut. Der Mittelsektor lag uns super.“

Jenson Button: “Grosjean hat sich verbremst und mein Hinterrad getroffen. Ich musste Platz für Kovalainen lassen und dann ist es passiert. Es war frustrierend im Hinblick auf die WM. Aber besser es passiert hier, wo wir eh nicht gut zurecht gekommen sind."

Lewis Hamilton: “Da war nichts zu machen. Wenn es schlecht läuft, dann richtig. Aber ich habe ja eh keine Chancen auf den Titel.“

Jarno Trulli: "Ich hatte eine Berührung mit Heidfeld und danach Probleme mit dem Frontflügel. Deshalb habe ich mich entschieden, aufzugeben."

Mario Theissen: “Es war unter den gegebenen Bedingungen ein tolles Rennen. Nick hat seine Chance aufs Podium in der erste Runde verspielt. Monza wird uns auch liegen, ich bin da zuversichtlich. Die Reifen haben bei uns sehr gut funktioniert. Wir werden weiter Gas geben.“

Ergebnis des Rennens in Spa-Francorchamps

Drei dürfen sich als Sieger fühlen

Drei dürfen sich als Sieger fühlen
Formel Verrückt in den Ardennen: Beim Grand Prix auf der Ardennen-Achterbahn von Spa durften sich gleich drei Fahrer als große Gewinner fühlen: Sebastian Vettel nutzte seine vielleicht letzte Chance im Titelennen und machte Boden auf WM-Spitzenreiter Jenson Button gut, Giancarlo Fisichella bescherte seinem Force- India-Team nach der überraschenden ersten Pole Position im Qualfiying auch den ersten Podiumsplatz und Kimi Räikkönen feierte mit Ferrari nach langer Durststrecke den ersten Saisonsieg. Mit seinem vierten Triumph in den Ardennen verhinderte Spa-König Räikkönen in einem turbulenten Rennen einen möglichen Sensations-Sieg von Fisichella.

Vettel fuhr nach zuletzt zwei Nullnummern von Startplatz 8 auf Rang drei und schlug damit Kapital aus Pech und Patzern seiner WM-Rivalen. Spitzenreiter Jenson Button blieb nach einem Unfall kurz nach dem Start zum ersten Mal in diesem Jahr ohne WM-Punkte, ebenso wie Vettels Teamkollege Mark Webber, der nach einer Durchfahrtsstrafe nur Neunter wurde. Und der WM-Zweite Rubens Barrichello, rettete sich nach einem verpatzten Start mit einem rauchenden Motor nur als Siebter ins Ziel.

Button nach Ausfall restlos bedient

"Natürlich wäre es schön gewesen, zu gewinnen, aber ich habe sechs wichtige Punkte aufgeholt", sagte Vettel, der die schnellste Rennrunde fuhr. "Nach unseren letzten Schwierigkeiten war es sehr schön, wieder ein Rennen zu beenden", meinte der 22-Jährige und schickte eine Kampfansage an Button hinterher: "Wir sind wieder da." Der Brite war nach einem völlig verkorsten Wochenende mit einem enttäuschenden 14. Platz im Qualifying restlos bedient: "Das ist frustrierend, aber im nächsten Rennen bin ich wieder stark", versprach Button.

Für den WM-Leader und seinen Teamkollegen gerieten bereits die ersten Meter zum Desaster. Barrichello kam von Startplatz 4 nicht vom Fleck und fiel weit zurück. Für Button war das Rennen Sekunden später in der Kurve Les Combs beendet, als ihm der französische Renault-Pilot Romain Grosjean ins Auto fuhr. "Grosjean ist schuld. Er hat sich verbremst und mein Hinterrad getroffen", klagte Button. In einer Kettenreaktion rauschten auch McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und Toro-Rosso-Youngster Jaime Alguersuari von der Strecke. Vier Runden lang kontrollierte das Safety-Car das Feld, ehe die Trümmer und havarierten Boliden aus der Gefahrenzone geräumt waren.

