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Montag, 20. Juli 2009

Interview mit Silvia Neid

20.07.2009 10:30 Frauen-EM 2009 DFB.DE GESPRÄCH DER WOCHE

Silvia Neid: "Wir wollen Europameister werden"

Hofft auf "herrliche Kulisse": Silvia Neid  © Bongarts/GettyImages
Hofft auf "herrliche Kulisse": Silvia Neid

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bereitet sich derzeit auf die EURO 2009 vor. Dort erwartet sie "die schwerste Gruppe und ein strammes Programm", so Trainerin Silvia Neid im aktuellen "DFB.de-Gespräch der Woche".

Seit dem 22. Juni arbeitet die DFB-Auswahl auf das Turnier hin, das vom 23. August bis 10. September in Finnland stattfinden wird. Der künftige Europameister wird sechs Spiele binnen zweieinhalb Wochen bestreiten müssen. Die Länderspiele gegen die Niederlande in Sinsheim am Samstag (ab 18 Uhr, live in der ARD) und gegen Japan in Mannheim am 29. Juli (ab 16 Uhr, live im ZDF) sowie gegen Russland in Bochum am 6. August (ab 17.25 Uhr, live in der ARD) sind wichtige Tests.

Die Trainerin der deutschen Frauen erhofft sich wichtige Erkenntnisse aus den Begegnungen. Wertvolle Hinweise für die weitere Trainingsarbeit. Schließlich verfolgt die DFB-Trainerin große Ziele. Silvia Neid strebt die Titelverteidigung an, wie sie im Interview mit DFB-Redakteur Niels Barnhofer erklärt.

Frage: Silvia Neid, endlich spielt die Frauen-Nationalmannschaft wieder. Freuen Sie sich auf die Länderspiele gegen die Niederlande und Japan?

Silvia Neid: Natürlich, ich freue mich auf jedes Länderspiel. Jede Begegnung der Nationalmannschaft ist für mich etwas Besonderes. So habe ich das schon als Spielerin empfunden. Bei meinem Debüt genauso wie bei meinem 111. Einsatz im DFB-Trikot. Und als Trainerin hat sich bis heute nichts daran geändert.

Frage: Sie scheinen nicht die Einzige zu sein, der es so geht. Die Resonanz, die die Frauen-Nationalmannschaft erhält, ist entsprechend.

Neid: Ja, genau. Man kann das zum Beispiel am Zuschauerzuspruch sehen. Die Zahlen haben sich bei den Länderspielen kontinuierlich nach oben entwickelt. Zuletzt die knapp 45.000 in Frankfurt gegen Brasilien sind dafür der beste Beleg. Und auch in Sinsheim sind schon rund 20.000 Tickets abgesetzt worden. Vielleicht ist die Rhein-Neckar-Arena am Samstag ja sogar ausverkauft. Das wäre eine herrliche Kulisse in diesem Schmuckkästchen.

Frage: Haben Sie und Ihre Spielerinnen bei einer solchen Partie überhaupt Augen und Ohren für so etwas?

Neid: Auch wenn die absolute Konzentration auf dem Spiel liegen wird, nimmt man die Atmosphäre zumindest unterbewusst wahr. Die vielen Fans, die Anfeuerung – das hat auf jeden Fall einen Effekt auf die Spielerinnen.

Frage: Ist für Ihre Mannschaft überhaupt noch weitere Motivation von Nöten? Schließlich ist es das erste Spiel seit dem Start der Vorbereitung auf die EURO 2009 am 22. Juni.

Neid: Das stimmt natürlich. Wir haben zwar einige Trainingsspiele im Rahmen unserer Lehrgänge bestritten, aber die beiden Partien in Sinsheim und Mannheim sind schon etwas Anderes. Diese Tests haben Wettkampfcharakter. Wir treten gegen ganz starke Gegner an.

Frage: Sie haben sich die Niederlande und Japan ganz gezielt ausgesucht: Warum?

Neid: Beide Mannschaften sind Top-Teams, sie werden uns fordern. Das Gute an derart starken Gegnern ist, dass sie uns unsere Fehler aufzeigen. Diese Erkenntnisse sind für uns Trainer ganz wichtig, weil sie uns zeigen, woran wir noch mit unserer Mannschaft arbeiten müssen.

Frage: Gibt es auch einen direkten Bezug der Gegner zur EURO?

Neid: Ja, den gibt es. Beide Mannschaften ähneln von der Spielweise unseren Gegnern in der Gruppenphase der EURO. Die Niederländerinnen sind robust und haben ein gutes Zweikampfverhalten, sie können variieren zwischen Kurzpassspiel und weiträumigen Angriffen. Darin gleichen sie den Norwegerinnen und Isländerinnen. Die Japanerinnen hingegen haben eine technisch unheimlich versierte Mannschaft, die taktisch sehr diszipliniert auftritt und sehr lauffreudig ist. Das sind Qualitäten, über die auch die Französinnen verfügen.

Frage: Das klingt unbequem. Wie bewerten Sie die Konstellation?

Neid: Die ist gut für die Zuschauer. Ich denke, sie können sich auf interessante Begegnungen freuen. Sowohl jetzt in der Vorbereitung als auch bei der EURO. Ich habe schon nach der Auslosung gesagt, dass wir die schwerste Gruppe erwischt haben. Gleich zum Auftakt gegen Norwegen spielen zu müssen, ist schon eine Herausforderung. Immerhin war das vor vier Jahren bei der EURO 2005 in England unser Endspielgegner. Dazu Frankreich, die schon seit Jahren in der Weltspitze mitmischen. Und Island werden wir auch nicht unterschätzen – das hat schon seinen Grund, warum die bei der Endrunde dabei sind.

Frage: Würden Sie lieber in einer anderen Gruppe spielen?

Neid: Solche Überlegungen machen keinen Sinn. Wir müssen uns mit dem befassen, was ist. Die Auslosung hat unabänderliche Fakten geschaffen. Und ich habe unmittelbar danach mit der Vorbereitung, der Analyse unserer Gegner begonnen.

Frage: Mit welchem Ergebnis?

Neid: Wir müssen topfit in das Turnier gehen. Wir dürfen uns von der ersten Minute an keine Schwäche erlauben.

Frage: Welche Tücken lauern bei der Europameisterschaft?

Neid: Die EURO ist das am stärksten besetzte Kontinentalturnier. Alle teilnehmenden Mannschaften stehen unter den Top 20 der FIFA-Weltrangliste. Dazu kommt, dass erstmals zwölf Teams bei der Endrunde dabei sind. Das heißt, wer den Titel holen will, braucht einen langen Atem. Wer bis zum Ende des Turniers dabei sein will, muss sechs Spiele in zweieinhalb Wochen absolvieren. Das ist ein strammes Programm.

Frage: Wie weit schauen Sie denn für das Turnier voraus?

Neid: Wir wollen nichts dem Zufall überlassen. Wir planen so, dass wir für alle Eventualitäten gewappnet sind. Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen Europameister werden. Natürlich kann man so etwas nicht programmieren oder garantieren, aber wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben.

Frage: Wie gewichten Sie zwischen Gegner-Analyse und eigener Spielvorbereitung?

"Die schwerste EM-Gruppe erwischt"  © Bongarts/GettyImages
"Die schwerste EM-Gruppe erwischt"

Neid: Unser eigenes Spiel steht natürlich an erster Stelle. Wir werden immer versuchen, dem Gegner unser Spiel aufzudrängen. Deswegen arbeiten wir in der Vorbereitung auch ganz intensiv an unserem Spielsystem. Über den Gegner sprechen wir immer erst kurz vor der Begegnung. Dann wird auf Stärken und Schwächen auf deren Seite hingewiesen.

Frage: Die deutsche Nationalmannschaft ist stets als starke Einheit aufgetreten. Was ist bei der EURO zu erwarten?

Neid: Ich hoffe, dem wird wieder so sein. Wir arbeiten auf jeden Fall daran. Wobei die Geschlossenheit auf verschiedenen Ebenen funktionieren muss. In allen relevanten Bereichen sogar – vom taktischen Verständnis über die technischen Fähigkeiten bis hin zur Athletik. Jede kleine Schwäche wird ein Gegner zu nutzen versuchen. Gerade auf dem Niveau, auf dem bei der EURO gespielt wird, darf man sich so etwas nicht leisten.

Frage: Nach den Olympischen Spielen 2008 sind mit Renate Lingor und Sandra Smisek zwei routinierte Spielerinnen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Wie sehr werden Sie fehlen?

Neid: Beide waren Spielerinnen, die gerade bei großen Turnieren ihre Qualitäten gezeigt haben und so wesentlich zu manchem Erfolg beigetragen haben. Natürlich kann man solche Typen nie eins-zu-eins ersetzen. Man muss auch bedenken, dass sie Zeit gebraucht hatten, um in ihre Rolle hineinzuwachsen und die Qualität zu erlangen, die sie letztlich so stark gemacht haben. Aber wir verfügen auf ihren Positionen über adäquaten Ersatz. Im Angriff ist schon seit einiger Zeit die Konkurrenz ziemlich groß. Und mit der Rückkehr von Inka Grings haben wir noch eine weitere Variante hinzugewonnen. Und im zentralen defensiven Mittelfeld sind wir auch gut besetzt. Simone Laudehr hat es bei der WM und den Olympischen Spielen gezeigt, Linda Bresonik kann von dort Akzente setzen und Kim Kulig hat in ihren ersten Länderspielen Leistungen gezeigt, die verheißungsvoll sind. Also, darum ist mir nicht bange.

