Posts mit dem Label Renault werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Renault werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 1. Februar 2010

Petrov fährt für Renault + Präsentation

Petrov fährt für Renault

.., : Uhr

Vitali Petrov fährt in diesem Jahr als erster Russe in der Formel 1. Der 25-Jährige hat bei Renault einen Vertrag als zweiter Stammpilot neben dem Polen Robert Kubica erhalten, wie in Valencia aus Teamkreisen zu erfahren war.

Petrov bringt Sponsoren mit
Petrov war in der vergangenen Saison Zweiter der GP2- Serie hinter dem Emmericher Nico Hülkenberg, der künftig für den Williams-Rennstall in der Königsklasse startet. Angeblich bringt der Russe ein millionenschweres Sponsorenpaket zu Renault mit.

Präsentation Renault

Technische Daten

Donnerstag, 7. Januar 2010

Mosley lässt Briatore nicht davonkommen

Mosley lässt Briatore nicht davonkommen


Der Fall Flavio Briatore wird noch lange nicht zu den Akten gelegt. Briatore feierte zwar seinen Freispruch, doch der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley kündigte bereits ein Nachspiel an. "Die Idee, dass Briatore davonkommt, sobald sich der Staub erst einmal gelegt hat, ist Wunschdenken. Das wird nicht passieren", sagte der Engländer der 'Times'.

Der damalige Renault-Teamchef Briatore war als Drahtzieher des Unfall-Skandals beim Grand Prix in Singapur im September 2008 vom Automobil-Weltverband FIA lebenslang gesperrt worden, doch ein Pariser Gericht hob diese Strafe auf. Für Mosley steht der gesamte Sinn der FIA infrage, wenn man jemanden wie Briatore, für das, was er getan habe, nicht bestrafen könne.

"Die Vorstellung, dass wir sagen: Oh, das passt schon, ist einfach undenkbar", sagt der 69-Jährige, der sich im Oktober 2009 auf Druck der Formel-1-Rennställe nicht zur Wiederwahl gestellt hatte und als FIA-Präsident abdanken musste. Ein Freispruch für Briatore wäre für Mosley das Ende der Glaubwürdigkeit der Formel 1: "Denn man kann sich einfach kein schwerwiegenderes Betrugsbeispiel vorstellen als das, was in Singapur geschehen ist. In Bezug auf das Betrügen war das nicht nur unehrenhaft, sondern es hat auch noch Menschen in Gefahr gebracht."

Laut Mosley hat sich Briatore in Singapur 2008 zweifelsfrei schuldig gemacht: "Das steht völlig außer Frage." Der ehemalige Teamchef sei freigesprochen worden, weil den Richtern in Paris schlicht und ergreifend die Vorgehensweise der FIA nicht gepasst habe, sagt Mosley. Er stellt aber klar: "Das Gericht hat nicht befunden, dass er nicht schuldig ist." Briatores Behauptung, bei der lebenslangen Verbannung habe es sich um einen persönlichen Rachfeldzug Mosleys gehandelt, weist der ehemalige FIA-Boss zurück: "Die Unterstellung, ich hätte ihm das alles eingebrockt, ist kompletter Blödsinn. Das wurde doch alles erfunden, um von der Tatsache abzulenken, dass er den schlimmsten Betrug in der Geschichte des Sports begangen hat", sagte der Jurist.

Die gesamte Untersuchung des Unfall-Skandals sei vollkommen unabhängig von den Stewards durchgeführt worden, wobei außenstehende Anwälte die Oberaufsicht hatten, erläutert Mosley. Er selbst sei einzig und allein beim FIA-Weltrat involviert gewesen. "Als Nelson Piquet junior sein Statement vorgetragen hatte, hätte niemand in meiner Position etwas anderes tun können, als eine Untersuchung einzuleiten", sagt Mosley. Die Richter haben laut Mosley die Aufhebung der Briatore-Sperre auch deshalb beschlossen, weil es der FIA nicht zusteht, Personen zu bestrafen, die keine Lizenznehmer der FIA sind. Der gelernte Jurist hat aber bereits eine Idee, wie man den ungeliebten Ex-Teamchef doch noch bestrafen kann. Man müsse dafür nur die Regeln ändern. Mosley: "Eines ist sicher: Diese Geschichte ist alles andere als zu Ende."

Dass Briatore nach dem Freispruch nun sogar gerichtlich gegen die Familie Piquet vorgehen will, macht Mosley wütend: "Das ist nur Geschwätz und Prahlerei vor der italienischen Presse. Wenn er gegen die Piquets antritt, wird es eine Gegenklage geben, die ihm die Tränen in die Augen treibt. Er sollte glücklich sein, wenn die Piquets nicht ihn verklagen." Mosley verfolgt den Fall zwar weiter sehr aufmerksam, doch der 69-Jährige will sich in diese Angelegenheit nicht mehr einmischen: "Ich habe mein Amt abgegeben und will nichts damit zu tun haben."

Mittwoch, 6. Januar 2010

FIA kämpft gegen Briatore-Freispruch

FIA kämpft gegen Briatore-Freispruch in Crashgate-Affäre


Späte Genugtuung für Flavio Briatore: Die lebenslange Sperre des ehemaligen Formel-1-Teamchefs durch den Automobil-Weltverband wurde von einem französischen Gericht gekippt. Das 'Tribunal de Grande Instance' in Paris erklärte am Dienstag die Sperre, die der Motorsport-Weltrat am 21. September 2009 wegen des Unfall-Skandals von Singapur ausgesprochen hatte, für unzulässig. Die Beweislage sei sehr dünn, weil der Zeuge anonym sei und von der Verteidigung nicht befragt werden könne, hieß es. "Das Gericht hat entschieden, dass die Strafe illegal war", meinte der zuständige Richter. Briatore bekam 15 000 Euro Entschädigung.

Ob der Italiener damit wieder in der Formel 1 arbeiten kann, ist allerdings unklar. Der Dachverband FIA kündigte noch am Abend an, eine Berufung gegen die Entscheidung der Pariser Richter zu prüfen. Zudem betonte die FIA, alle Möglichkeiten ausschöpfen zu wollen, in gefährliche und betrügerische Handlungen verwickelte Personen den Zugang zur Formel 1 zu verwehren. Briatore soll 2008 in Singapur als Renault-Teamchef einen absichtlichen Crash des brasilianischen Piloten Nelson Piquet Jr. angeordnet haben und wurde nach Enthüllung der Vorfälle von der FIA zur "unerwünschten Person" in allen Rennserien erklärt.

Das Pariser Urteil vom Dienstag ist daher ein schwerer Schlag für den Verband, mit dessen Ex-Präsidenten Max Mosley sich Briatore im Zuge der Affäre einen teilweise heftigen öffentlichen Disput geleistet hatte. Der Italiener stritt der FIA die Kompetenz ab, ihn zu sperren und forderte eine Millionen-Entschädigung. Sein Anwalt erklärte ihn zudem für unschuldig.

Briatore, von dem sich Renault nach Bekanntwerden des Skandals getrennt hatte, sah sich als Bauernopfer. Während der französische Autobauer, um dessen Ausstieg die Formel 1 bangte, mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davonkam, wurde Briatore hart bestraft. Zudem hatte der FIA-Weltrat auch noch den ehemaligen Chef- Ingenieur Pat Symonds sanktioniert: Er wurde für fünf Jahre gesperrt. Der Brite schloss sich Briatores Klage in Paris an und bekam ebenfalls recht.

Nutznießer des Unfall-Komplotts von Singapur war Fernando Alonso. Der damalige Piquet-Kollege gewann das Rennen. Der Motorsport-Weltrat bezeichnete den fingierten Crash bei seiner Entscheidung als Regelverstoß von "beispielloser Schwere".

Briatores ehemaliger Arbeitgeber hatte umgehend auf die schweren Vorwürfe reagiert und die Entscheidung des Weltrats akzeptiert. "Wir entschuldigen uns vorbehaltlos bei der Formel-1-Welt für dieses unzumutbare Verhalten", hatte der französische Autobauer damals mitgeteilt. Durch guten Willen bei der Aufklärung sowie der Trennung von den beiden Hintermännern hatte er zudem Argumente für das eher milde Urteil für Renault geliefert.

Dem einstigen Teamchef wurde hingegen nicht einmal mehr der Zutritt zu einem Fahrerlager gewährt. Piloten, die Briatore als Manager beschäftigen, erhalten zudem von der FIA keine Lizenz mehr. Der Weltrat habe mit diesen drakonischen Sanktionen nicht allein die Mitschuld Briatores an den Vorgängen bestrafen wollen, sondern auch die Tatsache, "dass er seine Verstrickung trotz aller Beweise weiterhin bestritt", hieß es damals in der Urteilsbegründung.

