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Samstag, 31. Oktober 2009

Ich kann machen was ich will

"Ich kann machen was ich will"

Ich kann machen was ich will
Finito. Nach 52 Rennen, dem Weltmeister-Titel 2007 und 9 Grand-Prix-Siegen im Ferrari ist für Kimi Räikkönen an diesem Wochenende Schluss beim italienischen Traditionsteam. Einen neuen Arbeitgeber hat der Finne nicht. Nur eine Rückkehr zu McLaren-Mercedes sei eine Option in der Formel 1. Ansonsten: Wechsel zur Rallye oder eine Auszeit. Leisten könnte sich der aktuelle Bestverdiener der Königsklasse ein Sabbatjahr allemal.

Da sein Vertrag eigentlich auch noch für die kommende Saison galt, drückt ihm Ferrari angeblich 17 Millionen Euro Abfindung in die Hand - wenn er kein neues Team findet, ansonsten zehn Millionen. Während die Formel 1 der Entscheidung Räikkönens entgegenfiebert, weil sie das Fahrerkarussell mächtig in Schwung bringen dürfte, lassen den 'Iceman' die Diskussion und Spekulationen offensichtlich kalt. Es war auch nicht anders zu erwarten. "Ich kann machen, was ich will", gab der gern wortkarge Finne mit gewohnt gelangweiltem Gesichtsausdruck in Sachen Zukunft zu Protokoll.

Hinterm Steuer fühlt sich Räikkönen sichtlich wohler als hinterm Mikrofon. "Privat, wenn die Kameras nicht da sind, dann redet er auch", sagte Rivale Sebastian Vettel Anfang dieses Jahres mal bei einem Fernsehauftritt über Räikkönen und fügte schmunzelnd hinzu: "Unter dem Einfluss von dem ein oder anderen Getränk, redet er auch gerne mehr." Unvergessen sind Bilder, als Räikkönen bei einer feucht-fröhlichen Party von einer Yacht fällt.

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Sportliche Gründe zum Feiern hatte Räikkönen in dieser Saison nicht viele. In Spa-Francorchamps, wo Draufgänger im Cockpit gefragt sind, fuhr der Finne seinen einzigen Sieg bis zum Finale in den Emiraten ein. Nach einer völlig verkorksten ersten Saisonhälfte mit mickrigen zehn Punkten aus neun Rennen startete Räikkönen mit dem Ferrari dann aber noch so gut durch, wie es sein Dienstwagen zuließ. Das Ergebnis: 28 Punkte aus sieben Läufen. Zum Vergleich: Weltmeister Jenson Button kam im selben Zeitraum auf 21 Punkte. Und doch gab es in den Planungen bei Ferrari keinen Platz mehr für den Finnen.

Mit einer spanischen Großbank als Sponsor war vielmehr der Weg für den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso geebnet. Felipe Massa ist nach seinem schweren Unfall in Ungarn Ende Juli für die kommende Saison gesetzt. Toyota erteilte Räikkönen eine Abfuhr erster Klasse, nachdem der Rennstall öffentlich mit dem Finnen geflirtet hatte.

In Frage kommt nur McLaren-Mercedes: Für die Silberpfeile fuhr er bereits von 2002 bis 2006. Sein Debüt in in der Formel 1 hatte Räikkönen für das damalige Sauber-Petronas-Team 2001 gegeben. Wohin es nun geht, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. "Wir werden sehen, was geschieht", meinte er - ohne große Regung.

Freitag, 30. Oktober 2009

Trulli vs. Sutil

Trulli: "Ich weiß nicht, ob du blind bist"

Trulli: Ich weiß nicht, ob du blind bist
Von wegen gewöhnliche Pressekonferenz: Adrian Sutil und Jarno Trulli haben sich am Donnerstag in Abu Dhabi ein erbittertes Wortgefecht auf dem Podium wegen ihres Unfalls vor zwei Wochen in Brasilien geliefert. Toyota-Pilot Trulli, der nach dem Crash in Brasilien schon wutentbrannt auf den Gräfelfinger losgestürmt war, beschimpfte Sutil: "Ich weiß nicht, ob du blind bist."

