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Sonntag, 21. Juni 2009

Ergebnis des Rennens in Silverstone

Zweiter Doppelsieg für Red Bull

Zweiter Doppelsieg für Red Bull
Sebastian Vettel hat sich zum ’König von England’ gekrönt. Beim Großen Preis von Großbritannien auf dem ruhmreichen Kurs in Silverstone fuhr der Red-Bull-Pilot 60 fehlerfreie Runden und feierte den dritten Grand-Prix-Sieg seiner noch jungen Karriere und den zweiten in dieser Saison. Der 21-Jährige verwies bei seinem nie gefährdeten, überlegenen Start-Ziel-Sieg seinen Teamkollegen Mark Webber (+ 15,188 Sekunden) und Brawn-GP-Pilot Rubens Barrichello (+ 41,175) auf die Plätze 2 und 3. "Ich hatte ein fantastisches Auto. Unglaublich. Es war ein Traum", freute sich Vettel nach seiner Glanzleistung.

Hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa überquerte Nico Rosberg als Fünfter die Ziellinie. Der Willims-Pilot hielt dabei WM-Spitzenreiter Jenson Button erfolgreich hinter sich, der dadurch wertvolle Punkte in der WM-Wertung einbüßte. "Das war heute sehr frustrierend", so Buttons erste Reaktion. Die Punkteränge komplettierten Toyota-Fahrer Jarno Trulli auf Rang sieben und Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Auf dem undankbaren 9. Platz landete Toyota-Pilot Timo Glock. Nick Heidfeld wurde im BMW Sauber 15., gefolgt von McLaren-Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton und Adrian Sutil im Force India.

Schon beim Start auf dem Silverstone Circuit, der als die Wiege der Formel 1 gilt, blieb der gerne als ’Baby-Schumi’ bezeichnete Vettel eiskalt und verteidigte Pole Position souverän vor Barrichello und Webber. Trulli hatte einen schlechten Start und fiel auf Platz 7 zurück. Nakajima, Räikkönen, der vier Plätze gutmachte, und Rosberg schlüpften durch.

Pole, Sieg und schnellste Runde für Vettel

Zweiter Doppelsieg für Red Bull Pole, Sieg und schnellste Runde für Vettel
Hinter Trulli folgte Button erst auf dem 8. Platz – er verlor also zwei Ränge und somit den Kontakt zur Spitze. Heidfeld hatte zunächst einen guten Start und schoss von 15 auf zehn nach vorne. Nach einer kleinen Kollision büßte der BMW-Sauber-Fahrer jedoch wieder zwei Positionen ein. Schlecht kam Timo Glock weg, der im Toyota von Platz acht auf zehn zurückfiel. Ganz am Ende des Feldes war Sutil, der das Rennen aus der Box aufnahm. Die Force-India-Mechaniker hatten das Auto des 26-Jährigen, das am Vortag bei einem Unfall im Qualifying völlig zerstört wurde, erst wenige Minuten vor dem Start fertig bekommen.

Vettel fuhr sich an der Spitze zügig einen Vorsprung heraus. Pro Runde war der Red-Bull-Pilot fast eine Sekunde schneller als Barrichello – und das, obwohl er mehr Sprit an Bord hatte als der Brawn-GP-Pilot. Nach zehn Runden hatte Vettel bereits 10,8 Sekunden auf den Brasilianer herausgearbeitet, beim ersten Stopp waren es mehr 20 Sekunden. Als Erster kam jedoch Kazuki Nakajima nach 15 Runden zu seinem ersten Boxenstopp. Wie erwartet stoppte Button nach 18 Runden. Mit jeweils einer Runde Abstand folgten Barrichello, Webber und Vettel. Nachdem alle ihren Service hinter sich hatten führte Vettel vor Webber, der durch den Stopp eine Position nach vorne rutschte, Barrichello, Rosberg, Massa, Trulli, Räikkönen und Button.