Briatore lacht sich ins Fäustchen

Briatore lacht sich ins Fäustchen


Flavio Briatore hat seinen Erfolg vor Gericht gegen die lebenslange Sperre durch den Motorsport-Weltverband als "Sieg durch K.o." bezeichnet. So wurde der Italiener von der französischen Zeitung 'Le Parisien' zitiert, nachdem das Tribunal de Grande Instance in Paris die Verbannung des ehemaligen Formel-1- Teamchefs aus dem Motorsport am Vortag für unzulässig erklärt hatte.

Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA hatte Briatore am 21. September vergangenen Jahres aus dem Motorsport bis auf weiteres ausgeschlossen. Grund war seine Verwicklung in den Singapur-Skandal, der als 'Crashgate' in die Formel-1-Geschichte einging. Beim Großen Preis von Singapur 2008 hatte Briatore als Teamchef aus FIA-Sicht den Unfall des damaligen Renault-Piloten Nelson Piquet Jr. angewiesen. Profiteur von der anschließenden Safety-Car-Phase war seinerzeit Fernando Alonso, ebenfalls im Renault. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien gewann das Rennen.

Die FIA kündigte umgehend nach der Entscheidung des Pariser Gerichts die Prüfung einer Berufung an, solange gelte aus ihrer Sicht die Verbannung Briatores und auch die Fünf-Jahres-Strafe gegen den damaligen Chefingenieur Pat Symonds. Auch diese war von den Richtern aufgehoben worden.

Während Briatore zudem 15.000 Euro Entschädigung erhalten soll, sind es bei Symonds 5.000 Euro. Ob Briatore nach seinem Erfolg vor Gericht, der zugleich ein schwerer Schlag für die FIA ist, wieder in die Formel 1 zurückkehren wird, ließ der 59-Jährige zunächst einmal offen. "Gebt mir ein bisschen Zeit, diesen glücklichen Moment zu genießen nach dieser schwierigen Periode", sagte er.

"Briatore hat sieben Leben"

"Briatore hat sieben Leben!"


Schockierendes Urteil, Farce, und böses Erwachen: Die internationalen Medien haben heftig und teilweise mit großem Unverständnis auf die Aufhebung der Verbannung von Flavio Briatore durch ein Pariser Gericht reagiert. "Die Lebenssperre des Formel-1-Betrügers Flavio Briatore ist aufgehoben, der Sport stürzt ins Chaos", echauffierte sich die britische Boulevard-Zeitung 'The Sun'. Und die italienische 'La Gazzetta dello Sport' argwöhnte: "Der erste Prozess war eine Farce."

Einen Tag zuvor hatte das Tribunal de Grande Instance in Paris die lebenslange Sperre Briatores im Motorsport für unzulässig erklärt. Briatore wird als Drahtzieher des Singapur-Skandals angesehen. Er soll beim 'Crashgate' 2008 des damaligen Renault-Piloten Nelson Piquet jr. angewiesen haben, einen Unfall zu bauen. Profiteur der anschließenden Safety-Car-Phase nach dem Abflug des Brasilianers war Fernando Alonso, ebenfalls im Renault. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien gewann das Rennen.

"Die Anschuldigung gegen Briatore, einem jungen Fahrer befohlen zu haben, einen Unfall zu bauen, wurden nicht entkräftet. Der Richter konzentrierte sich allein darauf, wie Briatores Sperre zustande gekommen war", kommentierte der 'Daily Telegraph'. Die spanische Zeitung 'El Pais' pflichtete bei: "Die Last der Verantwortung, den Unfall von Piquet angeordnet zu haben, um 2008 in Singapur den Sieg von Fernando Alonso zu erreichen, wird ihn aber weiter verfolgen. Davon hat ihn die ordinäre Justiz nicht freigesprochen."

Der Formel 1, die erst vor Weihnachten mit weltweiter Anerkennung durch das Comeback des Rekordweltmeisters Michael Schumacher für Mercedes Grand Prix in der kommenden Saison alle Negativschlagzeilen vergessen ließ, droht nun mal wieder eine Schlammschlacht außerhalb der Strecke. Wie die anderen Teams auf Briatore reagieren könnten, der nach Anschicht des FIA-Weltrats einen Regelverstoß von "beispielloser Schwere" begangen hatte, ist schwer vorstellbar. Wie eine Zusammenarbeit zwischen Briatore und der kompromittierten FIA aussehen könnte, erst recht. "Briatore gewinnt immer. Das Urteil aus Paris lässt die Anwälte der FIA lächerlich erscheinen", befand 'El Mundo'. Das Sportblatt 'Marca' schrieb: "Briatore hat sieben Leben."

Crashgate-Affäre ist noch nicht vorbei

Ecclestone fürchtet: Sache ist noch nicht vorbei


Formel-1-Boss Bernie Ecclestone rechnet damit, dass der Fall Flavio Briatore nach dem Veto eines Pariser Gerichts gegen dessen lebenslange Verbannung aus dem Motorsport noch nicht ausgestanden ist. "Diese Sache ist noch nicht vorbei", wurde Ecclestone in der britischen Boulevardzeitung 'The Sun' zitiert. Das Gericht hat gesagt, es sei falsch, nun kann die FIA wieder von vorne beginnen und es wird so weitergehen und weitergehen", sagte der 79 Jahre alte Brite und Briatore-Kumpel. Und weiter: "Das ist das Schlimmste. Es wäre besser, wenn sich alle an einen runden Tisch setzen und schauen würden, was man tun kann."

An eine Rückkehr des Italieners in die 'Königsklasse' glaubt Ecclestone allerdings nicht. "Er ist natürlich glücklich, dass er gewonnen hat. Aber ich denke nicht, dass er zurückkommen möchte."

Die FIA hatte nach dem Urteil erklärt, dass man die Möglichkeiten einer Berufung prüfen werde. Solange werde man die Sperren nicht aufheben. Außerdem erwägt der Weltverband eine Verschärfung der Regeln und Statuten, um zukünftig mehr Rechtssicherheit zu gewährleisten.

Dienstag, 5. Januar 2010

Lebenslange Sperre gegen Briatore aufgehoben

Lebenslange Sperre gegen Briatore aufgehoben


Später Sieg für Flavio Briatore: Ein Pariser Gericht hat die lebenslange Sperre durch den Internationalen Automobilverband wegen des Singapur-Skandals für unzulässig erklärt. Die Beweislage sei sehr dünn, weil der Zeuge anonym sei und von der Verteidigung nicht befragt werden könne, hieß es am Dienstag vom Gericht. "Das Gericht hat entschieden, dass die Strafe illegal war", erklärte der zuständige Richter und sprach Briatore 15.000 Euro Entschädigung zu. Der Italiener hatte neben der Aufhebung der Sperre auch Schadensersatz gefordert, seine Vorstellungen lagen allerdings bei einer Million Euro.

Dem ehemaligen Formel-1-Teamchef Briatore wird vorgeworfen, den Unfall des damaligen Renault-Piloten Nelson Piquet jr. beim Großen Preis von Singapur 2008 angewiesen zu haben. Briatore stritt dem Verband die Kompetenz ab, ihn zu sperren und forderte eine Millionenentschädigung. Sein Anwalt hatte ihn zudem für unschuldig erklärt.

Die FIA hatte Briatore als Drahtzieher für den manipulierten Unfall am 21. September 2009 verurteilt. Der Motorsport-Weltrat bezeichnete den fingierten Crash als Regelverstoß von "beispielloser Schwere". Briatore wurde für "unbegrenzte Zeit" aus allen FIA- Rennserien verbannt. Der ebenfalls involvierte Pat Symonds wurde für fünf Jahre gesperrt. Briatore sah sich als Bauernopfer. Während Renault, um dessen Ausstieg die Formel 1 bangte, mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davonkam, wurde vor allem er hart bestraft.

Der Motorsport-Weltrat hatte den Crash als Regelverstoß von "beispielloser Schwere" bezeichnet. In der Klageschrift hieß es, der Weltrat unter Vorsitz des damaligen Verbandschefs Max Mosley sei "von einem maßlosen Verlangen nach persönlicher Rache geblendet" gewesen. Briatore und Symonds wurden von Renault entlassen.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Kubica wechselt zu Renault

Kubicas Wechsel zu Renault perfekt

Kubicas Wechsel zu Renault perfekt
Robert Kubica wechselt als Nachfolger seines Kumpels Fernando Alonso zum französischen Formel-1-Team Renault. Nach dreieinhalb Jahren im Cockpit von BMW Sauber sagt der Pole Servus und nimmt - wie erwartet - den freien Platz beim ehemaligen Konstrukteurs-Champion ein. "Ich bin sehr glücklich, in der Saison 2010 für Renault zu fahren. Ich habe eine besondere Beziehung zu dem Team, nachdem ich 2005 die Renault World Series gewonnen habe", teilte Kubica mit. Mit der Verpflichtung des 24-Jährigen entkräftete der Autobauer auch Spekulationen um einen möglichen Rückzug aus der 'Königsklasse'.