Samstag, 4. Juli 2009

Steffi Jones in den USA: Teil 2

03.07.2009 08:50 Frauen-WM 2011

Steffi Jones: "Obama ist mein amerikanisches Idol"

Gruppenbild in L.A.: Steffi Jones wurde von US-Sportlerinnen empfangen  © Bongarts/GettyImages
Gruppenbild in L.A.: Steffi Jones wurde von US-Sportlerinnen empfangen

Steffi Jones startete am Donnerstag in Frankfurt eine Blitztour in die USA, mit Los Angeles als erstem Etappenziel. Die Visite in ihrer zweiten Heimat - die OK-Präsidentin besitzt die US-Staatsbürgerschaft und spricht perfekt Englisch - erinnert sie an zwei ihrer größten Erfolge, den Gewinn des WM-Titels 2003 und die US-Meisterschaft mit Washington Freedom im gleichen Jahr.

Im DFB.de-Exklusivinterview mit WM-OK-Redakteur David Noemi beschreibt die 111-malige deutsche Nationalspielerin in Los Angeles ihre Beziehung zu den Vereinigten Staaten und erklärt, was sie an der amerikanischen Kultur am meisten schätzt.

Frage: Was bedeuten Ihnen die USA?

Steffi Jones: Ich habe sowohl die deutsche als auch die amerikanische Staatsangehörigkeit und war früher ein paar Mal in den USA. Zudem habe ich 2002 und 2003 für Washington Freedom in der US Profiliga gespielt. Ich fühle mich mit den USA verbunden, auch wenn ich mich klar als deutsche Staatsbürgerin sehe, denn hier bin ich geboren und aufgewachsen.

Frage: Inwiefern sind Sie von der amerikanischen Kultur geprägt?

Jones: Ich mag den Stil und die Mentalität der Amerikaner. Die Menschen in den USA sind freundlich und offen und gerade, was das Sportliche angeht, wahnsinnig ehrgeizig.

Frage: Haben Sie mal daran gedacht, für das Nationalteam der USA zu spielen?

Jones: Nein. Weil ich in Deutschland groß geworden bin, war für mich immer klar, dass ich für Deutschland spielen will. Dennoch: als ich in den USA für Washington Freedom spielte, habe ich die Nationalhymne mitgesungen, einfach, weil ich mich mit der US-Frauen-Profiliga identifizierte und damit meinen Respekt gegenüber den Amerikanern zeigen wollte.

Frage: Was ist die schönste Erinnerung an Ihre Zeit beim Washington Freedom?

Jones: Die schönste Erinnerung bleibt der Titelgewinn 2003 sowie der erste Tag, als alle meine Mitspielerinnen Spalier standen. Ich wusste, dass das eine Profiliga war und dass dort Mia Hamm und Abby Wambach spielten. Zudem hat mich meine Zeit bei Washington Freedom noch mehr motiviert, meine Vorbildrolle als Sportlerin anzunehmen und mich um hilfsbedürftige Menschen zu kümmern. Auch vom Teamgeist meiner Mitspielerinnen war ich begeistert. Bei den Leistungstests haben die Spielerinnen mit den besten Ergebnissen, diejenigen, die mehr gefordert waren, angefeuert und sind sogar für sie eingesprungen. Das zeigte ganz deutlich, dass der Teamgeist im Vordergrund stand.

Frage: Schauspieler werden im Walk of Fame in Hollywood verewigt, Boxer kommen in die Hall of Fame in Canastota. Jetzt werden Sie in die Hall of Freedom einziehen. Sind Sie aufgeregt?

Jones: Es macht mich sehr stolz. Ich fühle mich wahnsinnig geehrt, denn gerade diese beiden Jahre in Washington waren eine wichtige Zeit in meinem Leben. Ich war fitter als je zuvor. Alles war sehr lehrreich.

Stadion-Guide: Karina Le Blanc zeigt Jones die Arena  © Bongarts/GettyImages
Stadion-Guide: Karina Le Blanc zeigt Jones die Arena

Frage: Wäre für Sie das Spiel Deutschland gegen USA das Traumfinale der WM 2011?

Jones: Ich würde mich freuen, wenn Deutschland im Endspiel steht. Ich bin aber der Meinung, dass die beiden besten Teams sich durchsetzen sollten. Wenn die USA oder irgendeine andere Mannschaft den Einzug ins Finale schafft, würde ich mich ebenso freuen.

Frage: Was erwarten Sie vom Freundschaftsspiel gegen die USA am 29. Oktober in Augsburg?

Jones: Das Spiel ist für das OK eminent wichtig, denn wir werden auch im Herbst den Ticketverkauf starten. Dann wird sich zeigen, wo wir zwei Jahre vor der WM stehen. Sportlich gesehen ist Deutschland gegen die USA ein Klassiker des Frauenfußballs, vergleichbar zu Deutschland gegen Brasilien. Das wird sicherlich ein spannendes Spiel mit einer tollen Kulisse in einem brandneuen Stadion.

Frage: Haben Sie ein amerikanisches Idol?

Jones: Jetzt ist es Barack Obama. Dass es einen farbigen US-Präsidenten gibt, hätte ich mir niemals erträumt. Ich glaube, dass das generell die Welt schon verändert hat.


04.07.2009 08:55 Frauen-WM 2011 DFB.DE EXKLUSIV

Wiedersehen in Kalifornien – Jones trifft Hamm

WM-OK-Präsidentin Steffi Jones (l.) und Mia Hamm  © Bongarts/GettyImages
WM-OK-Präsidentin Steffi Jones (l.) und Mia Hamm

Lockere Stimmung, tolle Erinnerungen und WM-Vorfreude kennzeichneten das Treffen der OK-Präsidentin Steffi Jones und der zweifachen Weltfußballerin des Jahres Mia Hamm am Freitag in Manhattan Beach, 30 Kilometer südlich von Los Angeles.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die gemeinsame Zeit bei Washington Freedom in der ehemaligen Women’s United Soccer Association (WUSA) sowie die bevorstehende Frauen-WM 2011in Deutschland.

Hamm zählt zu den populärsten Sportlerinnen der USA. Mit der amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft gewann sie den WM-Titel 1991 und 1999 sowie die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1996 und 2004. Nach 275 Länderspielen und 158 Toren im Trikot der US-Frauen beendete sie ihre Karriere im Sommer 2004. Seitdem leitet sie die „Mia Hamm Foundation“ zu Gunsten der Förderung junger Sportlerinnen sowie der Unterstützung von Menschen, die eine Knochenmarktransplantation benötigen.

Jones hofft auf Hamms Besuch zur WM 2011

„Ich glaube, keine andere Spielerin hat den Frauenfußball so stark und positiv geprägt wie Mia. Ich würde mich riesig freuen, wenn wir sie 2011 bei der Frauen-WM in Deutschland begrüßen dürfen, denn sie ist das internationale Gesicht des Frauenfußballs“, sagte Steffi Jones.

„Ich kenne Steffi sehr gut aus unserer Zeit in Washington und bin mir absolut sicher, dass es ein Volltreffer war, sie zur OK-Präsidentin zu ernennen. Mit ihrer Sympathie und Engagement für den Frauenfußball wird sie einen großen Beitrag zum Erfolg der WM leisten. Seit 2006 wissen wir alle, die Deutschen sind nicht nur hervorragende Organisatoren sondern auch gastfreundliche, humorvolle Menschen, die fantastische Fußball-Parties veranstalten. Ich glaube, 2011 wird ein zweites Sommermärchen. Ich will dabei sein“, kommentierte Hamm.

"Deutsches Frauen-Team hat Maßstäbe gesetzt"

Wiedersehen in Kalifornien: Steffi Jones (l.) trifft Mia Hamm  © Bongarts/GettyImages
Wiedersehen in Kalifornien: Steffi Jones (l.) trifft Mia Hamm

„Das deutsche Frauen-Team hat in den vergangenen Jahren absolute Maßstäbe gesetzt. Es wird nicht einfach, 2011 Deutschland zu schlagen, aber unsere Mannschaft hat auch hervorragende Spielerinnen, die bereits von der WM träumen und sich bestens vorbereiten werden“, ergänzte Hamm.

Im Anschluss an das Meeting überreichte Steffi Jones ihrer Ex-Teamkollegin ein Trikot der deutschen Frauen-Nationalmannschaft mit der Nummer 2011. Für Hamms zweijährige Zwillinge Ava und Grace gab es Minitrikots der Männer-Nationalmannschaft.

Die Aufnahme in die Hall of Fame ihres ehemaligen Vereines Washington Freedom am Sonntag steht im Mittelpunkt der viertägigen USA-Reise von Steffi Jones, die am Donnerstag in Los Angeles startete.

Alle Infos gibt´s auch noch einmal in diesem Video zu sehen!

Steffi Jones in den USA: Teil 1

01.07.2009 10:45 Frauen-WM 2011

Jones: Hall of Fame-Aufnahme in Washington

Geehrt: Steffi Jones  © Bongarts/GettyImages
Geehrt: Steffi Jones

Die Aufnahme in die Hall of Fame ihres ehemaligen Vereines Washington Freedom steht im Mittelpunkt der viertägigen USA-Reise von Steffi Jones, die am Donnerstag in Los Angeles startet. Die OK-Präsidentin wird am kommenden Sonntag im Rahmen des Spitzenspiels der USA-Frauen-Profiliga zwischen Washington Freedom und Tabellenführer Los Angeles Sol im Maryland SoccerPlex-Stadion um 18 Uhr (Mitternacht MESZ) in die Hall of Freedom einziehen.

