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Donnerstag, 12. März 2009

Interview mit Garefrekes und Behringer

Vom Algarve Cup zum Spitzenspiel: Garefrekes trifft Behringer

Kerstin Garefrekes (l.) und Melanie Behringer  © Harder
Kerstin Garefrekes (l.) und Melanie Behringer

Knapp zwei Wochen trainierten und spielten Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer mit der Frauen-Nationalmannschaft Seite an Seite während des Algarve Cups. Die beiden Mittelfeldspielerinnen, die im Team von Silvia Neid auf der rechten, beziehungsweise linken Seite gesetzt sind, gelten als laufstark, torgefährlich und zuverlässig.

Am Sonntag (ab 11 Uhr, Stadion am Brentanobad) stehen sich die beiden im Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga gegenüber. Wenn der 1. FFC Frankfurt gegen Tabellenführer Bayern München antritt, sind Kerstin Garefrekes (Frankfurt) und Melanie Behringer (München) wieder Gegnerinnen.

Im exklusiven DFB.de-Doppelinterview mit Redakteurin Annette Seitz erzählen die 103-malige Nationalspielerin Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer, die 46 Länderspiele absolviert hat, wie sie in das Spitzenspiel gehen, was sie an der jeweils anderen schätzen und wie sie die Chancen ihrer Mannschaft im Kampf um die Meisterschaft beurteilen.

Frage: Sie waren nun fast zwei Wochen gemeinsam mit der Frauen-Nationalmannschaft beim Algarve Cup. Wie schwer fällt das Umschalten auf die Bundesliga?

Kerstin Garefrekes: Wir erleben die Situation ja öfter, dass wir unter der Woche bei der Nationalmannschaft sind. Natürlich war das in Portugal eine relativ lange Zeit. Aber dennoch denke ich, dass das nicht entscheidend sein wird für das Spiel am Sonntag.

Melanie Behringer: Das denke ich auch. Die größte Umstellung wird für uns wohl das Wetter sein. In Deutschland ist es ja derzeit wesentlich kälter als in Portugal.

Frage: Der FC Bayern München führt die Tabelle mit 32 Punkten an. Der 1. FFC Frankfurt liegt derzeit mit vier Zählern Rückstand auf Rang drei. Was bedeutet das für das Spitzenspiel?

Garefrekes: Eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft, wie vielleicht viele meinen, ist dieses Spiel bestimmt nicht. Der Saisonverlauf zeigt, dass die Bundesliga ausgeglichener geworden ist und bis zum letzten Spieltag noch viel passieren kann. Natürlich ist das ein sehr wichtiges Spiel, und es wäre für uns optimal, drei Punkte in Frankfurt zu behalten.

Behringer: Wir wären sicher schon mit einem Punkt zufrieden. Wir spielen auswärts beim 1. FFC Frankfurt - das war immer sehr schwer.

Frage: Bayern München muss – ähnlich wie der 1. FFC Frankfurt – längere Zeit auf einige verletzte Stammspielerinnen verzichten. Wie sehr wird das denn Titelkampf beeinflussen?

Garefrekes: Wir haben ja auch einige Verletzte. Die Bayern werden mit Sicherheit elf Spielerinnen auf den Platz bringen, die alle Fußball spielen können und motiviert sein werden. Von daher ist es ganz egal, welche Namen da auflaufen. Wir müssen unser Spiel durchziehen.

Behringer: Genau das wollen wir auch versuchen. Jetzt müssen auch die Jüngeren bei uns zeigen, was sie können. Klar wird es für uns jetzt schwieriger, aber trotzdem werden wir alles geben, um in Frankfurt zumindest einen Punkt zu holen.

Frage: In der Nationalmannschaft bilden Sie im Mittelfeld eine sehr effektive Flügelzange. Wie fällt Ihre Einschätzung über die fußballerischen Qualitäten der jeweils anderen aus?

Behringer: Tja, von Kerstin weiß man ja, dass sie ohne Ende rennen kann. Und sie ist immer für ein Tor gut. Besonders, wenn sie gegen mich spielt.

Garefrekes: Wirklich?

Behringer: Ja. Als ich noch beim SC Freiburg gespielt habe, hast Du immer eins gemacht.

Kerstin Garefrekes beim Algarve Cup  © Harder
Kerstin Garefrekes beim Algarve Cup

Garefrekes: Daran kann ich mich gar nicht dran erinnern (lacht). Im Ernst: Jeder weiß, dass Mel einen starken Schuss hat, auch aus der Distanz immer ein Tor machen kann und brandgefährlich ist. Außerdem ist sie eine sehr gute Vorbereiterin.

Frage: Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Behringer: Frankfurt will auf jeden Fall eine gute Rückrunde spielen. Sie wollen unbedingt Meister werden. Das ist schließlich der letzte Titel, den sie noch holen können. Wenn wir das nicht schaffen, ist es eher nicht so dramatisch. Für uns ist es schon ein Erfolg, überhaupt da oben mitzumischen.

Garefrekes: Die Bayern haben eine sehr gute Vorrunde gespielt. Als Tabellenführer hat man auch ein gutes Selbstbewusstsein. Da wächst man schneller über sich hinaus, wenn man die eigenen Erwartungen so übertroffen hat.

Behringer: Also ich denke, es wird ein spannendes Spiel.

Garefrekes: Stimmt, das denke ich auch. Es wird spannend, ausgeglichen - und es wird viele Torraumszenen geben.

Mittwoch, 11. März 2009

Kim Kulig im Portrait

Neid: "Kim Kulig ist die Gewinnerin des Turniers"

Kim Kulig (r.) im Spiel gegen China  © Bongarts/GettyImages
Kim Kulig (r.) im Spiel gegen China

Sie ist zweifellos die Entdeckung des Algarve Cups: Kim Kulig. Die erst 18 Jahre alte Mittelfeldspielerin vom Hamburger SV sorgt beim traditionsreichen Turnier in Portugal für Furore.

Nach ihrem Debüt für die Frauen-Nationalmannschaft gegen China in Bielefeld, gelang ihr beim Algarve Cup in ihrem dritten Länderspiel, ebenfalls gegen China, ein Traumtor, und auch bei ihrem vierten Auftritt für die DFB-Auswahl gegen Schweden am Montag traf die 18-Jährige. Auch im Spiel um Platz drei in Faro gegen Dänemark (0:1) gehörte sie zur Startelf.

Ballsicherheit und technisches Vermögen

Nicht nur wegen ihrer Torgefährlichkeit kommt DFB-Trainerin Silvia Neid zu dem Schluss: "Kim Kulig ist die Gewinnerin des Turniers." Überzeugend trat die zentrale Mittelfeldspielerin bislang in allen vier Länderspielen auf, gefiel durch Ballsicherheit, technisches Vermögen und ihr mutiges Spiel nach vorne. Gerade ihr unbekümmertes Auftreten imponierte.

Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit trägt die 18-Jährige, die vor dieser Saison vom Zweitligisten VfL Sindelfingen zum Hamburger SV wechselte, mit erstaunlicher Gelassenheit. "Ich spüre keinen Druck", sagt die groß gewachsene Mittelfeldspielerin. "Es macht einfach nur riesigen Spaß, hier dabei zu sein und von Trainerin Silvia Neid das Vertrauen geschenkt zu bekommen."

"Sie ist für ihr Alter schon sehr weit"

Silvia Neid betrachtet Kim Kulig als ein großes Talent mit ausgeprägtem technischen Vermögen und taktischem Verständnis: "Sie ist zweikampfstark, hat eine sehr gute Kopfballtechnik und Dynamik und versucht immer alles direkt umzusetzen, was wir ihr an taktischen Vorgaben geben. Kim ist sehr lernwillig und für ihr Alter schon sehr weit." Die DFB-Trainerin setzt Kulig auf der zentralen Mittelfeld-Position ein - dort war sie bislang beim Algarve Cup eine feste Größe und spielte neben Linda Bresonik oder Lena Goeßling.