An der Spitze lief alles nach Plan für das Red-Bull-Team. Vettel, der schon nach 30 Runden Weltmeister Hamilton überrundete, hielt seinen Vorsprung auf Webber bei konstant 18 Sekunden. Beide Autos liefen wie Uhrwerke. Als erster Topfahrer eröffnete Räikkönen nach 42 Runden die Serie der zweiten Stopps. Eine Runde später folgte Rosberg. Er fiel durch seinen 2. Stopp hinter Massa zurück auf Rang 5. Danach kam Vettel zu seinem letzten Service. Nach Webbers zweitem Tanken und Reifenwechsel in der 48. Runde holte sich Vettel die Führung zurück, die er auch bis ins Ziel nicht mehr abgab.

Rosberg ärgerte sich zunächst, dass er seinen 4. Platz an Massa verlor, doch am Ende war er sogar froh, dass er Button hinter sich hielt. "Der Atem von Jenson Button im Nacken zum Schluss des Rennens war extrem, aber es hat noch nicht gereicht. Dennoch muss ich sagen, dass Platz 4 drin war", so Rosbergs Analyse. Nur knapp acht Zehntelsekunden Vorsprung rettete Rosberg vor dem WM-Spitzenreiter ins Ziel. Der Engländer, der jetzt 64 Punkte auf dem Konto hat, behauptete natürlich seine Führung im WM-Klassement. Durch seinen Sieg verkürzte Vettel, der nach der Pole und dem Sieg auch noch die schnellste Rennrunde für sich verbuchte, bei jetzt 39 Punkten auf 25 Zähler. Alles bleibt offen.

Vettel: "Das Auto war fantastisch"

Vettel: Das Auto war fantastisch
Sie sind souverän zum Sieg gefahren. War es so leicht, wie es aussah?
Sebastian Vettel: "Es ist niemals leicht. Es war langes Rennen. Man muss die ganze Zeit die Augen offen halten."

Wir lief das Rennen für Sie?
Vettel: Ich hatte ein fantastisches Auto. Unglaublich. Es war ein Traum. Ich hatte volles Vertrauen in das Auto. Der Schlüssel war ein guter Start. Im ersten Stint haben ich versucht, Runde für Runde alles aus dem Auto raus zu quetschen und mir einen Puffer zu verschaffen. Das hat sich ausgezahlt. Ich musste im zweiten Stint dann Geduld haben, als ich einige Autos überrunden musste. Es war wie Slalomfahren und etwas schwierig. In den letzten zehn Runden war es dann leicht. Ich habe jede Runde runtergezählt. Es ist ein Traum, hier zu gewinnen."

Was bedeutet der Sieg für Ihr Team Red Bull?
Vettel:: "Dieser Kurs ist toll für unsere Autos. Wir haben einen großen Schritt nach vorn gemacht. Für das Team, dessen Werk in Milton Keynes nur einen Katzensprung vor hier entfernt ist, ist es ein Traumergebnis. Es zeigt, dass wir auf den richtigen Weg sind."

Ausgerechnet beim Heim-Grand Prix von WM-Spitzenreiter Jenson Button haben Sie den Titelkampf spannend gemacht. Trotzdem hat das Publikum Sie gefeiert.
Vettel: "Es war fantastisch. In meinen letzten zwei Runden habe ich nach links und recht geschaut und gesehen, dass die Zuschauer standen und klatschten. Ich hätte ihnen am liebsten gewunken. Aber das habe ich doch besser gelassen."

Wie bewerten Sie Ihre Chancen, in der zweiten Saisonhälfte Button noch den Titel streitig zu machen?
Vettel: "Ich denke, Jenson hat in allen acht Rennen bisher sehr starke Leistungen gezeigt und es verdient, da zu stehen, wo er ist. Er hat einen komfortablen Vorsprung. Aber wir tun alles. Wir arbeiten hart. Wir müssen jede einzelne Chance nutzen, damit es noch klappen kann. Die Saison ist noch lang. Alles kann passieren."