„Das ist eine große Ehre für mich, denn neben meiner Leistung als Sportlerin fühle ich mich auch als Person geehrt. Ich hatte eine wunderbare Zeit mit Washington Freedom, habe aber nie damit gerechnet, dass ich diese Auszeichnung bekommen würde“, sagte die OK-Präsidentin.

Die Aufnahme in eine Hall of Fame, zu der die Hall of Freedom zählt, gilt als die höchste Auszeichnung für Sportler in den USA. Steffi Jones spielte 2002 und 2003 für Washington Freedom in der Women's United Soccer Association (WUSA). Ihren größten Erfolg feierte sie mit dem Gewinn der US-Meisterschaft 2003. Nach Torhüterin Siri Mullinix und der zweifachen Weltfußballerin des Jahres, Mia Hamm, ist die OK-Präsidentin die dritte ehemalige Spielerin des Traditionsvereins, die mit einem Platz in der Hall of Freedom ausgezeichnet wird.

Neben der Veranstaltung bei Washington Freedom stehen ein Besuch des Endspiel-Stadions der Frauen-WM 2003, das Home-Depot-Center in Los Angeles, ein Treffen mit dem deutschen Botschafter Dr. Klaus Scharioth in Washington sowie zahlreiche Interviews mit lokalen Medien auf dem Programm der USA-Visite von Steffi Jones.


03.07.2009 08:49 Frauen-WM 2011

Rückkehr ins WM-Stadion von Los Angeles

Treff der Nationen: Steffi Jones mit Spielerinnen von L.A. Sol
Treff der Nationen: Steffi Jones mit Spielerinnen von L.A. Sol

Ein Kreuzbandriss im Gruppenspiel gegen Argentinien verpatzte Steffi Jones 2003 die Teilnahme am WM-Finale. Aufgrund der schweren Knieverletzung verpasste die heutige Präsidentin des WM-Organisationskomitees damals am 12. Oktober 2003 das Endspiel im Home Depot Center-Stadion von Los Angeles gegen Schweden.

Sechs Jahre danach besuchte die OK-Präsidentin, die am Donnerstag in Los Angeles angekommen war, das kalifornische Schmuckkästchen noch einmal. Camile Abily, Aya Miyama und Karina LeBlanc – allesamt Spielerinnen bei Los Angeles Sol, einem Klub der US-Frauen-Profiliga – bereiteten Steffi Jones einen herzlichen Empfang in der „Stadt der Engel“.

„Es ist etwas ganz Besonderes, sechs Jahre nach dem Gewinn der Frauen-WM 2003 als OK-Präsidentin in dieses Stadion zurückzukehren. Das Home Depot Center hat eine große Bedeutung in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs“, sagte die OK-Präsidentin.

Abily: "Wir alle möchten 2011 unbedingt dabei sein"

„Steffi ist eine Legende des Frauenfußballs. Sie und die Fans werden die WM 2011 zu einem riesigen Erfolg machen“, erklärte LA Sols kanadische Nationaltorfrau LeBlanc, die Steffi Jones zu einem Rundgang durch das Stadion einlud.

„Die Bilder der WM-Party 2006 in Deutschland haben wir noch im Kopf. Wir alle möchten mit unseren Nationalmannschaften 2011 unbedingt dabei sein“, sagte Frankreichs Nationalspielerin Abily, die mit acht Treffern die Torschützenliste der Liga zusammen mit ihrer prominenten Teamkollegin, der FIFA-Weltfußballerin Marta, anführt.

Miyama: "Spiel in Mannheim ein wichtiger Test für uns"

„Das japanische Frauen-Team hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Ich hoffe, dass wir 2011 ein Wort im Kampf um den Titel mitreden. Das Länderspiel gegen Deutschland am 29. Juli in Mannheim wird auf dem Weg dorthin ein wichtiger Test sein“, ergänzte Miyama, eine japanische Nationalspielerin im Team der Sol.

Der Tabellenführer aus Los Angeles ist der große Favorit auf den Titel der amerikanischen Frauen-Profiliga. Nationalspielerinnen aus sieben Nationen stehen im Kader.

Los Angeles ist die erste Station auf der viertägigen USA-Reise von Steffi Jones. Im Mittelpunkt des Besuchs steht die Aufnahme der OK-Präsidentin in die Hall of Fame ihres ehemaligen Vereins Washington Freedom. Die Zeremonie wird am Sonntag im Maryland Soccer-Plex-Stadion stattfinden.

Freitag, 26. Juni 2009

DFB-Team in der Weltrangliste auf Rang drei

26.06.2009 12:15 Frauen-Nationalmannschaft

Weltmeisterinnen in der Weltrangliste auf Rang drei

Entwischt: Saskia Bartusiak (l.) enteilt ihrer dänischen Gegnerin  © Bongarts/GettyImages
Entwischt: Saskia Bartusiak (l.) enteilt ihrer dänischen Gegnerin

In der aktuellen FIFA-Weltrangliste hat die Frauen-Nationalmannschaft weiterhin den dritten Rang inne. Das Weltmeister-Team von DFB-Trainerin Silvia Neid liegt hinter Spitzenreiter USA und Vize-Weltmeister Brasilien zurück und konnte sich im Vergleich zur letzten Veröffentlichung des Rankings im März nicht verbessern.

Verlierer im aktuellen Klassement ist zwei Monate vor der EM in Finnland (23. August bis 10. September) Norwegen. Die Skandinavierinnen mussten England vorbeiziehen lassen und fielen in der Weltrangliste vom neunten auf den zehnten Rang zurück. Norwegen ist damit so schlecht platziert wie noch nie zuvor seit Einführung der Rangliste vor sechs Jahren.

Jordanien, die Malediven, Usbekistan, Venezuela und Kuba sind derweil wieder in die Weltrangliste aufgenommen worden, nachdem diese drei Teams aufgrund ihrer Inaktivität vorübergehend nicht mehr geführt worden waren.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Die DFB-Mädels beim Kochen

24.06.2009 18:15 Frauen-EM 2009 DFB.DE EXKLUSIV

Einstimmung auf die EURO 2009 beim ALNO-Kochevent

Teamgeist auch beim Kochevent  © DFB
Teamgeist auch beim Kochevent

Es ist angerichtet! Auf Einladung von Hauptsponsor ALNO hat sich die Frauen-Nationalmannschaft bei einem Kochevent auf die EURO 2009 eingestimmt. Im Rahmen des ersten Lehrgangs zur Vorbereitung auf das Turnier vom 23. August bis 10. September in Finnland waren die amtierenden Welt- und Europameisterinnen in der ALNO-Küchenwelt in Bonn-Bad Godesberg zu Gast. Dort schwangen sie selbst die Kochlöffel und bereiteten sich unter der fachmännischen Anleitung des Kochateliers Bonn ein leckeres Drei-Gänge-Menüe.

Teamgeist auch fern des Fußballplatzes

Auch fern des Fußballplatzes bewiesen Nadine Angerer und Co. den für die Mannschaft charakteristischen Teamgeist. Da ging alles Hand in Hand. Es wurde das Gemüse geputzt, Kartoffeln, Zwiebeln und Garnelen geschält, der Salat gewaschen, das Fleisch zubereitet, die Früchte kleingeschnitten. Und ganz nebenbei wurde so manches verborgene Talent zu Tage gefördert. Von den Chefköchen Christoph Dubois und Klaus Velten gab es daher ein dickes Kompliment. „Auf einer Skala von eins bis zehn erhalten sie von uns 9,5 Punkte“, sagten sie.

Die Frauen-Nationalmannschaft beim Kochevent  © DFB
Die Frauen-Nationalmannschaft beim Kochevent

Nicht nur weil Kochen hungrig macht, ließen sich Spielerinnen, Trainer-Team und Crew der DFB-Auswahl das Essen sichtlich schmecken. Als Vorspeise wurde ein Rucola-Salat mit Gazpacho-Vinaigrette, gehobelten Parmesan, Garnelen und Rosmarin serviert. Als Hauptgang gab es gefüllte Poulardenbrust mit Kräuterkruste, geräuchertem Kartoffelpüree und geschmorten Rotweinschalotten. Und zum Abschluss wurde der Gaumen mit einem Quarkmousse mit Vanille und weißer Schokolade, Beeren mit Zabaione verwöhnt. Genau die richtige Stärkung für den Kräfte zehrenden Athletik-Lehrgang.


http://tv.dfb.de/index.php?view=1223

Montag, 15. Juni 2009

Inka Grings beste Spielerin der Saison

15.06.2009 13:40 Frauen-Bundesliga

Trainer-Umfrage: Inka Grings beste Spielerin der Saison

Spielerin der Saison: Inka Grings  © Nadine Jehnich
Spielerin der Saison: Inka Grings

Sie wurde mit 29 Treffern Torschützenkönigin der Frauen-Bundesliga. Nach 2008 zum zweiten Mal hintereinander und zum fünften Mal insgesamt. Damit hat Inka Grings, die Ausnahmeangreiferin des UEFA-Cup-Siegers FCR 2001 Duisburg, mit der legendären Heidi Mohr gleichgezogen, die von 1991 bis 1995 ebenso oft beste Torschützin der Frauen-Bundesliga war.

Nicht nur wegen ihrer Treffsicherheit, sondern auch wegen ihren Führungsqualitäten und vorbildlichen kämpferischen Einsatzes, den sie zudem in der Frauen-Nationalmannschaft zeigt, wurde Inka Grings in einer Umfrage von DFB.de unter den Trainerinnen und Trainern der Frauen-Bundesliga mit großer Mehrheit zur besten Spielerin der Saison gewählt: Sieben Stimmen entfielen auf die 30-Jährige, auf Rang zwei folgt ihre Vereinskollegin Linda Bresonik, die drei Mal gewählt wurde.

