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Dienstag, 2. März 2010

Haug sieht Red Bull vorne

Haug sieht Red Bull vorne

Was Michael Schumacher kann, kann Norbert Haug schon lange. Im Tiefstapeln sind beide ganz vorne dabei. Nach dem Rekordweltmeister hat auch der Mercedes-Motorsportchef seine Zweifel an einer vorderen Platzierung in den ersten Rennen der Saison geäußert. "Ich glaube, dass wir noch nicht ganz da sind, wo ich gern hätte, dass wir sind. Aber wir sind nicht ganz weit weg", sagte Haug bei Servus TV. "Die Konkurrenzsituation ist enger denn je. So hart wie jetzt war es noch nie. Es ist alles am Limit."

Allerdings hält der 57-Jährige im Gegensatz zu den meisten Experten nicht Ferrari, sondern Red Bull für den Topfavoriten auf die ersten Siege. "Ich glaube nicht, dass Gleichstand ist. Red Bull ist vorne." Dem pflichtete Christian Horner bei. "Red Bull ist in der besten Form, in der wir jemals waren", sagte der Teamchef der 'Roten Bullen'.

Montag, 1. März 2010

Der Countdown läuft

Der Countdown läuft: Ferrari, Red Bull oder McLaren?

"Ferrari ist das Team, das man schlagen muss", lautet das zutreffende Fazit nach den Testfahrten von Red-Bull-Teamchef Christian Horner. An allen Testtagen im Monat Februar waren Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso und Felipe Massa in der 'Roten Göttin' vorn dabei - bei welchen Bedingungen auch immer. "Dieser Ferrari ist das beste Auto, das ich je gefahren bin", bekundete der Spanier bereits: "Ob es das beste im Feld ist, werde ich erst in Bahrain wissen." Bis zum ersten Rennen in dem Wüsten-Königreich rauchen jetzt die Köpfe der Ingenieure über den unzähligen Daten, die die Fahrer in den vergangenen Wochen gesammelt haben. Allerdings standen den Teams nur 15 Tage zur Verfügung, und das immer nur mit einem Auto auf der Strecke - alles aus Kostengründen.

Bis zum Saisonauftakt in Bahrain bleiben die wahren Kräfteverhältnisse daher ein Rätsel. Nachdem im vergangenen Jahr Brawn GP die Testfahrten dominiert hatte wie selten ein Team zuvor, ist das Feld diesmal deutlich enger zusammengerückt. Hinter der favorisierten Scuderia lauert Sebastian Vettel mit Red Bull im Windschatten. "Ganz vorne sehe ich uns noch nicht, daran müssen wir noch etwas arbeiten", sagte Vettel. "Wir sind einigermaßen dabei. Sowohl mit mehr als auch mit weniger Benzin. Ferrari ist wohl etwas vorne."

Am letzten Testtag in Barcelona schob sich mit McLaren noch ein Team in die Phalanx der Favoriten, das zuvor meist hinterhergefahren war. In 1:20,472 Minuten fuhr Lewis Hamilton die mit Abstand schnellste Zeit der Woche. "Eine Zeit wie Hamilton muss man erst einmal fahren", staunte Vettel. "Kein Zweifel, McLaren ist stark", sagte auch Michael Schumacher beeindruckt.

Das Prädikat "stark" kann sich Schumis Mercedes-Team dagegen noch nicht auf die Fahne schreiben. Nach den schwachen Auftritten bei den Testfahrten lästerte sogar schon die Konkurrenz über Mercedes GP. "Mercedes ist in der zweiten Gruppe, gemeinsam mit uns, Williams und Sauber", sagte Jaime Alguersuari, Pilot des Underdog-Teams Toro Rosso. "Im Moment läuft es bei uns noch nicht so, wie wir uns das gewünscht haben", sagte Schumacher zerknirscht, schränkte aber ein: "Testen ist eine Sache, Rennfahren eine andere."

Wie alle anderen Teams haben auch die Silberpfeile noch umfangreiche Aerodynamik-Pakete im Köcher, die erst in Bahrain zum Einsatz kommen. "Wir bekommen einige Verbesserungen", gibt Schumacher die Hoffnung nicht auf, "aber ob es mehr oder weniger ist als bei den anderen Teams? Das kann man nicht wissen." In dem Wüsten-Königreich sei es in erster Linie das Ziel, "nicht zu weit weg von den Besten zu sein. Doch die Saison ist lang. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht um die Meisterschaft mitkämpfen sollten." Laut Teamkollege Nico Rosberg "fehlt nur noch das Feintuning".

Das Zeug für eine Überraschung beim Grand Prix vom 12. bis 14. März in Bahrain könnten Sauber, Toro Rosso und Williams haben. Die Favoriten sind jedenfalls nicht automatisch gesetzt. Der Papierform nach müssten Ferrari sowie Red Bull, McLaren und Mercedes GP den WM-Titel unter sich ausmachen. Die Verfolger mucken aber auf. "Das Feld liegt so eng zusammen wie im letzten Jahr. Die Tagesform wird entscheiden", prophezeit der neue Renault-Pilot Robert Kubica. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost befürchtet aber: "Das gilt für die ersten paar Rennen. Dann setzen sich die großen Teams durch, weil sie mehr Geld, mehr Leute und die bessere Infrastruktur haben, ihre Autos weiterzuentwickeln."

Mittwoch, 10. Februar 2010

Vettels Ziel: Weltmeister werden

Vettel hat nur ein Ziel: Weltmeister werden

10.02.2010, 14:41 Uhr
Auch die Rückkehr von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher bringt Sebastian Vettel nicht vom Kurs ab. "Mein Ziel ist ganz klar: Ich will Weltmeister werden", sagte der Vize-Champion des Vorjahres bei der schlichten Präsentation des neuen Red Bull auf dem Circuito de Jerez. "Darüber musste ich nicht lange nachdenken, das wusste ich schon seit letztem Jahr. Das hängt auch nicht davon ab, was jemand anderes macht und ob das Michael Schumacher oder andere sind. Ich bin zuversichtlich und habe keine Angst." Für Vettel gibt es aber "mehr als zwei Fahrer" im Rennen um den Formel-1-Titel. "Ich hoffe, wir sind so stark wie 2009 oder besser. Ferrari und McLaren sehen gut aus, auch Mercedes mit Michael Schumacher natürlich."

Red Bull präsentierte sein dunkelblau lackiertes Rennauto bei grauem, tristem Winterwetter in bescheidenem Rahmen. Am Vormittag enthüllten Vettel und sein Teamkollege Mark Webber den RB6. Danach drehte der Australier auf der südspanischen Strecke die Installationsrunde. "Das ist keine Mickey-Mouse-Version, das ist der echte Wagen. Er sollte gut laufen", sagte er. Der neue Dienstwagen des Duos ist laut Technik-Direktor Adrian Newey "eine Evolution des Vorjahresautos". Der RB6 weist eine relativ breite Frontpartie mit einem quer liegenden Flügel wie bei einem Hammerhai auf. Hinter der Lufthutze schließt sich eine hohe Heckflosse an. "Das Auto ist schön", sagte Vettel. "Vor allem unter der Abdeckung ist es sehr interessant. Jetzt müssen wir sehen, dass es hoffentlich schnell und zuverlässig ist."

Freude auf Duell mit Schumi

Vettel testet das neue Auto erstmals am Freitag. Während die anderen Top-Teams bereits vier Tage lang beim Testauftakt in Valencia fuhren, steigt Red Bull erst jetzt ein. Der 22-Jährige maß dem keine große Bedeutung bei: "Die fehlenden Testtage von letzter Woche sind kein Nachteil, aber auch kein Vorteil." Allerdings ist er nach der langen Pause heiß aufs Fahren. "Es gibt keinen wirklichen Ersatz zur Formel 1", deutete der fünfmalige Grand-Prix-Gewinner an, dass das intensive Fitness-Training mehr Last als Lust war. Teamchef Christian Horner versicherte: Sebastian und Mark sind topfit."

In die Saison, die am 14. März mit dem Großen Preis von Bahrain beginnt, geht Vettel äußerst selbstbewusst. Schließlich ist der Jungspund für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der Top-Kandidat auf den Titel: "Sebastian wird Weltmeister." Horner wies darauf hin, dass in der zurückliegenden Saison "der Diffusor uns den Titel gekostet hat". Jetzt gebe es klare Regeln. BrawnGP hatte den Doppel-Diffusor gegen den anfänglichen Protest vieler Konkurrenten von Beginn an eingesetzt und mit diesem technischen Kniff eine wesentliche Grundlage für Jenson Buttons WM-Triumph geschaffen.

Schumachers Comeback bereitet dem einst als 'Baby-Schumi' bezeichneten Vettel keine Bauchschmerzen. "Michael war ein paar Jahre nicht dabei. Mal abwarten, wie sich sein Team schlägt. Für ihn sind ja auch viele Sachen neu. Aber es ist klar, dass Michael ganz vorne mitfahren kann. Er ist keiner, der nur aus Spaß an der Freude fährt", sagte der Red-Bull-Pilot und fügte an: "Es ist schön, sich jetzt endlich auf der Strecke zu messen."

Der neue Red Bull

Vettels Auto "keine Revolution"

.., : Uhr
Red Bull hat sein neues Auto präsentiert. In Jerez enthüllten Sebastian Vettel und Mark Webber den RB6, mit dem die 'Roten Bullen' auf WM-Jagd gehen wollen. "Das neue Auto sieht besser aus und sollte schnell sein. Ob es dann wirklich so schnell ist, wird man erst auf der Strecke sehen. Auch wenn sich alle Zahlen, die der Computer ausspuckt, gut anhören. Ich denke, es wird schon passen", sagte Vettel.

Red-Bull-Berater Helmut Marko sagte: "Revolution ist es keine, aber das Gesamtpaket wird, glaube ich, sehr, sehr gut sein. Wir blicken optimistisch auf diese Saison."

Markantestes Merkmal des RB6 ist die extrem hohe Nase. Größter Unterschied des RB6 zu 2009 ist die völlige Integration des mehrstöckigen Diffusors ins Gesamtkonzept, die schon bei der Frontpartie beginnt.

