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Samstag, 27. Februar 2010

Ferrari bleibt Favorit für Bahrain

Ferrari bleibt Favorit für Bahrain

Ausgerechnet der ehemalige Arbeitgeber von Rückkehrer Michael Schumacher geht als Favorit ins WM-Rennen. "Ferrari ist das Team, das man schlagen muss", sagt Christian Horner, Teamchef von Red Bull und Vorgesetzter des deutschen Vizeweltmeisters Sebastian Vettel zwei Wochen vor dem ersten Saisonrennen. An allen Testtagen im Monat Februar war Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso in der 'Roten Göttin' vorn dabei - bei welchen Bedingungen auch immer. "Dieser Ferrari ist das beste Auto, das ich je gefahren bin", bekundete der Spanier bereits: "Ob es das beste im Feld ist, werde ich erst in Bahrain wissen."

Hätte in Barcelona ein Rennen stattgefunden, hätte Alonso den gleichzeitig fahrenden Vettel geschlagen. Der Ferrari war im Schnitt drei Zehntel pro Runde schneller als der Red Bull. "Wir bleiben ein bisschen zu oft stehen", monierte zudem Vettels Teamkollege Mark Webber. "Nichts Gravierendes", sagte Teamchef Horner, "aber auch Kleinigkeiten können dich stoppen."

Mercedes-Pilot Schumacher musste seinen 'Dauerlauf' am Freitag auf dem Grand-Prix-Kurs nahe Barcelonas wegen zahlreicher roter Flaggen und eines technischen Problems abbrechen. Ein Schaden am Ölkühler hielt den siebenfachen Weltmeister eine Stunde in der Boxengarage fest. "Im Moment läuft es bei uns noch nicht so, wie wir uns das gewünscht haben", lauete die Zwischenbilanz des Rekordweltmeisters.

Seine Einschätzung vom ersten Test in Valencia Anfang des Monats hat auch vier Wochen später Bestand. "Ich glaube nicht, dass wir gleich die ersten Rennen gewinnen", sagte der 41-Jährige. Schumacher gab die Devise aus: "Unser Ziel ist es, in Bahrain nicht zu weit weg von den Besten zu sein. Doch die Saison ist lang. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht um die Meisterschaft mitkämpfen sollten." Laut Teamkollege Nico Rosberg "fehlt nur noch das Feintuning".

Ob das bei McLaren-Mercedes reicht, ist fraglich. Das innovativste Auto des 2010er Modelljahrgangs kam in Barcelona erstmal gar nicht in Fahrt. Ex-Weltmeister Lewis Hamilton wäre bei seinem simulierten Grand Prix von Alonso sogar überrundet worden. "Ich weiß nicht, ob ich ein Siegerauto habe", sagte der Engländer kleinlaut. "Für Bahrain erwarte ich nicht mehr viel Neues", erzählte er mit leiser Stimme.

Das Zeug für eine Überraschung beim Grand Prix vom 12. bis 14. März in Bahrain könnten Sauber, Toro Rosso und Williams haben. Die Favoriten sind jedenfalls nicht automatisch gesetzt. Der Papierform nach müssten Ferrari sowie Red Bull, McLaren und Mercedes GP den WM- Titel unter sich ausmachen. Die Verfolger mucken aber auf. "Das Feld liegt so eng zusammen wie im letzten Jahr. Die Tagesform wird entscheiden", prophezeit der neue Renault-Pilot Robert Kubica. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost schränkt ein: "Das gilt für die ersten paar Rennen. Dann setzen sich die großen Teams durch, weil sie mehr Geld, mehr Leute und die bessere Infrastruktur haben, ihre Autos weiterzuentwickeln."

Hülkenberg rast zur ersten Bestzeit

Hülkenberg rast zur ersten Bestzeit

Schumacher lobt Hülkenberg

Sebastian Vettel vor Michael Schumacher und die erste Bestzeit für Neuling Nico Hülkenberg: Der zweite Testtag in Barcelona stand ganz im Zeichen der Deutschen.