Diese taktisch anspruchsvolle Position liegt der spielintelligenten Kim Kulig. Gleichwohl ist sich die 18-Jährige darüber im Klaren, dass ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. "Ich weiß, dass ich noch viel lernen muss. Es ist auf jeden Fall so, dass das Tempo viel höher ist, als bei der U 20-WM." Bei der Juniorinnen-Weltmeisterschaft 2008 in Chile holte Kim Kulig die Bronzemedaille.

Kim Kulig  © Bongarts/GettyImages
Kim Kulig

Eine der jungen Wilden

Dass sie bei ihrem Debüt in der Frauen-Nationalmannschaft mit Katharina Baunach, Nicole Banecki und Bianca Schmidt, die mit ihr die U 20-WM bestritten, gemeinsam in einem Team spielt, habe die Eingewöhnung einfacher gemacht, erläutert sie: "Es hat sicher geholfen, dass wir vier uns schon von der U 20 kannten. Grundsätzlich ist es so, dass wir jungen Spielerinnen uns hier sehr wohl fühlen. Die Erfahrenen haben uns sehr gut aufgenommen und unterstützen uns. Ich denke, wir sind gut integriert im Team."

Bei aller Freude darüber, dass in Kim Kulig eine weitere Alternative für die wichtige Position im zentralen Mittelfeld heranwächst, warnt Silvia Neid vor zu hohen Erwartungen an ihre junge Spielerin: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Kim noch in einer Entwicklung ist. Es wird auch Rückschläge geben. Das ist ganz normal bei einer so jungen Spielerin." Auch Kim Kulig ist sich dessen bewusst. "Aber auch daraus werde ich lernen", bekräftigt sie.

Deutschland - Dänemark 0:1

Algarve Cup: "Kleines Finale" geht verloren

Saskia Bartusiak (l.) in Aktion  © Bongarts/GettyImages
Saskia Bartusiak (l.) in Aktion

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat beim Algarve Cup wie im Vorjahr den vierten Platz belegt. Beim Traditionsturnier in Südportugal unterlag die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid im Spiel um Platz drei 0:1 (0:1) gegen Dänemark und musste im vierten Spiel die zweite Niederlage hinnehmen.

"Der Sieg der Däninnen geht insgesamt in Ordnung. Durch den Rückstand wurden wir für unsere Spielweise bestraft. In der zweiten Halbzeit waren wir bemüht, aber die Spielerinnen wirkten sehr müde", sagte Neid nach dem Spiel.

Der Welt- und Europameister hatte vor dem "kleinen Finale" lediglich die letzte Vorrundenpartie gegen Schweden nach einer Aufholjagd 2:3 verloren und die dritte Endspielteilnahme an der Algarve um ein Tor verpasst. Zuvor waren in der Gruppe A souveräne Erfolge gegen EM-Gastgeber Finnland (2:0) und China (3:0) gelungen.

Nicole Banecki in der Startelf

Für das Aufeinandertreffen mit den Däninnen, gegen die im Vorjahr das Auftaktspiel beim Algarve Cup 0:1 verloren gegangen war, veränderte Silvia Neid ihre Startformation auf zwei Positionen. Nicole Banecki übernahm im zentralen Mittelfeld die Position von Fatmire Bajramaj, Inka Grings kam im Sturm als einzige Spitze an Stelle von Martina Müller zum Einsatz.

Algarve Cup: "Kleines Finale" geht verloren

Bei der Partie in Faro, vor deren Beginn in einer Schweigeminute den Opfern des Amoklaufs im schwäbischen Winnenden gedacht wurde, dominierten zunächst die Abwehrreihen. Beide Mannschaften kamen zu keinen klaren Chancen. Die dänische Kapitänin Katrine Pedersen prüfte mit einem direkten Freistoß Nadine Angerer, stellte die deutsche Torfrau aber vor keine Probleme (3.). Melanie Behringer setzte zehn Minuten später auf der Gegenseite einen Schuss aus spitzem Winkel deutlich am Tor vorbei (13.).

Richtig gefährlich wurde es erstmals in der 21. Spielminute, als Angerer gerade noch vor Stürmerin Merete Pedersen an den Ball kam. In einer ähnlichen Situation rettete die dänische Torhüterin Tine Cederkvist Viskär kurz darauf gegen Inka Grings (25.), die nach ihrem Infekt wieder von Anfang an dabei war.

Kopfballtor durch Rydahl-Bukh

Die bis dahin größte Gelegenheit zur Führung hatte erneut Pedersen, die frei vor Angerer zum Abschluss kam, der Schuss der Dänin landete aber genau in den Armen von Angerer (36.). Kurz vor der Pause gelang den Skandinavierinnen allerdings doch die Führung. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von der linken Seite bediente Cathrine Paaske Sörensen per Kopf Julie Rydahl-Bukh, die im Fünf-Meter-Raum unbedrängt an den Ball kam und vollstreckte (42.).

Babett Peter (r.) setzt sich durch  © Bongarts/GettyImages
Babett Peter (r.) setzt sich durch

Im zweiten Durchgang verstärkte die DFB-Auswahl den Druck auf das gegnerische Tor, klare Chancen sprangen dabei aber nicht heraus. Kerstin Garefrekes, mit drei Treffern erfolgreichste deutsche Torschützin des Turniers, setzte einen Schuss aus knapp 15 Metern über das Tor (47.). Grings verpasste ein Zuspiel von Behringer im Strafraum nur knapp (51.), Navina Omilade verfehlte den Ball nach dem anschließenden Eckstoß um wenige Zentimeter (52.). Auch Linda Bresonik hatte bei zwei Versuchen keinen Erfolg (56./75.).

In der Schlussviertelstunde bemühte sich die deutsche Mannschaft weiter um den Torerfolg und ein mögliches Elfmeterschießen, konnte aber wie gegen die Schwedinnen den Ausgleich nicht mehr erzielen. Abwehrspielerin Sonja Fuss vergab in der Nachspielzeit die letzte Chance (90.).

Schweden siegt im Finale gegen die USA

Den Titel holte sich Schweden zum vierten Mal. Der Vizeweltmeister von 2003 setzte sich im Finale des Turniers 4:3 im Elfmeterschießen gegen Olympiasieger und Titelverteidiger USA durch. Nach der regulären Spielzeit stand es 1:1.

Lotta Schelin (16.) erzielte in dem von der deutschen Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (Hannover) geleiteten Endspiel den Treffer für die Skandinavierinnen, die sich in der Vorrunde gegen Welt- und Europameister Deutschland durchgesetzt hatten. Shannon Boxx (90.) traf zum Ausgleich für die USA.

Die deutsche Auswahl hat den Algarve Cup im Jahr 2006 zum bislang einzigen Mal gewonnen. Mit 4:3 setzte sich das DFB-Team damals im Elfmeterschießen gegen die USA durch und nahm Revanche für die Finalniederlage beim Traditionsturnier ein Jahr zuvor (1:0).

In der Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Finnland (23. August bis 10. September) absolviert die deutsche Frauen-Nationalmannschaft am 22. April das nächste Länderspiel: Dann kommt es ab 18.15 Uhr in Frankfurt am Main zur Neuauflage des WM-Finales gegen Brasilien.

Dienstag, 10. März 2009

Silvia Neid im Interview

Silvia Neid: "Niederlage nicht überbewerten"

DFB-Trainerin Silvia Neid  ©  Bongarts/GettyImages
DFB-Trainerin Silvia Neid

Die Frauen-Nationalmannschaft hat zwar das Finale beim Algarve Cup nach dem 2:3 gegen Schweden verpasst. Angesichts der Steigerung ihres Teams in der zweiten Halbzeit fällt das Fazit von Silvia Neid dennoch versöhnlich aus.

Im DFB.de-Exklusivinterview mit Redakteurin Annette Seitz benennt die Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft die Fehler der ersten Halbzeit, und erklärt, warum die Niederlage nicht als Rückschlag zu sehen ist. Zugleich gibt sie eine Einschätzung zu den Chancen der DFB-Auswahl im kleinen Finale am Mittwoch (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) gegen Dänemark.