Fotos

Datentabelle

Mittwoch, 21. Oktober 2009

"Vettel wird Weltmeister"

Horner: "Vettel wird Weltmeister"

Horner: Vettel wird Weltmeister
Die Enttäuschung nach dem verpassten Weltmeister-Titel war bei Sebastian Vettel und seinem Red-Bull-Team sehr groß. Doch mit etwas Abstand zu den Ereignissen beim Großen Preis von Brasilien zog Teamchef Christian Horner ein nüchternes Fazit und wertete die Saison 2009 als Erfolg. Zurecht: Denn mit fünf Siegen, fünf Pole Positions, 14 Podiumsplätzen und 135,5 Punkten nach 16 Rennen gelang dem Rennstall seine mit Abstand beste Saison.

Ein Grund für den rasanten Aufstieg des Teams ist Vettel, über dessen Entwicklung Horner sagte: “Unglaublich! Er ist ein sehr schneller Fahrer, dem nur eins fehlt: Erfahrung. Er wird immer besser. Ich denke, wir haben erst die Eisbergspitze von Sebastians Potenzial gesehen“, lobt der Teamchef den 22-Jährigen in einem Interview mit der ’Sport Bild’. Dazu gehöre auch, aus Fehlern zu lernen. “Alle großen Champions haben Fehler gemacht und daraus gelernt. Darauf kommt es an“, sagte Horner, der glaubt, dass Vettel 2010, spätestens 2011 Weltmeister wird. “Ich bin optimistisch, dass es in einem der beiden Jahre klappt.“

Gute Aussichten für Red Bull und Vettel

Horner gibt jedoch zu bedenken: “Im Titeljahr muss alles passen: die Leistung des Fahrers, die Zuverlässigkeit des Autos – und das nötige Glück.“ Genau daran haperte es in diesem Jahr. “Zu Beginn der Saison war es der Diffusor. Dann der verlorene 2. Platz von Sebastian in Melbourne, die Strafe in Malaysia, die Motorschäden und der Ausfall in Ungarn, als er mit Kimi Räikkönen kollidierte und mit kaputter Aufhängung ausfiel. Und zuletzt die Durchfahrstrafe in Singapur – das hat alles Punkte gekostet“, resümiert der 35-jährige Teamchef treffend. Red Bull hat also viel Raum für Verbesserungen. Dass Ferrari und McLaren-Mercedes nach einer verkorksten Saison im kommenden Jahr zurück an die Spitze kommen werden, bereitet Horner dabei kein Kopfzerbrechen. Es gebe keinen Grund, warum Red Bull nicht auch 2010 “konkurrenzfähig sein sollte“.

Montag, 19. Oktober 2009

Interview mit Sebastian Vettel

Vettel: Dennoch ein sehr, sehr gutes Jahr

Vettel: Dennoch ein sehr, sehr gutes Jahr
Platz vier im Rennen, den WM-Titel endgültig an Jenson Button verloren - wie geht es Ihnen jetzt?
Sebastian Vettel (Red Bull): Ich glaube, es gibt halt einen, dem es heute besser geht als mir. Es war aber dennoch ein sehr, sehr gutes Jahr, das beste, das unser Team je hatte. Unterm Strich waren wir aber nicht konstant genug. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Einige davon ich, einige das Team. Das sind Dinge, die man lernen muss, wenn man auf dem Weg nach oben ist.

Haben Sie Jenson direkt nach dem Rennen schon gratuliert?
Sebastian Vettel: Nein, ich bin im Auto sitzen geblieben. Ich musste das erst einmal verdauen. Aber Glückwunsch an Jenson, er hat halt die meisten Punkte gesammelt. Deswegen ist er auch ein Rennen vor Schluss schon Weltmeister.
Wie haben Sie das Rennen erlebt?
Sebastian Vettel: Wir haben das Beste herausgeholt, mehr als Platz vier war von der Startposition nicht drin. Ohne das Problem im Qualifying hätten wir sicher gewinnen können. Ich hatte noch eine kleine WM-Chance, aber die ist jetzt vorbei.

Was erwarten Sie vom letzten Rennen in Abu Dhabi?
Sebastian Vettel: Ich richte jetzt den Blick nach vorne. Unser Auto war überall in der Lage, aufs Podium zu fahren, mit Ausnahme von Monza. Deshalb glaube ich, dass auch in Abu Dhabi etwas drin ist. Das Team ist nach dem Sieg von Mark Webber auf jeden Fall motiviert genug. Wir haben die letzten beiden Rennen fürs Team gewonnen und hoffen jetzt auf den Hattrick.

Samstag, 17. Oktober 2009

Vettel hilft nur noch ein Wunder

Vettel hilft nur noch ein Wunder

Vettel hilft nur noch ein Wunder
Das war's: Im Regenchaos von Sao Paulo sind die letzten WM-Hoffnungen von Sebastian Vettel praktisch untergegangen. der Red-Bull-Pilot schied bei widrigen Wetterbedingungen bereits im ersten Zeitabschnitt der chaotischen Qualifikation zum Großen Preis von Brasilien aus. "Ich habe heute meinen Freischwimmer gemacht, bin mehr geschwommen als gefahren", klagte der 22-Jährige. Zuvor war er mit dem Helm auf dem Kopf tief frustriert schnurstracks ins Motorhome seines Red-Bull-Rennstalls gestapft. Als 16. hatte er im strömenden Regen auf dem 4,309 Kilometer langen Kurs in Interlagos nicht den Sprung in die nächste Runde geschafft - im Gegensatz zu WM-Spitzenreiter Jenson Button und dessen Brawn-Teamkollegen Rubens Barrichello.

"In den Runden, die ich hatte, ging nicht viel. Zum Schluss war dann einfach zu viel Wasser auf der Strecke", beschrieb Vettel sein Dauerregen-Dilemma. In der WM-Wertung sind seine Möglichkeiten, die nötigen 17 Punkte auf Button in den beiden letzten Saisonläufen aufzuholen, nun nur noch theoretisch. Denn: ein Sieg und ein zweiter Platz wären Pflicht. Zuspruch in der bitteren Stunde bekam Vettel umgehend von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Für Sebastian tut mir es außerordentlich leid - ein Jammer - aber es war bestimmt kein Fahrerproblem. Kopf hoch - solche Rückschläge machen einen sehr Guten nur noch besser."

Nur ein Wunder kann den eigentlich als 'PS-Rainman' gerühmten deutschen Piloten nun noch retten. "Ich hoffe, dass das Wetter im Rennen ein bisschen verrückt spielt und uns noch nach vorn spült", sagte Vettel. Für den Grand Prix sind die Wetteraussichten auf jeden Fall nicht besser als am Qualifying-Tag, an dem es über der brasilianischen Metropole blitzte und donnerte.

Vettels Titeltraum davongeschwemmt

Vettel versuchte, im ersten Zeitabschnitt so schnell wie möglich auf Touren kommen. Die Gefahr, dass die Session immer wieder unterbrochen würde, war groß. Nach nicht einmal fünf Minuten verhängten die Rennkommissare ein vorläufiges Fahrverbot, als sich Giancarlo Fisichella mit seinem Ferrari drehte und stehen blieb. Zu diesem Zeitpunkt lag Vettel noch auf Platz 1 - von allerdings nur sieben Piloten, die eine gezeitete Runde absolviert hatten. Nachdem das Safety Car die Piste geprüft und für wieder befahrbar befunden hatte, ging es weiter. 14 Minuten dauerte die Pause insgesamt.

Der Regen ließ zumindest etwas nach, die Zeiten der Fahrer wurden besser. Als Vettel sich dann anschickte, seine schnelle Runde zu drehen, steckte er aber im Verkehr fest. Die vor ihm fahrenden Autos wirbelten Gischt-Fontänen auf. "Wenn man da nicht mit einem normalen Straßenwagen fährt, wird man immer Probleme haben", sagte der Red- Bull-Mann. Und dann nahm der Niederschlag wieder zu. Vettel versuchte es, musste aber schon alle Fahrkünste aufbieten, um den Boliden überhaupt auf dem 4,309 Kilometer langen Kurs zu halten. Es nützte nichts. Ende, Aus.

Vettels Hoffnungen auf den Titel sind praktisch dahin. Button muss nur noch sechs Punkte einfahren, dann ist die 'Krone der Königsklasse' dem Briten sicher. Es sieht also so aus, dass nur Lokalmatador und Teamkollege Barrichello ihn noch aufhalten kann, er muss allerdings 15 Punkte auf Button aufholen.

Montag, 28. September 2009

Entwurf Formel 1

Vettel und Red Bull: Zu viele Fehler

Vettel und Red Bull: Zu viele Fehler
Peinliche Patzer und pures Pech: Sebastian Vettel hat seiner Pannenstatistik am Hafen von Singapur einen weiteren Eintrag hinzugefügt. Vor dem Reifenwechsel von der Radarfalle ertappt - das Malheur der deutschen Formel-1-Hoffnung auf dem Marina Bay Street Circuit fügte sich am Sonntag nahtlos in eine mit Fehlern gespickte Saison des Red-Bull-Rennstalls ein. "Einfach schade", sagte der sichtlich niedergeschlagene 22-Jährige. Zu forsch, zu grün, zu unbeständig präsentierten sich Vettel und sein Team in diesem Jahr im Titelkampf mit den abgezockten Brawn-Rivalen, die sich drei Rennen vor Schluss wohl nicht mehr ausbremsen lassen werden.

Seit dem Saisonstart wird Vettel immer wieder vom Fehlerteufel eingeholt. "Ich bin ein Idiot", bekannte er nach seinem Unfall mit BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica beim Auftaktrennen in Australien, der ihn den sicheren Podiumsplatz kostete. Zur Strafe musste der Hesse beim folgenden Rennen in Malaysia auch noch zehn Plätze weiter hinten starten, rauschte im Regen von der Piste und ging erneut leer aus. Der routinierte Jenson Button gewann im Brawn-Mercedes beide Rennen, Vettel war von Beginn an zur Aufholjagd gezwungen.

Dem Druck nicht standgehalten

Diesem Druck hielten er und seine Crew zu selten stand. Glanzvollen Siegen in Schanghai und Silverstone stehen vermeidbare Crashs wie der in der Sainte-Devote-Kurve von Monte Carlo und folgenschwere Flüchtigkeitsfehler gegenüber. In der Türkei gab Vettel seine Führung schon in der ersten Runde wegen eines Ausritts ab, schon wieder siegte Button. "Er hat zu viel gewollt", rügte Teamchef Christian Horner seinen Schützling. So war es wohl auch in Singapur, als Vettel zu schnell in die Boxengasse einbog und geblitzt wurde: Durchfahrtstrafe und Platz vier statt Rang zwei. "Leider vergeigt", urteilte RTL-Experte Niki Lauda gnadenlos.