Während Williams-Pilot Hülkenberg 23 Tausendstelsekunden schneller war als Ferrari-Pilot Fernando Alonso, landete Red-Bull-Pilot Vettel mit rund sechs Zehntelsekunden Rückstand auf Rang fünf. Dabei war der Vize-Weltmeister rund vier Zehntelsekunden schneller als Schumacher, der im Mercedes Tages-Siebter wurde. Als vierter Deutscher war Timo Glock unterwegs, der mit seinem Virgin-Renner aber noch hinter Jarno Trulli im Lotus auf dem letzten Platz landete.

"Platz eins ist schön, aber bedeutet nichts, um ehrlich zu sein", sagte der 22-Jährige. "Wir sind ja noch nicht in Bahrain. Aber es ist schön, zu sehen, was das Auto kann." Lob gab es aber von Rekordweltmeister Schumacher: "Wir wissen alle, dass Nico schnell ist. Hut ab. Die eigene Vorstellung hatte Schumi nicht wirklich überzeugt. "Wir waren heute nicht ganz so schnell wie wir hätten sein wollen und sollen.“ Aber man arbeite heftig, "und auch wenn noch nicht alles ganz rund läuft, werden doch noch viele Neuerungen hier und in Bahrain dazu kommen", so der 41-Jährige. Am Samstag wird Teamkollege Nico Rosberg im Silberpfeil sitzen.

Kubica und Hamilton mit Setup-Problemen

Auch Sebastian Vettel war zufrieden: "Wir sind sehr viel gefahren, hatten keine großen Probleme. Es war ein ganz guter Tag. Nach der langen Pause und den zwei verkorksten Tests im Regen war es schön, viele Runden zu drehen", so der Vize-Weltmeister, für den vor allem Ferrari im Moment einen starken Eindruck macht. Alonso schwärmt bereits vom "besten Auto meines Lebens".

Wenig auffällig waren Force India, Toro Rosso und Renault unterwegs. Renault hatte offenbar leichte technische Probleme. Robert Kubica musste immer wieder längere Pausen einlegen, am R30 wurde immer wieder ein anderes Setup ausprobiert. Auch Ex-Champion Lewis Hamilton kam im McLaren nur zu wenigen Runden. Auch hier wurde immer wieder das Setup am neuen MP4-25 verstellt.

Bis einschließlich Sonntag können die Teams ihren Boliden noch den letzten Feinschliff verpassen. Nach dem ersten Rennen sind keine weiteren Testfahrten mehr erlaubt.

1. Testag in Bildern

2. Testag in Bildern

Sonntag, 1. November 2009

Letzes Rennen für BMW

Theissen: "Ein besonderer Moment"

Theissen: Ein besonderer Moment
Ein einsamer Mechaniker klappte die Stühle in der Box zusammen, die Crew signierte sich gegenseitig die weiß-blauen Hemden und BMW-Motorsportchef Mario Theissen spürte mehr und mehr die Abschiedsstimmung. "Es fängt an, emotional zu werden", sagte er. Mit einer Dose Bier in der Hand stand er vor dem Motorhome des BMW- Sauber-Rennstalls wie gewohnt Rede und Antwort. Doch diesmal war es nicht nur wegen des Kaltgetränks anders: "Wenn die Spannung nachlässt und man mitten unter den Jungs steht, die vier Jahre für die Formel 1 gelebt haben, ist das ein schon ein besonderer Moment."

Nick Heidfeld beschlichen die wehmütigen Gefühle noch am Steuer des F1.09. "Ich musste mich auf den letzten Runden zusammenreißen, um nicht die Konzentration zu verlieren", sagte er. Vier Jahre, 70 Rennen, ein Sieg - das ist die Bilanz des werkseigenen Rennstalls, für den in der Nacht von Abu Dhabi die Lichter ausgingen. Doch nicht ohne noch einmal zu glänzen. Heidfeld bot ein starkes Rennen, arbeitete sich auf dem Yas Marina Circuit von Startplatz acht auf Rang fünf vor und bescherte dem Team damit den Sprung auf Position sechs in der Konstrukteurswertung.