Doch Sutil, sichtlich entrüstet ob des neuerlichen verbalen Angriffs des Routiniers aus Italien, konterte: "Ich weiß nicht, wie lange du die Regeln lernen willst." Selbst die beiden vor den Streithähnen platzierten Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und Fernando Alonso konnte sich ein Schmunzeln angesichts der scharfen Wortscharmützel nicht verkneifen.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Wechselbörse

Brawn: "Button bleibt zu 99 Prozent"

Brawn: Button bleibt zu 99 Prozent
Teamchef und -Mitbesitzer Ross Brawn geht zu 99 Prozent von einer Vertragsverlängerung mit Formel-1-Weltmeister Jenson Button aus. "Du bist nie 100 Prozent sicher, aber ich würde sagen zu 99 Prozent", erklärte der Brite beim Sender BBC.

"Wir wollen, dass Jenson bleibt und ich denke, dass wir eine Lösung finden", so Brawn weiter. Laut Homepage der "Daily Mail" sollen die Teamverantwortlichen dem frischgebackenen Weltmeister einen neuen Vertrag mit einem Jahresgehalt von rund acht Millionen Euro angeboten haben.

Auch Button-Manager Richard Goddard geht davon aus, dass "die Angelegenheit in wenigen Wochen" geklärt sein wird. Er stellte noch einmal klar: "Jenson möchte bei Brawn bleiben."

Brawn geht von einer Klärung bis spätestens zwei Wochen nach dem Finale am kommenden Sonntag in Abu Dhabi aus. Man will einen gesunden Mittelweg zwischen dem finden, was sich das Team leisten und was Button als Weltmeister fordern kann.

Haug: "Kimi ist eine Option"

Britische Medien bringen den 29-jährigen Champion allerdings auch immer wieder mit McLaren-Mercedes in Verbindung. Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug hatte entsprechende Gerüchte allerdings schon dementiert. "Es gibt keine Verhandlungen mit Jenson Button. Ich habe Verständnis dafür, dass Leute in England von einem englischen Team mit zwei Weltmeistern träumen. Träume werden aber nicht immer wahr", hatte Haug gesagt.

Bei den Silberpfeilen dürfte der Platz neben 2008er-Weltmeister Lewis Hamilton frei werden. Der Finne Heikki Kovalainen wird wohl am kommenden Sonntag in Abu Dhabi sein letztes Rennen für das britisch- deutsche Team bestreiten. Lange Zeit galt der Wiesbadener Nico Rosberg als einer der Top-Kandidaten, mittlerweile scheint dieser aber eher zu Brawn zu wechseln und sein Williams-Cockpit mit Rubens Barrichello zu tauschen.

Weiter heiß gehandelt wird Kimi Räikkönen, der 2010 bei Ferrari durch den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso ersetzt wird. Der Finne war für die Silberpfeile schon einmal bis 2006 gefahren. "Kimi ist eine Option, aber es gibt noch eine Menge andere Optionen", sagte Haug auf der Homepage des Magazin "Autosport".

Button hatte zur Rettung des Brawn-Rennstalls vor der Saison auf einen Teil seines Gehalts verzichtet. Er soll seine Flug- und Hotelrechnungen sogar selbst beglichen haben. Die neue Offerte soll nun so hoch sein wie das Salär, das Button beim Vorgänger-Team Honda bezogen hatte.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Kimi will viel Kohle

Toyota: Abfuhr für geldgierigen Räikkönen

Toyota: Abfuhr für geldgierigen Räikkönen
Kimi Räikkönen pokert weiter um ein Cockpit für die kommende Saison, tritt dabei allerdings auf der Stelle. Die Verhandlungen mit Toyota liegen wegen zu hoher Gehaltsforderungen des Ferrari-Piloten auf Eis. "Er hat uns einen Preis genannt, der viel zu hoch ist", sagte Teamchef John Howett 'Motorsport aktuell': "Seine Summe kommt für uns nicht infrage. Er muss jetzt mit einem neuen Angebot auf uns zukommen. Aber er sagt, er hat zwei Optionen. Wir warten."