BMW Sauber wünschte seinem Noch-Piloten respektvoll schon mal alles Gute und honorierte den Beitrag des 24-Jährigen, der den ersten Sieg für BMW Sauber eingefahren hatte. "Danke und viel Glück, Robert!" BMW, das den Rennstall an Qadbak verkaufte, legte Kubica keine Steine in den Weg und einigte sich mit ihm auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. Bei Renault freut man sich indes auf den talentierten Fahrer. "Es ist großartig, dass wir ihn uns für eines unserer Autos im kommenden Jahr sichern konnten", sagte Bob Bell, Interims-Teamchef bei Renault.

Glock in Brasilien wieder fit

Unter gekommen für die kommende Saison ist Timo Glock zwar noch nicht, aber die Chancen stehen sehr gut, dass er ein Cockpit bekommt. Wie Glocks Manager Hans-Bernd Kamps bestätigte, führe er derzeit Gespräche über einen möglichen Vertrag für die kommende Saison mit insgesamt fünf Teams ist. Neben Glocks derzeitigem Toyota, der die Option auf den den 26-Jährigen zunächst verstreichen ließ, handle es sich um zwei etablierte und zwei neue Rennställe.

Gute Nachrichten hat Kamps auch über den Gesundheitszustand seines Schützlings zu berichten. Der Start von Timo Glock am 18. Oktober beim Großen Preis von Brasilien ist laut Kamps "kein Problem". Die Schnittwunde, die sich Glock bei seinem Unfall am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan zugezogen hatte, sollte in zehn Tagen ausgeheilt sein.

Mein Kommentar:

Ich bin mal gespannt, wie es mit Renault weitergehen wird. Auf jeden Fall haben sie mit Robert Kubica einen guten Fahrer, der durchaus in der Lage ist, positive Ergebnisse einfzufahren.

Freitag, 11. September 2009

Renault wirft Piquet Erpressung vor

Renault wirft Piquet Erpressung vor

Renault wirft Piquet Erpressung vor
Die Affäre um einen angeblichen Betrug beim Großen Preis von Singapur 2008 spitzt sich zu. Renault und dessen Teamchef Flavio Briatore haben jetzt Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Fahrer Nelson Piquet jr. und dessen Vater erstattet. Dies teilte das französische Formel-1-Team am Freitag in Monza mit. Renault wirft den Piquets "falsche Anschuldigungen im Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch" vor, um in dieser Saison im Team bleiben zu können.

Der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), Max Mosley, hat den Fall als "vielleicht sogar schlimmer" als den Spionage-Skandal um McLaren vor zwei Jahren bezeichnet. "Wenn, und ich meine hier ein großes Wenn, Renault einer Schuld überführt werden sollte, dann handelt es sich dabei um ein schwerwiegendes Vergehen", sagte der Brite der online-Ausgabe des Fachmagazins 'auto motor und sport'. "Wir kennen aber bis jetzt nur eine Seite der Geschichte und warten nun auf die Darstellung von Renault. Erst danach können wir ein Urteil fällen. Solange es keinen eindeutigen Beweis ihrer Schuld gibt, sind sie unschuldig." Der Motorsport-Weltrat der FIA verhandelt am 21. September in Paris über die Affäre.

1
Hintergrund der Renault-Anzeige ist der Vorwurf eines angeblichen Betrugs beim Singapur-Grand-Prix vor einem Jahr. Teamverantwortliche sollen den Brasilianer angewiesen haben, absichtlich in eine Mauer zu fahren, um eine Safety-Car-Phase zu erzwingen. Fernando Alonso hatte das Nachtrennen im zweiten Renault gewonnen. Der zweimalige Weltmeister profitierte als einziger von der Neutralisierung nach 14 Runden: Der von weit hinten gestartete Spanier konnte nach dem Tanken die Spitze übernehmen.

Briatore und die Piquets beschuldigen sich seit Wochen gegenseitig, Drahtzieher des möglichen Skandals zu sein. Der am 26. Juli entlassene Fahrer bezeichnete den Teamchef unter anderem als "Henker" und Initiator der Aktion. Briatore warf Piquet jr. vor, die Idee gehabt zu haben, und sprach von "hanebüchenen Lügen". Sollte der Motorsport-Weltrat den Rennstall als schuldig verurteilen, droht Renault der WM-Ausschluss. Lassen sich die vom Piquet-Lager erhobenen Vorwürfe nicht belegen, ist ein Freispruch sicher. "Wir haben noch nicht genug Beweise in der Hand, weil wir die Geschichte aus der Sicht von Renault nicht kennen", warnte Mosley vor einer Vorverurteilung. "Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Das sollten wir respektieren."

Der FIA-Präsident erklärte, Piquet jr. drohe keine Bestrafung, selbst wenn er das Auto absichtlich in die Mauer gefahren habe: "Wir haben ihm Straffreiheit zugesichert, wenn er auspackt". Das Gleiche haben wir vor zwei Jahren mit Alonso im Spionagefall getan." Der damals im Streit mit McLaren-Mercedes gelegene Spanier hatte den illegalen Datentransfer zu Ferrari publik gemacht und damit den Stein ins Rollen gebracht.

Für eine Verwicklung Alonsos in den 'Singapur-Skandal' gibt es laut Mosley "keinerlei Beweis, dass er von der Sache etwas wusste". Der zweimalige Weltmeister hatte in Monza versichert: "Ich bin überrascht von den Entwicklungen der vergangenen Tage. So eine Situation hätte ich mir nicht ausmalen können." In der Weltrat- Anhörung werde alles geklärt. "Bis dahin müssen wir abwarten. Ich konzentriere mich nur auf die Rennen und denke gar nicht an diese Geschichte", sagte Alonso. Eine Verurteilung Renaults hätte keine sportlichen Konsequenzen. "Das Sportgesetz erlaubt es uns nicht, das Ergebnis des Rennens zu ändern", verwies Mosley auf die Regel, dass eine WM mit dem 30. November beendet ist. "Nachträgliche Korrekturen sind dann selbst bei einer nachgewiesenen Manipulation nicht mehr möglich."

Der Imageschaden für die Königsklasse wäre dafür umso größer. Nach den zahlreichen Skandalen will der Dachverband weitere Negativ- Schlagzeilen möglichst klein halten. Eine solche Geschichte schade der Formel 1, falls die FIA nichts tue. "Deshalb unternehmen wir alles, um Missstände aufzudecken", versicherte der Jurist. "Was glauben Sie, wie viel Zeit und Geld wir aufgewendet haben, um den Spionagefall von McLaren aufzulösen? Bei Renault ist es jetzt das Gleiche. Wir bekamen von einem Fahrer den Hinweis, und wir gehen ihm mit all unseren Möglichkeiten nach."

Sonntag, 6. September 2009

Formel 1: Droht ein neuer Skandal ?

Noch sind es gut zwei Wochen, bis sich die Verantwortlichen des Formel 1 Rennstalls Renault am Montag, den 21. September 2009 vor dem Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA verantworten müssen.

Der Vorwurf laut FIA-Mitteilung lautet: "Das Team hat mit seinem Fahrer Nelson Piquet junior einen Plan geschmiedet, einen absichtlichen Unfall herbeizuführen, mit dem Ziel, das Safety Car zum Vorteil des zweiten Fahrers Fernando Alonso auf die Strecke zu holen."

Zu dieser Mitteilung noch die folgenden genaueren Informationen:

Am 28. September 2008 beim Großen Preis von Singapur fand zum ersten Mal ein Nachtrennen statt. Das Renault-Team ging mit dem Spanier Fernando Alonso und dem Brasilianer Nelson Piquet jr. an den Start. Die Ausgangsposition war für beide Fahrer nicht gut, Alonso startete nur von Platz 15. Im Rennen kam er dann ungewöhnlich früh an die Box zum Tanken. Zwei Runden später drehte sich Nelson Piquet jr. mit seinem Renner und krachte in die Mauer.



Er selbst blieb unverletzt, das Auto war aber nicht mehr fahrbar, weswegen das Safety Car auf die Strecke kommen musste, damit das Auto geborgen werden konnte.