Eine große Portion Wehmut

Nachdem Kollege Robert Kubica mit Platz zwei in Brasilien vor zwei Wochen bereits mächtig gepunktet hatte, machte BMW Sauber in zwei Rennen zwei Ränge gut in der Teamwertung, die über die Verteilung der Gelder entscheidet. "Wir haben damit eine insgesamt sehr schwierige Saison mit starken Resultaten beendet", betonte Theissen und schickte "ein großes Dankeschön an das gesamte Team - sowohl hier an der Strecke als auch in München und Hinwil".

Am Münchner BMW-Standort ist die Formel 1 nun passé, im schweizerischen Hinwil könnte es weitergehen. Könnte, wohlgemerkt. Denn derzeit steht das potenzielle Nachfolge-Team nur auf der Warteliste für einen der 13 Startplätze für 2010. Zieht aber nicht noch eins der vier gemeldeten neuen Teams zurück oder gibt Williams nicht seine Blockade gegen 14 Rennställe auf, gibt es praktisch keine Hoffnung mehr. Dann wäre auch die letzte Rettung durch die Investorengruppe Qadbak geplatzt, nachdem BMW das neue Concorde Agreement nicht unterzeichnet hatte. Stattdessen hatte der Vorstand des bayerischen Konzerns drei Tage zuvor am 29. Juli den Rückzug angekündigt.

"Wir haben keine klare Frist", erklärte Theissen. Es sei jedoch klar, "dass die Zeit rennt und es schwieriger und schwieriger für das Team wird". Fahrer und Sponsoren unterschreiben nur, wenn sie auch wissen, dass das neue Team im nächsten Jahr fahren darf. Kubica hat sich schon für Rivale Renault entschieden, Heidfeld machte bereits deutlich, dass sich die Angelegenheit auch aus seiner Sicht länger als erhofft hinzieht.

"Irgendwie wird's schon", war dennoch bei der BMW-Abschiedsparty am Hafenkai von Abu Dhabi immer wieder zu hören. Schon da lag aber jede Menge Wehmut in der Luft. Viele aus dem Fahrerlager waren zum "Servus" der Bajuwaren gekommen; BMW-Vorstandsmitglied Klaus Draeger ebenso wie Rekordweltmeister Michael Schumacher, Ross Brawn, Teamchef und Mitbesitzer von Weltmeister Brawn GP, oder Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Ihr Kollege Theissen hatte beim gemeinsamen Abschiedsfoto vor der Box von Heidfeld und Kubica tags zuvor noch eine Tafel mit der Aufschrift gehalten: "Auf Wiedersehen und Danke."

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Kubica wechselt zu Renault

Kubicas Wechsel zu Renault perfekt

Kubicas Wechsel zu Renault perfekt
Robert Kubica wechselt als Nachfolger seines Kumpels Fernando Alonso zum französischen Formel-1-Team Renault. Nach dreieinhalb Jahren im Cockpit von BMW Sauber sagt der Pole Servus und nimmt - wie erwartet - den freien Platz beim ehemaligen Konstrukteurs-Champion ein. "Ich bin sehr glücklich, in der Saison 2010 für Renault zu fahren. Ich habe eine besondere Beziehung zu dem Team, nachdem ich 2005 die Renault World Series gewonnen habe", teilte Kubica mit. Mit der Verpflichtung des 24-Jährigen entkräftete der Autobauer auch Spekulationen um einen möglichen Rückzug aus der 'Königsklasse'.

BMW Sauber wünschte seinem Noch-Piloten respektvoll schon mal alles Gute und honorierte den Beitrag des 24-Jährigen, der den ersten Sieg für BMW Sauber eingefahren hatte. "Danke und viel Glück, Robert!" BMW, das den Rennstall an Qadbak verkaufte, legte Kubica keine Steine in den Weg und einigte sich mit ihm auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. Bei Renault freut man sich indes auf den talentierten Fahrer. "Es ist großartig, dass wir ihn uns für eines unserer Autos im kommenden Jahr sichern konnten", sagte Bob Bell, Interims-Teamchef bei Renault.