Frage: Ihre Mannschaft hat mit 2:3 gegen Schweden verloren. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Silvia Neid: Wir hatten am Anfang mehr Spielanteile. Durch das 1:0 der Schwedinnen wurden wir dann allerdings verunsichert. Und der Gegner hat diese Verunsicherung konsequent ausgenutzt.

Frage: Wie erklären Sie sich, dass drei Tore in zehn Minuten fallen konnten?

Neid: Wir hatten sehr große Lücken im Mittelfeld. Dadurch kam Schweden ins Spiel. Vor allem das zentrale Mittelfeld hat mir heute nicht gefallen. Unser Ziel ist es immer, kompakt im Zentrum zu stehen und dabei schnell umzuschalten. Das ist gegen Schweden in der ersten Halbzeit nicht gelungen. Das führte dann dazu, dass es vorne oft keine Anspielstation gab. Zudem war unsere Innenverteidigung in der einen und anderen Situation schläfrig.

Frage: In der zweiten Halbzeit lief es dann besser.

Neid: Ja, wir haben eine tolle Moral gezeigt. Schade, dass uns das Anschlusstor nicht früher gelungen ist. Dann wäre vielleicht auch noch ein Unentschieden drin gewesen.

Frage: Bewerten Sie diese Niederlage jetzt als Rückschlag?

Neid: Nein. Damit kann ich sehr gut leben. Ich bin froh, dass wir gezeigt bekommen haben, wo es noch hapert. Aber ich bin nicht unzufrieden. Denn ich habe Spielerinnen gesehen, die mit Herz und Leidenschaft aufgetreten sind. Und mit solchen Spielerinnen arbeite ich sehr gerne. Man darf jetzt nicht den Fehler machen und diese Niederlage überbewerten. Insgesamt ist es so, dass meine Spielerinnen hier beim Algarve Cup sehr viel mitgenommen haben und viel lernen konnten. Ich habe auf jeden Fall jetzt mehr Alternativen.

Frage: Am Mittwoch treffen Sie im Spiel um Platz drei auf Dänemark. Wie schätzen Sie die Skandinavierinnen ein?

Neid: Dänemark ist ein unangenehmer Gegner. Sie sind sehr lauf-, spiel- und zweikampfstark. Das wird erneut ein schweres Spiel für uns. Aber genau das wollen wir ja: Wir brauchen starke Gegner, damit wir erneut dazulernen können.

Bericht über Inka Grings

Inka Grings: "Ich fühle mich wohl im Team"

Inka Grings im Testspiel gegen China  © Bongarts/GettyImages
Inka Grings im Testspiel gegen China

Willensstärke ist eine herausragende Eigenschaft von Inka Grings. Unbedingt wollte die Angreiferin beim dritten Spiel der Frauen-Nationalmannschaft im Rahmen des Algarve Cups gegen Schweden am Montag dabei sein. Obwohl die Stürmerin von einem grippalen Infekt gehandicapt war, die vergangenen Trainingseinheiten aussetzen musste und ein Einsatz der erfahrensten Spielerin der DFB-Auswahl deshalb lange offen war. "Trainerin, ich will", hatte Inka Grings noch am Vortag des Spiels zu Silvia Neid gesagt.

Nach dem Aufwärmen im EM-Stadion in Faro kam dann ein eindeutiges Zeichen von Inka Grings: "Ja, es geht." Mit ihrer Einwechslung in der zweiten Halbzeit brachte sie dann Schwung ins Spiel der DFB-Auswahl. Inka Grings erzielte für ihre Mannschaft den Treffer zum 1:3 und brachte sie so wieder zurück in die Partie.

"Eine Bereicherung in jeder Hinsicht"

Es ist diese Willensstärke, gepaart mit der Fähigkeit ihre Mitspielerinnen mitzureißen, die Silvia Neid an Inka Grings schätzt. "Sie bereichert uns in jeder Hinsicht", sagt die Nationaltrainerin, die vor allem die Führungsqualitäten ihrer Stürmerin lobt. "Sie nimmt die jungen Spielerinnen an die Hand. Inka ist auf und außerhalb des Platzes wichtig für uns."

Seit ihrer Rückkehr in die Nationalmannschaft nach dreieinhalb Jahren, hat sich die gebürtige Düsseldorferin perfekt in das Team integriert. So, als sei sie nie weg gewesen. "Ich fühle mich wohl hier. Ich kenne die Situation mit den vielen jungen Spielerinnen ja auch aus Duisburg", sagt die 30-Jährige, die in ihrer Rolle als Leitfigur aufgeht. Ähnlich wie für ihren Verein FCR 2001 Duisburg, gilt Inka Grings auch in der Nationalmannschaft für die Talente als wichtige Ansprechpartnerin.

Dass die 68-malige Nationalspielerin in den vergangenen Jahren zuweilen den Blick für das Wesentliche verlor – die Geschehnisse der Vergangenheit sind für Inka Grings abgehakt. "Ich stand mir oft selbst im Weg", gibt die Bundesliga-Torschützenkönigin der vergangenen Saison zu. Hinzu kam, dass die Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von 2000 und Europameisterin von 2005 immer wieder auch Verletzungen aus der Bahn warfen. So etwa vor der WM 2003 oder den Olympischen Spielen 2004.

Inka Grings (r.) und Bundestrainerin Silvia Neid  © Bongarts/GettyImages
Inka Grings (r.) und Bundestrainerin Silvia Neid

Als Persönlichkeit weiterentwickelt

Auch die erfahrenen Spielerinnen im jungen Team von Trainerin Silvia Neid beurteilen den Reifeprozess von Inka Grings positiv. "Inka hat sich als Persönlichkeit weiterentwickelt", erläutert Torfrau Nadine Angerer. "Als Spielerin ist sie ohnehin unumstritten. Sie rackert und ackert und reißt alle mit." Diese Fähigkeit schätzt auch Silvia Neid an ihrer Stürmerin: "Sie spielt mit Leidenschaft und Herz. Sie geht weite Wege und setzt Akzente. Sie ist ein Schlitzohr. Und genau solche Spielerinnen brauche ich."

Nach dem geglückten Neuanfang will Inka Grings, die ihr erstes Länderspiel 1996 gegen Finnland bestritt, nun nicht mehr zurück sondern nur noch nach vorne schauen: "Mein großes Ziel ist ganz klar die Europameisterschaft in Finnland", bekräftigt die Stürmerin, die auch mit dem FCR 2001 Duisburg noch viel vor hat.

In der Bundesliga, dem DFB-Pokal und dem UEFA-Cup der Frauen hat das Team von Trainerin Martina Voss noch Chancen auf den Titel. Zunächst jedoch will Inka Grings am Mittwoch dazu beitragen, mit einem Sieg gegen Dänemark den dritten Platz beim Algarve Cup zu erreichen.

Montag, 9. März 2009

Schweden - Deutschland 3:2

Algarve Cup: Fürs Endspiel fehlt ein Tor

Kim Kulig (r.) traf erneut für das DFB-Team  © Bongarts/GettyImages
Kim Kulig (r.) traf erneut für das DFB-Team

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat den dritten Finaleinzug beim Algarve Cup nach toller Aufholjagd um ein Tor verpasst und spielt beim Traditionsturnier in Portugal wie im Vorjahr um Platz drei.

Im letzten Vorrundenspiel unterlag der Welt- und Europameister 2:3 (0:3) gegen Schweden und trifft als Zweiter der Gruppe A am Mittwoch (ab 14.15 Uhr MEZ, live im ZDF) Dänemark. Den Titel machen Schweden und Olympiasieger USA, der das Ticket für das Endspiel als vorzeitiger Sieger der Gruppe B gelöst hatte, unter sich aus.

Grings zunächst nur auf der Bank

Für die Partie gegen die Skandinavierinnen, in der ein Unentschieden zum Sprung ins Endspiel gereicht hätte, baute DFB-Trainein Silvia Neid ihre Anfangsformation im Vergleich zum China-Spiel auf vier Positionen um. Sonja Fuss agierte auf der rechten Seite der Viererkette, Linda Bresonik kehrte im defensiven Mittelfeld nach überstandener Zerrung zurück. Fatmire Bajramaj ersetzte hinter den Spitzen Anja Mittag, im Sturm spielte Martina Müller für Inka Grings, die unter einem Infekt leidet.