Vom Titelkurs abgebracht wurde Vettel aber auch durch massive technische Probleme. Sein Renault-Motor konnte dem zuverlässigen und kraftvollen Mercedes-Triebwerk der 'Brawnies' zu oft nicht Paroli bieten. In Valencia erwischte es den Jungspund gleich mit zwei Defekten. Zuvor in Ungarn hatte er ebenfalls wegen Technik-Versagens aufgeben müssen. Im Saisonfinale kann Vettel nur noch gebrauchte Motoren einsetzen - ein weiterer Wechsel würde eine Strafversetzung um zehn Startplätze nach sich ziehen.

Zu allem Überfluss leistete sich Red Bull vermasselte Boxenstopps wie in Valencia, die Vettel entscheidend zurückwarfen. Dass sein Arbeitgeber lange Zeit keine Stallregie zugunsten des 40-maligen Grand-Prix-Teilnehmers walten ließ und ihm Teamgefährte Mark Webber unter anderem beim Heimrennen auf dem Nürburgring als Sieger die Show und WM-Punkte stehlen durfte, spricht wiederum fürs Fair-Play bei den 'Roten Bullen'. Vettels Titeltraum ist jedoch angesichts von 25 Zählern Rückstand auf WM-Favorit Button und drei verbleibenden Rennen praktisch geplatzt.

Mein Kommentar:

Bitte nicht falsch verstehen: Wenn ich einem Fahrer den Weltmeistertitel gönne, dann Sebastian Vettel. Aber vielleicht wäre es doch besser gewesen, es wäre rechnerisch keine Chance auf den Titel mehr da. Den Rückstand von 25 Punkten kann man aufholen, jedoch sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering.

Ich hoffe, Sebastian und das Team lernen aus dieser Saison. Denn es gilt schon zu Beginn einer Saison so viele Punkte wie möglich zu sammeln und sich möglichst einen Vorsprung auf die Konkurrenz herauszufahren. Hört sich einfach an, aber wenn es funktioniert, hat man am Ende der Saison einen großen Vorteil (siehe Jenson Button).

Ich bin mir sicher, dass Sebastian nach dieser Saison in den einen oder anderen nächsten Situation anders reagieren wird und so aus ihm noch ein beserer Fahrer werden wird.

Sonntag, 6. September 2009

Sebastian Vettel gibt nicht auf

Vettel plant WM-Attacke

Vettel plant WM-Attacke
Sebastian Vettel macht sich noch immer Hoffnung auf den WM-Titel. "Meine Chancen auf den Titel sind nach wir vor intakt", sagte der Red-Bull-Pilot der 'WamS': "Ich habe das Ziel, Weltmeister zu werden." Beim Großen Preis von Italien am kommenden Wochenende in Monza strebt der 22-jährige einen Sieg an: "Ich will in Monza gewinnen. Unser Auto war bisher auf jeder Strecke sehr konkurrenzfähig, natürlich mal mehr und mal weniger, aber alles in allem waren wir immer bei der Musik dabei."

Im Vergleich zur Konkurrenz schätzt Vettel sein Auto als "mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht gar stets einen Tick schneller" ein. Rivale Brawn habe dagegen offenbar im Moment Probleme, "die Leistung seiner Autos voll auszunutzen. Besonders Jenson Button." Dennoch müsse man den Briten als Favoriten im Titelrennen ansehen: "Er hat fünf Rennen vor Ende 19 Punkte mehr als ich.

Das Verhältnis zwischen Vettel und seinem australischen Red-Bull-Kollegen Mark Webber habe sich im Verlauf der Saison nicht verändert. "Wir sind zugleich Teamkollegen und Gegner", so Vettel. "Ab dem Qualifying geht jeder seinen eigenen Weg und versucht, den anderen zu schlagen - wie alle anderen auch." Ob es im WM-Rennen vor allem gegen die beiden Brawn-Fahrer Button und Rubens Barrichello oder am Ende gegen Webber geht, spielt für Vettel keine Rolle: "Wer gewinnen will, muss alle schlagen, da ist es egal, ob drei oder nur einen."

Mein Kommentar:

Noch ist nichts verloren, aber auch noch nichts gewonnen. Wenn Jenson Button so weiterfährt, sprich auf den hinteren Punkterängen landet, gilt es für Sebastian Vettel mindestens aufs Podest zu fahren. 19 Punkte kann man theoretisch schnell aufholen. Das einzige Hindernis könnten Motorenprobleme werden.

Sonntag, 30. August 2009

Stimmen zum Qualifying

Vettel: Das war suboptimal

Vettel: Das war suboptimal
Sebastian Vettel (Red Bull Racing): Wir hatten uns erhofft, weiter vorne zu stehen. In der letzten Runde hatte ich einen kleinen Fehler in Kurve 14, das war suboptimal. Ein unerwartetes Quali-Ergebnis. Für mich ist der 8. Startplatz herb. Schauen wir, wie es im Rennen läuft. Leider hat es nicht geklappt, ganz weit vor Button zu stehen.

Adrian Sutil (Force India): Die harten Reifen waren ganz ok. Aber mit den weicheren Reifen kam ich einfach nicht zurecht. Es ging insgesamt aber extrem gut. Leider bin ich am 3. Qualifying vorbeigeschrammt, aber der 11. Startplatz ist nicht schlecht. Bei Giancarlo Fisichella lief es perfekt. Keiner hat das erwartet. Ich freue mich sehr, besonders für das Team. Wir haben unseren Aufwärtstrend bestätigt. Wir werden alles daran setzen, im Rennen an die guten Leistungen anzuknüpfen.

Christian Horner (Teamchef Red Bull Racing): Eine ungewöhnliche Startaufstellung. Aber unsere Fahrer hatten nicht die besten Runden. Trotzdem haben wir eine gute Ausgangsposition für das Rennen zumal wir mit den harten und den weichen Reifen gleichermaßen gut zurechtkommen.

Button: Das ist sehr frustrierend

Mario Theissen (Teamchef BMW Sauber): Die Kräfteverhältnisse ändern sich schlagartig. Ich hatte darauf gehofft, dass sich das Blatt in der zweiten Saisonhälfte wendet und wir wieder nach vorne fahren können. Das Podium wäre ein Riesen-Erfolg. Ich bin sehr gespannt auf das Rennen.

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes): Wir wussten, dass es in Spa nicht leicht werden würde. Aber wir wussten nicht, wie große der Unterschied zu den anderen ist. Das konnten wir jetzt leider feststellen. Trotzdem werden wir im Rennen Spaß haben.

Jenson Button (Brawn GP): Normalerweise läuft es hier gut. Deshalb ist es sehr enttäuschend hier so weit hinten zu stehen. Ich hatte Probleme mit den weichen Reifen und habe einfach keine Balance gefunden. Das ist sehr frustrierend. Ich fühle mich einfach nicht wohl in dem Auto. Rubens Barrichello ist im Moment einfach schneller. Warum? Da kann ich mir keinen Reim drauf machen.

Donnerstag, 27. August 2009

Vettel freut sich: Spa liegt uns

Vettel freut sich: Spa liegt uns

Vettel freut sich: Spa liegt uns
Sebastian Vettel hat das Vertrauen in die eigene Stärke wiedergefunden: Sebastian Vettel will in Spa seinen Erfolgsweg mit Red Bull konsequent fortsetzen, um nicht erst in den kommenden zwei Jahren die Früchte seiner Arbeit zu ernten. "Ich glaube an mich und an uns als Team. Wir haben nur ein Ziel", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei RTL und sport.de).

Trotz des Ausfalls in Valencia, dem zweiten in Folge, und 25 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button (47:72) kommt es für Vettel nicht infrage, den WM-Kampf aufzugeben. "Nein, niemals, auch wenn es schwieriger wird", meinte der 22-Jährige, der sich selbst nichts vorzuwerfen hatte. "Es wäre schlimmer, wenn ich das Auto in die Wand geklatscht hätte", sagte Vettel, der daher nicht lange Frust schob.

Eine Erklärung, warum die Motorschäden - insgesamt schon sechs bei insgesamt nur acht erlaubten Triebwerken - gehäuft bei ihm auftreten, haben unterdessen weder das Team noch Vettel. "Vielleicht gebe ich zuviel Gas", sagte der Hesse mit einer Portion Galgenhumor. Zwar bestehe die Möglichkeit, im Saisonendspurt bereits verwendete Renault-Triebwerke einzusetzen, "aber es hilft definitiv nicht", sagte der Red-Bull-Pilot: "Genauso nur noch zwei neue Motoren zur Verfügung zu haben. Wir müssen jetzt genau auf uns und die Motoren schauen."

Vettel lässt es im Training langsam angehen

Als Reaktion auf die Motoren-Knappheit wird Vettel ab sofort freitags im Freien Training deutlich weniger fahren. "Das Letzte, was ich will, ist eine Strafe. Natürlich ist das kein Vorteil, aber es ist besser, mal einen Kaffee zu trinken, als zehn Startplätze zu verlieren", verriet er auf der offiziellen Pressekonferenz.

Angesichts der Tatsache, dass Button erneut schwächelte und nur zwei Punkte holte, ärgerte er sich dennoch darüber, in Valencia "eine mögliche Chance nicht wahrgenommen zu haben. Wir wollen es beim nächsten Mal besser machen, also am Sonntag." In Spa, auf einer Strecke, auf die sich Vettel fast wie ein kleiner Junge freut.

"Die Strecke ist eine der Besten überhaupt. Es macht unheimlich viel Spaß und ich freue mich. Außerdem glaube ich, dass der Kurs in Spa mit seinen schnellen Kurven unserem Auto besser liegt als beispielsweise die Strecke in Valencia", meinte er. Da wünscht er sich noch nicht einmal das typische belgische Regenwetter: "Das Wetter kann sein, wie es will, denn das Auto ist gut."

Und sollte es trotz allem am Ende der Saison nicht zum Titel reichen, will Vettel nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2011 im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen. "Red Bull ist siegfähig, das haben wir in diesem Jahr schon bewiesen. Es läuft in die richtige Richtung, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch vieles erreichen können", sagte er.