Glock in Brasilien wieder fit

Unter gekommen für die kommende Saison ist Timo Glock zwar noch nicht, aber die Chancen stehen sehr gut, dass er ein Cockpit bekommt. Wie Glocks Manager Hans-Bernd Kamps bestätigte, führe er derzeit Gespräche über einen möglichen Vertrag für die kommende Saison mit insgesamt fünf Teams ist. Neben Glocks derzeitigem Toyota, der die Option auf den den 26-Jährigen zunächst verstreichen ließ, handle es sich um zwei etablierte und zwei neue Rennställe.

Gute Nachrichten hat Kamps auch über den Gesundheitszustand seines Schützlings zu berichten. Der Start von Timo Glock am 18. Oktober beim Großen Preis von Brasilien ist laut Kamps "kein Problem". Die Schnittwunde, die sich Glock bei seinem Unfall am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan zugezogen hatte, sollte in zehn Tagen ausgeheilt sein.

Mein Kommentar:

Ich bin mal gespannt, wie es mit Renault weitergehen wird. Auf jeden Fall haben sie mit Robert Kubica einen guten Fahrer, der durchaus in der Lage ist, positive Ergebnisse einfzufahren.

Samstag, 3. Oktober 2009

Toyota sucht neue Fahrer

Kubica & Räikkönen sollen neues Fahrerduo werden

Kubica & Räikkönen sollen neues Fahrerduo werden
Der Toyota-Rennstall plant gegen alle Zweifel fest für eine Zukunft in der Formel 1 und will dafür die Top-Piloten Robert Kubica und Kimi Räikkönen gewinnen. "Ich erwarte, dass wir auch im nächsten Jahr hier sein werden", sagte Teamchef John Howett am Rande des Großen Preises von Japan und bestätigte Bemühungen um eine neue Fahrerpaarung. Für Timo Glock, der am Samstag in der Qualifikation für das Suzuka-Rennen schwer verunglückte, wächst damit der Druck. Zwar will Toyota trotz der geplatzten Vertragsverlängerung die Tür für den Deutschen offen halten, doch vorerst sucht das Team nach prominenteren Namen. "Wir sind sehr an Robert Kubica interessiert und hoffen, dass es klappt", so Howett. Zudem räumte er Kontakte zum Räikkönen-Management ein.

Noch aber steht dem in Köln-Marsdorf beheimateten Rennstall eine Zitterpartie bevor. Erst Mitte November will der Vorstand des japanischen Autobauers über das Budget des Teams für 2010 entscheiden. Auch ein Ausstieg bleibt bis dahin eine Option. "Wir haben keine Signale in diese Richtung", versicherte Howett.

Ein Rest Unsicherheit bleibt jedoch und dürfte auch die Fahrersuche erschweren. Der noch für BMW Sauber fahrende Pole Kubica soll längst bei Renault als Nachfolger des zu Ferrari wechselnden Fernando Alonso im Wort stehen. Scuderia-Pilot Räikkönen hatte erklärt, er wolle nur zu einem Top-Team wechseln, mit dem er im kommenden Jahr wieder um den Titel kämpfen könne.

Toyota indes ist davon überzeugt, den Wunschkandidaten genau das bieten zu können. "Sie wären dumm, wenn sie nicht kommen würden", meinte Howett. Schon jetzt treibe das Team die Vorbereitungen für das Auto des kommenden Jahres mit aller Macht voran. Es sei zwar mit der Kürzung des Budgets durch den Toyota-Konzern zu rechnen, "aber es wird immer noch genug sein". Seit 2002 geht Toyota in der Formel 1 mit einem eigenen Team an den Start, doch auch nach 136 Grand Prix und Milliarden-Investitionen wartet der Rennstall auf seinen ersten Sieg.