Doch auch bei der zweiten Option, die McLaren-Mercedes ist und Räikkönen wohl zum Geldgeier gemacht haben, gibt es "keine neuen Entwicklungen an der Front", sagte Motorsportchef Norbert Haug. Sollte der Finne ein Silberner werden, kassiert er angeblich eine Abfindung in Höhe von 25 Millionen Euro aus dem Lager der Scuderia.

Dessen Sponsor Bank Santander überweist die stattliche Summe dafür, dass Räikkönen seinen Platz bei Ferrari für Fernando Alonso geräumt hat. Als gleichzeitiger Geldgeber von McLaren fließen die 25 Millionen allerdings nur bei einem Wechsel zu dem britischen Rennstall auf das Konto vom 30-Jährigen.

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Auch wenn sich viele Teams nach Räikkönen als letzten Top-Piloten ohne Cockpit die Finger lecken, könnten ihm seine Gehaltsvorstellungen zum Verhängnis werden. Dass Heikki Kovalainen bei McLaren aussortiert werde, sei laut Haug "so sicher nicht"- ein Platz für den Weltmeister von 2007 also genauso wenig.

Bei Toyota ist man nicht bereit, Räikkönen das Geld in den Rachen zu werfen und will stattdessen auf Talente setzen. "Ich würde am liebsten einen ganz jungen Fahrer aufbauen", sagte Howett.

Eine letzte Alternative für Räikkönen, der noch bis 2010 einen Vertrag bei Ferrari besitzt, könnte der Abschied aus der Formel 1 sein. Gerüchte um eine Flucht zum Rallye-Sport kursieren schon lange in der Szene, doch ob da noch die Abfindung der Santander-Bank für die Rente reicht?

Montag, 19. Oktober 2009

Geldstrafen für Trulli und McLaren-Mercedes

Hohe Geldstrafen für Trulli und McLaren-Mercedes

Hohe Geldstrafen für Trulli und McLaren-Mercedes
Die turbulente Anfangsphase des Großen Preises von Brasilien kommt Toyota-Pilot Jarno Trulli und den britisch-deutschen Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes teuer zu stehen. Der Italiener wurde vom Internationalen Automobilverband FIA verwarnt und muss 10.000 Dollar Strafe zahlen. Nach einem Unfall mit Force-India-Pilot Adrian Sutil war Trulli wutentbrannt auf den Deutschen zugestürmt und hatte sich wild gestikulierend vor diesem aufgebaut.

McLaren-Mercedes muss 50.000 Dollar zahlen, nachdem bei einem Boxenstopp der Tankrüssel im Silberpfeil von Heikki Kovalainen stecken geblieben war. Bei der Ausfahrt wurde er aus der Verankerung gerissen, Sprit spritzte auf die Strecke. Als der dahinter fahrende Kimi Räikkönen durch die Lache fuhr, entzündete sich diese in einer gewaltigen Stichflamme. Der finnische Ferrari-Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Vettel macht Druck

Vettel macht Druck: "Jenson schwächelt ein wenig"

Vettel macht Druck: Jenson schwächelt ein wenig
Button-Party oder Vettel-Fete: In der Nervenschlacht um den WM-Titel will Herausforderer Sebastian Vettel Spitzenreiter Jenson Button in Sao Paulo den nächsten Tiefschlag verpassen und so seine letzte Chance auf die Formel-1- Weltmeisterschaft wahren. "Ich habe nichts zu verlieren und werde deswegen voll attackieren. Jenson schwächelt ein wenig, vielleicht ist das unsere Chance", sagte Vettel in vor dem Großen Preis von Brasilien.