Auch Vettels früherer Förderer Gerhard Berger ist davon überzeugt, dass Vettel mit der Entscheidung für Red Bull und vorerst gegen Top-Teams wie Ferrari oder McLaren-Mercedes auf das richtige Pferd gesetzt hat. "Er fühlt sich in der Red-Bull-Familie wohl. Adrian Newey bleibt, Vettel hat das momentan schnellste Auto, das nur noch standfest werden muss. Das sind sehr gute Voraussetzungen für die Zukunft", sagte Berger. "Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass diese Verlängerung die geschickteste Lösung war." Zumal Vettel auch schon angedeutet hat, nach Ablauf des Vertrages "noch lange keine grauen Haare" zu haben.

Generell hält Berger Vettel für eine "Persönlichkeit und einen tollen Kerl": "Ich mag den Burschen einfach. Neben seinen tollen Leistungen und seinem großen Potenzial ist sein Auftreten einfach wohltuend", sagte der Österreicher, der am Donnerstag (27.08.) 50 Jahre alt wurde und Vettels weiteren Werdegang noch genau verfolgt: "Wenn man erfolgreich sein will, braucht man solche Leute."

Mein Kommentar:

Super, dass sich Sebastian so kämpferisch gibt. Zumal ja nun wirklich noch nichts verloren ist. Noch ist Jenson Button nicht Weltmeister. Jenson hat in den letzten Rennen immer nur ein paar "Pünktchen", das kommt Sebastian Vettel zugute. Es dürfen nur keine weiteren Ausfälle von ihm dazukommen. Das Punktesystem "bestraft" immer denjenigen, der keine Punkte holt.

Sonntag, 23. August 2009

Vettel in Valencia im Pech

Vettel - der große Verlierer von Valencia

Vettel - der große Verlierer von Valencia
Am Hafen von Valencia haben sich die Titelträume von Sebastian Vettel in Rauch aufgelöst. Ein Motorschaden in Runde 24 bedeutete für den Red-Bull-Piloten den zweiten Nuller in Folge. In der WM-Wertung rutschte Vettel (47 Punkte) dadurch auf den 4. Platz ab und durfte am Ende froh sein, dass WM-Spitzenreiter Jenson Button (72) als 7. nur 2 Punkte einfuhr. Der Abstand zu seinem Teamkollegen Mark Webber (51,5) blieb gleich, weil der Australier als 9. ebenfalls leer ausging und damit auch hinter Valencia-Sieger Rubens Barrichello (54) zurückfiel.

Es war ein Wochenende zum Vergessen für Vettel und seine "Roten Bullen“. Bereits im Freien Training am Samstag platzte Vettel erstmals der Renault-Motor im Heck seines Dienstwagens. Mit Startplatz 4 gelang dem 22-Jährigen im Qualifying zumindest Schadensbegrenzung, da der Red Bull mit dem Stop-and-go-Kurs von Valencia einfach nicht zurecht kam. Im Rennen setzte sich die schwarze Serie fort: Beim ersten Boxenstopp in Runde 18 funktionierte die Tankanlage nicht. Der Deutsche musste einen Umlauf später erneut in die Boxengasse abbiegen und fiel bis auf Rang 16 zurück.

Nur noch 2 Motoren für den Rest der Saison

"Wir waren eigentlich in einer guten Position. Nach dem ersten Stopp war dann schon klar, dass das heute nichts mehr wird“, sagte Vettel nach dem technisch bedingten Aus sechs Runden später – das Ende eines durch und durch verkorksten GP-Auftritts, der die Titel-Chancen Vettels besiegelt haben könnte. Denn nach dem zweiten Motorschaden binnen zwei Tagen stehen dem Deutschen für die verbleibenden 6 Saison-Rennen nur noch 2 Aggregate zur Verfügung. Danach hat jeder Motorwechsel eine Strafversetzung von 10 Plätzen in der Startaufstellung zu Folge

Eine denkbar schlechte Ausgangsposition für den Titel-Kampf, zumal Brawn GP nach einer Schwächephase nun wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben scheint. Abgehakt hat Vettel den Titel jedoch noch nicht. "Wir sehen dann am Ende, ob es sich ausgegangen ist“, sagte der WM-Vierte, gestand aber ein: "Wenn man in Rückstand ist und jeden Punkt mitnehmen will, darf das nicht passieren." Schon in einer Woche hat Vettel in Spa-Francorchamps die Chance auf Wiedergutmachung. Doch nach diesem Pleiten-, Pech- und Pannen-Wochenende ist Vettel mehr denn je auf die Hilfe der Konkurrenz angewiesen – und darauf, dass sein Team ab sofort seine Hausaufgaben besser macht.

Vettel: "Ich habe keine Erklärung"

Vettel: Ich habe keine Erklärung
Die Probleme in Ihrem Rennen fingen schon sehr früh an. Was war da los?
Sebastian Vettel: "Wir waren eigentlich in einer guten Position. Nach dem ersten Stopp war dann schon klar, dass das heute nichts mehr wird. Da ging leider kein Benzin ins Auto, so traurig das klingt. Danach musste ich aufgeben. Es scheint, dass etwas am Motor war."

Sind Sie jetzt sehr frustriert?
Vettel: "Von meiner Seite aus hätte ich nicht viel mehr machen können. Wenn ich das Auto in die Mauer gestopft hätte, wäre es viel schlimmer gewesen. Es ist kein Frust da. Es ist wie wenn ein Radfahrer nach einem Anstieg vorne ist und dann bei Abfahrt das Fahrrad kaputtgeht. Das darf man sich nicht selber zuschreiben. Aber in der WM wird es nun natürlich schwieriger."

Sie haben für den Rest der Saison nur noch zwei neue Motoren zur Verfügung. Könnte das zu einem Problem werden?
Vettel: "Wir sehen dann am Ende, ob es sich ausgegangen ist. Solche Dinge passieren leider, die sind auch schon anderen passiert. Wenn man in Rückstand ist und jeden Punkt mitnehmen will, darf das nicht passieren. Ich habe keine Erklärung, warum der Motor bei uns kaputtgeht und bei Renault nicht."

Was erwarten Sie jetzt vom nächsten Rennen am kommenden Sonntag in Spa?
Vettel: "Spa ist eine wunderschöne Strecke. Ich freue mich unheimlich. Jeder, der diese Strecke nicht genießt, macht irgendetwas falsch."

Freitag, 21. August 2009

Vettel verlängert bei Red Bull

Vettel verlängert Vertrag vorzeitig

Vettel verlängert Vertrag vorzeitig
Die Zukunft von Sebastian Vettel ist bis mindestens 2011 geklärt. Die von vielen Teams begehrte Formel-1- Hoffnung will seinem Rennstall Red Bull weiter Flügel verleihen. "Red Bull freut sich bekanntzugeben, dass es den Vertrag mit Sebastian Vettel bis Ende 2011 verlängert hat, mit einer Option für 2012", hieß es knapp in einer sechszeiligen Presseerklärung des österreichischen Teams kurz vor dem ersten Freien Training zum Großen Preis von Europa in Valencia.

Vettel, deutsche WM-Hoffnung und WM-Dritter vor dem elften Saisonlauf, hat in seiner ersten Saison für Red Bull bereits zwei Siege eingefahren und gilt als einer der begehrtesten Piloten im Starterfeld. Mit der Bekanntgabe wurden jegliche Spekulationen, wohin der Weg des Heppenheimers nach dem Ende seines bisherigen Kontrakts Ende 2010 führen könnte, im Keim erstickt. Spekuliert wurde sogleich, dass der 22-Jährige für sein verlängertes Engagement im Team des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz auch entsprechend entlohnt wird. "Wir wollten vermeiden, dass es Spekulationen um seine Zukunft gibt", sagte Teamchef Christian Horner. "Es ist eine gute Nachricht für das gesamte Team." Vettel selbst sagte: "Das Team verleiht Flügel und ich möchte, dass meine noch weiter wachsen."

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Während die Zukunftsfrage bei Kollegen wie seinen deutschen Landsmännern Nick Heidfeld und Nico Rosberg oder auch beim zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso für nächstes Jahr noch ungeklärt ist, hat Vettel klare Verhältnisse geschaffen. Sicherlich nicht ohne Stolz verwies Red Bull in seiner Erklärung darauf, dass Vettel dem Red Bull Junior Team entstamme.

Der 22-Jährige mit dem listigen Grinsen und den hellwachen Augen war vor der laufenden Saison vom Schwester-Team Toro Rosso zu Red Bull aufgestiegen. Im vergangenen Jahr hatte Vettel in Monza seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert und seinem Ruf als Regenspezialist alle Ehre gemacht. Es war zugleich der erste Erfolg für einen der beiden Mateschitz-Rennställe. Vor seinem Engagement als Stammpilot bei Toro Rosso war Vettel Test- und Ersatzfahrer bei BMW Sauber. Für den bayrischen Werksrennstall hatte er im Juni 2007 sein erstes Formel-1-Rennen bestritten und war gleich bei seinem Debüt in der 'Königsklasse' in die Punkteränge gerast.

Längst wird Vettel stets von Journalisten und Fans umringt, sobald er irgendwo auftaucht. Bei den Pressemeetings im Motorhome von Red Bull drängen sich die Medienvertreter, die Augen und die Mikros der Diktiergeräte sind auf Vettel gerichtet, dessen Formel-Karriere 2003 ihren Anfang nahm. 2004 gewann er bereits die Formel-BMW- Meisterschaft. Nach seinem Formel-1-Debüt 2007 als Ersatz des zuvor verunglückten Robert Kubica ließ ihn BMW-Sauber mitten in der Saison ziehen, weil Vettel die Möglichkeit auf ein Stammcockpit bei Toro Rosso bekam. Und mit Turbo-Geschwindigkeit entwickelte sich Self-Made-Man Vettel (er managt sich selbst) zum Siegkandidaten mit berechtigter WM-Hoffnung.

Montag, 27. Juli 2009

FIA sperrt Renault / Vettel unter Druck

FIA sperrt Renault für Alonsos Heimspiel

FIA sperrt Renault für Alonsos Heimspiel
Die Rennkommissare des Großen Preises von Ungarn haben Renault für das nächste Rennen am 23. August in Valencia suspendiert. Dies teilte der Internationale Automobil-Verband FIA nach dem Rennen auf dem Hungaroring mit. Damit wurde bestraft, dass bei Fernando Alonsos Rennwagen in der 14. Runde erst eine Radkappe und dann das rechte Vorderrad weggeflogen waren. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien darf somit bei seinem zweiten Heimrennen nach Barcelona nicht starten. Die Sperre gilt auch für seinen Teamkollegen Nelson Piquet.