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Als die Strecke in Runde 5 wieder freigeben wurde, übernahm Räikkönen die Kontrolle auf dem spektakulären 7,004 km langen Berg- und Talkurs. Bereits am Start hatte der Ferrari-Mann den Grundstein für seinen 18. GP-Sieg gelegt: Während es in der Spitzkehre La Source wenige Meter nach dem Start zu ersten kleineren Kollisionen kam, hielt sich der von Platz 6 gestartete Räikkönen geschickt aus den Positionkämpfen heraus, wählte den Umweg über die asphaltierte Auslaufzone und verbesserte sich dadurch und dank der Zusatz-PS seines Energierückgewinnungssystems KERS bis zur 3. Kurve auf Platz 2.

Vettels Strategie geht auf

Vettel verteidigte zwar seinen Startplatz 8, musste aber zunächst die hinter ihm gestarteten Webber und Nico Rosberg im Williams ziehen lassen. Den Neustart nach der Safety-Car-Phase nutzte Vettel dann aber, um sofort wieder an Rosberg vorbeizugehen. An der Spitze katapultierte sich Räikkönen dank KERS auf der langen Geraden zwischen Eau Rouge und Les Combes auch am Führenden Fisichella vorbei an die Spitze. Dahinter kämpfte sich Vettel beharrlich Platz um Platz nach vorne. In Runde 14 übernahm der Red-Bull-Pilot sogar kurz die Führung, nachdem seine Konkurrenten allesamt an die Box abgebogen waren.

Vettels Strategie ging zu diesem Zeitpunkt voll auf: Mit seinem Stopp in Runde 16 machte Vettel 3 weitere Plätze gut. Allerdings profitierte er dabei auch vom Pech und Fehlern seiner Konkurrenten. So verlor das Toyota-Duo Jarno Trulli und Timo Glock viel Zeit wegen einer defekten Tankanlage. Fernando Alonso musste seinen Renault wegen einer defekten Aerodynamik-Abdeckung am linken Vorderreifen abstellen. Und Webber kollidierte bei seinem Stopp in Runde 14 fast mit BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld. Die Durchfahrtsstrafe, die die Rennkommissare Webber dafür aufbrummten, warfen den Australier weit zurück.

Fisichella schneller als Sieger Räikkönen

Stallgefährte Vettel macht dagegen in Umlauf 36 mit einem fünf Runden späteren 2. Stopp als BMW-Fahrer Robert Kubica eine weitere Position gut und sicherte sich damit den 3. Podest-Platz. Zweitbester Deutscher wurde Heidfeld, der hinter Kubica auf Platz 5 fuhr. BMW, das am Saisonende aus der Königsklasse aussteigt, holte damit in Spa so viele Zähler wie zuvor in allen elf Saison-Rennen zusammen. Einen WM-Punkt gab es noch für Rosberg auf Rang 8. Timo Glock kam auf Platz 10 ins Ziel direkt vor Adrian Sutil im zweiten Force India.

An der Spitze gelang es Fisichella völlig überraschend, das Tempo von Räikkönens Ferrari mitzugehen. Für einen ernsthaften Angriff reichte es aber nicht. Einträchtig fuhren beide nach 30 Runden zum zweiten Mal gleichzeitig an die Box und kamen in der gleichen Reihenfolge zurück auf die Strecke. Nach 44 Runden hatte Räikkönen im Ziel nur 0,9 Sekunden Vorsprung vor Fisichella, der nach dem Rennen hin- und hergerissen war. "Natürlich ist das ein großartiges Resultat, aber ich hätte auch gewinnen können. Ich war schneller als Kimi. Deshalb bin ich sogar ein bisschen traurig", sagte der Italiener.