Nach den souveränen Erfolgen gegen EM-Gastgeber Finnland (2:0) und China (3:0) zeigten die Schwedinnen im Estadio Algarve frühzeitig, dass sie deutlich gefährlicher als die anderen Gruppengegner sind. Schon in der vierten Minute tauchte Lotta Schelin frei vor Nadine Angerer auf, traf den Ball aber nicht. Auf der Gegenseite unterlief Martina Müller in ähnlich aussichtsreicher Position das gleiche Missgeschick (5.).

Aufholjagd wird nicht belohnt

Kurz darauf fasste sich Melanie Behringer ein Herz und versuchte es mit einem Fernschuss aus halblinker Position. Die schwedische Torfrau Hedvig Lindahl konnte gerade noch zur Ecke klären (7.). Nachdem die schwedische Angreiferin Victoria Svensson (15.) mit einem Kopfball und Melanie Behringer (16.) mit einem Schuss aus spitzem Winkel das Tor nur knapp verfehlt hatten (15.), neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst und ließen keine weiteren Torchancen zu.

Entsprechend überraschend fiel die Führung für die Skandinavierinnen. Nilla Fischer (28.) wurde von Kapitänin Svensson mit einem Querpass im Sechzehn-Meter-Raum bedient und überwand Angerer aus wenigen Metern ohne Probleme. Für die deutsche Torfrau war es der erste Gegentreffer im Turnierverlauf.

Doppelpack von Schelin

Noch vor der Pause musste Angerer allerdings zwei weitere Male hinter sich greifen. Schelin (36./38.) sorgte mit einem Doppelschlag für die 3:0-Pausenführung des immer stärker werdenden Vize-Weltmeisters von 2003. Bei beiden Gegentoren kam die Stürmerin von Olympique Lyon nach langen Bällen frei vor dem deutschen Tor zum Abschluss. In der Schlussphase der ersten Hälfte hatte Schelin zwei weitere gute Einschussmöglichkeiten (40./45.) für Schweden, das sich in Portugal für die Viertelfinalniederlage bei den Olympischen Spielen in Peking revanchierte.

Die deutsche Mannschaft kam nach der Pause gut aus der Kabine. Anja Mittag, die für Martina Müller eingewechselt worden war, bediente Behringer, die den Ball dicht vor dem Tor nur knapp verfehlte (46.). Ein Schuss von Nachwuchshoffnung Kim Kulig, die im bisherigen Turnierverlauf überzeugt und gegen China getroffen hatte, war wenig später kein Problem für die schwedische Torfrau Lindahl (52.).

Hoffnung durch Grings und Kulig

In der Folge verwalteten die Schwedinnen ihre Führung, die DFB-Auswahl kam nur noch selten zu Gelegenheiten. Ein Kopfball von Kulig (66.) stellte Lindahl vor keine Probleme. Nachdem Angerer auf der anderen Seite gerade noch gegen Caroline Seger klären konnte (73.), sorgte Inka Grings aber doch noch für ein wenig Hoffnung. Neun Minuten nach ihrer Einwechslung markierte die Duisburgerin das 1:3 (77.).

Richtig spannend wurde es dann noch einmal in der Schlussphase. Mit einer Bogenlampe aus knapp 30 Metern traf Kulig (81.) zum Anschlusstreffer, Lindahl sah beim Gegentreffer nicht gut aus. Zu mehr reichte es am Ende aber nicht mehr, die Aufholjagd der Deutschen wurde nicht belohnt. Zum Ende der Nachspielzeit setzte Behringer (90.) bei der letzten Großchance zum Ausgleich den Ball über das Tor.

"Da sind wir überrumpelt worden"

Silvia Neid war nach der Begegnung nicht unzufrieden: "Die Schweden hatten heute zehn starke Minuten und wir zehn schwache, da sind wir überrumpelt worden. Aber die Mannschaft hat anschließend Moral gezeigt. Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie viel aggressiver sein muss. Dann hat man ja gesehen, dass die Schweden noch einmal ins Schwimmen kamen. Hätten wir früher das 1:3 erzielt, hätten wir sicher nicht verloren. Daraus muss man einfach lernen, gegen so schnelle Stürmer muss man aufmerksam sein."

Melanie Behringer (r.) vergab die letzte Chance  © Bongarts/GettyImages
Melanie Behringer (r.) vergab die letzte Chance

Nach vorne blickte bereits Torschützin Kulig: "Es ist immer immer schön gegen Schweden zu spielen, das ist eine sehr starke Mannschaft. Schade, dass wir so deutlich in Rückstand geraten sind, danach haben wir alles versucht, aber es hat nicht mehr gereicht. Wir müssen nach vorne schauen und sehen, dass wir das nächste Spiel gewinnen."

Die deutsche Auswahl hat den Algarve Cup im Jahr 2006 zum bislang einzigen Mal gewonnen. Mit 4:3 setzte sich das DFB-Team damals im Elfmeterschießen gegen die USA durch. 2006 gab es bei der zweiten Finalteilnahme ein 0:1 gegen den Rekordsieger.

In der Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Finnland (23. August bis 10. September) absolviert die deutsche Frauen-Nationalmannschaft nach dem Algarve Cup noch ein Länderspiel. Am 22. April kommt es ab 18.15 Uhr in Frankfurt am Main zur Neuauflage des WM-Finales gegen Brasilien.

http://tv.dfb.de/index.php?view=985

Freitag, 6. März 2009

Deutschland - China 3:0

DFB-Frauen nach 3:0 gegen China vor Finaleinzug

Kim Kulig (r.) erzielte das 2:0  © Bongarts/GettyImages
Kim Kulig (r.) erzielte das 2:0

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat einen großen Schritt in Richtung Finaleinzug beim Algarve Cup 2009 in Portugal gemacht. Die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid siegte durch Tore von Kerstin Garefrekes (2) und Kim Kulig mit 3:0 (1:0) in souveräner Manier gegen China. Im abschließenden Gruppenspiel am Montag (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) wird im Estádio Algarve in Faro zwischen der DFB-Auswahl und Schweden, die ihr Gruppenspiel gegen Finnland mit 1:0 gewonnen haben, der Finalteilnehmer ermittelt.

"Es läuft erstaunlich gut mit dieser jungen Mannschaft. Wir müssen gegen einen solchen Gegner aber noch mehr Tore machen", zeigte sich Garefrekes nach dem Spiel selbstkritisch. Bundestrainerin Silvia Neid hatte ein Sonderlob für Torschützin Kulig parat: "Sie hat eine gute Kopfball-Technik, gute Dynamik und ist lernwillig."

Die deutsche Mannschaft begann wie im Test vor neun Tagen gegen den selben Gegner engagiert und offensiv. Schon nach 20 Sekunden ging die Duisburgerin Inka Grings, die als einzige Spitze vor drei offensiven Mittelfeldspielerinnen auflief, nach einem Zweikampf im Strafraum zu Boden. Der Elfmeterpfiff blieb aus. Die erste ernsthafte Tormöglichkeit für den Welt- und Europameister hatte Kerstin Garefrekes vom 1. FFC Frankfurt, deren Kopfball in der fünften Minute über das Tor flog.

Die deutschen Damen attackierten früh und waren das spielbestimmende Team, im Abschluss fehlte jedoch die nötige Präzision. Nach einem Ballverlust der Chinesinnen konnte Garefrekes die Flanke von Anja Mittag aus spitzem Winkel nicht im Tor unterbringen (12.). Grings köpfte nach einer schönen Ballstafette über Melanie Behringer und Babett Peter knapp über das Gehäuse (21).