Fünf Duisburgerinnen in "Elf der Saison"

Grings kam zudem in die "Elf der Saison", in der sich insgesamt fünf Spielerinnen vom UEFA-Cup-Sieger Duisburg befinden. Gleich drei davon bilden die Abwehrkette: Linda Bresonik (zehn Stimmen), Annike Krahn (acht) und Sonja Fuss (fünf), daneben bekam Katharina Baunach, vom Vizemeister FC Bayern München, sechs Trainerstimmen.

Als beste Torfrau erhielten Nadine Angerer (1. FFC Frankfurt) und Marisa Brunner (SC Freiburg) jeweils drei Stimmen. Ins Mittelfeld wurden Melanie Behringer (FC Bayern München/sieben Stimmen), zudem Lira Bajramaj (FCR 2001 Duisburg), Kerstin Garefrekes (1. FFC Frankfurt) und Kim Kulig (Hamburger SV) mit jeweils fünf Stimmen gewählt.

Grings und Mittag bestes Sturmduo – Kulig Aufsteigerin der Saison

Anja Mittag wurde in die "Elf der Saison" gewählt  © Bongarts/GettyImages
Anja Mittag wurde in die "Elf der Saison" gewählt

Das Top-Sturmduo war nach Meinung der Trainer und Trainerinnen Inka Grings, die als einzige Spielerin in der "Elf der Saison" alle zwölf Stimmen erhielt und Anja Mittag vom Deutschen Meister 1. FFC Turbine Potsdam (acht).

Zur Aufsteigern der Saison wurde Nationalspielerin Kim Kulig mit großer Mehrheit gewählt (acht Stimmen), bei der Frage nach der Überraschungsmannschaft der Saison war das Meinungsbild dagegen uneinheitlich: Vizemeister FC Bayern München siegte - bei einer Enthaltung - knapp mit vier Stimmen vor dem SC Freiburg (drei), dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem FF USV Jena (jeweils zwei).

Sonntag, 31. Mai 2009

Duiburg holt den Pott

30.05.2009 18:16 DFB-Pokal Frauen

FCR holt durch Rekordsieg gegen Potsdam den DFB-Pokal

Inka Grings mit dem Pokal  © Bongarts/GettyImages
Inka Grings mit dem Pokal

Der FCR 2001 Duisburg hat zum zweiten Mal nach 1998 den DFB-Pokal der Frauen gewonnen. Nationalspielerin Inka Grings und Annemieke Kiesel mit je zwei Toren sowie Fatmire Bajramaj, Femke Maes und Alexandra Popp sorgten für einen 7:0 (2:0)-Rekordsieg gegen Turbine Potsdam. Für den FCR war es nach dem Erfolg im UEFA-Pokal der zweite Titel innerhalb einer Woche.

"Das macht mich sprachlos. Wenn die zwei spielstärksten Mannschaften aufeinandertreffen, und du gewinnst 7:0, dann ist das fern aller Realität", freute sich Duisburgs Trainerin Martina Voss nach dem höchsten Finalsieg in der Geschichte des Wettbewerbs: "Wir haben heute ein überragendes Spiel gemacht. Wir sind einfach nur stolz."

Vor 20.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion, das zum vorerst letzten Mal Schauplatz des Frauen-Finals war, suchten beide Mannschaften von Anfang an den schnellen Weg nach vorne. Dort allerdings fehlte es zumeist noch an Präzision. Erst in der 18. Minute bot sich der Potsdamerin Babett Peter die erste Großchance: Ein Kopfball der Abwehrspielerin aus sechs Metern sprang vom linken an den rechten Innenpfosten und von dort zurück ins Feld.

FCR 2001 Duisburg gewinnt den DFB-Pokal der Frauen

Bajramaj trifft gegen ihren künftigen Klub

Nachdem Nationalspielerin Anja Mittag die Duisburger Torfrau Kathrin Längert aus der Distanz geprüft hatte (24.), nutzte der FCR auf der Gegenseite gleich seine erste Gelegenheit: Eine Flanke von Simone Laudehr verwertete Weltmeisterin Fatmire Bajramaj mit einer trockenen Direktabnahme aus acht Metern zum 1:0 (28.). Für die 21-Jährige, die in der kommenden Saison das Turbine-Trikot trägt, war es bereits der fünfte Treffer der aktuellen DFB-Pokal-Saison.

Auch am zweiten Tor der Duisburgerinnen war Bajramaj beteiligt. Die Mittelfeldspielerin setzte sich auf dem rechten Flügel durch und legte zurück auf Annemieke Kiesel. Mit einem wuchtigen Schuss aus 18 Metern ließ die Niederländerin Potsdams Torhüterin Desiree Schumann keine Chance (37.). Kurz vor der Pause verpasste Mittag die Chance zum Anschlusstreffer, als sie nach schöner Einzelleistung aus 13 Metern knapp über die Latte zielte (41.).

Leni Larsen Kaurin (l.) gegen Alexandra Popp   © Bongarts/GettyImages
Leni Larsen Kaurin (l.) gegen Alexandra Popp

Drei Tore in sieben Minuten

Nach dem Seitenwechsel sorgte Duisburg schnell für klare Verhältnisse. Erneut Kiesel mit einem Schuss ins linke Eck (47.), die Belgierin Femke Maes nach Vorarbeit von Inka Grings (50.) und Grings selbst aus 16 Metern (54.) erzielten drei Treffer innerhalb von nur sieben Minuten.

Die von Bernd Schröder trainierten Potsdamerinnen steckten trotz des deutlichen Rückstandes nicht auf. Auf dem wegen eines starken Gewitters immer rutschigeren Rasen verzog Jessica Wich in der 68. Minute nur knapp. In der Schlussphase war dann ein Spielfluss kaum mehr vorhanden, wegen des heftigen Regens drohte sogar eine Spielunterbrechung. Erneut Grings (86.) und U 19-Nationalspielerin Alexandra Popp (90.) schafften dennoch die Tore Nummer sechs und sieben.


Samstag, 30. Mai 2009

Frauen-Fußball-News vor dem DFB-Pokal-Finale

29.05.2009 07:57 DFB-Pokal Frauen DFB.DE EXKLUSIV

Ratzeburg: „Wir wollen jetzt den nächsten Schritt gehen“

Hannelore Ratzeburg
Hannelore Ratzeburg

Das 25. DFB-Pokalendspiel der Frauen in Berlin wird am Samstag auch das letzte gemeinsam mit den Männern sein. Ab 2010 werden die Frauen ein eigenständiges Finale an einem anderen Ort austragen. Grund genug für Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, auf knapp ein Viertel-Jahrhundert Frauen-Endspiele in Berlin zurückzublicken.

Im exklusiven DFB.de-Interview mit Redakteurin Annette Seitz erzählt Hannelore Ratzeburg von bleibenden Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen, erläutert, wie es dazu kam, dass die Frauen gemeinsam mit den Männern nach Berlin gingen und blickt voraus auf die Zukunft eines eigenständigen DFB-Pokalfinales der Frauen.

Frage: Wie kam es 1985 dazu, dass die Frauen mit den Männern gemeinsam nach Berlin gingen?

Hannelore Ratzeburg: Das Pokalfinale wird von den Frauen ja seit 1981 gespielt. Übrigens von Anfang an als Doppelveranstaltung mit dem Finale der Männer. Damals wurden die Spiele noch an verschiedenen Orten ausgetragen, wie in Stuttgart oder Frankfurt am Main. Allerdings waren die Zuschauerzahlen für die Frauen nicht zufrieden stellend und wir hatten schon zu jener Zeit das Gefühl, dass wir insgesamt einen besseren, einen anderen Rahmen brauchen. Vor allem, um für den Frauenfußball werben zu können. Denn in dieser Phase wollten wir ja noch Werbung für den Frauen- und Mädchenfußball machen. Es gab dann beim DFB Überlegungen den Standort Berlin mit attraktivem Sport zu stützen und das Pokalendspiel längerfristig dorthin zu vergeben. Ich habe mich dann dafür eingesetzt, dass auch das Spiel der Frauen in Berlin ausgetragen wird. Das hat bei den Vereinen großen Zuspruch gefunden. Vor allem, weil man sich eine größere Resonanz in der Öffentlichkeit erhoffte.

Frage: Damals war die Zeit also noch nicht reif für eine eigenständige Veranstaltung?

Ratzeburg: Wir hatten 1981 - was die Zuschauerzahlen angeht – ja nicht so große Ansprüche. Denn zu dieser Zeit gab es noch keinerlei Erfahrungen, was mit Frauenfußball erreicht werden kann. Die Träume von einer größeren Kulisse fingen erst an, nachdem wir 1989 mit der Frauen-Nationalmannschaft im EM-Finale mit 22.000 Zuschauern ein volles Haus in Osnabrück hatten. Da wurde deutlich: Es geht durchaus etwas mit Frauenfußball. Aber Vereinsfußball war zu jener Zeit noch nicht so gut zu vermarkten. Deshalb fand ich es eine tolle Idee, dass wir die beiden Pokalendspiele als DFB-Highlight zum Ende der Serie austragen, um so auch auf Frauenfußball aufmerksam zu machen. In Berlin haben wir eine starke Medienpräsenz, die Spiele werden live übertragen, wir haben gute Einschaltquoten und viel Prominenz aus Politik, Sport und Wirtschaft im Stadion.

Frage: Welche Erinnerungen sind für Sie, nach fast einem Viertel Jahrhundert Frauen-Endspiele in Berlin, die stärksten?