Piquet hierzu: "Mein Team hat mich aufgefordert, zu pushen. Das habe ich auch gemacht. Plötzlich habe ich das Heck meines Wagens verloren und bin ziemlich heftig in die Wand eingeschlagen. Wir kratzen immer an den Mauern entlang und sobald man die Mauer etwas zu viel berührt und die Kontrolle verliert, dann ist es das."

Laut den letztjährigen Regeln war es den Fahrern verboten, sofort an die Box zu fahren, wenn das Safety Car auf der Strecke war. Es musste gewartet werden, bis die Boxengasse freigegeben wurde. Da Fernando Alsono vor dem Crash bereits getankt hatte, wurde er nach der Safety-Car-Phase auf die vorderen Plätze gespült, als die vor ihm fahrenden Piloten zum Tanken kamen.

Am Ende gewann der Spanier das Rennen - der Hauptgrund hierfür war die Safety-Car-Phase.

Anfang August 2009 wurde Nelson Piquet jr. wegen Erfolglosigkeit von Teamchef Flavio Briatore gefeuert. Über den brasilianischen TV-Sender "Rede Globo" machte er Andeutungen, dass es bei dem Unfall nicht mit rechten Dingen zugegangen wäre. Ein Racheakt? Piquet hatte über Flavio Briatore schon berichtet, dass er ihn unfair behandelt und unter Druck gesetzt habe. Briatore habe ihm 2008 mehrere Male kurz vor dem Qualifying oder den Rennen gedroht, ihn durch einen anderen Fahrer zu ersetzen, falls er keine guten Resultate einfahre.

Nach dem diesjährigen Großen Preis von Belgien in Spa bestätigte die FIA, dass "gegen Renault wegen Zwischenfällen in einem früheren Rennen ermittelt wird".

Falls sich der Verdacht bestätigen sollte, droht Renault eine harte Strafe. Diese kann eine Geldstrafe in Millionenhöhe sein oder ein Ausschluss aus der aktuellen Saison.

Mal ganz im Ernst: Es kann mir doch keiner erzählen, dass der Unfall von Piquet Absicht gewesen sein soll. Wieso sollte ein Formel 1 Team, das schon Rennen gewonnen hat, das schon Weltmeister geworden ist, plötzlich so etwas tun? Für einen einzigen Sieg?

Selbst wenn die Vorwürfe stimmen sollten, gibt es - gerade in der Formel 1 - so viele Ereignisse, die man nicht voraussehen kann. So z.B. der nicht optimal laufende Boxenstopp von Ferrari-Pilot Felipe Massa, der zu früh losfuhr und den Tankschlauch mitriss. Somit konnte das Auslösen der Safety-Car-Phase keine Garantie für Alonsos Sieg sein. Ich bin mir sicher, dass es die Aufzeichnungen über den Boxenfunk noch gibt. Anhand dieser wird man hoffentlich nachvollziehen können, ob die Anschuldigen zutreffend sind.

Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, könnte das weitreichende Konsequenzen haben. Denn was will man als Zuschauer dann noch glauben?

Ich bin mal gespannt, wie die Angelegenheit entschieden wird.

Samstag, 5. September 2009

FIA nimmt Renault in die Mangel

Unfall-Skandal: FIA nimmt Renault in die Mangel

Unfall-Skandal: FIA nimmt Renault in die Mangel
Der Unfall-Skandal von Singapur in der Formel 1 wird nach einem Jahr neu aufgerollt und hat für den Rennstall Renault womöglich ein teures Nachspiel. Die Franzosen müssen sich wegen des Verdachts der Renn-Manipulation vor dem World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA verantworten und zu den Vorwürfen äußern, Fernando Alonso im September 2008 mit einem inszenierten Unfall zum Sieg getrickst zu haben.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der im Nachhinein recht hilfreiche Crash des inzwischen entlassenen Renault-Piloten Nelson Piquet junior. Der Brasilianer krachte mit dem Renault genau in dem Moment in die Mauer, in dem sein Teamkollege Fernando Alonso frisch aufgetankt aus der Boxengasse fuhr. Der Spanier war als einziger Pilot vor der Safety-Car-Phase zum Nachtanken in die Box gefahren, er gewann das Rennen.

Die Renault-Verantwortlichen sind am 21. September, dem Montag vor dem diesjährigen Rennen in Singapur, in Paris vorgeladen, um "sich zu Vorwürfen zu äußern, die unter anderem einen Verstoß gegen Artikel 151c des International Sporting Codes beinhalten". Dieser stellt die Rufschädigung des Sports unter Strafe.

Der Vorwurf lautet, "dass das Team mit seinem Fahrer Nelson Piquet junior einen Plan geschmiedet hat, einen absichtlichen Unfall herbeizuführen, mit dem Ziel, das Safety Car zum Vorteil des zweiten Fahrers Fernando Alonso auf die Strecke zu holen", hieß es in einer FIA-Mitteilung. Bei einem Schuldspruch droht Renault eine hohe Geldstrafe und möglicherweise ein Ausschluss.

F1-Aus für Renault?

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hatte Briatore bereits zur Rede gestellt, der Italiener bestritt jedoch, das Rennen manipuliert zu haben. Auch Piquet junior betonte bisher stets, der Vorfall sei ein normaler Rennunfall gewesen. Vor wenigen Tagen äußerte Bernie Ecclestone die Befürchtung, Renault könnte die Formel 1 verlassen, wenn es zu einer Verhandlung komme.

Erst vor wenigen Wochen hatte Renault vor dem Berufungsgericht der FIA eine Umwandlung einer Sperre für ein Rennen in eine Geldstrafe erreicht. In Budapest hatte das Team Alonso nach einem Boxenstopp losfahren lassen, obwohl man wusste, dass es ein Problem an einem Vorderrad gab. Ende 2007 stand der Rennstall um Teamchef Flavio Briatore unter Spionage-Verdacht, blieb aber im Gegensatz zum Konkurrenten McLaren-Mercedes (72 Millionen Euro Strafe) straffrei.

Montag, 17. August 2009

Renault darf in Valencia starten

FIA hebt Renn-Sperre gegen Renault auf

FIA hebt Renn-Sperre gegen Renault auf
Geldbuße statt Fahrverbot: Formel-1-Pilot Fernando Alonso darf nun doch mit dem Renault-Team bei seinem Heimrennen in Valencia am Sonntag an den Start gehen. Die Berufungsrichter des Internationalen Automobilverbands FIA hoben am Montag die Sperre gegen den französischen Rennstall auf und verhängten stattdessen ein Strafgeld in Höhe von 35 000 Euro. Damit dürfen auch die Organisatoren des Großen Preises von Europa am Sonntag (14.00 Uhr / live bei RTL) aufatmen, die nach der Comeback-Absage von Michael Schumacher nun zumindest wieder mit der Zugnummer Alonso den schleppenden Kartenverkauf ankurbeln können. "Das ist eine hervorragende Nachricht, besonders für die Fans“, jubelte der Vizepräsident des Streckenbetreibers, Jorge Martinez Aspar.

Die FIA erkannte mit ihrer Entscheidung die Reue des Renault- Teams an, das beim Ungarn-Grand-Prix Ende Juli den zweimaligen Weltmeister mit einem nicht ausreichend befestigten Rad auf die Strecke geschickt hatte. Alonso hatte den Reifen später verloren. "Wir geben zu, dass wir Fehler gemacht haben. Aber wir denken nicht, dass die Strafe dem Vergehen entspricht", hatte Teammanager Steven Nielsen bei der Anhörung in Paris deutlich gemacht.

Der französische Motorsportverband legte im Namen von Renault Protest ein. Sowohl der Chef des spanischen Motorsport-Verbandes, Carlos Gracia, wie auch ein Vertreter des Streckenbetreibers von Valencia hatten bei den FIA-Richtern für Milde geworben. Der Weltverband teilte später mit, Renault habe seinen Verstoß gegen das sportliche Regelwerk eingeräumt. Nach Austausch aller Argumente sei die Entscheidung gefallen, die Sperre aufzuheben. Eine Urteilsbegründung soll in den kommenden Tagen folgen.

Renault-LKWs schon in Valencia

Die Lastwagen mit der Ausrüstung des Renault-Teams waren vorsorglich schon einmal nach Valencia gerollt. Offen ist allerdings noch, wen der Rennstall als zweiten Fahrer neben Alonso an den Start schickt. Der Brasilianer Nelson Piquet jr. war nach dem Ungarn-Rennen entlassen worden. Als Favorit für seine Nachfolge gilt der Franzose Romain Grosjean.