Garefrekes und Kulig wirbelten Abwehr durcheinander

Die Asiatinnen benötigten eine halbe Stunde, um erstmals halbwegs gefährlich vor Nadine Angerer aufzutauchen. Die deutschen Torfrau vom 1. FFC Frankfurt hatte mit dem Flachschuss von Zhang aus 16 Metern aber keine Probleme. Danach musste die DFB-Auswahl dem hohen Tempo der ersten halben Stunde Tribut zollen, das Spiel verflachte bis zur Pause zusehends. Dennoch gelang noch vor dem Seitenwechsel der Führungstreffer. Nach einer Ecke köpfte Grings den Ball zunächst an den Pfosten, Garefrekes stand goldrichtig und drückte den Abpraller über die Linie (37.).

Saskia Bartusiak (r.) im Duell mit der Chinesin Xu Yuan
Saskia Bartusiak (r.) im Duell mit der Chinesin Xu Yuan

Die deutsche Mannschaft kam mit frischen Schwung aus der Kabine. Nach einer Flanke von Behringer ließ die chinesische Torfrau Zhang Yanru den Ball aus den Händen rutschen, Torjägerin Grings setzte den Ball aus kurzer Distanz neben das Gehäuse. Wenig später sorgte Kulig mit einer schönen Einzelaktion für das 2:0. Aus 22 Metern schoss die erst 18 Jahre alte Hamburgerin den Ball in den Winkel (58.).

Kulig war es auch, die mit ihrem Pass die Entscheidung einleitete. Garefrekes tauchte allein vor Yanru auf und ließ der Chinesin mit einem Lupfer keine Abwehrchance (67.). Danach brachten die DFB-Frauen das Ergebnis gegen zehn Chinesinnen, Yuan Fan hatte in der 75. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen, locker über die Zeit. In der 88. Minute verpasste Saskia Bartusiak frei vor Yanrun ein noch deutlicheres Ergebnis.

USA wartet im Endspiel

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft würde bei einem Einzug ins Finale am kommenden Mittwoch (14.15 Uhr) in Faro auf Olympiasieger USA treffen. Die USA, die wie die deutsche Auswahl bisher zwei Weltmeisterschafts-Titel gewinnen konnte, hat durch ein 1:0 (0:0) gegen Island bereits nach dem zweiten Spieltag der Vorrunde das Finale erreicht.

Deutschland und die USA standen sich bereits in den Jahren 2005 und 2006 im Finale des Algarve Cups gegenüber. Dabei setzten sich 2005 die US-Amerikanerinnen durch (1:0), 2006 behielt das deutsche Team im Elfmeterschießen die Oberhand.

Bei der diesjährigen Auflage des Algarve Cups spielen die Sieger der Gruppen A und B um den Sieg. Platz drei machen die zweitplatzierten Mannschaften dieser Gruppen unter sich aus, Rang fünf die drittplatzierten.

http://tv.dfb.de/index.php?view=982

Donnerstag, 5. März 2009

Katharina Baunach im Portrait

Katharina Baunach: Energiebündel will sich durchsetzen

Katharina Baunach  © Bongarts/GettyImages
Katharina Baunach

Katharina Baunach war der Stolz deutlich anzusehen. Im Auftaktspiel der DFB-Auswahl beim Algarve Cup in Portugal gegen Finnland (2:0) feierte die Verteidigerin vom FC Bayern München am Mittwoch ihr Länderspiel-Debüt. Welche Bedeutung dieser erste Einsatz in der Frauen-Nationalmannschaft für die 20-Jährige hatte, machte sie hinterher deutlich: "Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen."

Für Babett Peter in der 76. Minute eingewechselt, übernahm die gebürtige Würzburgerin – die schon im Kader für das erste Länderspiel des Jahres gegen China in Bielefeld stand - sofort Verantwortung und führte die Eckstöße von der linken Seite aus. So, wie es mit Silvia Neid zuvor abgesprochen war. Schließlich hatte die DFB-Trainerin schon im Vorfeld angesichts der vielen verletzungsbedingten Ausfälle arrivierter Spielerinnen gesagt, dass "die Jungen nun in die Bresche springen müssen und Verantwortung übernehmen sollen."

Zwar blieb Katharina Baunach im Spiel gegen Finnland nicht viel Zeit zu zeigen, was in ihr steckt. Das nur 1,60 Meter große Energiebündel ist nun aber erstmal glücklich, dass der Bann gebrochen ist. "Ich bin froh, endlich meinen ersten Länderspiel-Einsatz hinter mir zu haben", sagt sie.

Unverzichtbar beim Titelkandidaten FC Bayern

Konsequent will Katharina Baunach nun daran arbeiten, sich in der Frauen-Nationalmannschaft zu etablieren. "Denn das war schon lange mein Ziel", erzählt sie. Mit fünf Jahren begann sie ihre Laufbahn beim Post SV Sieboldshöhe Würzburg, spielte zunächst bei den Jungs, wechselte dann zum mittelfränkischen SV Weinberg in die Mädchenmannschaft und wurde dort auch schnell bei den Frauen in der Bayernliga eingesetzt.

2006 schloss sie sich dann dem Bundesligisten Bayern München an. Dort avancierte sie schnell zur Stammspielerin, ist mittlerweile auf der linken Abwehrseite unverzichtbar beim Meisterschaftskandidaten.

Katharina Baunach  © Bongarts/GettyImages
Katharina Baunach

"Genau das, was ich mir immer erhofft hatte"

Obwohl Katharina Baunach zum Stamm der U 20-Nationalmannschaft zählte, die bei der WM in Chile die Bronzemedaille holte, kam für sie die Berufung in die Frauen-Nationalmannschaft überraschend: "Meine erste Reaktion war: Wow, das ist genau das, was ich mir all die Jahre erhofft habe."

Im Kreise der Frauen-Nationalmannschaft fühlt sie sich wohl, Berührungsängste sind ihr fremd, auch wenn zu Anfang ein leichtes Kribbeln in der Bauchgegend zu spüren war. "Die Leute sind alle supernett hier. Aber es ist für mich schon etwas Besonderes und eine Ehre mit den etablierten Nationalspielerinnen zusammen zu arbeiten."

Baunachs Stärken: "Spielintelligenz und Passspiel"

Silvia Neid sieht die Stärken von Katharina Baunach in "ihrer Spielintelligenz und dem sehr guten Passspiel. Sie kann ein Spiel gut von hinten öffnen. Man muss jetzt abwarten, ob sie gegen starke Gegner bestehen kann."

Schon am Freitag (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) trifft die DFB-Auswahl auf einen derart starken Gegner: In Albufeira erwartet die DFB-Auswahl zum zweiten Gruppenspiel um den Algarve Cup nämlich China. Im ersten Länderspiel des Jahres am 25. Februar in Bielefeld, erreichte das Team von Trainerin Silvia Neid gegen China ein 1:1.

Ob Katharina Baunach dieses Mal gegen die Asiatinnen auflaufen darf, steht noch nicht fest. "Aber ich werde im Training alles geben, um mich anzubieten", verspricht die 20-Jährige.

Mittwoch, 4. März 2009

Bericht über Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes 16. Mitglied im "Klub der Hunderter"

Kerstin Garefrekes  © Bongarts/GettyImages
Kerstin Garefrekes

Sie hat zweimal die Weltmeisterschaft, zweimal Bronze bei Olympischen Spielen, zweimal den UEFA-Cup sowie einmal die Europameisterschaft gewonnen - und seit heute ist Nationalspielerin Kerstin Garefrekes das 16. Mitglied im "Klub der Hunderter".

Die torgefährliche Mittelfeldspielerin vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt absolvierte schon zum Auftakt des Algarve Cups in Portugal (4. bis 11. März) gegen EM-Gastgeber Finnland (2:0) ihr 100. Länderspiel im Dress des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und krönte ihr Jubiläum sogar mit dem Tor zum 2:0. Über 100 Partien für die deutsche Auswahl haben bisher nur 15 Frauen, darunter DFB-Trainerin Silvia Neid (111) und Rekordspielerin Birgit Prinz (188), absolviert.