An diesem Wochenende wurde viel über Politik und den FIA/FOTA -Streit geredet. Ein Spaltung der Formel 1 ist möglich. Was muss getan werden, um die Formel 1 zu retten?
Vettel: "Wir Fahrer sind alle im gleichen Boot. Wir wollen mit den besten Autos in den besten Teams gegeneinander fahren. Das macht die Attraktivität der Formel 1 aus. Doch für mich zählt vor allem, mich darauf zu konzentrieren, was mit mir auf der Strecke und mit meinem Auto passiert. Das Letzte, was wir Fahrer aber wollen, ist, zu lange Ferien haben. Wir wollen gegeneinander fahren"

Button: "Es war sehr frustrierend"

Button: Es war sehr frustrierend
Sebastian Vettel (Red Bull): "Es ist mir natürlich egal, dass ich hier der Spielverderber der Briten bin. Ich bin sehr glücklich, so ein Super-Rennen gefahren zu haben. Mir war klar, dass der erste Teil der wichtigste des Rennens wird. Dadurch dass ich in jeder Runde Zeit gutmachte, konnten wir es zum Schluss etwas ruhiger angehen lassen. Das einzig Problematische heute war das Überrunden der anderen. Da muss man aufpassen, weil sie ja meist in Zweikämpfen stecken. Aber letztendlich haben wir da einen Kompromiss gefunden und ich konnte schnell durchhuschen, so dass ich mit einem komfortablen Vorsprung gewonnen habe. Auf den Nürburgring in drei Wochen freue ich mich, vor allem mit so einem guten Auto."

Nico Rosberg (Williams): "Der Atem von Jenson Button im Nacken zum Schluss des Rennens war extrem, aber es hat noch nicht gereicht. Dennoch muss ich sagen, dass Platz 4 drin war. Den habe ich ja leider an Massa verloren, weil ich vor seinem Boxenstopp hinter Barrichello festhing, der extrem langsam fuhr. Das hat mich Platz 4 gekostet. Sebastian Vettel ist heute extrem stark gefahren. So langsam muss man den Angriff von Red Bull auf Brawn Ernst nehmen."

Jenson Button (Brawn GP): "Das war heute sehr frustrierend. Gestern lief es schon nicht gut und heute beim Start auch nicht. Eigentlich bin ich gut weggekommen, aber Trulli nicht, hinter dem ich dann hängen blieb. Die harten Reifen haben heute überhaupt nicht funktioniert. Erst die letzten drei Runden auf den Optionreifen mit wenig Sprit im Tank liefen perfekt und ich habe probiert, Druck auszuüben. Aber da war es dann schon zu spät. Ich kam nicht nah genug ran und hatte keine Chance. Ich hoffe, dass die Fans am Nürburgring auch mich unterstützen, da wir ja einen deutschen Motor haben. Sie sollen vor allem viele Föne mitbringen, damit sie die Strecke warm fönen. Denn unser Auto scheint nur bei richtig heißem Wetter wie in der Türkei gut zu funktionieren. Wenn es kalt ist wie hier heute, arbeiten die Reifen nicht."

Button: Es war sehr frustrierend
Timo Glock (Toyota): "Heute war es ein durchwachsenes Rennen. Man kann sagen, dass wir am Start schon alles verloren haben. So gut wie alle Autos, die rechts standen, wurden überholt. Das größte Problem für uns waren heute nicht die Reifen wie bei den anderen, sondern der viele Verkehr, in dem ich festhing. Ich kam zwar zum Schluss noch an Kimi Räikkönen ran, aber überholen konnte ich ihn nicht."

Nick Heidfeld (BMW Sauber): "Das Spannendste für mich heute waren die Zweikämpfe um die hinteren Plätze. Ich habe beim Start probiert nach vorne zu kommen. Durch die Kollision habe ich dann am Frontflügel etwas verloren, so dass ich ein bisschen langsamer wurde. Ich konnte mich aber beim Team durchsetzen, dass wir den Flügel erst beim regulären Boxenstopp austauschen. Für den Nürburgring sehe ich ein bisschen Licht am Ende des Tunnels. Durch die neuen Updates, die wir dann haben werden, habe ich ein Fünkchen Hoffnung für bessere Platzierungen."