Ratzeburg: 1998 standen der MSV Duisburg bei den Männern und der FCR Duisburg bei den Frauen im Endspiel. Aus Solidarität waren schon sehr viele Duisburger Fans während des Spiels der Frauen im Stadion und sie haben die Mannschaft tüchtig angefeuert. Und - das war ganz clever - die Frauen hatten damals ganz bewusst für ihre Trikots die gleichen Farben gewählt, wie die Männer. Ansonsten kann ich mich noch sehr gut an das Finale 2003 erinnern, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Im Spiel des FCR 2001 Duisburg gegen den 1. FFC Frankfurt – dem letzten Auftritt von Martina Voss, ehe sie ihre Karriere als Spielerin beendete - verursacht ausgerechnet sie durch ein Eigentor die Niederlage ihrer Mannschaft. Das war unheimlich dramatisch und hat uns alle sprachlos gemacht.

Frage: An die anschließende Ehrungszeremonie können Sie sich sicher noch sehr gut erinnern?

Ratzeburg: Oh ja, ich weiß noch genau, dass die Duisburgerinnen überhaupt nicht zu trösten waren. Ich habe damals bei der Medaillenübergabe auch gar nichts gesagt. Jedes Wort wäre in dieser Situation wohl falsch gewesen.

Frage: Wie kam es schließlich zu den Überlegungen, ein eigenständiges Finale auszurichten?

Ratzeburg: Zum einen waren die den beiden Frauen-Finalisten zur Verfügung gestellten Kartenkontingente immer schneller vergriffen. Zum anderen zeigten gerade die Spiele der Frauen-Nationalmannschaft, dass das Zuschauer-Interesse am Frauenfußball immer größer wurde. Vor diesem Hintergrund konkretisierten sich die Planungen. Wir wollen nach 25 Endspielen in Berlin den nächsten Schritt für die Entwicklung des Frauenfußballs gehen.

Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin
Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin

Frage: Es gab 15 Bewerber für die Ausrichtung des DFB-Pokalendspiels der Frauen. Wie fällt Ihre Reaktion auf diesen Zuspruch aus?

Ratzeburg: Dass sich so viele beworben haben, hat mich überrascht und sehr erfreut. Ich werte das als deutliches Zeichen dafür, dass das Interesse an guten Frauenfußballspielen groß ist.

Frage: Welche Zukunft sehen Sie für das eigenständige Pokalfinale der Frauen?

Ratzeburg: Wir können natürlich nicht erwarten, dass beim ersten eigenständigen Pokalfinale der Frauen gleich 40.000 oder 50.000 Zuschauer kommen. Das muss sich erst über Jahre entwickeln. Wenn das eigenständige Finale jedoch so angenommen wird wie es sich alle erhoffen, habe ich keine Sorge.

29.05.2009 07:58 DFB-Pokal Frauen

Duisburg peilt gegen Potsdam zweiten Pokalgewinn an

Erfolgreich: der FCR Duisburg  © Bongarts/GettyImages
Erfolgreich: der FCR Duisburg

Im Endspiel um den DFB-Pokal der Frauen 2008/2009 stehen sich am Samstag im Olympiastadion Berlin der frischgebackene UEFA-Pokal-Sieger FCR Duisburg und Turbine Potsdam gegenüber. Die ARD überträgt das Frauen-Finale ab 16.30 Uhr live.

Potsdam konnte die Trophäe in den Jahren 2004 bis 2006 gewinnen, der FCR siegte 1998. Duisburg hatte sich im Halbfinale des DFB-Pokals der Frauen 3:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg durchgesetzt. Finalgegner Potsdam behielt gegen die SG Wattenscheid 09 3:0 (1:0) die Oberhand.

Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt war bereits in der 2. Hauptrunde 0:1 am FC Bayern München gescheitert.

Schiedsrichterin des Frauen-Endspiels ist Martina Storch-Schäfer aus Petersberg.

29.05.2009 07:58 DFB-Pokal Frauen

Potsdam gegen Duisburg: Zwei Gegner - eine Philosophie

FCR-Cheftrainerin Martina Voss  © Bongarts/GettyImages
FCR-Cheftrainerin Martina Voss

Jung, stürmisch, zukunftsfähig. Wenn sich Samstag (ab 16.30 Uhr, live in der ARD) im DFB-Pokalfinale der Frauen der 1. FFC Turbine Potsdam und der FCR 2001 Duisburg gegenüberstehen, dann treffen zwei Mannschaften mit ähnlicher Philosophie aufeinander. Sowohl der Potsdamer Trainer Bernd Schröder, als auch seine Duisburger Kollegin Martina Voss setzen auf offensive Spielweise und nachhaltige Talentförderung. Und gelten mit ihren Mannschaften als Modell mit Vorbildfunktion.

Vorbilder, die zudem erfolgreich sind. Nach Jahren des Umbruchs findet sich Potsdam in der laufenden Saison wieder in der Erfolgsspur. Und auch Duisburg konnte sein Image als ewiger Zweiter endlich ablegen. Der Gewinn des UEFA-Cups brachte den ersehnten Titel, den Martina Voss vor der Spielzeit als Ziel ausgegeben hatte. Ein Erfolg, der auch die Vorzeichen für das DFB-Pokalfinale ändert. „Wenn wir nicht UEFA-Cup-Sieger geworden wären“, sagt die Trainerin des FCR 2001 Duisburg, "dann würden wir im DFB-Pokalendspiel einen ganz anderen Druck spüren."

Schröder und Voss verbindet Freundschaft

Nun kann der FCR befreit nach Berlin reisen. "Natürlich würden wir zu gerne auch das DFB-Pokalfinale gewinnen", gibt Martina Voss zu, die mit Bernd Schröder eine aufrichtige Freundschaft verbindet. Beide achten die Leistung des Anderen in hohem Maße. "Ich habe großen Respekt vor der Arbeit von Bernd Schröder. Er ist sicher ein anderer Typ als ich, hat eine andere Art der Ansprache und Führung. Doch schafft er es immer wieder Spielerinnen leistungsmäßig nach vorne zu bringen, fit zu machen und zu begeistern", erläutert Martina Voss.

Eine hohe Meinung von seiner Duisburger Kollegin hat auch Bernd Schröder. "Sie ist eine sehr gute Trainerin. Was sie in Duisburg leistet, verdient höchste Anerkennung", erklärt er. Sein Lob geht so weit, dass er sagt: "Duisburg ist die beste Mannschaft der Liga, hat individuell die besten Spielerinnen." Allerdings muss Potsdam sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Nach einem 2:2 in der ersten Saisonhälfte der Bundesliga gab es im Rückspiel ein klares 3:0 für die Turbinen – wohlgemerkt im Duisburger Stadion. Bernd Schröder erwartet in Berlin dennoch ein Spiel mit offenem Ausgang. Und mit vielen Toren. "Ich hoffe auf eine tolle, offensiv geführte Begegnung. Am liebsten wäre es mir, wenn es 5:5 ausgeht und es dann Elfmeterschießen gibt. Es geht gar nicht primär um den Sieg, sondern darum, dass die Leute ein begeisterndes Frauenfußball-Spiel erleben."

Würdiges Endspiel zum Abschied von Berlin

Gegen ein knappes 1:0 für seine Mannschaft hätte Bernd Schröder am Ende aber sicher auch nichts einzuwenden. "Für uns ist es das letzte Heimspiel in Berlin bevor der Austragungsort wechselt – natürlich ist das etwas Besonderes", räumt er ein, der mit Potsdam schon drei Mal den DFB-Pokalsieg feiern konnte. Dass Turbine immer dann, wenn es den Einzug ins Endspiel nach Berlin schaffte, der Sieg gelang, ist Martina Voss bewusst. Aber: "Das sollten wir mal ändern", findet die 125-malige Nationalspielerin.

Einig sind sich Martina Voss und Bernd Schröder, dass die Zuschauer zum Abschied des Frauenfinales aus Berlin ein würdiges Endspiel erleben werden. "Ich denke, wir werden Frauenfußball vom Feinsten sehen", prognostiziert der Potsdamer Trainer. "Wir haben eine klare Zielstellung – offensiven und damit auch attraktiven Fußball zu spielen, um auch für eine Nachhaltigkeit im Sinne des gesamten Frauenfußballs zu sorgen. Gerade im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land wollen wir unsere Sportart ordentlich vertreten."

Martina Voss ergänzt: "Ich finde, das ist ein Top-Finale. Dass zwei von den besten vier Mannschaften der Bundesliga im Endspiel stehen, ist krönender Abschluss für knapp ein viertel Jahrzehnt Frauenfußball in Berlin. Wir können so noch ein Mal zeigen, dass sich der Frauenfußball in Deutschland sehr gut entwickelt hat."

Dienstag, 26. Mai 2009

Sandra Smisek verlängert in Frankfurt bis 2010

26.05.2009 15:30 Frauen-Bundesliga

Sandra Smisek verlängert in Frankfurt bis 2010

Sandra Smisek  © Bongarts/GettyImages
Sandra Smisek

Die zweimalige Weltmeisterin Sandra Smisek hat ihren Vertrag beim Frauen-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt um ein Jahr bis zum 30. Juni 2010 verlängert. Sandra Smisek kam 2005 vom damaligen Ligakonkurrenten FSV Frankfurt und geht somit in ihre fünfte Saison für den dreifachen UEFA-Pokalsieger. "Nach meinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft möchte ich mich nach vielen erfolgreichen Jahren mit dem 1. FFC Frankfurt möglichst mit einem Titel aus der Bundesliga verabschieden und intensiv dazu beitragen, dass der FFC so schnell wie möglich wieder den Weg auf die Erfolgsstraße zurückfindet”, sagte Smisek.