EM-Vorbereitung im Fokus

Doch trotz der neu erlangten Mitgliedschaft in dem exklusiven Klub denkt Garefrekes, die am 17. November 2001 ihr Debüt im deutschen Trikot feierte, viel mehr an die Vorbereitung auf die EM (23. August bis 10. September).

"Wichtig ist, dass wir beim Algarve Cup auf starke Mannschaften treffen. Wir spielen in der Gruppe gegen Finnland, China und Schweden. Nur durch starke Gegner kann man lernen und sich weiterentwickeln", sagte die 29-Jährige: "Und das ist auch genau das, was wir brauchen, um bei der EM erfolgreich zu sein."

Obwohl das deutsche Team zuletzt viermal in Folge bei den kontinentalen Titelkämpfen triumphieren konnte und mit insgesamt sechs EM-Siegen unangefochten an der Spitze der Rekordlisten steht, ist die erfolgreiche Titelverteidigung nach Ansicht von Garefrekes keineswegs vorprogrammiert.

"Ich warne davor zu sagen: Wir haben die letzte EM gewonnen und dann wird auch diese EM zu einem Selbstläufer. Ich habe den Eindruck, die Schwere der Aufgabe wird in der Öffentlichkeit ein bisschen unterschätzt", meinte die in Ibbenbüren geborene Garefrekes, die mannschaftsintern nur "KG" genannt wird: "Wir werden bei der EM schon in der Vorrunde auf starke Gegner treffen, nämlich Norwegen, Frankreich und Island. Das bedeutet, dass wir vom ersten Spiel an 100 Prozent unseres Leistungsvermögens abrufen müssen."

Meisterschaft noch nicht abgeschrieben

Kerstin Garefrekes (l.) im Trikot des FFC Frankfurt  © Harder
Kerstin Garefrekes (l.) im Trikot des FFC Frankfurt

Die Europameisterschaft ist für die dreimalige deutsche Meisterin, die in der ewigen Torschützenliste des Nationalteams mit 33 Treffern derzeit auf dem achten Platz liegt, aber nicht das einzige Ziel in diesem Jahr. Auch mit ihrem Klub will Garefrekes, die 2004 als Bundesliga-Torschützenkönig (26 Treffer) vom FFC Heike Rheine zu den Hessen wechselte, nach der verkorksten Hinrunde noch einmal angreifen.

"Wir wollen uns in der Rückrunde so präsentieren, wie es unser Anspruch ist", sagte die Public-Management-Studentin und gibt sich kämpferisch: "Wir haben den Nimbus der Unschlagbarkeit verloren. Aber aus der Verfolgerposition zu kommen, kann auch von Vorteil sein. Niemand sollte den 1. FFC Frankfurt vorzeitig abschreiben."

Bianca Schmidt im Interview

Bianca Schmidt: "Daran könnte ich mich gewöhnen"

Bianca Schmidt (l.) im Spiel gegen Finnland
Bianca Schmidt (l.) im Spiel gegen Finnland

Bianca Schmidt feierte beim Algarve Cup in Portugal einen Einstand nach Maß: Zum ersten Mal spielte die 19-Jährige in der Frauen-Nationalmannschaft über die komplette Distanz und konnte beim 2:0 (0:0) der DFB-Auswahl gegen Finnland am Mittwoch sofort überzeugen. Als rechte Außenverteidigerin gefiel die Nationalspielerin vom 1. FFC Turbine Potsdam aber nicht nur mit ihrem Defensiverhalten. Bianca Schmidt, die in Gera geboren wurde, konnte auch immer wieder durch Vorstöße in die Spitze Akzente setzen. Was nicht überrascht, schließlich begann sie ihre Laufbahn als Stürmerin, ehe ihre Qualitäten in der Defensive entdeckt wurden. In der U 19-Nationalmannschaft wurde sie im Jahr 2006 erstmals von Trainerin Maren Meinert in der Vierer-Abwehrkette eingesetzt – mit Erfolg.

Im Exklusiv-Interview mit dfb.de schildert Bianca Schmidt, die am vergangenen Mittwoch gegen China in Bielefeld ihr Länderspiel-Debüt in der Frauen-Nationalmannschaft gab, ihre Eindrücke nach dem ersten Einsatz über 90 Minuten.

Frage: Sie haben zum ersten Mal eine Partie in der Frauen-Nationalmannschaft durchgespielt. Wie sind Ihre Eindrücke?

Bianca Schmidt: Das war toll, aber auch anstrengend. Aber ganz ehrlich: Daran könnte ich mich gewöhnen.

Frage: Als Sie von Trainerin Silvia Neid erfahren haben, dass Sie von Anfang an spielen: Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

Schmidt: Natürlich war ich sehr nervös. Aber ich habe versucht, mir nichts anmerken zu lassen. Als es dann los ging wurde es mit zunehmender Spieldauer besser. Nachdem die erste Aktion gelungen war, lief es ganz gut. Ich bin jetzt einfach froh, dass ich dabei bin.

Frage: Sind Sie denn zufrieden mit Ihrer Leistung?

Schmidt: Es war ganz okay, aber ich weiß, dass noch mehr geht. Beispielsweise gab es Situationen wo ich hohe Bälle noch nicht richtig eingeschätzt habe.

Frage: Da ist die Ansprache und Unterstützung der erfahrenen Mitspielerinnen sicher wichtig, oder?

Schmidt: Ja, das auf jeden Fall. Nadine Angerer hilft mir da sehr, Linda Bresonik spricht viel und stärkt mich. Und natürlich kommt auch von der Innenverteidigung große Unterstützung.

Frage: Man hat den Eindruck, dass Sie innerhalb kürzester Zeit bestens in der Frauen-Nationalmannschaft integriert sind.

Schmidt: Das stimmt. Ich fühle mich auch sehr wohl. Alle sind hier gut drauf. Ich bin voll akzeptiert. Mir macht es großen Spaß in der Frauen-Nationalmannschaft.

Frage: Wo liegen die Unterschiede zur U 20-Nationalmannschaft?

Schmidt: Die Intensität ist größer. Hier ist alles eine Stufe höher.

Frage: Sie haben ihre Laufbahn als Stürmerin begonnen. In der damaligen U 19-Nationalmannschaft wurden Sie 2006 dann erstmals in der Vierer-Abwehrkette eingesetzt. Welche Position ist Ihnen denn lieber?

Schmidt: Beides gefällt mir gut. Jetzt will ich mich aber als Verteidigerin in der Frauen-Nationalmannschaft etablieren.

Deutschland - Finnland 2:0

Garefrekes setzt im 100. Länderspiel den Schlusspunkt

Kerstin Garefrekes (r.) kämpft um den Ball  © Bongarts/GettyImages
Kerstin Garefrekes (r.) kämpft um den Ball

Die Frauen-Nationalmannschaft ist mit einem 2:0 (0:0) gegen EM-Gastgeber Finnland in den Algarve-Cup gestartet. Im portugiesischen Albufeira trafen die eingewechselte Melanie Behringer (69.) und Kerstin Garefrekes (90.) in ihrem 100. Länderspiel für das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid.

"Das ist eine tolle Sache, wenn man im 100. Spiel ein Tor schießt. Sie ist ein guter Typ und ich bin froh, dass wir sie haben", lobte Neid die Jubilarin. "Wir haben 35 Minuten gebraucht, bis wir ins Spiel gefunden haben. Wir mussten uns ins Spiel reinbeißen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, da haben wir die richtigen Mittel nach vorne gefunden", kommentierte die DFB-Trainerin das Spiel.

Nach einem vorsichtigen Beginn beider Teams gelang es der DFB-Auswahl, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Die erste große Torchance hatte Martina Müller in der 17. Minute, als sie nach einem sehenswerten Steilpass von Fatmire „Lira“ Bajramaj frei vor der herauseilenden finnischen Torhüterin Minna Meriluoto auftauchte, diese aber nicht überwinden konnte.