"Ich versuche, mich von nichts ablenken zu lassen. Wichtig ist es, alles aus sich rauszuholen. Was die anderen machen, liegt nicht in meinen Händen", betonte der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim. "Mein Ziel und mein Traum ist es, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, und ich werde bis zum Ende kämpfen und nicht aufgeben."

Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher macht dem 22-Jährigen Mut für den fast aussichtslosen Kampf, 17 Punkte in zwei Rennen auf den - allerdings seit acht Rennen sieglosen - Brawn-Rivalen Button aufholen zu müssen. "Er hat trotz seines Rückstands noch immer die Chance auf den Titel", sagte der siebenmalige Champion aus Kerpen. Norbert Haug, Motorsportchef von Brawn-Partner Mercedes, meinte: "Es wäre blendend für Deutschland, wenn er Weltmeister werden würde, so wie es für jedes Land toll ist, einen Weltmeister zu haben. Klar wäre das toll."

Wäre - das ist es. Wäre da nicht das dicke Punkte-Polster von Button. Wäre da nicht auch noch dessen Teamkollege Rubens Barrichello, der endlich zum ersten Mal sein Heimrennen am Sonntag (18.00 Uhr bei RTL) gewinnen will und zwei Punkte mehr hat als Vettel. Wäre da aber nicht auch die Erinnerung an Lewis Hamilton, der vor zwei Jahren im McLaren-Mercedes in seiner ersten Formel-1-Saison 17 Punkte gegen Kimi Räikkönen im Ferrari in den letzten beiden Rennen verlor.

Vettel: "Webber kann wichtig werden"

"Kimi zeigte vor zwei Jahren, was möglich ist, wir kämpfen bis zum Schluss", sagte Vettel. Zugleich versicherte er, "gar nicht" an Räikkönens Bravourstück zu denken: "Ich schau nur auf uns. Ich mach' mein Ding und dann sehen wir weiter." Er halte auch nur wenig von Psychospielchen. Sein Teamchef offensichtlich schon. "Er kann alles verlieren. Das wird er aus seinem Kopf nicht herausbekommen", schickte Christian Horner bereits eine Grußbotschaft an seinen Landsmann Button, der sich mit ein paar Tagen Urlaub in Tokio auf die vorletzte Runde im WM-Kampf vorbereitete.

Rang drei reicht Button (85 Punkte) selbst im Fall eines Barrichello-Sieges auf jeden Fall, um bereits in Brasilien vorzeitig alles klar zu machen. Sollte Vettel (69) wie zuletzt in Japan triumphieren, müsste der Brite mindestens Fünfter werden, um seinen ersten Titel "im Sack" zu haben. Sollten nach dem Finale am 1. November zwei oder gar alle drei Kandidaten punktgleich sein, wäre Button dank seiner größeren Zahl an Saisonsiegen (bislang sechs) Champion. Bei normalem Rennverlauf sollte der Favorit also alles klar machen können.

Der vorzeitige Gewinn des Konstrukteurs-Titels ist BrawnGP praktisch sicher. Selbst wenn dem Red-Bull-Duo Vettel/Mark Webber (Australien) im Autodromo José Carlos Pace ein Doppelerfolg gelänge, würde den 'Brawnies' ein Pünktchen genügen.

Für Webber ist der WM-Zug längst abgefahren; als Gehilfe von Vettel kann der Routinier aber noch mal mächtig Dampf machen. "Er kann dann wichtig werden, wenn er zwischen mir und den Brawn-Jungs ins Ziel kommt", erklärte Vettel.

Die beiden Teamchefs Horner und Ross Brawn schätzen ihre Autos
in Sao Paulo und Abu Dhabi als stark ein. "Unterm Strich sind sowohl die Brawns als auch wir immer gut unterwegs gewesen, es wird also kein Zuckerschlecken", meinte Vettel und warnte davor, die anderen acht Teams, bei denen Landsmann Timo Glock nach seinem schweren Unfall in Suzuka im Toyota fehlen wird, aus den Augen zu lassen.