"Ich freue mich sehr, dass wir mit Sandra Smisek weiterhin eine der erfahrensten Bundesligaspielerinnen im FFC-Boot haben", kommentierte FFC-Manager Siegfried Dietrich die Vertragsverlängerung, "sie gehört zu den Leistungsträgerinnen, die über Jahre den Erfolgsweg des 1. FFC Frankfurt mit geprägt haben. Sandra wird auf dem Rasen, aber auch als Vorbild bei der Integration von jungen Spielerinnen in das FFC-Zukunftsteam eine wichtige Rolle spielen.”

Smisek erziellte 133 Länderspielen 34 Tore und wurde mit der DFB-Auswahl Weltmeisterin 2003, 2007; Europameisterin 1997, 2001, 2005 und holte Olympiabronze 2008.

Samstag, 23. Mai 2009

Der FCR Duisburg holt den Pott

22.05.2009 21:23 UEFA Women's Cup

FCR Duisburg sichert sich vor Rekordkulisse den UEFA-Cup

Der FCR 2001 Duisburg feiert den Gewinn des UEFA-Pokals    © Bongarts/GettyImages
Der FCR 2001 Duisburg feiert den Gewinn des UEFA-Pokals

Der FCR 2001 Duisburg hat gleich bei seiner ersten Teilnahme den UEFA-Pokal der Frauen gewonnen. Im Final-Rückspiel trennte sich der deutsche Vize-Meister vor der Rekordkulisse von 28.112 Zuschauern in der MSV-Arena 1:1 (1:1) vom russischen Titelträger Swesda Perm, nachdem die Duisburgerinnen vor sechs Tagen das erste Aufeinandertreffen 6:0 (1:0) für sich entschieden hatten. Der FCR ist damit nach dem 1. FFC Frankfurt (2002, 2006, 2008) und Turbine Potsdam (2005) der dritte deutsche Verein, der den Cup gewinnen konnte.

Darija Apanaschtschenko (26.) ließ mit ihrem Führungstreffer für Perm kurzzeitig das prächtig gefüllte Duisburger Stadion verstummen. Weltmeisterin Annike Krahn (45.) besorgte noch vor der Halbzeitpause mit ihrem ersten Tor im Europapokal-Wettbewerb den Ausgleich für den FCR. Die bis dato größte Kulisse in einem Klubspiel im Frauen-Fußball war das letztjährige UEFA-Cup-Finale zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Umea aus Schweden, das 27.640 Menschen sahen.

Die Gastgeberinnen, die ohne die gelb-gesperrte Nationalspielerin Linda Bresonik auskommen mussten, begannen die Partie zwar offensiv, konnten ihre Nervosität im Spielaufbau jedoch nicht ganz verbergen. Die erste Gelegenheit, das Fußallfest mit einer frühen Führung zu eröffnen, verpasste Lira Bajramaj, eine von vier Weltmeisterinnen in der FCR-Anfangsformation. In der 15. Spielminute versuchte die 20-jährige Swesda-Torhüterin Nadeschda Baranowa mit einem strammen Rechtsschuss zu überwinden, scheiterte jedoch.

FCR Duisburg gewinnt den UEFA-Cup der Frauen

Perm zeigte sich nach der hohen Hinspiel-Niederlage und unter der Führung des sportlichen Leiters Stanislaw Kharitonow, der nach dem Rücktritt von Alexandr Grigorijan das Amt übernommen hatte, um Wiedergutmachung bemüht. Die Gäste agierten deutlich mutiger nach vorne und nutzten ihre erste Chance zur Führung. Stürmerin Darija Apanaschtschenko (26.) spielte die FCR-Innenverteidigung eiskalt aus und ließ FCR-Torfrau Kathrin Längert mit einem Schuss aus kurzer Distanz keine Chance.

Duisburgs Annemieke Kiesel im Zweikampf  © Bongarts/GettyImages
Duisburgs Annemieke Kiesel im Zweikampf

Nach dem unerwarteten Rückstand zeigten sich die Duisburgerinnen sichtlich geschockt und agierten trotz der unermüdlichen Anfeuerungsversuche des Publikums verunsichert. Doch kurz vor der Halbzeitpause fanden die Duisburgerinnen dann doch das passende Mittel, um den kompakten Gegner zu überwinden. Nach einem Freistoß von Annemieke Kiesel prallte ein Schussversuch von Simone Laudehr zunächst ab, doch die aufgerückte Abwehrchefin Annike Krahn (45.) setzte nach und schob den Ball im Gewühl zum umjubelten 1:1 über die Linie.

Im zweiten Durchgang übernahmen die Duisburgerinnen wieder verstärkt die Initiative, rückten in ihrem Offensivdrang weit vor und luden damit die Gäste zu Kontern ein. Torhüterin Längert verhinderte mit einem guten Reflex gegen Apanaschtschenko (57.) den erneuten Rückstand und musste nur zwei Minuten später erneut in höchster Not retten. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

22.05.2009 21:24 UEFA-Women's Cup

Dr. Zwanziger: "Das i-Tüpfelchen einer starken Saison"

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger  ©  Bongarts/GettyImages
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger

Der FCR 2001 Duisburg hat durch ein 1:1 im Rückspiel gegen den russischen Meister Swesda Perm den UEFA-Pokal der Frauen gewonnen.

Die Stimmen zum Triumph

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger: "Ich gratuliere Mannschaft, Trainerin und Vorstand der FCR Duisburg zu diesem tollen Erfolg. Der Gewinn des UEFA-Pokals ist für den Verein das i-Tüpfelchen einer starken Saison und das Ergebnis konsequenter Arbeit in den vergangenen Jahren. Großen Anteil daran hat natürlich Trainerin Martina Voss, deren Fachkompetenz und vorbildliches Engagement das Team entscheidend voran gebracht hat. Die gute Nachwuchsarbeit in Duisburg ist ein weiterer Grund dafür, dass der FCR mittlerweile zu den Spitzenklubs in Europa gehört und nun verdient UEFA-Pokal-Gewinner geworden ist. Der Verein ist längst eine vorzügliche Adresse für Mädchen- und Frauenfußball in Deutschland."

Hannelore Ratzeburg, für den Frauen- und Mädchenfußball zuständige DFB-Vizepräsidentin: Das war eine sensationelle Leistung von Duisburg bei der ersten Teilnahme am UEFA-Cup. Der FCR hat eine herausragende Vorstellung gezeigt und auf dem Weg zum Titel die großen Mannschaften Europas geschlagen. Und dazu noch diese Kulisse im Finale, das ist perfekt."

Bundestrainerin Silvia Neid: Duisburg ist eine Mannschaft mit sehr viel Klasse und Qualität, das haben sie in dieser Saison vor allem in den UEFA-Cup-Spielen gezeigt. Sie sind verdienter Sieger dieses Wettbewerbs."

Steffi Jones  © Bongarts/GettyImages
Steffi Jones

Steffi Jones, Präsidentin des Organisationskomitees FIFA WM 2011: "Die Begeisterung für das Spiel war sensationell. Es ist super, dass trotz des 6:0-Sieges beim Hinspiel in Russland, so viele Fans gekommen sind, um die Mannschaft zu unterstützen. Das ist für uns eine weitere Bestätigung dafür, dass der Frauenfußball immer mehr an Bedeutung gewinnt. Internationale Erfolge wie diese steigern die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Im Hinblick auf die Frauen-WM 2011 ist dies für uns natürlich immens wichtig."

Duisburgs Trainerin Martina Voss: "Das sprengt alle Dimensionen - auch der großartige Zuschauerzuspruch. Wir waren dieses Jahr die beste Mannschaft in Europa und haben wirklich einen guten Fußball gespielt."

Nationalspielerin Linda Bresonik, im Final-Rückspiel gesperrt: "Ich freue mich, aber es ist eine andere Freude , als wenn ich gespielt hätte. Aber das ist egal, wir haben den Pott nach Hause geholt.

Nationalspielerin Inka Grings: "Heute werden wir einfach nur feiern, das haben wir uns verdient."

Samstag, 16. Mai 2009

Frauen-Fußball-News

16.05.2009 08:49 Frauen-Bundesliga

Beendet Frankfurt die Potsdamer Titelträume?

Frankfurts Krieger (r.) im Zweikampf mit Mittag  © Harder
Frankfurts Krieger (r.) im Zweikampf mit Mittag

Am vorletzten Spieltag der Frauen-Bundesliga, der am Sonntag stattfindet, könnte eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf fallen. Im prestigereichen Spitzenduell stehen sich der 1. FFC Frankfurt und der 1. FFC Turbine Potsdam, ab 14 Uhr (Stadion am Brentanobad) gegenüber.

Und vor allem der FC Bayern München wird das Spiel mit gemischten Gefühlen verfolgen. Der Spitzenreiter setzt an diesem Wochenende aus, weil der FCR 2001 Duisburg sein Hinspiel im UEFA-Cup der Frauen in Russland austrägt. Die Partie der Bayern gegen Duisburg wird am Dienstag, den 26. Mai (Sportpark Aschheim) ausgetragen. Sollte Potsdam am Sonntag gegen Frankfurt nicht gewinnen, könnten die Bayern gegen Duisburg den Titel schon vorzeitig klar machen. München führt mit drei Punkten Vorsprung die Tabelle an.