Während sich bei den Finninnen Probleme im Spielaufbau offenbarten, spielten sich die Deutschen weitere Torgelegenheiten heraus. Zunächst war es Bajramaj , die nach schöner Vorarbeit von Bianca Schmidt knapp verzog (32.). Dann verfehlten Torschüsse von Kerstin Garefrekes (37.) und Bajramaj (38.) ihr Ziel nur knapp.

Algarve Cup 2009: Deutschland - Finnland

Behringer bringt Deutschland in Führung

Auch nach der Halbzeitpause war die Auswahl von Silvia Neid feldüberlegen, konnte diese Überlegenheit aber gegen die dicht gestaffelten Finninnen weiter nicht in einen Torerfolg ummünzen. Erst in der 69. Minute gelang es der eingewechselten Melanie Behringer nach Vorarbeit von Inka Grings, die finnische Torfrau mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck zu überwinden. Weitere Torchancen ließ die deutsche Auswahl zunächst ungenutzt, ehe Jubilarin Garefrekes nach einer Behringer-Flanke zum 2:0 traf.

Kim Kulig in Aktion   © Bongarts/GettyImages
Kim Kulig in Aktion

Eine ansprechende Leistung in ihrem jeweils zweiten Länderspiel-Auftritt hinterließen Kim Kulig und Bianca Schmidt. Zu ihrem Debüt kam Katharina Baunach, die eine Viertelstunde vor Schluss für Babett Peter eingewechselt wurde. Insgesamt stehen sieben Spielerinnen im Aufgebot von Neid, die 20 Jahre oder jünger sind. „Sie sind einfach alle gut ausgebildet und sehr selbstbewusst“, lobte WM-OK-Präsidentin Steffi Jones den deutschen Nachwuchs.

Die DFB-Auswahl trifft am Freitag (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) an selber Stelle auf China und am Montag (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) im Estádio Algarve in Faro auf Schweden. Das abschließende Platzierungsspiel findet am Mittwoch, 11. März, statt.


http://tv.dfb.de/index.php?view=978

Dienstag, 3. März 2009

Algarve Cup Update

"Wollen Gegner dominieren - aber auch viel ausprobieren"

DFB-TrainerinTrainerin Silvia Neid  © Bongarts/GettyImages
DFB-TrainerinTrainerin Silvia Neid

Mit dem Spiel gegen EM-Gastgeber Finnland in Albufeira startet die Frauen-Nationalmannschaft am Mittwoch (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) in den Algarve Cup. Dabei steht für DFB-Trainerin Silvia Neid vor allem der Testcharakter im Mittelpunkt des prestigereichen Turniers, das mit zwölf Mannschaften bis zum 11. März in Portugal ausgetragen wird.

„Der Algarve Cup ist für die Spielerinnen eine sehr gute Möglichkeit sich zu zeigen. Zudem haben wir hier die Zeit noch nachzuarbeiten“, erklärt die DFB-Trainerin, die zahlreiche junge Spielerinnen in den Kader berufen hat. Allein Sieben aus dem Aufgebot sind 20 Jahre oder jünger.

Dass einige arrivierte Stammkräfte verletzungsbedingt die Reise nach Portugal nicht antreten konnten, ist für Silvia Neid indes kein Grund zu klagen. „Jetzt müssen die Jungen in die Bresche springen und Verantwortung übernehmen“, sagt die Trainerin, die während des Turniers viel ausprobieren möchte. „Ich will sehen, wer das Zeug hat, sich durchzusetzen.“

Petra Wimbersky nimmt Auszeit

Angesichts der völlig neu zusammengestellten Mannschaft – allein in der Vierer-Abwehrkette fehlen in Kerstin Stegemann, Annike Krahn und Ariane Hingst aufgrund von Verletzungen drei Stammspielerinnen – warnt die DFB-Trainerin vor überzogenen Erwartungen: „Natürlich wollen wir jeden Gegner dominieren und auch jedes Spiel gewinnen. Aber wir wollen vor allem auch auf verschiedenen Positionen viel ausprobieren.“

Petra Wimbersky  © Bongarts/GettyImages
Petra Wimbersky

Obwohl Birgit Prinz erstmals nach ihrem Muskelfaserriss in der Kniekehle am vergangenen Sonntag wieder in der Bundesliga für den 1. FFC Frankfurt eingesetzt wurde, nominierte Silvia Neid die Stürmerin nicht für den Algarve Cup nach. „Birgit hat erst ein Mal vor ihrem Einsatz in der Bundesliga trainiert. Das ist für die Nationalmannschaft zu wenig. Wir wollen ihr die Zeit lassen, in Ruhe aufzubauen“, erklärt die Trainerin.

"Ich akzeptiere und respektiere die Entscheidung"

Auf die angekündigte Auszeit von Petra Wimbersky, die erklärt hatte in nächster Zeit nicht mehr für die DFB-Auswahl zur Verfügung stehen zu wollen, reagiert Silvia Neid überrascht: „Doch ich akzeptiere und respektiere die Entscheidung. Sie hat für sich entschieden den Druck raus zu nehmen. Aber, wenn sie will und die Leistung stimmt, ist eine Rückkehr natürlich möglich.“

Neben der Auftaktpartie am Mittwoch in Albufeira gegen Finnland trifft die DFB-Auswahl am Freitag (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) an selber Stelle auf China und am Montag (ab 14.15 Uhr, live im ZDF) im Estádio Algarve in Faro auf Schweden. Das abschließende Platzierungsspiel findet am Mittwoch, 11. März, statt.




Montag, 2. März 2009

Algarve Cup: Standortbestimmung in Portugal

Finnland die erste Hürde beim diesjährigen Algarve Cup   © Bongarts/GettyImages
Finnland die erste Hürde beim diesjährigen Algarve Cup

Zur Standortbestimmung auf höchstem Niveau kommt es für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ab Mittwoch beim stark besetzten Algarve Cup. In Portugal sollen frühzeitig die Weichen für ein erfolgreiches Abschneiden bei der Europameisterschaft in Finnland (23. August bis 10. September) gestellt werden.

Im ersten Spiel der Vorrundengruppe A tritt die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid am Mittwoch (14.15 Uhr, live im ZDF) gegen EM-Gastgeber Finnland an. Nach dem 1:1 zum Auftakt gegen China will der Welt- und Europameister in Albufeira den ersten Sieg des neuen Länderspieljahres landen. Im Vorjahr, als die deutsche Auswahl beim Algarve Cup Vierter wurde, gelang gegen Finnland ein 3:0-Sieg. Die Qualitäten der Skandinavierinnen fasst Silvia Neid mit „kampfstark, robust und kopfballstark“ zusammen.

Unfreiwillig muss Neid bei der 16. Auflage des traditionellen Turniers an der Algarve gleich auf vier Stammkräfte verzichten. Stürmerin Birgit Prinz (Muskelfaserriss in der Kniekehle) sowie die Defensivspielerinen Annike Krahn (Bänderriss), Ariane Hingst (Meniskusverletzung) und Kerstin Stegemann (Teilverrenkung der Kniescheibe) fehlen verletzt. Celia Okoyino da Mbabi, die am Mittwoch in Bielefeld wegen einer schweren Erkältung pausiert hatte, steht in Portugal wieder zur Verfügung.

Insgesamt nimmt Neid 20 Spielerinnen mit, darunter auch Rückkehrerin Inka Grings. Bei ihrem Comeback in der Nationalmannschaft nach über drei Jahren Pause hatte die Stürmerin vom FCR Duisburg gegen China den einzigen deutschen Treffer erzielt.

Neben erfahrenen Kräften wie Grings sind in Portugal aber auch vier Spielerinnen dabei, die im vergangenen Jahr WM-Bronze mit der U 20 gewonnen hatten. Bianca Schmidt und Kim Kulig, die am Mittwoch ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben hatten, sowie Nicole Banecki und Katharina Baunach sind mit von der Partie. Während Banecki bereits zweimal zum Einsatz kam, darf Baunach auf ihr Debüt im A-Team hoffen. „In Portugal kommen alle zum Einsatz“, versichert Silvia Neid, die das Turnier zu Testzwecken nutzen will.