Der in Valencia ersehnte Richterspruch soll nun den spanischen Veranstalter zumindest vor einem kapitalen Defizit bewahren, nachdem der erwartete Ansturm der 'Ferraristi' nach der Absage von Rekordchampion Schumacher ausbleiben wird. "Fernando ist der Hauptgrund dafür, dass es zwei Rennen in Spanien gibt. Die Leute in Spanien waren nicht an der Formel 1 interessiert, bis er kam", meinte Renault-Sportchef Nielsen. "Es war eine Sache von sportlicher Gerechtigkeit. Es hätte keinen Sinn gehabt, einen Grand Prix in Spanien ohne das Idol des Motorsports in Spanien auszurichten", befand Martinez Aspar.

Trotzdem werden wohl viele Plätze an der Strecke frei bleiben. Auf der offiziellen Internetseite heißt es in großen Lettern: "Tickets zu kaufen." Dabei soll die Zuschauer-Kapazität von 112 000 aus dem Premierenjahr 2008 bereits auf 75 000 gesenkt worden sein, berichteten spanische Medien. Mindestens 65 000 Besucher sollen die Boliden bei ihrer Hatz durch die Hafenstadt bewundern, hoffen die Organisatoren. Angeblich sind derzeit erst 45 000 Karten verkauft.


Deshalb hatte auch die Entscheidung von Ferrari, den Italiener Luca Badoer anstatt des Spaniers Marc Gené für den verletzten Felipe Massa einzusetzen, in Spanien für Kritik gesorgt. Verbandschef Gracia ereiferte sich über eine der "absurdesten" Entscheidungen, die er von der Ferrari-Führung je gesehen habe. Gené habe dieses Jahr als erster Spanier überhaupt die '24 Stunden von Le Mans' gewonnen. Badoer, der am Montag bei Werbeaufnahmen in Fiorano erstmals am Steuer des F60 saß, hält hingegen den wenig ruhmreichen Rekord mit den meisten Renn-Teilnahmen ohne einen einzigen Punkt.

Mittwoch, 5. August 2009

Geht auch Renault?

Auch Renault vor dem Ausstieg

Auch Renault vor dem Ausstieg
Vor gut einer Woche platzte die Bombe, als BMW Sauber seinen Ausstieg aus der 'Königsklasse' nach der laufenden Saison verkündete. Kurz danach wurde wild spekuliert, ob das erst der Anfang war. Aber Toyota und Mercedes schworen der Formel 1 die Treue. Und bis heute blieben weitere Ausstiegsmeldungen aus. Gut möglich, dass sich dies jedoch in rund zwei Wochen ändert. Das 'Problem-Team' der Formel 1 ist Renault.

Die Zukunft des französischen Rennstalls ist so ungewiss wie nie zuvor. Sportlich läuft es für Renault seit Jahren nicht rund (derzeit Rang 7 in der Team-WM). Dabei steckte das Team Unmengen an Geld in technische Entwicklungen. Hinzu kommt, dass der Rennstall von Flavio Briatore im nächsten Jahr wohl ohne Fahrer dasteht: Nelson Piquet jr. wurde wegen schlechter Resultate vor die Tür gesetzt; Fernando Alonso sitzt aller Voraussicht nach ab 2010 im Ferrari-Cockpit.

Spätestens seitdem Renault beim Ungarn-GP in Budapest mit Alonsos Vorderrad-Abflug ein Desaster erlebte und dafür fürs nächste Rennen gesperrt wurde, steht das Team vor dem endgültigen Aus. Am 17. August verhandelt der Weltverband FIA die Berufung. Sollte Renault die Verhandlung verlieren - wovon auszugehen ist - wäre das 'Renault-Pulverfass' übergelaufen und das F1-Aus besiegelt. Das berichtet 'Motorsport aktuell'. Gleichzeitig wäre es für Briatore ein passender Anlass, um sich zum Saisonende aus der 'Königsklasse' zu verabschieden.

Schon in Budapest war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Als der Rennstall die Strafe verpasst bekam, war nur noch Teammanager Steve Nielsen vor Ort in Budapest. Selbst Technikchef Pat Symonds hatte das Fahrerlager schon verlassen. Gut möglich, dass sich die Zukunft von Renault am 17.8. entscheidet. In der Frage des Nachfolgers für den gefeuerten Piquet jr. ist keine Eile geboten. Bis zum nächsten Rennen, an dem Alonso & Co. teilnehmen dürfen (30.8. in Spa/BEL), hat das Team ja noch fast vier Wochen Zeit...

Sonntag, 2. August 2009

Piquet fährt nicht mehr für Renault

Renault feuert Piquet junior

Renault feuert Piquet junior
Das Formel-1-Team Renault hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem brasilianischen Piloten Nelson Piquet Junior getrennt. Er habe eine entsprechende Mitteilung von Renault erhalten, bestätigte der 24-Jährige am Montag auf seiner Internetseite. Er machte Teamchef Flavio Briatore für seinen mangelnden Erfolg verantwortlich, dankte aber auch der "kleinen Gruppe" bei Renault, die ihn unterstützt habe. Er sei aber vor allem erleichtert über das Ende "der schlechtesten Zeit meiner Karriere."

Jetzt könne er beginnen, seine Laufbahn wieder auf die richtige Spur zu setzen und seinen Ruf als schneller und siegreicher Fahrer wieder herzustellen. Piquets Vater, der dreimalige Formel-1- Weltmeister Nelson Piquet, erwägt einen Einstieg beim Rennstall BMW- Sauber. In diesem Fall dürfte 'Nelsinho' wohl dort als Fahrer starten. Piquet Junior schrieb, dass die Mitteilung von Renault natürlich auch eine große Enttäuschung sei. Zugleich äußerte er aber harsche Kritik an Rennstall-Chef Briatore.

Piquet junior tritt nach

Der Weg in die Formel 1 sei stets schwierig gewesen, deshalb hätten sein Vater und er sich für einen Vertrag mit Briatore entschieden. "Wir glaubten, das war eine exzellente Wahl mit allen notwendigen Kontakten und Management-Fähigkeiten. Unglücklicherweise begann damit die schwarze Periode meiner Karriere." Briatore habe ihm mehrmals nur eine Viertelstunde vor Beginn der Qualifikation und der Rennen gedroht, dass wenn er keinen gute Ergebnis bringe, er durch einen anderen Fahrer ersetzt werde.

Er habe zudem einen Vertrag unterschreiben müssen, in dem er sich verpflichtet habe, mindestens 40 Prozent der Punkte seines Stallkollegen Fernando Alonso zu erreichen. "Unglücklicherweise wurde dieses Versprechen nicht wahr." Piquet machte auch schlechte Trainingsbedingungen dafür verantwortlich. So habe er Testfahrten nur bei Regen und mit einem schweren Wagen gemacht.

Montag, 27. Juli 2009

FIA sperrt Renault / Vettel unter Druck

FIA sperrt Renault für Alonsos Heimspiel

FIA sperrt Renault für Alonsos Heimspiel
Die Rennkommissare des Großen Preises von Ungarn haben Renault für das nächste Rennen am 23. August in Valencia suspendiert. Dies teilte der Internationale Automobil-Verband FIA nach dem Rennen auf dem Hungaroring mit. Damit wurde bestraft, dass bei Fernando Alonsos Rennwagen in der 14. Runde erst eine Radkappe und dann das rechte Vorderrad weggeflogen waren. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien darf somit bei seinem zweiten Heimrennen nach Barcelona nicht starten. Die Sperre gilt auch für seinen Teamkollegen Nelson Piquet.

Renault hat gegen diese Entscheidung Einspruch eingelegt. Entsprechend der FIA-Vorschriften bezahlte es die dafür erforderlichen 6.000 Euro an Sicherheitsgebühr. Die drei Kommissare warfen dem französischen Team vor, Alonso nach dem Boxenstopp in der 12. Runde losgeschickt zu haben, obwohl die Radmuttern vorne rechts nicht richtig fest gewesen seien. Dadurch wäre klar gewesen, dass das Rad nicht gesichert gewesen sei. Die Verantwortlichen hätten ihren spanischen Piloten auch nicht über den Fehler informiert, obwohl dieser sie per Boxenfunk kontaktiert hatte, weil er geglaubt habe, es handle sich um einen Plattfuß.

In der 14. Runde flog in Kurve fünf dann die Radkappe ab. In Kurve neun löste sich dann das Rad und knallte in eine Leitplanke. Es war offensichtlich nicht durch das obligatorische Halteseil zusätzlich gesichert. Der Unfall hatte keine Folgen für andere Fahrer, Streckenposten oder Besucher. Alonso konnte auf drei Rädern an die Box zurückrollen, gab nach der Reparatur aber drei Umläufe später auf.