Vettel macht Boden im Titel-Kampf gut

"Wir waren nicht die Schnellsten, aber ich konnte alle anderen hinter mir halten", musste Räikkönen zugeben. Trotzdem herrschte bei Ferrari nach dem ersten Sieg seit dem Saisonfinale 2008 Riesenjubel. Ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit, denn in zwei Wochen steht das Heimrennen der Scuderia in Monza an. Dort will Vettel seine Aufholjagd im Titel-Kampf fortsetzen. In die 5 letzten Saison-Rennen geht die deutsche WM-Hoffnung als Gesamtdritter (53 Punkte) hinter Barrichello (56) und Button. Der schwächelnde Brawn-GP-Pilot hat zwar noch 19 Punkte Vorsprung auf Vettel, in den vergangenen 5 Rennen sammelte der Brite aber nur noch magere 11 Zähler.

Stimmen zum Qualifying

Vettel: Das war suboptimal

Vettel: Das war suboptimal
Sebastian Vettel (Red Bull Racing): Wir hatten uns erhofft, weiter vorne zu stehen. In der letzten Runde hatte ich einen kleinen Fehler in Kurve 14, das war suboptimal. Ein unerwartetes Quali-Ergebnis. Für mich ist der 8. Startplatz herb. Schauen wir, wie es im Rennen läuft. Leider hat es nicht geklappt, ganz weit vor Button zu stehen.

Adrian Sutil (Force India): Die harten Reifen waren ganz ok. Aber mit den weicheren Reifen kam ich einfach nicht zurecht. Es ging insgesamt aber extrem gut. Leider bin ich am 3. Qualifying vorbeigeschrammt, aber der 11. Startplatz ist nicht schlecht. Bei Giancarlo Fisichella lief es perfekt. Keiner hat das erwartet. Ich freue mich sehr, besonders für das Team. Wir haben unseren Aufwärtstrend bestätigt. Wir werden alles daran setzen, im Rennen an die guten Leistungen anzuknüpfen.

Christian Horner (Teamchef Red Bull Racing): Eine ungewöhnliche Startaufstellung. Aber unsere Fahrer hatten nicht die besten Runden. Trotzdem haben wir eine gute Ausgangsposition für das Rennen zumal wir mit den harten und den weichen Reifen gleichermaßen gut zurechtkommen.

Button: Das ist sehr frustrierend

Mario Theissen (Teamchef BMW Sauber): Die Kräfteverhältnisse ändern sich schlagartig. Ich hatte darauf gehofft, dass sich das Blatt in der zweiten Saisonhälfte wendet und wir wieder nach vorne fahren können. Das Podium wäre ein Riesen-Erfolg. Ich bin sehr gespannt auf das Rennen.

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes): Wir wussten, dass es in Spa nicht leicht werden würde. Aber wir wussten nicht, wie große der Unterschied zu den anderen ist. Das konnten wir jetzt leider feststellen. Trotzdem werden wir im Rennen Spaß haben.

Jenson Button (Brawn GP): Normalerweise läuft es hier gut. Deshalb ist es sehr enttäuschend hier so weit hinten zu stehen. Ich hatte Probleme mit den weichen Reifen und habe einfach keine Balance gefunden. Das ist sehr frustrierend. Ich fühle mich einfach nicht wohl in dem Auto. Rubens Barrichello ist im Moment einfach schneller. Warum? Da kann ich mir keinen Reim drauf machen.