Montag, 5. Oktober 2009

Seppi macht´s wie Kimi

Seppi macht's wie Kimi!

Seppi macht's wie Kimi!
16 Punkte Rückstand auf Jenson Button, weniger Siege auf dem Konto und nur noch zwei Saisonrennen - Sebastian Vettel kann Jenson Button eigentlich schon zum Titel gratulieren, zumal auch der zweitplatzierte Rubens Barrichello 14 Zähler hinter Button liegt. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Brite nicht Weltmeister werden würde. Doch die Geschichte lehrt, dass auch in der Formel 1 nichts unmöglich ist. Dafür muss man noch nicht einmal weit zurückblicken.

Vor zwei Jahren hatte Kimi Räikkönen nach dem Großen Preis der USA 32 Punkte, Lewis Hamilton 58. Sechs Rennen vor Schluss lag der Finne 20 Punkte zurück, zwei GP vor dem Ende waren es deren immer noch 17. Am Ende wurde Räikkönen Weltmeister - mit einem Zähler mehr als Hamilton.

Bei Hamilton hätten damals auch alle gedacht, "es sollte kein Problem sein, den Titel zu holen", so Vettel, der sich im großen Finale an die simple Taktik seines Badminton-Kumpels halten möchte. "Wer Kimi kennt, der weiß, dass er nicht viel nachdenkt, sondern einfach Gas gibt. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen."

Dazu greift der 22-Jährige in die Kiste der Psycho-Tricks. Während der sonst so offene Button von Rennen zu Rennen angespannter und nervöser wirkt, gibt sich Vettel betont locker und lässt sich, ebenso wie seine Crew, einen WM-Bart wachsen. "Die kommen nur ab, wenn wir in Sao Paulo verlieren. Aber daran denken wir nicht", sagte Vettel. "Es ist noch ein harter Brocken, aber wir werden bis zum Schluss kämpfen." Auch RTL-Experte Christian Danner sieht noch eine reale Chance für den Red-Bull-Piloten. "Das hat es ja in der vor zwei Jahren auch schon mal gegeben. Da ist noch sehr, sehr viel drin für Sebastian."

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"Es ist alles machbar, alles kann passieren", sagte Vettel, bevor ihm ein Teammitglied im Überschwang der Gefühle eine Torte ins Gesicht drückte. "Der Kampf geht weiter", meinte sein Teamchef Christian Horner und konnte ein Dauergrinsen nicht unterdrücken. "Seb gibt der WM eine neue Wende", titelte die italienische 'La Gazzetta dello Sport' angesichts des neu eröffneten Titelkampfes.

Die 'Roten Bullen' haben die Lust an der Jagd entdeckt. "Es ist immer noch ein steiler Berg, aber der Mount Everest ist auch schon bestiegen worden", sagte Horner. Vettel und sein Team sehen sich im Endspurt stärker die 'Brawnies' und lassen dies die Titel- Konkurrenz deutlich wissen. "Es ist doch ganz einfach: Das Beste, was wir tun können, ist zu gewinnen. Wir sind hier, um zu fighten", nannte der WM-Dritte sein Motto für die abschließenden Saisonläufe in Brasilien und Abu Dhabi. "Beide Strecken sollten unserem Auto gut liegen", urteilte Vettel.

Den größten Rückstand in der Formel-1-Geschichte holte vor 33 Jahren James Hunt auf, als er 37 Punkte auf den führenden Niki Lauda wettmachte. Allerdings profitierte der Brite damals von Laudas schlimmen Feuerunfall. Der Österreicher musste zwei Rennen aussetzen und gab beim Finale in Fuji auf. Am Ende triumphierte Hunt mit 69:68 Punkten.