Der Frankfurter Trainer Günter Wegmann kann zwar wieder auf Abwehrspezialistin Ariane Hingst bauen, muss aber unter anderem auf Petra Wimbersky (Achillessehnenprobleme) verzichten. Sandra Smisek, Sarah Günther und Karolin Thomas sind erkrankt, wer von ihnen am Sonntag auflaufen kann, wird erst kurzfristig entschieden. „Wir wollen mit einer guten Leistung gegen Potsdam Charakter zeigen, um die Saison zumindest halbwegs versöhnlich zu beenden und uns im letzten Heimspiel gebührend von unseren tollen Fans verabschieden“, kündigt Wegmann an. Eine Zusammenfassung des Spitzenspiel ist auf DFB-TV zu sehen.

Kellerduell in Herford

Ein ebenso richtungweisendes Duell steht im Abstiegskampf an. Der Herforder SV empfängt den FF USV Jena (ab 14 Uhr, Ludwig-Jahn-Stadion). Jena geht nach zwei Siegen in Folge gestärkt in die Partie. Herford, das drei Punkte Rückstand auf den Gegner hat, muss unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf den Klassenverbleib zu haben.

Aus eigener Kraft kann dagegen der SC Bad Neuenahr noch die Liga halten. Das Team empfängt ab 14 Uhr (Apollinarisstadion) die zuletzt enttäuschende SG Essen-Schönebeck. Holt der SC am Sonntag einen Punkt mehr als Herford, ist der Klassenerhalt für die Rheinländerinnen geschafft. Stürmerin Anne Bartke hat das Training wieder aufgenommen.

Christian Isert
Christian Isert

Christian Isert neuer Trainer in Crailsheim

Auf Abschiedstour befindet sich der TSV Crailsheim, der schon als erster Absteiger feststeht. Das Team tritt ab 14 Uhr beim VfL Wolfsburg (Stadion am Berliner Ring) an, hat aber mittlerweile einen Nachfolger für den zum Saisonende ausscheidenden Trainer Hubert Müller gefunden: Christian Isert, der zudem im Trainer-Lehrstab des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) tätig ist, unterschrieb einen Ein-Jahres-Vertrag.

Im letzten Heimspiel des SC Freiburg ist ab 14 Uhr der Hamburger SV im Möslestadion zu Gast. Im Hinspiel konnten die SC-Frauen mit einem glücklichen 1:0-Sieg nach Hause fahren. Sieben Siegen stehen nunmehr sechs Niederlagen gegenüber, Remis trennten sich die beiden Teams in der Bundesliga noch nie. Und zumeist ging es torreich zu: Im Schnitt fielen bislang knapp vier Tore pro Partie.

Mittelfeldakteurin Myriam Krüger bescheinigt dem Gegner Qualitäten: „Wenn sie einen guten Tag haben, wird das ein schweres Spiel für uns. Aber wir wollen den negativen Lauf beenden“ erklärt die 19-jährige nach zuletzt drei Niederlagen in Folge. Die zuletzt angeschlagenen Sinah Amann und Jana Linke sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ob sie zum Einsatz kommen können ist aber noch offen.

16.05.2009 08:53 UEFA Women's Cup DFB.DE EXKLUSIV

Martina Voss: "Ich lebe den Leistungsgedanken vor"

Im Interview: Martina Voss  © Bongarts/GettyImages
Im Interview: Martina Voss

Gut ein Jahr ist Martina Voss beim FCR 2001 Duisburg als Trainerin unter Vertrag. Innerhalb dieser Zeit ist es der 125-maligen Nationalspielerin gelungen, aus einem Team, das in den entscheidenden Situationen als wankelmütig galt, eine Spitzenmannschaft mit Siegerqualitäten zu formen. Heute (ab 17.45 Uhr, live in Eurosport) tritt Duisburg im Hinspiel des UEFA-Pokals der Frauen beim russischen Kontrahenten Zvezda-2005 Perm an.

Mit dem Einzug ins europäische Endspiel feiert der FCR 2001 seinen bislang größten Erfolg. Zudem steht die Mannschaft der viermaligen Europameisterin, die als Spielerin beim KBC und FCR Duisburg sowie dem TSV Siegen unter Vertrag stand und dabei viermal den DFB-Pokal und sechsmal die Deutsche Meisterschaft gewann, noch im Finale des DFB-Pokals. Ebenso zählt das Team zu den vier Spitzenteams der Frauen-Bundesliga, die den Kampf um die Meisterschaft in der aktuellen Saison so spannend wie nie machten.

Im DFB.de-Exklusivinterview mit Redakteurin Annette Seitz spricht die 41-jährige, zweifache "Fußballerin des Jahres", die vor ihrem Engagement in Duisburg als Verbandstrainerin tätig war, über die Ursachen für den Erfolg, äußert sich zu den Chancen im UEFA-Cup und erlaubt ganz persönliche Einblicke in ihre Gefühlswelt.

Frage: Der FCR 2001 Duisburg galt in den vergangenen Jahren immer auch als eine Mannschaft, der in wichtigen Spielen die Nerven versagten. In der aktuellen Saison ist das anders. Warum?

Martina Voss: Einerseits hat sich die Qualität der Mannschaft noch einmal erhöht, zum anderen hat sich aber auch jede einzelne Spielerin weiterentwickelt. Vor allem, was das Selbstbewusstsein angeht. Wenn ich etwa eine ganz junge Spielerin bringe, braucht die schon mal 20 Minuten, um in die Partie zu finden. Das ist ein ganz normaler Prozess. Und diesen Prozess haben wir in der aktuellen Saison auch als Mannschaft durchlebt. Wir sind von Woche zu Woche stärker geworden. Dabei hat uns das Vorrundenturnier im UEFA-Cup in der Ukraine sehr geholfen. Ich kann immer nur betonen, dass dieses Turnier weit weg von zu Hause ganz wichtig war. Als wir gegen drei Meisterteams gespielt haben, nicht wussten, was auf uns zukommt und diese dann dominierten - das hat uns sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Wir haben gesehen: Wir können mithalten, wir sind sogar besser, und das haben wir für die ganze Saison mitgenommen.

Frage: Nun steht das Hinspiel im Finale des UEFA-Pokals gegen Perm an. Welche Informationen haben Sie über diesen weithin unbekannten Gegner?

Voss: Perm ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die zu Hause noch stärker ist als auswärts. Sie sind zweikampf- und spielstark, nach vorne mit zwei guten Stürmerinnen gefährlich, die aus dem Nichts Tore erzielen können. In der Defensive haben wir bei ihnen Schwächen ausgemacht, und die wollen wir ausnutzen. Gott sei Dank liegen unsere Stärken ja in der Offensive. Wir haben die Qualität, Tore zu schießen. Nicht nur durch Inka Grings, sondern auch durch andere. Wir wollen im Spielort Kasan, wie es uns schon im Halbfinale in Lyon gelungen ist, die Basis für den Erfolg legen und ein gutes Ergebnis erzielen. Auch wenn die Bedingungen - beispielsweise durch die lange Anreise - sicher nicht so einfach sind.

Frage: Perm wird nicht in seiner Heimstätte spielen, wo der Kunstrasenplatz nicht regelkonform ist, sondern im 500 Kilometer entfernten Kasan. Ist das ein Vorteil für Ihre Mannschaft?

Voss: Nein. Perm hat in diesem Stadion schon ab dem Viertelfinale gespielt, sie kennen die Bedingungen. Für sie ist es ein Heimspiel. Es werden bis zu 10.000 Zuschauer erwartet, die die Mannschaft anfeuern werden. Zudem steht mit Perm erstmals eine russische Mannschaft im UEFA-Pokal-Finale. Das ist für sie mindestens genau so etwas Großes wie für uns.

Frage: Ist die Schwere der Aufgabe vergleichbar mit dem Halbfinale gegen Lyon? Die Französinnen wurden ja im Vorfeld sehr hoch gehandelt.

Martina Voss und Femke Maes (r.)  © Bongarts/GettyImages
Martina Voss und Femke Maes (r.)

Voss: Perm ist ins Finale eingezogen und hat auf dem Weg dorthin starke Gegner geschlagen. Die müssen ja was können. Sie werden allerdings ganz anders auftreten als Lyon. Sie sind viel kompakter, agieren im Vergleich zu Lyon mannschaftlich wesentlich geschlossener. Das macht sie so gefährlich. Die Spielerinnen gehören zum größten Teil der russischen Nationalmannschaft an, das heißt, sie kennen sich sehr gut und sind eingespielt. Lyon hat für mich die Schwäche gehabt, nicht als Mannschaft aufzutreten. Und das hat sich für uns als klarer Vorteil erwiesen. Das wird gegen Perm anders sein.

Frage: Was für eine Art Fußballspiel erwarten Sie?

Voss: Im Mittelfeld wird der Gegner sehr kompakt stehen. Ich glaube, sie gehen mit dem Motto ins Finale, hinten generell erst einmal dicht zu machen, gut zu stehen und auf Fehler von uns zu lauern. So war es auch gegen Umea im Halbfinale. Die Schwedinnen hatten wesentlich mehr Spielanteile und Torchancen, sie bestimmten die Begegnung - aber sie sind trotzdem ausgeschieden.

Frage: Also sind Sie gewarnt?

Voss: Auf jeden Fall. Wir haben Respekt, aber keine Angst. Ich weiß allerdings, dass wir eine realistische Chance auf den Titel haben. Der Schlüssel liegt für mich im Hinspiel.

Frage: Für die meisten Spielerinnen dürfte dieses Endspiel der Höhepunkt ihrer Laufbahn sein. Für Sie auch? Schließlich haben Sie als Spielerin schon sehr viele Titel geholt.