Ergebnis des Qualifyings in Spa-Francorchamps

'Fisico' holte erste Pole für Force India

'Fisico' holte erste Pole für Force India
Sensation in Spa-Francorchamps: Giancarlo Fisichella hat beim Belgien-GP die erste Pole Position für Force India eingefahren. Nach einer blitzsauberen Runde verwies der Italiener in 1:46.308 Minuten Toyota-Pilot Jarno Trulli (+0,087) und Nick Heidfeld im BMW Sauber (+0,192) auf die Plätze 2 und 3. Für 'Fisicho' ist es die insgesamt 4. Pole Position in seiner Karriere. "Es ist fantastisch, ich bin so happy. Das Resultat habe ich nicht erwartet. Das ist unglaublich", freute sich der 36-Jährige. Inwieweit die Spritmenge dazu beigetragen hat, steht auf einem anderen Baltt. Allerdings hatte der Rennstall schon in den vergangenen Grands Prix seine aufsteigende Tendenz unter Beweis gestellt. Heidfeld knüpfte an seine gute Leistung aus dem 3. Training an, bei dem er zur Bestzeit gerast war. "Ich hoffe, dass dieses Resultat dem Team hilft, zu überleben. Es zeigt auch, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken", freute sich 'Quick Nick', der nach dem BMW-Rücktritt noch ohne Cockpit fürs kommende Jahr dasteht.

Als zweitbester Deutscher geht Toyota-Pilot Timo Glock von Position 7 ins Rennen. Direkt dahinter folgt Sebastian Vettel. Der Red-Bull-Pilot hatte sich mehr als den 8. Rang vorgenommen und war dementsprechend enttäuscht. "Ein unerwartetes Quali-Ergebnis. Für mich ist der 8. Startplatz herb", sagte der 22-Jährige, der in der letzten Runde "einen kleinen Fehler in Kurve 14" zugab. Vettels Teamkollege Mark Webber - nach Motorschaden im 3. Freien Training mit neuem Aggregat ausgestattet - platzierte sich direkt hinter dem Deutschen. Mit Nico Rosberg (Williams) auf Rang 10 gelang einem vierten Deutschen der Sprung in die 'Top 10'.

Überraschungen en masse hagelte es im zweiten Qualifikations-Abschnitt, den weder WM-Spitzenreiter Jenson Button (14.) noch Fernando Alonso (13.) noch Ungarn-Sieger Lewis Hamilton (12.) überstanden. Auch für Hamiltons Teamkollegen Heikki Kovalainen war als 15ter viel früher Schluss als geplant.

Dagegen kann sich Adrian Sutil über seinen 11. Platz mehr als freuen. “Das ist unsere beste Leistung bis jetzt. Auch wenn ich knapp am 3. Quali-Abschnitt vorbeigeschrammt bin, ist Rang 11 aber auch nicht schlecht“, freute sich 'Fisicos' Teamkollege.

Die Ursache für das schlechte Abschneiden der zuletzt starken Mercedes wurde den Silberpfeilen erst nach dem Qualifying bewusst. "Wir wussten, wir haben in Spa nicht so ein gutes Aerodynamik-Paket wie die anderen. Wie groß der Unterschied ist, wissen wir jetzt“, so ein enttäuschter Hamilton.

Button nur 14. - Badoer wieder Letzter

Dass Button nur als 14ter ins Rennen geht, kann er nicht auf die kühlen Temperaturen (15 Grad Luft / 26 Grad Asphalt) schieben. Sein Stallgefährte Rubens Barrichello brachte seine Reifen auf Temperatur und wurde immerhin Vierter. Schlechte Aussichten für Button: Noch ist sein Vorsprung in der WM-Wertung komfortabel (18 Punkte auf 'Rubinho'), aber die Tendenz zeigt ganz klar nach unten. Seit vier WM-Läufen wartet der Brite auf einen Podiumsplatz. Es scheint so, als müsste sich Button weiterhin in Geduld üben. “Es wird schwer im Rennen. Ich habe keine Balance gefunden, hoffe aber auf Punkte“, so der Brite nach dem Qualifying.

Erneut enttäuschend verlief der Auftritt von Ferrari-Ersatzmann Luca Badoer. Für den Italiener, der den beim Ungarn-GP schwer verletzten Felipe Massa vertritt, war das Qualifying wieder als Letzter der ersten K.o.-Runde vorzeitig beendet. Peinlicher Höhepunkt war Badoers Abflug kurz vor Ablauf der ersten 20 Minuten. Nach einem Fahrfehler kam der Ferrari-Mann von der Strecke auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs in den Ardennen ab, blieb im Kiesbett hängen und verursachte dadurch noch eine Gelbe-Flagge-Phase. Schon in Valencia hatte der 38-Jährige als Quali-Letzter den Sprung in die 2. Runde deutlich verpasst.