30 Jahre später wäre auch Michael Schumacher um ein Haar eine sensationelle Aufholjagd geglückt. Nach den ersten neun Saisonrennen trennten ihn 25 Punkte von Spitzenreiter Fernando Alonso. Zwei Rennen vor Saisonende hatte Schumi den Spanier an der Spitze abgefangen, scheiterte aber dann doch noch am zähen Alonso.

Samstag, 3. Oktober 2009

Toyota sucht neue Fahrer

Kubica & Räikkönen sollen neues Fahrerduo werden

Kubica & Räikkönen sollen neues Fahrerduo werden
Der Toyota-Rennstall plant gegen alle Zweifel fest für eine Zukunft in der Formel 1 und will dafür die Top-Piloten Robert Kubica und Kimi Räikkönen gewinnen. "Ich erwarte, dass wir auch im nächsten Jahr hier sein werden", sagte Teamchef John Howett am Rande des Großen Preises von Japan und bestätigte Bemühungen um eine neue Fahrerpaarung. Für Timo Glock, der am Samstag in der Qualifikation für das Suzuka-Rennen schwer verunglückte, wächst damit der Druck. Zwar will Toyota trotz der geplatzten Vertragsverlängerung die Tür für den Deutschen offen halten, doch vorerst sucht das Team nach prominenteren Namen. "Wir sind sehr an Robert Kubica interessiert und hoffen, dass es klappt", so Howett. Zudem räumte er Kontakte zum Räikkönen-Management ein.

Noch aber steht dem in Köln-Marsdorf beheimateten Rennstall eine Zitterpartie bevor. Erst Mitte November will der Vorstand des japanischen Autobauers über das Budget des Teams für 2010 entscheiden. Auch ein Ausstieg bleibt bis dahin eine Option. "Wir haben keine Signale in diese Richtung", versicherte Howett.

Ein Rest Unsicherheit bleibt jedoch und dürfte auch die Fahrersuche erschweren. Der noch für BMW Sauber fahrende Pole Kubica soll längst bei Renault als Nachfolger des zu Ferrari wechselnden Fernando Alonso im Wort stehen. Scuderia-Pilot Räikkönen hatte erklärt, er wolle nur zu einem Top-Team wechseln, mit dem er im kommenden Jahr wieder um den Titel kämpfen könne.

Toyota indes ist davon überzeugt, den Wunschkandidaten genau das bieten zu können. "Sie wären dumm, wenn sie nicht kommen würden", meinte Howett. Schon jetzt treibe das Team die Vorbereitungen für das Auto des kommenden Jahres mit aller Macht voran. Es sei zwar mit der Kürzung des Budgets durch den Toyota-Konzern zu rechnen, "aber es wird immer noch genug sein". Seit 2002 geht Toyota in der Formel 1 mit einem eigenen Team an den Start, doch auch nach 136 Grand Prix und Milliarden-Investitionen wartet der Rennstall auf seinen ersten Sieg.

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Die stetig wachsende Ungeduld bedroht auch Glocks Job. "Er hat seine Chancen mit dem zweiten Platz in Singapur verbessert, aber wir würden uns wünschen, dass er konstant solche Leistungen zeigen würde", sagte Howett. Daher habe sich das Team entschieden, die Option für Glock vorerst nicht zu ziehen und sich nach anderen Piloten umzusehen. Der 27-Jährige darf ebenfalls mit anderen Interessenten verhandeln. Es gebe schon mehrere Anfragen, versicherte sein Manager Hans-Bernd Kamps in Suzuka.

Für seinen italienischen Teamkollegen Jarno Trulli, der in Suzuka hinter Sebastian Vettel auf Startplatz zwei raste, läuft die Zeit bei Toyota wohl definitiv ab. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er im nächsten Jahr für uns fährt", sagte sein Teamchef. Der 35-Jährige ist seit 2004 bei dem Rennstall. Für die Zukunft jedoch will sein Arbeitgeber eine Frischzellenkur. Howett: "Es tut mir leid, aber das Leben ist hart, und unser Job ist es, Ergebnisse zu liefern."