Mein Kommentar:

Schon heftig, mit einer Sperre hätte ich jetzt nicht gerechnet, obwohl es schon eine gefährliche Situation war. Da Alonso aber nur langsam fahren konnte, wurde er durchgereicht und als das Rad abflog, war somit kein anderes Fahrzeug in der Nähe. Es hat mich auch gewundert, dass das Rad überhaupt "weggeflogen" ist, da es ja eigentlich durch diese Seile zusätzlich gesichert sein sollte.

Beim Boxenstop sah es so aus, als wollte der Mechaniker gerade noch einmal testen, ob das Rad richtig befestigt ist, da hatte der Lolipop-Mann Alonso schon das Zeichen zum losfahren gegeben. Wäre die Frage gewesen, ob man Alonso noch schnell per Funk hätte informieren können, dass er nicht aus der Box rausfährt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Mechaniker ihn dann noch hätten zurückschieben dürfen. Er hätte zwar dadurch Zeit verloren, hätte aber weiterfahren können. So war das Rennen für ihn zu Ende.

Vettel nach Nuller unter Druck

Vettel nach Nuller unter Druck
Die Null-Nummer auf dem Hungaroring hat Sebastian Vettel im Titelrennen entscheidend zurückgeworfen. Viel stärker als der auf 23 Punkte gewachsene Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button wiegt der Fakt, dass die deutsche WM-Hoffnung nun auch gegenüber Red-Bull-Teamkollege Mark Webber ins Hintertreffen zu geraten droht. "Das ist natürlich bitter", stöhnte der große Verlierer nach seinem technischen K.o. beim Großen Preis von Ungarn. "Wir müssen aufholen. Jeder Punkt hilft." Vettel sprach dabei zwar im Plural, bezog dies aber ausschließlich auf sich, denn Webber liegt voll im Plan.

Befürchtungen, als neuer Gesamtdritter nun zur Nummer 2 bei den Roten Bullen heruntergestuft zu werden, muss Vettel indes keine hegen. Teamchef Christian Horner versicherte, dass beide Piloten "gleichberechtigt sind". Webber, der sieben Rennen vor Saisonschluss 4,5 Zähler vor dem Heppenheimer liegt, sagte: "Es wäre viel zu früh, auf mich zu setzen. Sebastian und ich können die BrawnGP zusammen einholen." Vor dem Ungarn-Grand-Prix hatte der Australier erklärt: Sollte einer von ihnen beiden am Schluss vorne liegen, so habe er es auch verdient.

Brawn GP und Button im Sturzflug

Verläuft die WM nach der vierwöchigen Sommerpause, in der die Formel-1-Fabriken erstmals 14 Tage Betriebsferien machen müssen, weiter wie zuletzt, hat Horner fürs Finale zwei heiße Eisen im Feuer. "Wir haben den Abstand in der Konstrukteurs-Wertung weiter verkürzt", stellte er zufrieden fest. Seit seinem letzten von bislang sechs Saisonsiegen am 7. Juni in Istanbul schmolz der damals 32 Zähler betragende Riesenvorsprung des bereits voreilig als neuer Champion gefeierten Button beinahe um die Hälfte. Während Webber (24) in den anschließenden drei Rennen fleißig punktete und auch Vettel (18) trotz der Ungarn-Pleite aufholte, geriet der einstige Überflieger (9) gewaltig ins Trudeln.

Vettel nach Nuller unter Druck
Büßt der Brite weiterhin regelmäßig pro Rennen zwischen vier und sieben Punkte auf einen oder gar beide Red-Bull-Rivalen ein, platzt der schöne Traum vom Titeltriumph früher als für möglich gehalten. "Es ist enttäuschend, weil wir große Hoffnungen für diesen Grand Prix hatten", klagte Button nach seinem siebten Platz. "Wir hatten Glück, wenigstens zwei Punkte mitnehmen zu können." Teamchef Ross Brawn räumte etwas ratlos ein: "Ungarn hat uns bezüglich der Performance des Autos mit einer Reihe von Fragen zurückgelassen, auf die wir Antworten finden müssen. Wir versuchen, nach den Betriebsferien bis zum nächsten Rennen die Ursachen für die Probleme zu finden und zu unserer alten Form zurückzufinden."

Profitiert Red Bull vom Silberpfeil-Aufschwung?

Aus der plötzlichen Schwäche der BrawnGP schöpft Vettel Hoffnung. "Die WM ist noch längst nicht vorbei", sagte er kämpferisch. Sein technisch bedingter Ausfall auf dem Hungaroring sei "natürlich schade", aber davon lasse er sich die Ferienlaune nicht verhageln. Beste Laune herrschte nach dem wie ein Befreiungsschlag wirkenden Sieg von Lewis Hamilton bei McLaren-Mercedes. "Dieser Erfolg steht im Ranking weit oben, weil er so überraschend kam", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug euphorisch. "Die Silberpfeile fliegen wieder." Weil zudem erstmals ein Auto mit dem Hybrid-System KERS gewann, sprach Haug sogar von "einem historischen Sieg".

Jetzt gehe es erst richtig zur Sache. Hamilton sieht ebenfalls gute Chancen auf weitere Podestplätze, glaubt angesichts von 51 Punkten Rückstand auf Landsmann Button aber nicht mehr an die Titelverteidigung. McLaren-Mercedes und die ebenfalls wieder erstarkten Ferrari könnten im Zweikampf zwischen BrawnGP und Red Bull aber eine entscheidende Rolle spielen. Sollten die einstigen Branchenführer sich dauerhaft vor oder zwischen den Emporkömmlingen platzieren und Button weiterhin nicht auf die Beine kommen, würden Vettel und Webber automatisch davon profitieren.

Mein Kommentar:

Das Punktesystem bestraft denjenigen, der ausfällt. Selbst wenn ein Fahrer, der um die WM fährt, nur einen oder zwei Punkte holt, ist das immer noch besser, als gar keine Punkte. Da die Brawns momentan - warum auch immer - nicht mehr so stark sind, wie zum Anfang der Saison, ist noch alles möglich.

Ich finde es gut von Red Bull, dass sie sich nicht auf einen Fahrer konzentrieren. Zumal es zum derzeitigen Zeitpunkt auch noch viel zu früh dafür wäre. Mal schauen, wie sich das Duell zwischen Vettel und Webber weiterentwickeln wird.

Freitag, 15. Mai 2009

Formel 1 News

"Das beeinträchtigt dein Leben"

Das beeinträchtigt dein Leben
Weltmeister Lewis Hamilton hat Spekulationen über seinen Rücktritt aus der Formel 1 neue Nahrung gegeben. Der McLaren-Mercedes-Pilot ist von dem andauernden Machtpokers zwischen dem Automobil-Weltverband FIA und den Teams genervt und hat er die Freude am Fahren verloren. Er fühle sich von der ganzen Politik, die derzeit im Spiel ist, herumgestoßen, sagte der 24-Jährige der britscihen Tageszeitung 'The Times': "Ich habe die Formel 1 immer genossen. Ein Teil davon ist mir genommen worden."

In der "Lügen-Affäre" hat Hamilton die Auswirkungen der Machtspiele in der Königsklasse selbst zu spüren bekommen. So war er nach dem Auftaktrennen in Melbourne von seinem Team McLaren-Mercedes zur Lüge angestiftet worden. Dieser Schwindel flog auf: Hamilton wurde nachträglich disqualifiziert, und die Silberpfeile wurden für drei Rennen gesperrt. Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt.

Hamilton: In anderen Serie ist es schöner

"Das war für mich ein Schock", sagt Hamilton, dessen Vater und Manager Anthony sich damals schon nach einem neuen Team für seinen Sohn umgesehen hatte. Sogar ein sofortiger Rücktritt Hamiltons soll im Raum gestanden haben. "Ich bin Rennfahrer, kein Politiker", schimpfte der Brite. Zudem spielte Hamilton auf die quälenden Debatten um den Doppel-Diffusor und die Budgetgrenze an.

Das beeinträchtigt dein Leben
Zwar habe der Machtkampf hinter den Kulissen bislang keinen Einfluss auf seine Leistungen auf der Rennstrecke gehabt, ihn aber außerhalb sehr wohl beschäftigt. "Das beeinträchtigt dein Leben", verriet der Champion. Die Machtspielchen seien leider nichts Ungewöhnliches in der Formel 1, bedauerte Hamilton. Es sei schöner in anderen Rennserien, in denen es Piloten und Teams nur um das Rennfahren gehe.

Jüngster Brandherd in der Königsklasse ist der Konflikt zwischen den Rennställen und dem Internationalen Automobilverband FIA um ein Etatlimit, das von 2010 an gelten soll. Teams, die dann mit maximal 45 Millionen Euro auskommen, sollen mit technischen Freiheiten belohnt werden. Angeführt von Ferrari lief die Mehrzahl der Rennställe Sturm gegen die Pläne und drohte mit einem Ausstieg. Am Freitag wollten sich Vertreter aller Seiten in London treffen, um nach Lösungen für den Disput zu suchen.