Von seinem zweiten Einsatz in der ’Königsklasse’ hatte sich Romain Grosjean vermutlich auch mehr versprochen. Nach einer schlechten Qualifikation geht er nur als Vorletzter ins Rennen. Dabei hatte sein 4. Rang im Abschlusstraining Hoffnung auf mehr gemacht. Bei seinem Debüt in Valencia hatte der Franzose auf Anhieb den Sprung in die 2. K.o.-Runde (Platz 14) geschafft.

3. Freies Training in Spa-Francorchamps

Heidfeld überrascht - Vettel noch nicht in Form

Heidfeld überrascht - Vettel noch nicht in Form
Wer hätte das gedacht: Nick Heidfeld hat überraschend das 3. Freie Training zum GP von Belgien gewonnen. Ausgerechnet der BMW-Sauber-Pilot, der nach der Rücktrittsankündigung von BMW fürs kommende Jahr noch ohne Cockpit dasteht, holte sich bei kühlen, aber trockenen Bedingungen die Bestzeit. In buchstäblich letzter Sekunde verwies er in 1:45.388 Minuten Jarno Trulli im Toyota (+0,074 Sekunden) und Adrian Sutil (Force India/+0,289) auf die weiteren Pätze.

Mit Timo Glock (Toyota) als Fünften und Williams-Mann Nico Rosberg als Siebten gab es aus deutscher Sicht fast nicht zu meckern. Einzige Ausnahme: Sebastian Vettel. Der 22-Jährige landete nur auf dem 14. Platz (+ 1,359). Bei Red Bull ging es in der Generalprobe fürs Qualifying offenbar nicht um gute Zeiten. Das Team testete sowohl bei Vettel als auch bei Mark Webber unterschiedliche Frontpartien. Allerdings kam Webber nicht großartig zum Testen, weil er nach Problemen am Motor kurz nach seinem Ausflug auf die 'Ardennenachterbahn' schon wieder zurück an die Box musste. Die Probleme stellten sich als ziemlich schwerwiegend heraus, so dass der Australier nicht mehr raus konnte und und somit keine gezeitete Runde hinlegte. 10 Minuten vor Trainings-Ende bekam Webbers Bolide wieder eine neue Nase und der Motor wurde sogar gewechselt.

Nach den erneuten Motorproblemen wird Red Bull in der kommenden Saison wohl Abstand von den Renault-Aggregaten nehmen und sich nach einer Alternative umsehen. Mit Mercedes soll es bereits Verhandlungen gegeben haben.

Sensation: Badoer nicht Letzter

Wie bei den 'Roten Bullen' gab es auch bei den WM-Spitzenreitern von Brawn GP Probleme. Jenson Button (10.) und Rubens Barrichello (16.) kamen überhaupt nicht in Schwung. Die Befürchtung der ’Brawnies’, bei kühlen Temperaturen noch immer im Nachteil zu sein, scheinen sich auch hier in Spa-Francorchamps zu bewahrheiten. Die 12 Grad Lufttemperatur und 20 Grad Asphalttemperatur wirken sich auf das Team von Ross Brawn wie Gift aus.

Gute Nachrichten gab es für Ferrari: Luca Badoer wurde im 3. Training ausnahmsweise mal nicht Letzter. Mit einem minimalen Vorsprung von 23 Tausendstel verwies der Ersatzmann von Felipe Massa Williams-Pilot Kazuki Nakajima auf den letzten Platz. Ob eine solche Leistungssteigerung allerdings ausreicht, um sich für weitere Aufgaben der Scuderia zu empfehlen, ist mehr als fraglich.