Renault hat gegen diese Entscheidung Einspruch eingelegt. Entsprechend der FIA-Vorschriften bezahlte es die dafür erforderlichen 6.000 Euro an Sicherheitsgebühr. Die drei Kommissare warfen dem französischen Team vor, Alonso nach dem Boxenstopp in der 12. Runde losgeschickt zu haben, obwohl die Radmuttern vorne rechts nicht richtig fest gewesen seien. Dadurch wäre klar gewesen, dass das Rad nicht gesichert gewesen sei. Die Verantwortlichen hätten ihren spanischen Piloten auch nicht über den Fehler informiert, obwohl dieser sie per Boxenfunk kontaktiert hatte, weil er geglaubt habe, es handle sich um einen Plattfuß.

In der 14. Runde flog in Kurve fünf dann die Radkappe ab. In Kurve neun löste sich dann das Rad und knallte in eine Leitplanke. Es war offensichtlich nicht durch das obligatorische Halteseil zusätzlich gesichert. Der Unfall hatte keine Folgen für andere Fahrer, Streckenposten oder Besucher. Alonso konnte auf drei Rädern an die Box zurückrollen, gab nach der Reparatur aber drei Umläufe später auf.

Mein Kommentar:

Schon heftig, mit einer Sperre hätte ich jetzt nicht gerechnet, obwohl es schon eine gefährliche Situation war. Da Alonso aber nur langsam fahren konnte, wurde er durchgereicht und als das Rad abflog, war somit kein anderes Fahrzeug in der Nähe. Es hat mich auch gewundert, dass das Rad überhaupt "weggeflogen" ist, da es ja eigentlich durch diese Seile zusätzlich gesichert sein sollte.

Beim Boxenstop sah es so aus, als wollte der Mechaniker gerade noch einmal testen, ob das Rad richtig befestigt ist, da hatte der Lolipop-Mann Alonso schon das Zeichen zum losfahren gegeben. Wäre die Frage gewesen, ob man Alonso noch schnell per Funk hätte informieren können, dass er nicht aus der Box rausfährt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Mechaniker ihn dann noch hätten zurückschieben dürfen. Er hätte zwar dadurch Zeit verloren, hätte aber weiterfahren können. So war das Rennen für ihn zu Ende.

Vettel nach Nuller unter Druck

Vettel nach Nuller unter Druck
Die Null-Nummer auf dem Hungaroring hat Sebastian Vettel im Titelrennen entscheidend zurückgeworfen. Viel stärker als der auf 23 Punkte gewachsene Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button wiegt der Fakt, dass die deutsche WM-Hoffnung nun auch gegenüber Red-Bull-Teamkollege Mark Webber ins Hintertreffen zu geraten droht. "Das ist natürlich bitter", stöhnte der große Verlierer nach seinem technischen K.o. beim Großen Preis von Ungarn. "Wir müssen aufholen. Jeder Punkt hilft." Vettel sprach dabei zwar im Plural, bezog dies aber ausschließlich auf sich, denn Webber liegt voll im Plan.

Befürchtungen, als neuer Gesamtdritter nun zur Nummer 2 bei den Roten Bullen heruntergestuft zu werden, muss Vettel indes keine hegen. Teamchef Christian Horner versicherte, dass beide Piloten "gleichberechtigt sind". Webber, der sieben Rennen vor Saisonschluss 4,5 Zähler vor dem Heppenheimer liegt, sagte: "Es wäre viel zu früh, auf mich zu setzen. Sebastian und ich können die BrawnGP zusammen einholen." Vor dem Ungarn-Grand-Prix hatte der Australier erklärt: Sollte einer von ihnen beiden am Schluss vorne liegen, so habe er es auch verdient.

Brawn GP und Button im Sturzflug

Verläuft die WM nach der vierwöchigen Sommerpause, in der die Formel-1-Fabriken erstmals 14 Tage Betriebsferien machen müssen, weiter wie zuletzt, hat Horner fürs Finale zwei heiße Eisen im Feuer. "Wir haben den Abstand in der Konstrukteurs-Wertung weiter verkürzt", stellte er zufrieden fest. Seit seinem letzten von bislang sechs Saisonsiegen am 7. Juni in Istanbul schmolz der damals 32 Zähler betragende Riesenvorsprung des bereits voreilig als neuer Champion gefeierten Button beinahe um die Hälfte. Während Webber (24) in den anschließenden drei Rennen fleißig punktete und auch Vettel (18) trotz der Ungarn-Pleite aufholte, geriet der einstige Überflieger (9) gewaltig ins Trudeln.

Vettel nach Nuller unter Druck
Büßt der Brite weiterhin regelmäßig pro Rennen zwischen vier und sieben Punkte auf einen oder gar beide Red-Bull-Rivalen ein, platzt der schöne Traum vom Titeltriumph früher als für möglich gehalten. "Es ist enttäuschend, weil wir große Hoffnungen für diesen Grand Prix hatten", klagte Button nach seinem siebten Platz. "Wir hatten Glück, wenigstens zwei Punkte mitnehmen zu können." Teamchef Ross Brawn räumte etwas ratlos ein: "Ungarn hat uns bezüglich der Performance des Autos mit einer Reihe von Fragen zurückgelassen, auf die wir Antworten finden müssen. Wir versuchen, nach den Betriebsferien bis zum nächsten Rennen die Ursachen für die Probleme zu finden und zu unserer alten Form zurückzufinden."

Profitiert Red Bull vom Silberpfeil-Aufschwung?

Aus der plötzlichen Schwäche der BrawnGP schöpft Vettel Hoffnung. "Die WM ist noch längst nicht vorbei", sagte er kämpferisch. Sein technisch bedingter Ausfall auf dem Hungaroring sei "natürlich schade", aber davon lasse er sich die Ferienlaune nicht verhageln. Beste Laune herrschte nach dem wie ein Befreiungsschlag wirkenden Sieg von Lewis Hamilton bei McLaren-Mercedes. "Dieser Erfolg steht im Ranking weit oben, weil er so überraschend kam", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug euphorisch. "Die Silberpfeile fliegen wieder." Weil zudem erstmals ein Auto mit dem Hybrid-System KERS gewann, sprach Haug sogar von "einem historischen Sieg".

Jetzt gehe es erst richtig zur Sache. Hamilton sieht ebenfalls gute Chancen auf weitere Podestplätze, glaubt angesichts von 51 Punkten Rückstand auf Landsmann Button aber nicht mehr an die Titelverteidigung. McLaren-Mercedes und die ebenfalls wieder erstarkten Ferrari könnten im Zweikampf zwischen BrawnGP und Red Bull aber eine entscheidende Rolle spielen. Sollten die einstigen Branchenführer sich dauerhaft vor oder zwischen den Emporkömmlingen platzieren und Button weiterhin nicht auf die Beine kommen, würden Vettel und Webber automatisch davon profitieren.

Mein Kommentar:

Das Punktesystem bestraft denjenigen, der ausfällt. Selbst wenn ein Fahrer, der um die WM fährt, nur einen oder zwei Punkte holt, ist das immer noch besser, als gar keine Punkte. Da die Brawns momentan - warum auch immer - nicht mehr so stark sind, wie zum Anfang der Saison, ist noch alles möglich.

Ich finde es gut von Red Bull, dass sie sich nicht auf einen Fahrer konzentrieren. Zumal es zum derzeitigen Zeitpunkt auch noch viel zu früh dafür wäre. Mal schauen, wie sich das Duell zwischen Vettel und Webber weiterentwickeln wird.

Sonntag, 26. Juli 2009

Ergebnis des Rennens in Budapest

Rückschlag für Vettel bei Hamilton-Comeback

Rückschlag für Vettel bei Hamilton-Comeback
Die Silberpfeile fliegen wieder. Eine fehlerfrei Leistung und das Energierückgewinnungssystem KERS haben Lewis Hamilton und McLaren-Mercedes beim Großen Preis von Ungarn den ersten Saisonsieg beschert. Auch Ferrari durfte sich einen Tag nach dem schweren Unfall von Felipe Massa im Qualifying zumindest mit einem sportlichen Erfolgserlebnis trösten: Teamkollege Kimi Räikkönen sicherte sich Platz 2 vor Red-Bull-Mann Mark Webber, den eine Panne beim ersten Boxenstopp eine bessere Platzierung kostete.

Stallgefährte Sebastina Vettel verspielte seine Siegchancen dagegen bereits am Start. Von Position 2 kam der Red-Bull-Pilot auf harten Reifen wie schon so oft in dieser Saison nicht in die Gänge und wurde vom von hinten heranfliegenden Hamilton nach rechts abgedrängt. Dann musste Vettel nach der ersten Kurve auch noch einen Rammstoß von Räikkönen einstecken, die Folge: der Deutsche fiel zunächst auf Platz 6 zurück und in Runde 30 mit einem technischen Defekt aus; offenbar ein Folgeschaden der Kollision mit Räikkönen.

"Es hat urplötzlich einen Schlag gegeben, die linke Aufhängung war kaputt. Es ging nichts mehr", beschrieb Vettel den Moment, der ihn in Runde 27 zunächst zu einem außerplanmäßigen Stopp zwang. Drei Durchgännge später parkte der 22-Jährige seinen Boliden frustiert in der Garage. "Das ist bitter. Wir müssen jeden Punkt aufholen. Wenn man dann nicht ankommt, kann man natürlich nicht punkten", sagte der Deutsche enttäuscht. Statt Vettel ist nun Teamkollege Webber als WM-Zweiter (51,5 Punkte) schärfster Verfolger von WM-Spitzenreiter Jenson Button (70). Kleiner Trost für Vettel: Button kam in seinem Brawn GP nur als Siebter in Ziel und konnte dadurch nur zwei Zähler gut machen.

Rückschlag für Vettel bei Hamilton-Comeback
Dennoch gab es für die schwarz-rot-goldene Fahrer-Flotte Grund zur Freude: Williams-Pilot Nico Rosberg Rosberg landete wie schon beim Heimspiel auf dem Nürburgring auf Platz vier und war damit bester der fünf Deutschen. Glock, der im Vorjahr in Budapest als Zweiter sein bislang bestes Formel-1-Resultat geholt hatte, kämpfte sich im Toyota von Startplatz 13 bis auf Position sechs nach vorne und holte nach zuletzt zwei neunten Plätzen wieder WM-Punkte. Am größten war jedoch die Freude bei McLaren-Mercedes. "Das war eine Sensation. Lewis war heute eine Klasse für sich", jubelte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem eindrucksvollen Comeback der Silbernen in einer bisher völlig missratenen Saison.