Adrian Sutil (Force India): "Das Rennen war sehr enttäuschend und langweilig für mich. Aber im Prinzip war es schon nach dem Qualifying und dem Crash gestern gegessen. Wir haben probiert, mit einer Einstopp-Strategie noch etwas rauszuholen. Aber es ging alles daneben. Das Potenzial des Autos ist da, es ist sehr schnell. Ich bin froh, dass das Wochenende vorbei ist."

Christian Horner (Teamchef Red Bull): "Das ist ein tolles Team-Ergebnis. Wir haben das gesamte Wochenende hier dominiert. Die Strecke passt einfach zu unserem Auto. Das ist brilliant, weil ja auch so viele vom Team bei unserem Heim-GP hier sind und das miterleben. Sebastian und Mark haben einen Riesen-Job gemacht. Die WM ist zwar noch weit hin, aber so langsam aber sicher kommen wir ran. Nürburgring, wir kommen."

Ross Brawn (Teamchef Brawn GP): "Das war kein großartiges Rennen. Wir hatten Riesen-Probleme mit den Reifen. Zum Ende des Rennens lief es bei beiden ein bisschen besser, aber Jenson hatte zu viel Verkehr vor sich, um mehr Punkte rauszuholen."

Helmut Marko (Red-Bull-Berater): "Wir sind natürlich extrem zufrieden. Das Auto ist eine Sensation. Zum Schluss mussten wir bei Mark Webber noch ein bisschen zittern, weil wir Probleme mit der Temperatur bekommen haben. Aber insgesamt mussten wir nicht einmal ans Limit gehen, um hier zu gewinnen."

Ergebnis des Qualifyings in Silverstone

Vettel rast zu Pole Nummer 3


Vettel rast zu Pole Nummer 3
Neues Auto - nächste Pole für Sebastian Vettel. Ein aerodynamisch komplett überarbeiteter Red-Bull-Bolide hat dem 21-Jährigen im Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien zusätzlich Flügel verliehen. Mit einer Bestzeit von 1:19,509 Minuten sicherte sich Vettel auf dem 5,141 km langen Traditionskurs überlegen zum dritten Mal in dieser Saison die Pole Position. "Es war meine beste Runde an diesem Wochenende", sagte Vettel nach seiner eindrucksvollen Kampfansage an WM-Spitzenreiter Jenson Button.

Während Vettels Teamkollege Mark Webber mit Platz 3 hinter Brawn-GP-Pilot Rubens Barrichello die Leistungsfähigkeit des erstmals auch mit Doppel-Diffusor ausgestatteten Red-Bull-Renners unterstrich, scheint Button schon vor dem Start (Sonntag 14.00 Uhr live bei sport. de und RTL) entscheidend an Boden verloren zu haben. Der Brawn-GP-Mann kam bei seinem Heimrennen nicht über Position 6 hinaus, das schlechteste Qualifying-Ergebnis des Briten in diesem Jahr. Button blieb trotzdem gelassen. "Natürlich habe ich mehr erwartet, aber das wird ein langes Rennen, da kann viel passieren", sagte er. Vettel ist gewarnt. "Jenson hat oft bewiesen, dass er noch nach vorne kommt", meinte der Deutsche.



Debakel für die Silberpfeile

Zwei weitere deutsche Piloten schafften den Sprung unter die Top 10. Nico Rosberg stellte seinen Williams auf Platz 7. Timo Glock belegte im zweiten Toyota Rang 8. Chancenlos waren einmal mehr die ehemaligen Top-Teams McLaren-Mercedes, Ferrari und BMW Sauber. Ferrari schaffte es als einziger der drei Rennställe mit Kimi Räikkönen ins Finale der besten 10. Der Finne stellte seinen roten Renner vor Ex-Weltmeister Fernando Alonso auf Startposition 9. Stallgefährte Felipe Massa schied dagegen als 11. ebenso im zweiten K.o.-Durchgang aus wie die beiden BMW-Piloten Robert Kubica als 13. und Nick Heidfeld als 15.