Wiedersehen mit China

In der nächsten Begegnung der Vorrunde spielt der Olympiadritte von Peking am Freitag (14.15 Uhr) zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit gegen China. Erneut ist Albufeira der Austragungsort. „China ist spielstark, in der Abwehr diszipliniert und wendig", erläutert Silvia Neid. Danach geht es am Montag, 9. März, wieder ab 14.15 Uhr in Faro zum Abschluss der Vorrunde gegen Schweden. Für Silvia Neid ein weiterer starker Gegner: "Diese Mannschaft ist spielerisch stark, hat ein starkes Offensivtrio und ist zudem sehr zweikampfstark. Da ist vor allem unsere Abwehr sehr gefordert." Alle Partien werden live im ZDF ausgestrahlt.

In der Gruppe B messen sich beim Algarve Cup Olympiasieger USA, Dänemark, Norwegen sowie Island. In Gruppe C stehen sich Gastgeber Portugal, Polen, Wales und Österreich gegenüber.

DFB-Trainerin Silvia Neid
DFB-Trainerin Silvia Neid

Um den Titel, den Deutschland im Jahr 2006 zum einzigen Mal gewonnen hat, spielen am Mittwoch, 11. März, die Sieger der Gruppen A und B. Platz drei machen die zweitplatzierten Mannschaften dieser Gruppen unter sich aus, Rang fünf die drittplatzierten. Sollte die DFB-Auswahl die Gruppenphase auf Platz vier beenden, geht es im letzten Turnierspiel um Platz sieben oder neun.

Nach dem Algarve Cup steht für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ein besonderes Länderspiel auf dem Programm. In Frankfurt am Main kommt es am 22. April ab 18.15 Uhr in der Neuauflage des WM-Finales von 2007 zum Duell mit dem Olympiazweiten Brasilien.

Algarve Cup: Team und Vorrunden-Spielplan

Kader der Frauen-Nationalmannschaft für den Algarve Cup (02. bis 12. März) in Portugal

Tor:
Nadine Angerer (1. FFC Frankfurt)
Ursula Holl (SC 07 Bad Neuenahr)

Abwehr:
Saskia Bartusiak (1. FFC Frankfurt)
Katharina Baunach (FC Bayern München)
Sonja Fuss (FCR 2001 Duisburg)
Navina Omilade (VFL Wolfsburg)
Babett Peter (1. FFC Turbine Potsdam)
Bianca Schmidt (!. FFC Turbine Potsdam)

Mittelfeld:
Isabell Bachor (SC 07 Bad Neuenahr)
Melanie Behringer (FC Bayern München)
Linda Bresonik (FCR 2001 Duisburg)
Kerstin Garefrekes (1. FFC Frankfurt)
Lena Goeßling (SC 07 Bad Neuenahr)
Kim Kulig (Hamburger SV)
Celia Okoyino da Mbabi (SC 07 Bad Neuenahr)

Angriff:
Fatmire Bajramaj (FCR 2001 Duisburg)
Nicole Banecki (FC Bayern München)
Inka Grings (FCR 2001 Duisburg)
Anja Mittag (1. FFC Turbine Potsdam)
Martina Müller (VFL Wolfsburg)

Verletzungsbedingt fehlen:
Annike Krahn (Bänderriss)
Ariane Hingst (Meniskusverletzung)
Kerstin Stegemann (Teilverrenkung der Kniescheibe)



Mittwoch, 04. März: 1. Spieltag
Dänemark - USA
Deutschland - Finnland
China - Schweden
Norwegen - Island
Österreich - Wales
Portugal - Polen

Freitag, 06. März: 2. Spieltag
Schweden - Finnland
Deutschland - China
USA - Island
Dänemark - Norwegen
Österreich - Polen
Portugal - Wales

Montag, 09. März: 3. Spieltag
Finnland - China
Schweden - Deutschland
Norwegen - USA
Island - Dänemark
Portugal - Österreich
Polen - Wales

Sonntag, 1. März 2009

Deutschland - China 1:1


Das Länderspiel der Frauen-Nationalmannschaft am 25. Februar gegen China in Bielefeld endete mit einem 1:1.

Ich habe mich riesig über die Nachricht gefreut, dass Inka Grings wieder in der Nationalmannschaft spielt, zumal Birgit Prinz momentan verletzt ist (Muskelfaserriss in der Kniekehle) und auch am Algarve Cup nicht teilnehmen kann.

Spielbericht

Nicht einmal zwei Minuten brauchte Inka Grings, um beim 1:1 (1:1) im Testspiel gegen China ihren Wert für die deutschen Fußball-Frauen zu untermauern.

Exakt 100 Sekunden brauchte die 30-Jährige vom FCR Duisburg um nach über dreijähriger Länderspielpause gleich bei ihrem Comeback für die DFB-Auswahl zu treffen. Ihr bislang letztes Länderspiel bestritt Grings am 20. Oktober 2005 beim WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland. In der 57. Minute war das erfolgreiche Comeback für Grings beendet, für sie wurde Fatmire Bajramaj eingewechselt.

"Ich bin sehr zufrieden. Die junge Mannschaft hat das hervorragend gelöst und mit viel Leidenschaft gespielt. Das hat mir sehr gut gefallen", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid und Torschützin Grings ergänzte: "Wenn man den Spielverlauf gesehen hat, hätten wir das Spiel gewinnen müssen."

Couragierter Start ins EM-Jahr

Die Weltmeisterinnen begann das Spiel in Bielefeld gegen die Chinesinnen engagiert und druckvoll. Schon kurz nach Anpfifff setze sich Rückkehrerin Grings vor 17.236 Besuchern gegen zwei Chinesinnen im Strafraum durch und traf mit einem gezielten Rechtsschuss zur Führung. Die Chinesinnen erholten sich jedoch relativ schnell von dem Rückschlag und beteiligten sich fortan an dem von beiden Seiten offensiv geführten Spiel, wobei die deutsche Auswahl leichte Feld-Vorteile hatte. Nach einer Viertelstunde flankte Kerstin Garefrekes auf Linda Bresonik, die den Ball über die Latte köpfte.

Die kalte Dusche folgte auf der Gegenseite. Eine Linksflanke von Xu Yuan senkte sich über die Frankfurter Torhüterin Nadine Angerer hinweg und prallte vom Pfosten an die Wade von Angerer, die den Ball ins eigene Tor abfälschte (20.). Im Gegenzug verfehlte Garefrekes mit einem Linksschuss von der Strafraumgrenze das Tor nur knapp. Kurz vor der Pause hatten Grings, deren Flachschuss von Torhüterin Yanru entschärft wurde, Garefrekes und Melanie Behringer die erneute Führung für die deutsche Mannschaft auf dem Fuß.

Länderspiel-Debüt für Kulig und Schmidt

In der Halbzeit wechselte Bundestrainerin Silvia Neid kräftig durch. Bianca Schmidt von Turbine Potsdam und Kim Kulig vom Hamburger SV kamen zu ihrem Debüt im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Nach der Pause ebenfalls neu im Spiel war Lena Goeßling vom SC 07 Bad Neuenahr. Die Wechsel brachten den Spielfluss nicht durcheinander. Wie in der ersten Halbzeit begannen die DFB-Frauen druckvoll und hatten weitere gute Möglichkeiten.

So scheiterte Garefrekes nach einer flach hereingebrachten Ecke (65.). Nur zwei Minuten später hatte Martina Müller die große Möglichkeit zur Führung, ihr Flugkopfball landete am Pfosten. Vom Pech verfolgt war Müller auch kurz vor dem Spielende, als ihr Schuss von der Strafraumgrenze wieder nur am Aluminium des chinesischen Gehäuses landete (84.).

Chancen waren auf jeden Fall viele da. Vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen. Auf jeden Fall macht das Spiel Lust auf mehr.



Hier gibt´s den Bericht zu Inka Grings
http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=17269

und hier die Zusammenfassung bei DFBTV
http://tv.dfb.de/index.php?view=975

Am Mittwoch, den 04.03. geht´s los im Algarve Cup gegen Finnland.