Den Grundstein für seinen ersten Erfolg nach neunmonatiger Durststrecke legte Hamilton bereits am Start. Mit den Zusatz-PS des Energierückgewinnungssystems KERS seines Silberpfeils katapultierte sich der Brite von Position 4 zunächst auf Platz 2, verlor diesen Rang aber in der ersten Kurve sofort wieder an Webber. Drei Umläufe später musste sich der Australier dann aber doch geschlagen geben: Dank KERS kassierte Hamilton den Red-Bull-Mann mit einem blitzsauberen Überholmanöver und machte sich auf die Verfolgung von Fernando Alonso, der seine Pole Position am Start problemlos verteidigt hatte.

Als der Spanier in Runde 12 in die Boxengasse abbog übernahm Hamilton die Führung und gab sie bis ins Ziel praktisch nicht mehr ab. Alonso musste seine Hoffnungen auf eine vordere Platzierung dagegen nach dem 1. Stopp begraben: Wegen einer nicht richtig montierten Radmutter machte sich das rechte Vorderrad seines Renaults in der ersten Runde nach dem Service selbstständig und sprang über die Strecke. Mit viel Glück entkam die Formel 1 einen tag nach dem spektakulären Horror-Crash von Massa einem weiteren Unglück. Auf drei Räder schaffte es Alonso noch einmal zurück in die Box, fiel jedoch auf den letzten Platz zurück bevor eine defekte Benzinpumpe in Runde 17 sein Rennen endgültig beendete.

Drei Umläufe später fiel die Vorentscheidung um die Podiumsplätze, als die Zweitplatzierte Webber gleichzeitig mit seinem Verfolger Räikkönen zum ersten regulären Stopp von der Strecke abbog. Weil der Tankstutzen klemmte verlor Webber wertvolle Zeit und kollidierte beim Herausfahren aus seriner Box auch noch fast mit Räikkönen, der von seinem Ferrari-Team schneller abgefertigt worden war und in der Boxengasse auf Platz 2 durchschlüpfte. Hamilton ließ sich von alldem nicht beeindrucken. Hamilton ließ sich von alldem nicht beeindrucken. Wie zu den besten Zeiten in seinen ersten beiden Jahren in der Königsklasse kontrollierte der jüngste Champion in der Formel-1-Geschichte das Rennen und blieb auch nach seinem 2. Service in Runde 47 in Front.

Auch auf den Plätzen 2 und 3 änderten die zweiten Stopps nichts mehr an der Reihenfolge, obwohl Webber erst 5 Runden nach dem vor ihm fahrenen Räikkönen zum 2. Service kam. Nach 70 Runden war der erste Hamilton-Sieg seit dem 19. Oktober 2008 in Chin aperfekt. "Danke Jungs. Das war schön. Wir haben so hart dafür gearbeitet. Ich bin Das war so schön. Wir haben so hart dafür gearbeitet. Ich bin so froh, dass es endlich geklappt hat", schrie Hamilton in Boxenfunk bei seiner Ehrenrunde.

Während Hamilton mit seinem Erfolg in der Puszta den Aufwärtsrtrend der Silbernen bestätigte, erlebte die deutsche Konkurrenz von BMW Sauber ein weiteres Debakel. Schon nach der Qualifikation war das Rennen auf dem zweitlangsamsten Kurs im Formel-1-Kalender für die 'Weiß-Blauen' gelaufen. Zum dritten Mal hintereinander blieb BMW- Sauber ohne Punkte. Nick Heidfeld wurde nur Elfter, der Pole Robert Kubica 13. Bitter verlief auch der Tag für Adrian Sutil. Schon in der Formationsrunde überhitzte der Mercedes-Motor in seinem Force India. Sutil startete trotzdem, kam aber schon kur darauf wieder an die Box und gab auf.

Freitag, 24. Juli 2009

Mark Webber im Interview

Webber: Komme gut mit Sebastian aus

Webber: Komme gut mit Sebastian aus
Vor dem Großen Preis von Ungarn (Sonntag bei RTL und sport.de ab 12.30 Uhr) sprach der Sieger des Deutschland-GP, Mark Webber, mit RTL unter anderem über seine Gefühle nach dem Sieg am Nürburgring und sein Verhältnis zu Sebastian Vettel.

Mark Webber über…

…das Gefühl, einen GP zu gewinnen:

"Natürlich ist das ein großer Tag! Wenn man anfängt, bei der Formel 1 zu fahren, will man natürlich so erfolgreich wie möglich sein. Zunächst möchte man Punkte sammeln, dann aufs Podium und schließlich ganz nach oben auf das Siegertreppchen kommen. Aufgrund diverser Umstände hat es zwar offensichtlich bei mir etwas länger gedauert, als ich es gewollt hätte, aber jetzt bin ich in einer guten Ausgangsposition, aufs Podium zu kommen. Ich habe in diesem Jahr ein tolles Auto und ein tolles Team. Wir pushen uns gegenseitig, um das Beste aus dem Auto zu holen. Beim Deutschland-GP hat einfach das Timing gestimmt. Das Rennen auf dem Nürburgring war für mich ein ganz besonderer Tag. Der Sieg hat nicht mein ganzes Leben verändert, aber es ist natürlich schön, so was in seine Bilanz aufnehmen zu können. Und der Doppelsieg ist vor allem gut für das Team. Wenn wir unser Ziel, die Konstrukteursweltmeisterschaft zu gewinnen, betrachten, war das natürlich was ganz Besonderes."

…über seinen Jubelschrei kurz nach Ende des Rennens auf dem Nürburgring:

"Ich habe gar nicht mitgekriegt, wie lange ich eigentlich geschrien habe. Ich habe die Mechaniker gesehen und war darüber sehr glücklich, weil ich mit manchen von ihnen schon seit langer Zeit zusammenarbeite. Es war einfach toll, an dem Tag mit ihnen zusammen zu sein, als ich meinen ersten Grand-Prix gewonnen habe. Ich bin zwar schon viele Rennen gefahren, aber hatte bisher nie wirklich eine Chance gehabt, einen Grand-Prix zu gewinnen und das ist jetzt seit circa einem Jahr anders."

Webber: Komme gut mit Sebastian aus
…über seinen Fahrradunfall während des Ausdauer-Rennens "Tasmanian Challenge" während der Winterpause vor der Saison 2009:

"Als ich während des Fahrradrennens mit dem Auto zusammenstieß und auf dem Boden lag, habe ich mir mehr über meinen zukünftigen Gesundheitszustand als über meine Rennkarriere Sorgen gemacht. Ich hatte Angst um meine Wirbelsäule und was mit mir passieren würde. Im Krankenhaus haben sie mich erstmal beruhigen müssen und mich geröntgt. Erst als feststand, dass ich mir 'lediglich' das Bein gebrochen hatte, habe ich über meine Karriere nachgedacht. Ich hatte tolle Leute um mich herum, die mir dabei geholfen haben, das Training wieder aufzunehmen. In Melbourne fühlte ich, dass es besser wurde und das hält bis heute an."

…über seine Rolle als WM-Favorit und sein Verhältnis zu Sebastian Vettel:

"Wir kommen gut miteinander zurecht und lachen auch viel, wie zum Beispiel mit den Ingenieuren. Wir konzentrieren uns beide sehr darauf, das Beste aus den Autos zu holen. Wir versuchen uns gut abzustimmen, um die beste Leistung mit den Autos zu bringen. Und dann liegt es einfach an uns. Wenn Sebastian am Ende der Saison 20 Punkte vor mir liegt, verdient er es auch. Wenn es anders herum sein sollte, verdiene ich es. So sollte es auch in der Formel 1 sein. Momentan ist es zwischen uns sehr eng, was die Punktelage betrifft. Ich glaube aber nicht, dass das bis zum Ende der Saison so bleiben wird. Es kann immer mal etwas passieren und dann könnte ein Fahrer ausfallen. Für die Konstrukteure ist es eine tolle Situation. Für die Fahrer ist es schwer einzuschätzen, was sie tun sollen, weil beide die Möglichkeiten haben, es gut zu machen."

…über die Möglichkeit, den Titel gewinnen zu können:

"Bislang ist es für mich die größte Chance, an den Titel zu kommen, die ich jemals hatte. Ich habe enorme Möglichkeiten, etwas zu tun, was ich nie zuvor gemacht habe. Am Anfang des Jahres war mein großes Ziel, unter die Top-Drei zu kommen, was an und für sich schon ein großes Vorhaben war. Man muss bedenken, mit Sebastian Vettel habe ich einen schnellen Gegner im selben Team und dann gibt es auch noch 19 weitere Rennfahrer. Aber mein Ziel orientiert sich jetzt etwas mehr an der Spitze. Ich konzentriere mich auf jedes Rennen und tue mein Bestes. Es gibt natürlich viele Menschen in Deutschland, die sich wünschen, dass Sebastian gewinnt. Das ist ganz natürlich. Aber glaubt mir, zusammen geben wir das Beste, was wir können und genießen den Zweikampf."

Sonntag, 12. Juli 2009

Interview mit Vettel / Schwieriges Rennen für Sutil

"Es ist gut, diese Punkte mitgenommen zu haben"

Es ist gut, diese Punkte mitgenommen zu haben
Platz zwei beim Heimrennen hinter Ihrem Teamkollegen: Wie ist ihre Gefühlslage?
Sebastian Vettel: Erst einmal Gratulation an Mark, er war heute einfach unschlagbar. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich rundum glücklich bin. Natürlich wollte ich hier gerne gewinnen, aber Mark war der Bessere und hat es verdient, zu gewinnen.

Auf der anderen Seite war es wieder ein Doppelsieg für Red Bull, und Sie haben in der WM-Wertung vier Punkte auf Jenson Button aufgeholt und sind auf Platz zwei vorgerückt ...
Sebastian Vettel: Es ist gut, hier diese Punkte mitgenommen zu haben. Ich freue mich jetzt auf das nächste Rennen, denn unser Auto ist sehr gut.