Vor dem zwölften von 17 Saisonrennen an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und in Live-Stream bei RTL.de) liegt Vettel mit 47 Punkten 25 Zähler hinter Button (72), der allerdings seit vier WM-Läufen auf einen Podiumsplatz wartet. Zweiter nach seinem Sieg vor einer Woche in Valencia ist Buttons Brawn-GP-Teamkollege Rubens Barrichello (54/Brasilien). Ebenfalls noch vor Vettel rangiert sein Teamkollege Webber (51,5).

Freitag, 28. August 2009

2. Freies Training in Spa-Francorchamps

Glock nur hauchdünn hinter Hamilton

Glock nur hauchdünn hinter Hamilton
Lewis Hamilton und sein McLaren-Mercedes-Team haben sich endgültig in der Spitze festgesetzt. Nach seinem Sieg in Budapest und dem nur durch einen Teamfehler verspielten Erfolg in Valencia hat sich der Weltmeister auch in Spa-Francorchamps zum großen Sieg-Favoriten empor gearbeitet. Im 2. Freien Training zum Großen Preis von Belgien ließ der McLaren-Mercedes-Pilot mit einer Bestzeit von 1:47,201 Minuten die gesamte Konkurrenz hinter sich. Mit dem Minimal-Abstand von nur 16 Tausendstelsekunden folgte Toyota-Fahrer Timo Glock, dessen Formkurve ebenfalls nach oben zeigt. Platz drei ging an den Spa-Spezialisten Kimi Räikkönen im Ferrari (+ 0,084), der in den Jahren 2004, 2005 und 2007 in den Ardennen triumphiert hatte.

Mark Webber, im WM-Klassement Dritter, belegte einen Tag nach seinem 33. Geburtstag den 4. Platz. Ihm fehlten bei trockenen Bedingungen und Temperaturen von nur 18 Grad nur 0,128 Sekunden auf Hamilton. Der Red Bull funktioniert also auf dem 7,004 km langen Circuit de Spa-Francorchamps. Das wird auch Sebastian Vettel mit Genugtuung vernommen haben. Der 22-jährige Teamkollege von Webber raste nur auf den 10. Platz (+ 0,401). Allerdings gab Vettel nicht Vollgas, um seinen Motor zu schonen. Mit 25 Runden fuhr er auch am wenigsten von allen 20 Piloten.

Badoer wieder von allen abgehängt

Als drittbester Deutscher landete Adrian Sutil im Force India auf dem 13. Platz (+ 0,589). BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld rangiert auf Platz 16 und platzierte sich damit noch vor den beiden in der WM vorne liegenden Brawn-GP-Fahrern Jenson Button (17.) und Rubens Barrichello (18.). Platz 19 ging an Nico Rosberg im Williams, der damit sein schlechtestes Trainingsergebnis in dieser Saison einfuhr.

Erneut nur Schlusslicht war Luca Badoer im Ferrari. Dem Ersatzfahrer für den verletzten Felipe Massa fehlten knapp 0,9 Sekunden auf den vor ihm platzierten Rosberg und mehr als 2 Sekunden auf den Tagesschnellsten Hamilton. Der Grand Prix von Belgien, das 50. Formel-1-Rennen in Badoers Karriere, könnte gleichzeitig sein letztes sein. Wie man es besser macht, zeigte dem 38-jährigen Italiener der erst 23 Jahre alte Romain Grosjean. Der Franzose in Diensten von Renault, der in Valencia seinen ersten Grand Prix bestritten hatte, landete im 2. Training auf einem hevorragenden 5. Platz (+ 0,132).

Mein Kommentar:

Es könnte sich für Sebastian Vettel noch zum großen Nachteil entwickeln, wenn er im Trainig den Motor schonen muss. Allerdings ist die Situation jetzt nun einmal so wie sie ist und Sebastian muss das beste daraus machen.