Budget-Streit: Ferrari zieht vor Gericht

Budget-Streit: Ferrari zieht vor Gericht
Der Streit um die geplante Budget-Obergrenze in der Formel 1 spitzt sich immer weiter zu. Nach einem Treffen am Freitag am Londoner Flughafen Heathrow erklärte Max Mosley, der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, dass es seitens der FIA keinen Kompromiss geben werde. Der Brite teilte ferner mit, dass Ferrari bei einem französischen Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die FIA-Entscheidung anstrengt.

"Während des Meetings haben wir erfahren, dass Ferrari bereits ein Gericht angerufen hat, um gegen das vorzugehen, was wir wollen", sagte Mosley. Zu einer Lösung kamen die an dem Gespräch beteiligten Parteien nicht, aber "es war ein Meeting in freundlicher Atmosphäre. Die Teams sind aus der Sitzung herausgegangen, um zu schauen, ob sie etwas Besseres vorschlagen können als eine Budget-Obergrenze", so Mosley.

Ferrari: "FIA ist lächerlich"

Budget-Streit: Ferrari zieht vor Gericht Ferrari: FIA ist lächerlich
Am Dienstag und Mittwoch hatten Ferrari und Renault mit dem Ausstieg aus der Formel 1 gedroht, falls die FIA an der geplanten Budget-Obergrenze von 44 Millionen Euro (ohne Fahrergehälter) festhält. Auch BMW, Toyota und Red Bull haben einen solchen Schritt bereits angekündigt. Laut Formel-1-Tycoon Bernie Ecclestone ist Ferrari der Schlüssel in den Gesprächen: "Sie sind seit 60 Jahren dabei, wir sind Partner, und die Bedürfnisse unserer Partner sind uns wichtig."

Piero Ferrari, einziger noch lebender Sohn des legendären Firmengründers Enzo Ferrari, hatte einen Vergleich aus dem Fußball bemüht, um Mosleys Pläne zu kritisieren: "Inter Mailand gibt Unmengen Geld für Spieler aus und gewinnt alles, Calcio Catania ist ein armer Verein und gewinnt nichts. Hätte die FIA im italienischen Fußball das Sagen, dürfte Catania künftig mit 12 Mann spielen und Inter nur noch mit neun - lächerlich."

Bei der offiziellen Einschreibung für die WM 2010, die zwischen dem 22. und 29. Mai 2009 erfolgt, sollen die Teams nach der bisherigen Planung entscheiden, ob sie unter den alten Regeln weitermachen oder sich der Obergrenze unterwerfen wollen. Dafür dürften sie als Leistungsausgleich verstellbare Front- und Heckflügel, Motoren ohne Drehzahllimit sowie unbegrenzte Testfahrten außerhalb der Saison und unbegrenzte Windkanalzeit nutzen.

Haug will Ferrari nicht verlieren

Haug will Ferrari nicht verlieren
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug möchte auf Ferrari in der Formel 1 nicht verzichten. "Natürlich arbeiten wir alle daran, hier eine positive Lösung zu finden - niemand kann Interesse daran haben, in der Formel 1 ohne Ferrari als Wettbewerber zu fahren", sagte Haug. "Wir jedenfalls wollen Ferrari als sportlichen Rivalen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Team etwas anderes sagt", betonte Haug, nachdem Ferrari im Streit um die neuen Regeln für die Saison 2010 mit dem Ausstieg gedroht hatte.

Ferrari sei wie alle anderen Teams auch zunächst einmal gegen zwei verschiedene Regularien in der Formel 1, so Haug weiter. Demnach werden diejenigen Teams deutlich bevorzugt, die sich im kommenden Jahr an die Budgetobergrenze von umgerechnet 45 Millionen Euro halten. Sie bekommen vor allem mehr Freiheiten im aerodynamischen Bereich und beim Motor.

Mosley spricht noch diese Woche mit den Teams

Das vom Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes FIA, Max Mosley, angebotene Treffen mit den Vertretern aller Teams ist noch für diese Woche geplant. Dies bestätigte ein FIA-Sprecher der dpa. Neben Ferrari hatten auch andere Hersteller wie BMW und Toyota sowie die Privatteams Red Bull und Toro Rosso von Besitzer Dietrich Mateschitz mehr oder weniger deutlich klargemacht, dass sie unter dem beschlossenen neuen Reglement sich nicht bis zur Frist am 29. Mai einschreiben werden.

Renault droht mit Ausstieg

Renault droht mit Ausstieg
Rien ne va plus? Auch Renault hat schriftlich und in aller Entschiedenheit mit dem Ausstieg aus der Formel 1 gedroht, wenn der Automobil-Weltverband FIA die Regeln für 2010 nicht mehr ändert. "Wenn die vom Weltrat am 29. April 2009 verkündeten Regeln nicht rückgängig gemacht werden, haben wir keine andere Wahl als uns von der FIA-Weltmeisterschaft Ende 2009 zurückzuziehen", sagte Teamchef Flavio Briatore in einem am Mittwoch verbreiteten Renault-Statement.

"Wir können nicht in einer Meisterschaft starten mit unterschiedlichen Regeln», pflichtete Team-Präsident Bernard Rey bei. Sollten diese Regeln tatsächlich zur Anwendung kommen, "sehen wir uns gezwungen, am Ende dieser Saison auszusteigen", erklärte er in einem Statement.

So wie bei den anderen Kritikern der FIA-Vorgehensweise monierten auch die Franzosen die Art und Weise, wie der Internationale Automobilverband FIA die neuen Regeln beschloss - ohne Rück- bzw. Absprache mit den Teams. "Es gibt Frust darüber, dass die konstruktiven Vorschläge der FOTA, die auch die hauptsächlichen Maßnahmen zu einer schrittweisen Kostenreduzierung von 2009 bis 2012 beinhalten und von den FOTA-Mitgliedern mit Sorgfalt erarbeitet wurden, komplett ignoriert wurden durch die FIA, ohne die Teams zu konsultieren", hieß es in der Mitteilung.

Breite Anti-FIA-Front

Renault droht mit Ausstieg Breite Anti-FIA-Front
Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte am Dienstag Ferrari, das als einziger Rennstall seit WM-Beginn 1950 dabei ist, bekanntgegeben, seine Autos nicht zu melden, sollte es bei den beschlossenen Regeln bleiben. Diese sehen eine bewusste Bevorteilung der Teams vor, die sich an die Budgetobergrenze von umgerechnet rund 45 Millionen Euro halten. Es müsste betont werden, dass die Teamvereinigung FOTA dasselbe, wenn nicht sogar niedrigere finanzielle Ziel wie die FIA habe. Dies müsste aber nach Meinung Renaults durch alle Parteien abgesegnet werden.

Renault ist seit 1977 in der Formel 1 engagiert. Die größten Erfolge feierte das Team mit den Titeln in der Konstrukteursmeisterschaft und dem WM-Triumph durch den Spanier Fernando Alonso 2005 und 2006. Der französische Automobilhersteller, der auch mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu kämpfen hat, rüstet zudem Red Bull mit der deutschen WM-Hoffnung Sebastian Vettel mit Motoren aus.

Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes FIA, Max Mosley, wollen die Teams eine Änderung des Reglements erreichen. Mit dem Rückzug offen gedroht haben neben Ferrari und Renault auch schon Red Bull bzw. Toro Rosso (beide Teams gehören dem Privatier Dietrich Mateschitz) und Toyota sowie BMW. Insgesamt sollen sieben Teams gegen die neuen Regeln sein. Der Verband fährt den drastischen Kurs, um die Zukunft der Formel 1 eigentlich zu gewährleisten und neue Rennställe anzulocken.

Freitag, 27. März 2009

Ferrari, Renault und Red Bull ziehen vor Berufungsgericht

Ferrari, Renault und Red Bull wollen nach dem Scheitern ihres Protestes im Diffusor-Streit vor das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA ziehen. Die drei Teams kündigten in Melbourne fristgerecht ihre Absicht zum Einspruch an, nachdem die Rennkommissare des Großen Preises von Australien am Donnerstagabend den Protest gegen die Autos von Brawn, Toyota und Williams abgewiesen hatten.

Da das Berufungsgericht in Paris frühestens nach dem zweiten Rennen am 5. April in Malaysia zusammentritt, könnten die Ergebnisse der ersten beiden WM-Läufe damit zunächst nur unter Vorbehalt gültig sein.