Macht es Ihnen Sorgen, dass Ihr Teamkollege jetzt auch zu einem Titel-Konkurrenten geworden ist?
Sebastian Vettel: Nein, außerdem ist er das ja nicht erst seit diesem Rennen. Es war ja vorher schon sehr eng.

Das Problem war offensichtlich Ihr Start ...?
Sebastian Vettel: Das war sicher nicht mein bester Start, und plötzlich waren alle KERS-Autos um mich herum. Da bin ich überrumpelt worden. Wenn man von Platz vier losfährt und dann auf einmal Achter ist, dann ist das ein schwieriges Gefühl. Aber nach Platz vier im Qualifying war ich halt der Erste, der in der Scheiße saß.

Dann gab es aber doch noch ein Happy End ...
Sebastian Vettel: Am Anfang hatte ich noch Probleme, weil ich hinter Felipe Massa festhing. Ich kam nicht richtig an ihn heran, und dann hat er immer im nötigen Moment seinen speziellen Knopf gedrückt. Zum Glück hatten wir dann die richtige Strategie und ich bin zurück auf Platz zwei gekommen. Allerdings musste ich den bis zum Ende gegen Felipe verteidigen.

Räikkönen ist Sutils Schicksal

Räikkönen ist Sutils Schicksal
Kimi Räikkönen ist sein Schicksal: Als Adrian Sutil das Formel-1-Rennen seines Lebens fuhr, kam ihm wie schon vor einem Jahr in Monaco der finnische Ferrari-Pilot in die Quere. Mit seinem unterlegenen Force India war Sutil beim Großen Preis von Deutschland sensationell bis auf den zweiten Platz vorgefahren. Als er nach seinem Boxenstopp auf dem Nürburgring in der 27. Runde wieder auf die Strecke zurückfuhr, kollidierte Sutil mit Räikkönen. Statt weiter vorne mitzumischen, musste der Deutsche gleich wieder an die Box und einen neuen Frontflügel abholen: Aus der Traum von den ersten Punkten seit zwei Jahren.

"Einfach schade, aber so etwas passiert. Es war ein blöder Zufall, dass wir uns heute wieder getroffen haben. Es war ein Rennunfall", sagte Pechvogel Sutil, der am Ende 15. wurde und damit wieder in seinen gewohnten Ergebnisregionen landete. Unfallgegner Räikkönen sah es ähnlich. "Da hatte keiner Schuld. Das war ein normaler Rennunfall. Ich habe ihn nicht gesehen und weiß nicht genau, was passiert ist", sagte der Weltmeister von 2007. "Er war neben mir, aber eigentlich war ich noch weit weg und dann hat es trotzdem gekracht."

Sutil und Force India fast nicht am Start

Für Sutil war es wie ein Déjà-vu-Erlebnis: Schon einmal hatte Räikkönen ihm ein Rennen zerstört. Beim Grand Prix von Monaco 2008 lag er auf Platz vier, als ihn der Finne kurz vor Rennende von der Piste kegelte. Den bisher einzigen Punkt seiner Formel-1-Karriere hatte der begabte Pianist 2007 als Achter in Japan geholt. Sutil und seinem Team hätte eine Platzierung in den Punkten nach einem aufregenden Wochenende gut getan.

Räikkönen ist Sutils Schicksal
Weil Force India angeblich Rechnungen nicht bezahlt hat, wollten Gläubiger einen Start des Rennstalls des indischen Milliardärs Vijay Mallya verhindern. Am Freitag stand die Polizei mit einem Pfändungsbeschluss vor der Tür und ließ zwischenzeitlich das Motorhome räumen. Noch kurz vor Rennbeginn stand nichts fest, ob Sutil und sein Teamkollege Giancarlo Fisichella überhaupt starten würden. Erst die Intervention von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone durch Zahlung der Schulden und die Übernahme einer Bürgschaft soll den Weg für das Duo freigemacht haben.

Bis auf Psoition 2 nach vorne: Schönes Gefühl

Sutil schienen die unerfreulichen Begleitumstände nicht zu beeindrucken. In der Qualifikation am Samstag überraschte der 26- Jährige die Konkurrenz mit Rang sieben. Soweit vorne hatte er noch nie sein Auto beim Start platziert. Sogar das Ferrari-Duo Felipe Massa und Räikkönen ließ er hinter sich - und das mit einem wesentlich schwerer betankten Auto. "Wunderbar. Ich bin total überwältigt", hatte der begabte Pianist geschwärmt. "Es hat genau hingehauen. Besser hätte es nicht laufen können. Jetzt wollen wir natürlich auch Punkte holen."

25 Runden lang war er auf dem besten Weg dahin: Souverän und intelligent steuerte Sutil seinen Wagen durchs Feld. Nachdem alle vor ihm platzierten Piloten an die Box gefahren waren, fand er sich bis zum Boxenstopp und dem Unfall für drei Runden auf Rang zwei. "Das war ein schönes Gefühl, immer wieder das Zeichen mit P2 an der Boxengasse zu sehen", berichtete Sutil. "Wir sollten nicht zu enttäuscht sein. Wir haben gesehen, dass es geht. Wir sind auf dem richtigen Weg."

Force India vor dem Aus?

Sutils Talent ist unbestritten. Wie viel er aber wirklich kann, ist in dem unterlegenen Force India schwer einzuschätzen. Mit der Leistung vom Nürburgring machte er Werbung für sich. Irgendwann will er in einem Siegerauto sitzen. Ob er in der nahen Zukunft überhaupt im Force India fährt, war nach seinem Heimrennen unklar. Angeblich droht seinem Team noch immer die Pfändung. Ein Start in Ungarn in zwei Wochen wäre somit passé.

Mein Kommentar:

Ausgerechnet wieder Räikkönnen. Sosehr ich den Räikkönnen auch mag, die Kollision hätte man doch verhindern können. Es ist schon interessant, dass immer zwei bestimmte Fahrer aufeinander treffen - so häufig auch bei Heidfeld und Alonso.

Für Sutil wird es langsam mal Zeit Punkte zu holen. Ich befürchte, dass immer nur knapp dran einfach nicht reicht. Ich hoffe aber, dass ein anderes Team auf ihn aufmerksam wird und ihn sich als Fahrer holt. Fahren kann der Adrian ja - auch beim nächsten Rennen? Ich wusste gar nicht, dass es bei Force India so schlecht aussieht. Hoffen wir mal das beste.

Montag, 6. Juli 2009

Vettel-Mania am Nürburgring

Vettel-Wahnsinn in der Grünen Hölle

Vettel-Wahnsinn in der Grünen Hölle
Sein Team verleiht Sebastian Vettel Flügel - und verschenkt an dessen Fans Kappen und Dosen. Bei seinem ersten Heimspiel als Grand-Prix-Sieger wird der Red-Bull-Pilot auf dem komplett renovierten Nürburgring (14.00 Uhr live bei RTL) sogar an einer eigens eingerichteten Sebastian-Vettel-Tribüne vorbeifahren, auf der die Fans mit einer Mütze und einer Kostprobe des Energy-Drinks zusätzlich verwöhnt werden.

Vettel ist ohne Zweifel das neue Zugpferd in der Eifel. "Ganz ehrlich: Sebastian Vettel ist ein Geschenk für uns. Er ist ein gewinnender Typ, auch vom Charakter", sagte Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring GmbH. Kafitz freut sich dank des am vergangenen Freitag 22 Jahre alt gewordenen Shootingstars über einen guten Zuschauerzuspruch am Ring. Zwar sei nicht unbedingt ein Boom ausgebrochen. "Der Tickerverkauf ist aber auf dem Niveau von 2007, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage", sagte Kafitz.

Für den Nürburgring-Chef hat Vettel alle Anlagen, um sogar in absehbarer Zeit in Deutschland ein Idol zu werden wie der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher. In der WM liegt der Youngster nach dem zweiten Saisonsieg zuletzt in Silverstone als WM-Dritter noch 25 Punkte hinter Spitzenreiter Jenson Button im Brawn zurück.

"Er hat alle Ansätze, er ist schnell, er ist geistreich, er ist humorvoll, schlagfertig. Das sind alles Eigenschaften, die dafür sprechen", sagte Kafitz: "Er kann natürlich nicht mehr wie Michael Schumacher quasi aus dem Nichts die Formel 1 in Deutschland wieder ins Schlaglicht setzen. Dazu haben wir uns schon seit Jahren an die großen Erfolge von Deutschen in der Formel 1 gewöhnt."

Kafitz drückt auch den anderen deutschen Fahrern die Daumen, um das Interesse an der Königsklasse hochzuhalten. "Das wäre unheimlich wichtig. Zumindest in Deutschland redet man wieder über die Formel 1. Es ist spannend geworden, einer der fünf deutschen Fahrer hat die Chance, Weltmeister zu werden. Das spricht alles dafür, dass das Interesse an der Formel 1 hoch bleibt", sagte er: "Und wenn ein Nico Rosberg oder ein Adrian Sutil, die schnell und jung sind und einen tollen Charakter haben, vielleicht mal schnellere Autos bekommen, dann wird es noch interessanter."

Im Moment ist es Vettel, der als bislang einziger Siegfahrer der fünf deutschen Piloten, das größte Interesse auf sich vereint. Schon jetzt, mit drei Grand-Prix-Siegen auf dem Konto, mobilisiert er die Fans. Die Sebastian-Vettel-Tribüne wird am Wochenende sicher voll besetzt sein.

Ecclestone: Ich war ein Dummkopf und Idiot

Ecclestone: Ich war ein Dummkopf und Idiot
Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat sich für seine umstrittenen Aussagen zur Politik Adolf Hitlers entschuldigt und sich als "Dummkopf" und "Idioten" bezeichnet. Er habe seine Äußerungen anders gemeint, als sie verstanden worden seien, schrieb der 78 Jahre alte Milliardär in einem Beitrag für die britische Zeitung 'The Times'. Zuvor hatte er schon der jüdischen Zeitung 'Jewish Chronicle' in einem Interview gesagt: "Es tut mir leid, dass ich ein Idiot war. Ich entschuldige mich ehrlich und aufrichtig."

Der Jüdische Weltkongress (WJC) und der Zentralrat der Juden in Deutschland hatten die Äußerungen scharf verurteilt. "Ich habe Hitler niemals unterstützt, und ich glaube, niemand auf der ganzen Welt könnte Hitler oder dessen Gräueltaten unterstützen", sagte Ecclestone dem 'Jewish Chronicle'. Er bedauere es, Menschen verletzt zu haben. Viele seiner Freunde seien Juden, fügte er hinzu.