1. Freies Training in Spa-Franchorcamps

Trulli gewinnt Auftakt - 'Fisico' Regenmeister

Trulli gewinnt Auftakt - 'Fisico' Regenmeister
Regen und Nebel haben den Auftakt zum Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps mächtig durcheinandergewirbelt. Am Ende standen die Piloten ganz vorne, die gleich zu Beginn des 1. Freien Trainings auf der berüchtigte 7,004 Kilometer lange Ardennen-Achterbahn auf Zeitenjagd gegangen waren. Die erste Bestzeit des Wocheendes sicherte sich somit Toyota-Pilot Jarno Trulli. In 1:49:675 Minuten verwies der Italiener WM-Leader Jenson Button im Brawn GP (+0,608 Sekunden) und Renault-Pilot Fernando Alonso (+0,693) auf die Plätze.

Als nach knapp einer halben Stunden heftiger Regen einsetzte, herrschte plötzlich Land unter. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch kein einziger deutscher Fahrer eine schnelle Runden gefahren. Auf regennasser Piste kam Nico Rosberg als bester Deutscher dann nur noch auf den 12. Platz. Mit einer Zeit von 2:04,505 Minuten war der Williams-Pilot aber immerhin Zweitschnellster im Nassen hinter "Regen-Meister" Giancarlo Fisichella (2:03,972) im Force India.

Vettel schont seinen Motor

Die anderen Fahrer aus der schwarz-rot-goldenen Armada sortierten sich mit Verspätung weiter hinten im Feld ein: Nick Heidfeld landete im BMW auf Platz 14, Adrian Sutil belegte im zweiten Force India Rang 16 und Timo Glock wurde im zweiten Toyota 18. Die deutsche WM-Hoffnung Sebastian Vettel schonte seinen Motor, absolvierte mit seinem Red Bull Racing lediglich eine Set-up-Runde und verzichtete darauf eine gezeitete Runden zu fahren. Der WM-Vierte hatte bereits am Donnerstag angekündigt, dass er im Training weniger fahren wolle, weil ihm nach zwei Motorschäden am vergangenen Wochenende in Valencia bis zum Saisonende nur noch zwei Aggregate zu Verfügung stehen.

Ebenfalls ohne Zeit blieb der Valencia-Zweite Lewis Hamilton. Während sein McLaren-Mercedes-Teamkollege Heikki Kovalainen (+ 3,708) sich auf noch trockener Strecke Position 8 sicherte, musste Hamilton dabei zusehen, wie seine Mechaniker hektisch am Heck seines Silberpfeils herumschraubten. Valencia-Sieger Rubens Barrichello gelang dagegen noch eine schnelle Runde im Trockenen, die den Brawn-GP-Mann mit einer Zeit von 1:52,321 Minuten Platz 6 vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen einbrachte.

Luca Badoer, der an diesem Wochenende erneut den verletzten Ferrari-Stammfahrer Felipe Massa vertritt, fuhr die zehntschnellste Runde und war damit Letzter des "Trocken-Klassements".

Mein Kommentar:

Regen macht die Formel 1 immer spannend. Ob es auch am Sonntag regnet?

Donnerstag, 27. August 2009

Vettel freut sich: Spa liegt uns

Vettel freut sich: Spa liegt uns

Vettel freut sich: Spa liegt uns
Sebastian Vettel hat das Vertrauen in die eigene Stärke wiedergefunden: Sebastian Vettel will in Spa seinen Erfolgsweg mit Red Bull konsequent fortsetzen, um nicht erst in den kommenden zwei Jahren die Früchte seiner Arbeit zu ernten. "Ich glaube an mich und an uns als Team. Wir haben nur ein Ziel", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei RTL und sport.de).

Trotz des Ausfalls in Valencia, dem zweiten in Folge, und 25 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button (47:72) kommt es für Vettel nicht infrage, den WM-Kampf aufzugeben. "Nein, niemals, auch wenn es schwieriger wird", meinte der 22-Jährige, der sich selbst nichts vorzuwerfen hatte. "Es wäre schlimmer, wenn ich das Auto in die Wand geklatscht hätte", sagte Vettel, der daher nicht lange Frust schob.