"Von dieser Position ist es unwahrscheinlich, noch in die Punkte zu kommen. Wir haben nicht den Speed, um andere Autos zu überholen", sagte Heidfeld sichtlich enttäuscht. Ein noch größeres Debakel erlebten Silverstone-Vorjahressieger Lewis Hamilton und McLaren-Mercedes. Für Hamilton war das Qualifying bereits nach der ersten K.o-Runde beendet: Mehr als Platz 19. war für den Briten bei seinem Heim-GP nicht drin. Damit muss der Weltmeister aus der letzten Startreihe ins Rennen am Sonntag gehen.

Schwerer Crash von Sutil

"Das ist ein Schande. Ich weiß nicht, was ich machen soll", sagte der McLaren-Mercedes-Pilot: "Natürlich hätte ich den Fans gerne eine tolle Show geboten und mindestens um Punkte gekämpft, doch davon sind wir meilenweit entfernt." Wie auch das Abschneiden von Teamkollege Heikki Kovalainen beweist. Der Pole-Setter des Vorjahres schied als 13. in der zweiten K.o.-Runde aus. Mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden von Hamilton war allerdings auch ein schwerer Crash seines Freundes Adrian Sutil.

Wenige Sekunden vor Ende des ersten Quali-Drittels verlor der Force-India-Pilot in einer Hochgeschwindigkeitspassage die Kontrolle über sein Auto, kam von der Strecke ab und schlug seitlich heftig in eine Begrenzungsmauer ein. Daraufhin brach die Rennleitung das erste Qualifying-Drittel vorzeitig ab. "Der Abbruch nahm Lewis die Chance, bestenfalls sechs oder sieben Plätze weiter vorne zu landen - mehr wäre leider auch für ihn nicht drin gewesen", sagte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug, der aber ohnehin nicht guter Hoffnung an die Geburtsstätte der Formel 1 gekommen war.

Sutils Start noch ungewiss

Sutil gab nach einer Untersuchung im Medical Center Entwarnung. "Es geht mir gut. Es ist erstaunlich, was die Autos aushalten", sagte Sutil. "Es hat aber ganz schön wehgetan." Der 26-Jährige hofft jetzt, dass sein Team bis zum Rennen sein schwer beschädigtes Auto wiederaufbauen kann. "Ich hoffe, dass ich starten kann. Wir werden schauen, ob wir alle Teile da haben", sagte er. Sutil würde auf Startposition 18 stehen, einen Platz vor Hamilton.

Vettel: "Haben großen Schritt gemacht"


Vettel: 'Haben großen Schritt gemacht'
Sebastian Vettel (Red Bull): "Das ist ein hevorragendes Ergebnis. Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich muss ein Riesen-Lob an das Team aussprechen, das bis Mittwoch noch an den Autos herumgeschraubt hatte. Hoffentlich reicht es dieses Mal, die anderen morgen beim Rennen zu ärgern. Wir können auf jeden Fall gewinnen, besonders wenn wir, anders als in den letzten Rennen, eine gute Strategie haben."

Christian Horner (Teamchef Red Bull): "Das war eine richtig gute Leistung von Sebastian. Er hatte fantastische Zeiten in allen Sektoren - und das obwohl er schwerer ist als Mark Webber. Platz 1 und 3 sind ein starkes Teamergebnis. Wenn unsere Tank-Strategie funktioniert, haben wir morgen gute Chancen. Es ist eine sehr gute Ausgangssituation."