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Die stetig wachsende Ungeduld bedroht auch Glocks Job. "Er hat seine Chancen mit dem zweiten Platz in Singapur verbessert, aber wir würden uns wünschen, dass er konstant solche Leistungen zeigen würde", sagte Howett. Daher habe sich das Team entschieden, die Option für Glock vorerst nicht zu ziehen und sich nach anderen Piloten umzusehen. Der 27-Jährige darf ebenfalls mit anderen Interessenten verhandeln. Es gebe schon mehrere Anfragen, versicherte sein Manager Hans-Bernd Kamps in Suzuka.

Für seinen italienischen Teamkollegen Jarno Trulli, der in Suzuka hinter Sebastian Vettel auf Startplatz zwei raste, läuft die Zeit bei Toyota wohl definitiv ab. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er im nächsten Jahr für uns fährt", sagte sein Teamchef. Der 35-Jährige ist seit 2004 bei dem Rennstall. Für die Zukunft jedoch will sein Arbeitgeber eine Frischzellenkur. Howett: "Es tut mir leid, aber das Leben ist hart, und unser Job ist es, Ergebnisse zu liefern."

Mittwoch, 29. Juli 2009

BMW steigt aus der Formel 1 aus

Paukenschlag: BMW steigt aus

Paukenschlag: BMW steigt aus
BMW macht die Vollbremsung: Der bayrische Automobilhersteller wird nach der Saison aus der Formel 1 aussteigen. "Natürlich ist uns diese Entscheidung schwer gefallen", sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Mittwoch in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im BMW-Hochhaus in München. "Wir haben gestern im Vorstand entschieden, wir richten unser Motorsport-Engagement neu aus. Die BMW-Group wird ihr Engagement in der Formel 1 mit Ablauf der Saison 2009 beenden."

Dies sei ein konsequenter Schritt vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, erklärte Reithofer im Beisein von Motorsportdirektor und BMW-Sauber-Chef Mario Theissen. "Aus Sicht des Unternehmens kann ich diese Entscheidung nachvollziehe", so Theissen.

In welchem Umfang es zu einem Stellenabbau in München oder Hinwil kommt, stehe derzeit noch nicht fest. Entwicklungsvorstand Klaus Draeger: "Da wir diese Entscheidung erst gestern getroffen haben, können wir noch nichts Genaueres mitteilen. Wir werden verschiedene Szenarien erarbeiten und bewerten und uns bemühen, für die Mitarbeiter am Standort Hinwil und die in das Formel-1-Projekt eingebundenen Beschäftigten in München Lösungen zu finden."

Schätzungen zufolge sollen insgesamt 700 Beschäftigte für das Formel-1-Team arbeiten. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden die Mitarbeiter informieren, sobald wir Klarheit haben", sagte Draeger. Was mit den beiden Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica passiert, ist derzeit ebenfalls unklar.

Dass BMW die Entscheidung mitten in der Saison bekanntgab, dürfte vor allem mit dem neuen Concorde Agreement, der Verfassung in der Formel 1, zusammenhängen. Mit dessen Unterzeichnung wird in dieser Woche gerechnet. Darin sollen sich die Teams unter anderem auch für die kommenden Jahre bis 2012 zur Formel 1 bekennen. Bereits Ende vergangenen Jahres war Honda wegen der weltweiten Wirtschaftskrise, die besonders die Automobilbranche getroffen hatte, aus der Formel 1 ausgestiegen.

Paukenschlag: BMW steigt aus
Das in diesem Jahr klar verpasste Ziel, um die WM mitzufahren, soll den Aussagen der Hauptverantwortlichen nicht den Ausschlag gegeben haben. Nach 10 von 17 Rennen ist BMW-Sauber Achter in der Konstrukteurswertung, die Piloten Heidfeld und Kubica liegen im Fahrer-Klassement auf den Rängen 13 und 15. "In der aktuellen Saison können wir die Erwartungen leider nicht erfüllen", betonte Draeger in einer Pressemitteilung von BMW unter der Überschrift: "Konsequenter Schritt im Zuge der Neuausrichtung der BMW."