Nach den Regularien der FIA haben die Teams nach ihrer Absichtserklärung sieben Tage Zeit, um ihren Einspruch formal einzulegen. Nach Bestätigung des Eingangs bleiben acht Tage, den Einspruch zu begründen. Die Einspruchsgebühr beträgt zurzeit 6.000 Euro.

Formel Chaos: Rennkommissare schmettern Protest ab

'Formel Chaos': Rennkommissare schmettern Protest ab

Die Rennställe im Streit, die Regelhüter in Aufruhr und die Hackordnung völlig durcheinander: Noch vor dem ersten Kilometer der neuen Saison bietet die Formel 1 Zirkus im Überfluss. Am Tag vor dem Auftakttraining zum Großen Preis von Australien am Sonntag eskalierte in Melbourne der Aerodynamik-Konflikt zwischen den Teams. Ferrari, Renault und Red Bull scheiterten am Donnerstag mit ihrem Protest gegen die Diffusoren der Rivalen Brawn GP, Williams und Toyota. Umgehend kündigte die Verlierer-Partei Einspruch vor dem Berufungsgericht des Automobil- Weltverbands FIA an. Damit droht nach den beiden Auftaktrennen auch noch ein juristisches Nachspiel.

Um Mitternacht (Ortszeit) bescherten die FIA-Rennkommissare in Melbourne Brawn GP, Toyota und Williams am Donnerstag noch vor der ersten Runde den ersten Sieg. Die drei Teams dürfen mit ihren umstrittenen Diffusoren an den Start rollen. Der Diffusor ist ein wichtiges aerodynamisches Teil am hinteren Ende des Unterbodens. Das Trio hat andere Lösungen gefunden als die übrigen Teams und ist damit wohl um bis zu 0,5 Sekunden pro Runde schneller. "Wer die Regeln aufmerksam gelesen hat, für den lag es auf der Hand", erklärte Ross Brawn, Teamchef des Honda-Nachfolgers. Auch BMW Sauber hatte protestiert, wurde aber wegen eines Formfehlers abgewiesen.

Laut Reglement darf der Diffusor, der am Heck die Luft ansaugt und den Boliden am Boden 'kleben' lässt, nur 175 Millimeter hoch sein. Die drei Teams nutzten jedoch ein Regel-Schlupfloch und ließen einen weiteren Diffusor im Diffusor einbauen, um eine stärkere Luftansaugung zu erzielen. Das soll pro Runde fünf Zehntelsekunden Zeitgewinn bringen. Die drei betroffenen Rennställe halten ihre Lösungen dagegen für regelkonform.

Der FIA-Delegierte Charlie Whiting hatte sich die umstrittenen Bauteile bei den Wintertestfahrten angeschaut und grünes Licht für die Verwendung gegeben - zum Unverständnis von BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nicht verstehen. "Andere Teams haben zu ähnlichen Konstruktionen eine andere Aussage bekommen", sagte Theissen.

Nur die drei Rennställe Force India, Toro Rosso und McLaren-Mercedes halten sich aus dieser Angelegenheit bislang heraus. "Es fehlt uns keineswegs an Traute, aber ich bin strikt dagegen, dass wir derzeit auch nur die minimalste Energie innerhalb unseres Teams für etwas anderes verwenden, als selbst mehr Speed zu generieren", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Haug kritisiert die Grauzonen im FIA-Regelwerk. Dass es immer wieder Interpretationsspielräume gebe, stehe in krassem Gegensatz zum aktuellen Kostensenkungsprogramm, meint der Mercedes-Sportchef: "Entweder die einen oder die anderen Teams müssen bald aufwendig und kostspielig neue Unterböden und Diffusoren bauen und dabei die Aerodynamik neu adaptieren. Und das kostet viel Geld."

Laut Theissen muss die FIA jetzt so schnell wie möglich für Klarheit sorgen: "Wenn das für legal erklärt wird, dann öffnet das einen weit größeren Spielraum, als er bisher von diesen drei Teams genutzt wurde." Es gäbe wieder ein Entwicklungsrennen: "Und das wäre genau das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen."

Toyota-Teamdirektor John Howett hatte den Protest unterdessen gelassen aufgenommen. "Jedem im Motorsport ist es erlaubt, zu protestieren. Ich habe damit überhaupt kein Problem", sagte der Chef von Timo Glock: "Wir haben die Regularien detailliert studiert und sind sehr zuversichtlich, dass wir sie korrekt interpretiert haben. Wir waren mit den Technikern der FIA in Kontakt und waren zufrieden, dass sie unsere Interpretation gestützt haben."

Dienstag, 17. März 2009

Dritte Tag der Testfahrten in Jerez

Rekord von Button - Rosberg fliegt ab

Brawn GP hat in Jerez mit einer weiteren sensationellen Leistung die Konkurrenz geschockt. Am dritten Tag der Testfahrten knackte Jenson Button auf der südspanischen Strecke den am Vortag von Fernando Alonso aufgestellten Rundenrekord. Dabei war der Brite 0,499 Sekunden schneller als der spanische Renault-Pilot.

Allerdings unterbot auch der Zweite, Nico Rosberg im Williams, die Marke von Alonso um 0,272 Sekunden. Und das, obwohl sein Arbeitstag zwei Stunden früher endete als geplant. Der 23-Jährige kam genau wie Alonso am Sonntag in der kritischen Kurve acht von der Strecke ab und krachte mit der rechten Fahrzeugseite voran in die Reifenstapel. Anschließend konnte er das Testprogramm nicht mehr aufnehmen.

Auch Nelson Nelson Piquet jr. im Renault konnte mit der Spitze einigermaßen mithalten. Der Brasilianer landete mit 0,311 Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz. Außerdem war er mit 128 Runden der fleißigste Pilot der Session.

Hamilton kommt nicht in Fahrt

Für Weltmeister Lewis Hamilton läuft es dagegen weiter nicht rund. Wie schon am Vortag bildete der Mercedes-Pilot das Schlusslicht des Feldes und verstärkte damit den Eindruck, dass die Silberpfeile offenbar Probleme haben. Der 24-Jährige hatte als einziger Teilnehmer mehr als eine Sekunde Rückstand. Allerdings hatte Hamilton bei seinen Runs den Fokus auf die neuen aerodynamischen Updates des MP4-24 gelegt.

Mercedes bleiben noch zwei Testtage um sich für den Saisonstart in Melbourne (29. März) zu rüsten, dann mit dem Finnen Heikki Kovalainen am Steuer. Neben den Silberpfeilen ist dann nur noch Williams im Einsatz. Alle anderen Teams haben nach dem heutigen Tag ihre Saisonvorbereitungen abgeschlossen.

Sonntag, 15. März 2009

Unfall von Fernando Alonso

Alonso donnert mit Renault in Reifenstapel

Fernando Alonso hat einen Unfall bei Testfahrten auf dem Kurs in Jerez unbeschadet überstanden. Der Spanier kam an Tag 1 in seiner ersten schnellen Runde in der Kurve 8 von der Strecke ab und prallte um kurz nach 10 Uhr am Morgen mit seinem neuen Renault R29 in die Reifenstapel. Der Weltmeister von 2005 und 2006 überstand den harten Aufprall ohne Blessuren - im Gegensatz zu seinem Auto: Die Mechaniker mussten sich vor allem um den zerstörten Frontflügel kümmern. Es war der erste schwere Unfall während der Testfahrten für die Ende März beginnende Saison.

Für Alonso und Renault war es ein neuerlicher Rückschlag im Kampf um die optimale Vorbereitung auf den Saisonstart am 29. März in Melbourne. "Drei oder vier Teams sind einen Schritt weiter als wir", sagte Alonso, "die Zeiten von Ferrari, Brawn oder auch BMW liegen außerhalb unserer Reichweite."

Sein ehemaliges Team McLaren-Mercedes um Titelverteidiger Lewis Hamilton hat Alonso im Moment nicht auf der Rechnung. "Sie haben an manchen Tagen gar keine Fortschritte gemacht und sind daher zurückgefallen", so der 27-Jährige: "Es läuft nicht besonders gut für sie, aber das muss im Moment noch nichts bedeuten." Sie hätten die Ressourcen, um während der Saison wieder aufzuschließen.

Mit einer umgekehrten Tendenz rechnet Alonso bei Brawn GP. Das Überraschungsteam mit Rubens Barrichello legte auch in Jerez wieder die schnellsten Runden hin. "Dass sie bei den ersten Tests so schnell sind, ist aber nicht normal", so Alonso, "die Wahrheit ist, dass sie ein Auto haben, an dem Honda schon seit 2007 arbeitet. Das kann man am Design erkennen, denn es ist ein im Detail sehr ausgereiftes Auto, das anders aussieht als die anderen."