Nick Heidfeld (BMW Sauber): "Unser Quali-Ergebnis ist offensichtlich wohl unser aktueller Leistungssstand. Vor dem Wochenende haben wir ein bisschen am Frontflügel verbessert, aber das hat nicht ausgereicht. Die anderen Teams haben wohl deutlich mehr verbessert. Morgen ist es sehr unwahrscheinlich, von Platz 15 noch in die Punkte zu fahren, da wir nicht den nötigen Speed haben. Aber vielleicht spielt ja der Wettergott mit und es regnet morgen."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes): "Dass ich im Q1 raus bin, ist ja anscheinend jede Woche die gleiche Sache. So langsam gewöhne ich mich daran. Die Motivation ist aber kein Problem, obwohl es mit dem Auto sehr schwierig ist, Q2 zu erreichen. Aber es muss die Einstellung eines Rennfahrers sein, immer weiter zu pushen."


Freie Traingseinheiten in Silverstone

Vettel knallt auf die 1


Vettel knallt auf die 1
In der Formel 1 tobt der Kampf um die Zukunft der Königsklasse heftiger denn je. Dabei sollte an diesem Wochenende eigentlich der Sport im Vordergrund stehen. Zum letzten Mal findet der Großbritannien-GP in der 'Wiege des Motorsports' unnah der meisten Teamwerke, in Silverstone/England, statt.

Doch die dramatischen Entwicklungen überschatteten das sportliche Geschehen auf dem von Fans und Fahrern gleichermaßen beliebten Silverstone Circuit. Dabei zeigten sich die Fahrer in der 1. Session ungewöhnlich aktiv. Kaum sprangen die Ampeln bei kühlen 15 Grad Lufttemperatur und bewölktem Himmel auf Grün, heulten auch schon die Motoren in der Boxengasse auf.

Nach der Hälfte der Zeit hatten die 20 Fahrer bereits rund 300 Runden abgespult. Ansonsten war alles wie immer: An der Spitze tummelten sich die üblichen Verdächtigen wie Red Bull, Renault, Ferrari und Toyota. Die beiden Brawn-Piloten hielten sich meist zurück, Nelson Piquet kreiselte in seinem Renault wie eh und je von der Strecke, und BMW fuhr weit hinterher.



Kurz vor Ablauf der Zeit zündete Sebastian Vettel ein Knallbonbon: In 1:19,400 Minuten fuhr er eine Fabelzeit und demontierte die Konkurrenz förmlich. Nur sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber (+0,282 Sekunden) hielt einigermaßen mit. Die beiden 'Bullen' setzten mit ihrer Demonstration der Stärke ein dickes Ausrufezeichen. Der von Ingenieurs-Guru Adrian Newey komplett überarbeitete RB5 könnte, wie von RTL-Experte Christian Danner erwartet, hier in Silverstone das schnellste Auto sein - noch vor dem Brawn.

Jenson Button (+0,827) und Rubens Barrichello (+0,842) reihten sich schließlich auf den Plätzen 3 und 4 ein, gefolgt von Fernando Alonso (+1,058), Felipe Massa (+1,071), Jarno Trulli (+1,185) und Lewis Hamilton (+1,250).

Die weiteren deutschen Fahrer hielten sich im Gegensatz zu Vettel 'auf die feine englische Art' zurück. Nico Rosberg (9.), Adrian Sutil (11.), Nick Heidfeld (13.) und Timo Glock (16.) landeten im tristen Mittelfeld.

Vettel hat Silverstone im Griff


Vettel hat Silverstone im Griff
Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig und der Formel 1 droht der große Knall. Doch ungeachtet des Streits zwischen FIA und FOTA und dem angedrohten Ausstieg von acht Rennställen avanciert Sebastian Vettel zum Favoriten in Silverstone. Nach seiner Bestzeit im 1. Freien Training zum Großen Preis von Großbritannien (1:19,400 Minuten) raste der Red-Bull-Pilot auch in der 2. Trainings-Session auf Platz 1. Mit einer Rundenzeit von 1:19,597 Minuten verwies der 21-Jährige erneut seinen Teamkollegen Mark Webber auf Platz 2. Die umfangreichen Verbesserungen an Front und Heck des Red Bulls scheinen also den gewünschten Effekt zu haben. Überraschender Dritter wurde Adrian Sutil mit einer Zeit von 1:20,141. Zwar war Sutils Force India kaum betankt, dennnoch ist die Leistung durchaus bemerkenswert.