Seine größten Erfolge feierte BMW Sauber, das bislang auf 63 Grand-Prix-Starts kommt und im März 2006 sein Debüt gefeiert hatte, mit dem Premierensieg Kubicas im Juni 2008 in Montreal. 2007 war das Team Zweiter in der Konstrukteurswertung geworden, allerdings begünstigt durch die damalige Disqualifikation von McLaren-Mercedes wegen der Spionage- Affäre. Der derzeit um den WM- Titel kämpfende Sebastian Vettel feierte in einem BMW-Sauber 2007 seine Formel-1-Premiere, nachdem Kubica einen Unfall in Montréal gehabt hatte.

2005 hatte BMW die Übernahme des damaligen Schweizer Sauber-Teams bekanntgegeben. Zuvor war der Automobilhersteller von 2000 an Motorenlieferant für das Team Williams. Der Rennstall hatte den ehrgeizigen Plan, binnen weniger Jahre an die Weltspitze zu fahren, kontinuierlich umsetzen können. Vor der laufenden Saison war BMW Sauber als ernsthafter Titelkandidat gehandelt worden, so war auch das Ziel im vierten Jahr. Mit dem neuen Wagen blieben die Weiß-Blauen allerdings deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Ausstieg betrifft unterdessen nicht das Engagement von BMW unter anderem in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft.

Theissen: "Ich bin sehr enttäuscht"

Theissen: Ich bin sehr enttäuscht
BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer: "Natürlich ist uns dieser Entschluss schwer gefallen. Aber es ist ein konsequenter Schritt vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung unseres Unternehmens. Wir werden aber weiter aktiv Motorsport betreiben."

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen: "Es ist völlig klar, dass wir beweisen wollen, dass dieses Jahr nur ein Ausrutscher ist. Natürlich bin ich persönlich sehr enttäuscht, wie alle Mitarbeiter auch. Aus Sicht des Unternehmens kann ich diese Entscheidung aber nachvollziehen."

Nick Heidfeld: "Die Entscheidung zum Formel-1-Ausstieg von BMW kommt für mich unerwartet und tut mir speziell für das Team und alle Mitarbeiter, mit denen ich über Jahre hinweg das Projekt aufbauen durfte, sehr leid. Ich bedanke mich bei allen für die tolle Zusammenarbeit und die erreichten Erfolge. Mein Ziel ist es, das Maximum in der Formel 1 zu erreichen, nicht aus den Augen verlieren und die Mannschaft so gut ich kann unterstützen, um die Saison bestmöglich abzuschließen."

Peter Sauber: "Die Ankündigung von BMW, sich zum Saisonende aus der Formel 1 zurückzuziehen, kam für mich völlig überraschend. Ich akzeptiere und respektiere den Entscheid, kann ihn allerdings persönlich nur schwer nachvollziehen."

Toyota: "Durch die Kostensenkungen werden wir unser Formel-1-Engagement fortführen. Unsere Situation bleibt unverändert. Das wurde uns aus Japan mitgeteilt."

Mercedes: "Wir bedauern den Formel-1-Ausstieg von BMW."

Christian Danner: "Es ist auf jeden Fall blamabel. In einer Zeit der völligen Erfolglosigkeit den Schwanz einzuziehen, ist nicht besonders clever."

Niki Lauda: "Die Fans werden jetzt erst einmal kurzfristig vor den Kopf gestoßen. Die Frage ist, ob man diesen Marketingaufwand - so sehen das ja die Automobilhersteller - sich leisten will, in einer Zeit, in der man vielleicht das Geld für Neuentwicklungen, Zukunftsautos, Elektroautos oder solche Möglichkeiten nutzen will."

Ausstieg hat "fahlen Beigeschmack"

Theissen: Ich bin sehr enttäuscht Ausstieg hat fahlen Beigeschmack
FIA:"Es war seit einiger Zeit klar, dass der Motorsport die weltweite ökonomische Krise nicht ignorieren kann. Wenn die Regelungen zur Kostenreduzierungen von einigen Teamchefs nicht so stark bekämpft worden wären, hätten der Rückzug von BMW und weitere Ankündigungen dieser Art in der Zukunft verhindert werden können."