In der 'Times' schrieb er: "Wer mich nicht kennt, denkt, ich unterstütze Hitlers Gräueltaten; wer mich kennt, sagte mir, wie unklug es war, meinen Standpunkt so schlecht darzustellen, dass es zu großen Missverständnissen kommen konnte." Sein Beitrag ist mit den einleitenden Worten überschrieben: "Ich war ein Dummkopf, über eine Bewunderung für Hitler zu sprechen."

"Ich bewundere keine Diktatoren"

Ecclestone: Ich war ein Dummkopf und Idiot Ich bewundere keine Diktatoren
In dem umstrittenen Interview vom Samstag hatte sich Ecclestone abschätzig über Demokratien geäußert und die Macht Hitlers gewürdigt, "Dinge erledigen zu können". Nach eigener Darstellung bezog er seine Aussagen auf Hitlers Politik während der Wirtschaftskrise. "Während der 30er Jahre litt Deutschland unter einer Wirtschaftskrise, aber Hitler war in der Lage, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, Autobahnen zu bauen und die deutsche Industrie aufzubauen. Das war alles, was ich meinte, als ich sagte, er könne Dinge erledigen. Ich bewundere Führungsstärke und Politiker, die zu ihren Überzeugungen stehen und den Wählern die Wahrheit sagen. Ich bewundere keine Diktatoren, die eine Schreckensherrschaft ausüben."

Ecclestone erneuerte seine Kritik an zögerlichen Politikern: «Politiker unserer Zeit haben Probleme, Dinge zu erledigen. Sie versuchen sich selbst in eine Position zu versetzen, aus der heraus sie Wahlen gewinnen können. Daher müssen sie regelmäßig Kompromisse eingehen, statt zu sagen, woran sie tatsächlich glauben.»

Donnerstag, 21. Mai 2009

1. Freies Training in Monaco

Altmeister gewinnt 1. Training

Altmeister gewinnt 1. Training
Strahlender Sonnenschein, viel versprechende Rennaction, ein fluchender Sebastian Vettel - der Auftakt zum Grand Prix der Reichen und Schönen hatte bereits einige Aufreger parat. Besonders bei Red Bull qualmten nicht nur die Köpfe der Ingenieure. Der deutschen WM-Hoffnung Vettel flog knapp eine halbe Stunde vor dem Ende der Session sein Motor um die Ohren. Da er aber ohnehin mit einem alten Aggregat unterwegs war, hat der Motorplatzer keine Auswirkungen bezüglich einer möglichen Rückstufung in der Startaufstellung. Auch Vettels Kollege Mark Webber parkte seinen Red Bull wegen Motorproblemen und Vibrationen am Streckenrand.

Mit dem Ausgang des Rennens hatten das Duo ergo nichts zu tun. Die erste Bestzeit beim Monaco-GP 2009 riss sich Altmeister Rubens Barrichello unter den Nagel. Der Brasilianer verwies in 1:17,189 Sekunden die rot-silberne Armada in Person von Felipe Massa (Ferrari/+0,310), Lewis Hamilton (McLaren/+0,389), Heikki Kovalainen (McLaren/+0,497) und Kimi Räikkönen (Ferrari/+0,650) auf die Plätze. Als bester Deutscher fuhr Nico Rosberg in seinem monegassischen Wohnzimmer auf den 7. Platz (+0,835).

Altmeister gewinnt 1. Training
Die Kräfteverhältnisse ließen sich am 1. Freien Training in Nuancen ablesen. Der Brawn-Bolide ist einmal mehr das Maß aller Dinge. Ferrari und McLaren scheinen einen Sprung nach vorne gemacht zu haben und werden allein schon wegen der Klasse ihrer Piloten zumindest um vordere Punkteränge mitfahren. Dagegen kämpfte neben Red Bull auch das Toyota-Team mit Problemen, Timo Glock (19.) und Jarno Trulli (20.) platzierten sich ganz am Ende des Feldes.

Den schlechtesten Eindruck hinterließ aber BMW Sauber. Nick Heidfeld rumpelte auf einen nicht weiter erwähnenswerten 17. Platz. Sein Teamkollege Robert Kubica schnitt lediglich einen Rang besser ab und beschwerte sich via Boxenfunk über die katastrophale Leistung des F1.09. "Die Bremsen funktionieren nicht richtig, das Heck bricht aus und ist zu weich", polterte der Pole. Mitten im Toyota/BMW-Sandwich platzierte sich Force-India-Pilot Adrian Sutil.

Sonntag, 10. Mai 2009

Formel 1 News

Kampf ums letzte Gramm

Noch nie war das Gewicht von Fahrer und Bolide so entscheidend wie in dieser Saison. Obwohl alleine das Energierückgewinnungs-System KERS mit ca. 40 Kilogramm zu Buche schlägt, wurde das Mindestgewicht im Reglement nicht angehoben. Mindestens 605 kg müssen die Autos inklusive Fahrer, Kamera und Ballast auf die Waage bringen - ohne Benzin.

Für Leichtgewichte wie Ferrari-Pilot Felipe Massa (59 kg) ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil. Der Brasilianer kann sein Auto trotz KERS noch mit zahlreichen Zusatzgewichten bestücken, um die Balance entscheidend zu verbessern. Anders sieht es zum Beispel bei Robert Kubica aus: Der großgewachsene Pole wiegt 73 kg. Aus diesem Grund verzichtet sein Team BMW Sauber bei ihm auf den Einsatz von KERS, denn zusammen mit den wichtigen Zusatzgewichten würde er die 605-kg-Marke überschreiten. Die Formel ist einfach: mehr Gewicht = geringere Beschleunigung.

Das bringt die Gewichtstabelle

Ob mit oder ohne KERS - alle Fahrer wiegen ohne Benzin ca. 605 Kilogramm. Die Differenz zum gemessenen Gesamtgewicht ergibt die Treibstoffmenge im Tank. So sind Rückschlüsse auf die Strategie der Teams möglich.

Strategie-Prognose nach dem Qualifying

Angegeben ist das Gesamtgewicht von Fahrer und Auto inklusive Benzin
in Reihenfolge der Startaufstellung. Daraus ergibt sich der erwartete 1.
Boxenstopp.

Fahrer & Auto

Gewicht in kg

Erwarteter 1.Stopp

Button (Brawn GP)

646,0

14

Vettel (Red Bull)

651,5

16

Barrichello (Brawn GP)

649,5

15

Massa (Ferrari)

655,0

17

Webber (Red Bull)

651,5

16

Glock (Toyota)

646,5

14

Trulli (Toyota)

655,5

17

Alonso (Renault)

645,0

14

Rosberg (Williams)

668,0

23

Kubica (BMW)

660,0

20

Nakajima (Williams)

676,6

26

Piquet (Renault)

677,4

26

Heidfeld (BMW)

676,3

26

Hamilton (Mercedes)

683,0

29

Buemi (Toro Rosso)

678,0

27

Räikkönen (Ferrari)

673,0

25

Bourdais (Toro Rosso)

669,0

23

Kovalainen (Mercedes)

657,0

18

Sutil (Force India)

675,0

25

Fisichella (Force India)

656,0

25


Toyota und Red Bull drohen mit Ausstieg

Der Machtpoker in der Formel 1 geht weiter: Nach Ferrari und BMW haben auch Toyota und Red Bull mit dem Ausstieg gedroht, falls der Automobil-Weltverband FIA an der geplanten Einführung einer Budgetgrenze und dem damit verbundenen "Zwei-Klassen-Reglement" festhält.

"Wenn sich nichts ändert, werden wir uns nicht einschreiben", sagte Toyotas Motorsportpräsident John Howett mit Blick auf die von der FIA festgelegte Einschreibefrist von 22. bis 29. Mai: "Und ich denke, mit dieser Meinung stehen wir unter unseren Wettbewerbern nicht allein da." Dieter Mateschitz, Besitzer des Red-Bull-Teams und Chef von Sebastian Vettel, schlug in dieselbe Kerbe und sagte in den 'Salzburger Nachrichten': "Wenn die vorgeschlagenen Regeln so bleiben, nehmen wir im nächsten Jahr nicht an der Weltmeisterschaft teil."

FIA-Präsident Max Mosley will für 2010 eine freiwillige Budgetgrenze von rund 45 Millionen Euro durchdrücken und den Teams, die sich dafür entscheiden, mehr Freiheiten in der Aerodynamik und beim Motor einräumen. Experten schätzen diesen Vorteil auf bis zu zwei Sekunden pro Runde.

Die FIA will aber über eigene Eingriffe Chancengleichheit zu den Teams mit freiem Budget herstellen. Gegen diese Pläne hatten sich zuvor bereits Ferrari und BMW ausgesprochen und offen ihre Zukunft in der Königsklasse in Frage gestellt.

Mosley lädt die Teams ein

In den nächsten Tagen soll es in London ein Gespräch der Teamvereinigung FOTA mit Mosley geben, der wegen des Todes seines Sohnes Alexander am vorigen Dienstag seine geplante Reise zum Großen Preis von Spanien abgesagt hatte.

Um eine gemeinsame Linie für dieses Gespräch zu finden, saßen die Teamchefs in Barcelona zusammen, ohne danach Details zu verraten. "Wir ziehen es vor, darüber nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, nach dessen Meinung eine Zwei-Kategorien-Serie "nicht tragbar" ist.

Ähnlich äußerte sich Howett, der auch Vize-Präsident der FOTA ist. Der Brite kritisierte die fehlende Diskussionen zwischen der FIA und den Teams und mahnte an, dass eine Reduzierung der Budgets auch viele Arbeitsplätze kosten würde.

Dieser Reduzierung müsse man sich unterwerfen, weil die Autos innerhalb der Obergrenze schneller sein würden. "Als Hersteller geht es uns nicht nur ums Budget, sondern um den Wert der Formel 1. Eine Zwei-Klassen-Serie ist nicht der richtige Weg", sagte Howett.

Für Toyota gäbe es auch andere Motorsport-Kategorien, in denen man unter deutlich anderen Voraussetzungen teilnehmen könnte, meinte Howett, stellte aber klar, dass die Formel 1 die erste Wahl ist: "Wir würden am liebsten bleiben und auf dem höchsten Level des Motorsports teilnehmen. Aber in der aktuellen Situation ist es unmöglich, eine Anmeldung abzugeben."