Voss: Das stimmt. Aber ich bin jetzt Trainerin. Das Ganze hat für mich jetzt eine ganz andere Bedeutung. Denn ich bin in völlig andere Organisationsprozesse eingebunden. Man muss ganz anders vorbereiten, mitdenken und planen. Ich betrachte mich - obwohl ich vor meiner Tätigkeit in Duisburg neun Jahre Trainerin bei einem Verband war - als Vereinstrainerin noch als Neuling. Ich habe auch viel gelernt in diesem einen Jahr beim FCR. Für mich ist das ein absolutes Highlight. Und dass wir das jetzt schon erleben, macht mich sehr stolz.

Frage: Zumal Sie ja in zwei Endspielen stehen: Neben dem UEFA-Cup-Finale noch im DFB-Pokalendspiel am 30. Mai. Welche Bedeutung hat das Duell mit Potsdam im Olympiastadion Berlin für Sie?

Voss: Das ist für mich die Bestätigung meiner Arbeit und Zielsetzung. Ich habe vor knapp einem Jahr den Verantwortlichen des FCR einen Drei-Jahres-Plan vorgelegt, in dem am Ende auch ein Titel stehen sollte. Jetzt haben wir schon im ersten Jahr die Möglichkeit, ein oder zwei Titel zu holen. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Für mich ist es aber zudem die Bestätigung meiner ganz persönlichen Leistung. Für die Gedanken, die ich mir mache, die Entscheidungen, die manches Mal auch aus dem Bauch heraus getroffen wurden. Ich glaube, ich habe einen ganz großen Vorteil: Ich bin authentisch, weil ich das alles schon als Spielerin erlebt habe. Ich lebe den Leistungsdanken und Leistungswillen vor, auch jetzt noch.

16.05.2009 17:45 UEFA Women's Cup

Rasanter russischer Aufsteiger Perm fordert Duisburg

Die Duisburgerin Inka Grings (r.) im Halbfinale gegen Lyon  © Bongarts/GettyImages
Die Duisburgerin Inka Grings (r.) im Halbfinale gegen Lyon

Seit 17.45 Uhr (live bei Eurosport) tritt der FCR 2001 Duisburg im Final-Hinspiel des UEFA-Pokals der Frauen bei seinem russischen Kontrahenten Zvezda-2005 Perm an. Wer ist eigentlich dieser Gegner, der hierzulande noch weitgehend unbekannt ist? DFB.de gibt Antworten.

Perm ist die östlichste europäische Stadt Russlands. Mit einer Bevölkerungszahl von 1,1 Millionen Einwohnern ist Perm die sechstgrößte Stadt in Russland und die zweitgrößte im Ural.

Im Jahr 2005 wurde der Verein gegründet. 2006 stieg man von der Regionalliga in die erste russische Liga auf. 2007 holte Zvezda die russische Meisterschaft und den Pokalsieg. 2008 konnte der Verein erneut den Titel in der russischen Liga holen.

Heimspiele in Kasan

Auswärtsspiele bestreitet der Club seit dem Viertelfinale permanent. Weil der Kunstrasen im heimischen Stadion nicht den Regularien entspricht, mussten die Heimspiele nach Kasan verlegt werden. Im dortigen Tsentralnyi-Stadion werden beim Hinspiel gegen Duisburg am Samstag 10.000 Zuschauer erwartet. Heimspielatmosphäre beim Auswärtsspiel. Kasan ist die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan und die achtgrößte Stadt des Landes. Die Arena fasst 30.000 Zuschauer.

Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt war Gegner von Perm in der zweiten Gruppenphase des UEFA-Cups. Beide Teams trafen im ersten Spiel aufeinander, Perm gewann mit 1:0 und wurde ohne Punktverlust Gruppenerster. Weil Frankfurt deshalb als Zweiter hinter den Russinnen landete, traf es schon im Viertelfinale auf den FCR 2001 Duisburg. Mit bekanntem Ausgang.

Der Weg ins Finale ist beeindruckend. In der ersten Qualifikationsrunde trat Perm beim Miniturnier in Litauen an und zog dort mit drei Siegen in die zweite Runde ein. Diese absolvierte das Team ebenfalls souverän – trotz der starken Gegner 1. FFC Frankfurt, Glasgow City und dem norwegischen Gastgeber Roa IL. Im Viertelfinale traf das Team auf Brondby IF. Im Hinspiel in Dänemark geriet Zvezda zwar früh in Rückstand, gewann aber noch mit 4:2. Im Rückspiel feierte man einen 3:1-Erfolg.

Ein echter Härtetest wartete dann im Halbfinale mit dem zweimaligen UEFA-Cup-Sieger Umea IK. Das Hinspiel in Kasan Ende März war das erste Pflichtspiel für die Russinnen seit fünf Monaten, dennoch gelang der 2:0-Sieg. Im zweiten Aufeinandertreffen in Schweden führte Umea zwei Mal, zwei Mal gelang Perm der Ausgleich. Das 2:2 reichte schließlich für den erstmaligen Einzug ins Finale.

Internationale Erfahrung

Trainerin Martina Voss (l.) mit Femke Maes  © Bongarts/GettyImages
Trainerin Martina Voss (l.) mit Femke Maes

Nationalspielerinnen hat der russische Meister jede Menge in seinen Reihen: Zehn Spielerinnen kamen in der Qualifikation zur EURO 2009 in der ukrainischen und russischen Nationalmannschaft zum Einsatz. Als herausragend gilt Torfrau Nadezhda Baranova, Leistungsträgerinnen sind zudem Abwehrchefin Ksenia Tsybutovich und Mittelfeldstrategin Valentina Savchenkova, die 2008 in Russland zur Spielerin des Jahres gewählt wurde. Trainer ist Aleksandr Grigoryan.

Martina Voss, Trainerin des FCR 2001 Duisburg über den Gegner: „Perm ist ins Finale eingezogen und hat auf dem Weg dorthin starke Gegner geschlagen. Sie werden allerdings ganz anders auftreten als unser Halbfinal-Gegner Lyon. Sie sind viel kompakter, agieren im Vergleich zu Lyon viel mehr als Mannschaft. Das macht sie so gefährlich. Die Spielerinnen gehören zum größten Teil der russischen Nationalmannschaft an, das heißt, sie kennen sich sehr gut und sind eingespielt. Lyon hat für mich die Schwäche gehabt nicht als Mannschaft aufzutreten. Und das hat sich für uns als klarer Vorteil erwiesen. Das wird gegen Perm anders sein.“

17.05.2009 11:59 UEFA Women's Cup

FCR Duisburg hat eine Hand am UEFA-Pokal

Duisburger Jubel über den deutlichen Hinspielsieg  © Bongarts/GettyImages
Duisburger Jubel über den deutlichen Hinspielsieg

Der FCR 2001 Duisburg hat nach dem deutlichen 6:0 (1:0)-Hinspielsieg beim russischen Meister Swesda-2005 Perm bereits eine Hand am UEFA-Pokal. Das Rückspiel am Freitag (19.30 Uhr/live bei Eurosport) in der Duisburger MSV-Arena sollte für die Mannschaft von Trainerin Martina Voss demnach nur noch Formsache sein.

"Ich bin wirklich stolz auf meine Mannschaft", sagte die 41 Jahre alte ehemalige Nationalspielerin. Jedes Tor war für den FCR so etwas wie ein Befreiungsschlag gewesen. Nach vier nationalen Vize-Meisterschaften in Folge steht der Ruhrgebietsklub nun im Rampenlicht. Gleich bei seinem Debüt im UEFA-Cup wird der FCR am kommenden Freitag als dritter deutscher Verein nach dem 1. FFC Frankfurt (2002, 2006, 2008) und Turbine Potsdam (2005) den Thron im europäischen Frauenfußball besteigen.

"Weltklasseleistung"

"Jede Spielerin hat heute an ihrem obersten Limit gespielt und eine Weltklasseleistung abgeliefert. Das gelingt uns nicht in jedem Spiel", sagte Voss weiter.

Einzig bei Linda Bresonik war die Stimmung nach dem Gala-Auftritt getrübt. Die Nationalspielerin vergab mit einem verschossenen Elfmeter (11.) die Chance zur frühen Führung, um später nach einem Foul gefrustet den Ball wegzuschießen. Die bittere Folge war eine Gelbe Karte und damit die Sperre für das Rückspiel. Im Gegensatz zu dem spärlichen Publikum in Kasan von unter 1000 Zuschauern sind für das Rückspiel in der MSV-Arena bereits 16.000 Karten verkauft.

Vorfreude ist ungebrochen

Die Vorfreude in Duisburg auf ein europäisches Fußball-Finale ist ungebrochen. Denn auch wenn die Spannung genommen ist und die Korken bereits geknallt haben, versprach Abwehrchefin Annike Krahn: "Wir werden unseren Fans trotzdem ein tolles Spiel liefern und danach mit ihnen feiern."

Duisburgs Sonja Fuss im Zweikampf  © Bongarts/GettyImages
Duisburgs Sonja Fuss im Zweikampf

Für den FCR wäre es der größte Erfolg der Vereinsgeschichte nach dem Gewinn der Meisterschaft im Jahr 2000 und des DFB-Pokals 1998. Den Vorsprung schossen die belgische Nationalspielerin Femke Maes (41.), Spielführerin Inka Grings (63.), Nationalmannschafts-Kollegin Fatmire Bajramaj (68.), erneut Maes (83.) und wiederum Grings (84./90.) heraus.

Perm hatte sich in der ersten Qualifikationsrunde beim Miniturnier in Litauent mit drei Siegen durchgesetzt und sich in der zweiten Runde in einer Gruppe mit dem 1. FFC Frankfurt, Glasgow City und dem norwegischen Gastgeber Roa IL behaupten könne. Im Viertelfinale traf das Team auf Brondby IF, im Halbfinale auf den zweimaligen UEFA-Cup-Sieger Umea IK.