Bernie Ecclestone: "Theissen wollte es innerhalb von drei Jahren schaffen und er war überzeugt davon, es tatsächlich zu packen. Aber anscheinend hat es nun nicht geklappt, daher haben sie sich wahrscheinlich zu diesem Schritt entschieden."

Marc Surer: "Ich bin überrascht von der Entscheidung meines früheren Arbeitgebers. Auch wenn heute andere Gründe genannt wurden, habe ich den Eindruck, dass doch die aktuell schlechten Ergebnisse den Ausschlag für den Rückzug gegeben haben. Dass man jetzt - nach so wenigen Jahren mit diesem Team - schon aufgibt, hinterlässt für mich einen fahlen Beigeschmack."

Danner: BMW-Ausstieg ist blamabel

Danner: BMW-Ausstieg ist blamabel
Wo liegen die Gründe für den Formel-1-Ausstieg von BMW?

RTL-F1-Experte Christian Danner: "Es ist auf jeden Fall blamabel. In einer Zeit der völligen Erfolglosigkeit den Schwanz einzuziehen, ist nicht besonders clever. Auf der anderen Seite wird es sicher wirtschaftliche Gründe geben. Das Formel-1-Engagement von BMW ist sicherlich sehr, sehr teuer. Ich schätze, das wird in echten Zahlen doch in Richtung einer halbe Milliarden pro Jahr gehen. Ein Unternehmen muss natürlich in der Lage sein, wenn sich die Gesamtstrategie ändert, da auch einzugreifen. Und das ist dann genau immer das Problem, das FIA-Präsident Max Mosley an die Wand gemalt hat. Hersteller sind halt so, es ist ihr gutes Recht zu sagen: Wir wollen nicht mehr.“

"F1 kann sich den Verlust eines Teams nicht leisten"

Danner: BMW-Ausstieg ist blamabel F1 kann sich den Verlust eines Teams nicht leisten
Wie sieht denn die Zukunft der Fahrer, Robert Kubica und Nick Heidfeld, aus?

Danner: "Um die Piloten müssen wir uns keine Sorgen machen. Heidfeld wird eventuell was kriegen, eventuell auch nix. Da muss ich aber klar sagen: Das ist die geringste Sorge. Interessanter ist, dass das Team weiter bestehen muss, denn die Formel 1 kann sich den Verlust eines Teams nicht leisten. Es wird also spannend sein, wie sich das weiterentwickelt, denn das BMW-Formel-1-Team war ja mal das Sauber-Formel-1-Team aus der Schweiz. Und es wird sich zeigen, ob das vielleicht einfach wieder von BWM zurück zu Sauber geht. Den Peter Sauber gibt es ja immer noch. Er ist nach wie vor 20-prozentiger Teilhaber. Mal schauen, wie sich das entwickelt. Ich gehe davon aus, dass man eine gute Lösung findet.“

Toyota und Mercedes schwören F1 die Treue

Toyota und Mercedes schwören F1 die Treue
Nach der Ausstiegsankündigung von BMW zum Ende der Saison haben sich Toyota und Mercedes zu einem Verbleib in der Formel 1 bekannt. "Durch die Kostensenkungen werden wir unser Formel-1-Engagement fortführen. Unsere Situation bleibt unverändert. Das wurde uns aus Japan mitgeteilt", sagte eine Toyota-Sprecherin, nachdem es vor allem um den japanischen Hersteller zuletzt immer wieder Ausstiegsgerüchte gegeben hatte.

Ein Mercedes-Motorsport-Sprecher betonte: "Wir bedauern den Formel-1-Ausstieg von BMW." Konsequenzen will das Team aber nicht ziehen. "Diese Entscheidung hat keinerlei Einfluss auf unser Formel-1-Engagement."

Für Ende dieser Woche ist die Unterschrift unter ein neues Concorde Agreement für die Formel 1 vorgesehen. Unterschreibende Hersteller und Teams verpflichten sich darin, bis 2012 in der Königsklasse zu bleiben.