Eine Erklärung, warum die Motorschäden - insgesamt schon sechs bei insgesamt nur acht erlaubten Triebwerken - gehäuft bei ihm auftreten, haben unterdessen weder das Team noch Vettel. "Vielleicht gebe ich zuviel Gas", sagte der Hesse mit einer Portion Galgenhumor. Zwar bestehe die Möglichkeit, im Saisonendspurt bereits verwendete Renault-Triebwerke einzusetzen, "aber es hilft definitiv nicht", sagte der Red-Bull-Pilot: "Genauso nur noch zwei neue Motoren zur Verfügung zu haben. Wir müssen jetzt genau auf uns und die Motoren schauen."

Vettel lässt es im Training langsam angehen

Als Reaktion auf die Motoren-Knappheit wird Vettel ab sofort freitags im Freien Training deutlich weniger fahren. "Das Letzte, was ich will, ist eine Strafe. Natürlich ist das kein Vorteil, aber es ist besser, mal einen Kaffee zu trinken, als zehn Startplätze zu verlieren", verriet er auf der offiziellen Pressekonferenz.

Angesichts der Tatsache, dass Button erneut schwächelte und nur zwei Punkte holte, ärgerte er sich dennoch darüber, in Valencia "eine mögliche Chance nicht wahrgenommen zu haben. Wir wollen es beim nächsten Mal besser machen, also am Sonntag." In Spa, auf einer Strecke, auf die sich Vettel fast wie ein kleiner Junge freut.

"Die Strecke ist eine der Besten überhaupt. Es macht unheimlich viel Spaß und ich freue mich. Außerdem glaube ich, dass der Kurs in Spa mit seinen schnellen Kurven unserem Auto besser liegt als beispielsweise die Strecke in Valencia", meinte er. Da wünscht er sich noch nicht einmal das typische belgische Regenwetter: "Das Wetter kann sein, wie es will, denn das Auto ist gut."

Und sollte es trotz allem am Ende der Saison nicht zum Titel reichen, will Vettel nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2011 im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen. "Red Bull ist siegfähig, das haben wir in diesem Jahr schon bewiesen. Es läuft in die richtige Richtung, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch vieles erreichen können", sagte er.

Auch Vettels früherer Förderer Gerhard Berger ist davon überzeugt, dass Vettel mit der Entscheidung für Red Bull und vorerst gegen Top-Teams wie Ferrari oder McLaren-Mercedes auf das richtige Pferd gesetzt hat. "Er fühlt sich in der Red-Bull-Familie wohl. Adrian Newey bleibt, Vettel hat das momentan schnellste Auto, das nur noch standfest werden muss. Das sind sehr gute Voraussetzungen für die Zukunft", sagte Berger. "Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass diese Verlängerung die geschickteste Lösung war." Zumal Vettel auch schon angedeutet hat, nach Ablauf des Vertrages "noch lange keine grauen Haare" zu haben.

Generell hält Berger Vettel für eine "Persönlichkeit und einen tollen Kerl": "Ich mag den Burschen einfach. Neben seinen tollen Leistungen und seinem großen Potenzial ist sein Auftreten einfach wohltuend", sagte der Österreicher, der am Donnerstag (27.08.) 50 Jahre alt wurde und Vettels weiteren Werdegang noch genau verfolgt: "Wenn man erfolgreich sein will, braucht man solche Leute."

Mein Kommentar:

Super, dass sich Sebastian so kämpferisch gibt. Zumal ja nun wirklich noch nichts verloren ist. Noch ist Jenson Button nicht Weltmeister. Jenson hat in den letzten Rennen immer nur ein paar "Pünktchen", das kommt Sebastian Vettel zugute. Es dürfen nur keine weiteren Ausfälle von ihm dazukommen. Das Punktesystem "bestraft" immer denjenigen, der keine Punkte holt.