Bester Brawn-GP-Fahrer war diesmal Rubens Barrichello, der Sechster wurde. Teamkollege Jenson Button begnügte sich mit Position 14. Nach seinem 3. Platz im 1. Training war der WM-Spitzenreiter im 2. Training mit einem vollgetankten Auto unterwegs. Button überließ somit den Titel 'Bester Brite' Weltmeister Lewis Hamilton. Der McLaren-Mercedes-Pilot stellte den Silberpfeil auf Platz 7.

Bei englischem Wetter mit frischen 17 Grad und wolkenverhangenem Himmel hielten sich die anderen deutschen Fahrer zurück. Nico Rosberg, der 'Trainings-Weltmeister' in dieser Saison, landete im Williams auf Platz 9. Toyota-Pilot Timo Glock belegte den 13. Rang. Damit dürfte Glock ebenso wenig zufrieden sein wie BMW-Mann Nick Heidfeld mit seinem 15. Platz. BMW Sauber hinkt also weiter den eigenen Erwartungen hinterher und hatte zudem mit technischen Problemen zu kämpfen. Am Auto von Robert Kubica musste wegen eines Motorschadens das Aggregat gewechselt werden.

Noch schlechter lief es bei Ferrari. Felipe Massa schaffte es nur auf Position 17. Noch einen Rang dahinter landete Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen.


Rosberg fährt allen davon


Rosberg fährt allen davon
Demonstration der Stärke oder Muster ohne Wert? Mit den schnellsten Runden im 3. Freien Training hat das Williams-Team bei seinem Heimrennen in Silverstone Ansprüche auf die Pole Position angemeldet. Bei kühlen Temperaturen nach einem Regenschauer am Morgen fuhr Nico Rosberg in 1:18,899 Minuten Bestzeit. Knapp zwei Zehntel Sekunden dahinter sicherte sich Stallgefährten Kazuki Nakajima Platz 2 vor Jarno Trulli (+ 0,226) im Toyota. Möglicherweise waren diese drei Piloten jedoch mit extrem leichten Autos unterwegs.

Denn dem viertplatzierten Sebastian Vettel, am Vortag im aerodynamisch überarbeiteten Red-Bull-Renner mit Bestzeiten in beiden Traingingssitzungen dominierender Pilot auf dem britischen Traditions-Kurs, fehlte bereits fast eine halbe Sekunde auf Rosberg. WM-Spitzenreiter Jenson Button kam in seinem Brawn GP wie schon am Freitag nicht richtig in die Gänge. Mit einem Rückstand von rund 1,2 Sekunden landete der Lokalmatador hinter seinem Landsmann Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes und Teamkollge Rubens Barrichello nur auf Platz 12.

Während auch Heikki Kovalainen (+ 1,739) im zweiten Silberpfeil als 17. nur hinterherfuhr, bestätigten die Ferrari-Piloten Felipe Massa und Kimi Räikkönen mit den Plätzen 5 und 6 den Aufwärtstrend der Roten. Hinter dem Ferrari-Duo war Timo Glock im zweiten Toyota als Siebter drittbester deutscher Fahrer im Feld. Adrian Sutil landete im Force India mit 1,649 Sekunden Rückstand auf Position 15 und ließ damit nicht nur seinen Stallgefährten Giancarlo Fisichella (16./+ 1,673) hinter sich, sondern auch die beiden BMW-Sauber-Piloten.

Nick Heidfeld kam mit fast 1,8 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit nicht über Rang 18 hinaus. Robert Kubica wurde mit mehr als zwei Sekunden Verspätung sogar nur Letzter des 20-köpfigen Fahrerfeldes.