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Ich will so gut sein wie Schumi

Alonso: Ich will so gut sein wie Schumi

Alonso: Ich will so gut sein wie Schumi
Nach dem Mega-Deal will Fernando Alonso das Erbe von Michael Schumacher antreten und in der 'Roten Göttin' die Rekorde der Formel-1-Legende angreifen. "Ich würde gern so viele Titel wie Michael mit Ferrari gewinnen", sagte der zweimalige Weltmeister am Donnerstag in Suzuka, "aber das wird ziemlich schwierig." Mit dem siebenfachen Champion, der einst sein Erz-Rivale war und längst als Berater der Scuderia arbeitet, verbinde ihn «die Hingabe und die Leidenschaft", schwärmte der Spanier.

Und Schumacher selbst ließ es sich nicht nehmen, seinen einstigen Rivalen und künftigen Teampartner willkommen zu heißen. Öffentlich erstmal via Internet. "Fernando bei Ferrari, das freut mich sehr. Ich war ja von Anfang an in die Entscheidungsfindung involviert, und ich fand die Vorstellung immer gut", schrieb Schumacher auf seiner Homepage am Donnerstag. Alonso werde sich sicher wohl fühlen bei der Scuderia. "Und ich kann nur sagen: Willkommen, Fernando!"

Der für 2010 verkündete Wechsel wird heftige Bewegungen auf dem Fahrermarkt bewirken. Seinen Kumpel Robert Kubica will Alonso als seinen Nachfolger zu Renault lotsen. Der vom Iberer verdrängte Kimi Räikkönen flirtete in Japan mit McLaren-Mercedes.

Ferrari: Sanfte Trennung von Räikkönen

Bei aller Vorfreude auf den "spanischen Jockey für das Springende Pferd" ('Marca') ist das Traditionsteam allerdings bedacht, die vorzeitige Trennung vom Finnen Räikkönen sauber zu vollziehen. "Diese Entscheidungen sind nie einfach. Aber wir mussten sie treffen, weil wir das Beste für das Team wollen", erklärte Teamchef Stefano Domenicali.

Berichte über eine gigantische Abfindung für den Weltmeister von 2007 und ein Jahresgehalt von 25 Millionen Euro für Alonso wies der Rennstall empört zurück. "Die genannten Zahlen haben absolut nichts mit der Realität zu tun. Es ist einfach, Zahlen zu schreiben und dabei zu vergessen, dass sich die Welt kürzlich verändert hat", teilte Ferrari mit.

Räikkönen gab sich in Suzuka gewohnt unterkühlt. "Ich habe schon etwas länger gewusst, dass ich nächstes Jahr nicht mehr für Ferrari fahre", behauptete der 29-Jährige. Zugleich heizte er Spekulationen um eine Rückkehr zu den Silberpfeilen an. "Mein Ziel ist es, im kommenden Jahr in einem Auto zu sitzen, mit dem ich um den Titel kämpfen kann. Ich kann nichts Schlechtes über McLaren sagen. Das ist eine Option", erklärte Räikkönen im üblichen Flüsterton.

Renault will in der kommenden Woche verkünden, wer Alonso ersetzen wird. Der 'verlorene Sohn' machte sich für den Polen Kubica stark, der nach dem Ausstieg von BMW einen neuen Arbeitgeber sucht. "Wenn sie eine Chance haben, ihn zu bekommen, würde ich ihn empfehlen", versicherte Alonso. Kubica wollte zumindest Kontakte zu Renault nicht dementieren. "Ich habe noch nichts unterschrieben. Ich weiß, was ich machen will und bin zu 90, 95 Prozent sicher, dass das klappt", sagte der 24-Jährige.

So oder so stehen der Formel 1 abseits der Strecke spannende Tage bevor. Nico Rosberg, Rubens Barrichello, Timo Glock, Nick Heidfeld, Heikki Kovalainen - die PS-Branche wartet auf den nächsten Vertrags- Abschluss. "Es braucht Zeit, einen Deal zu machen und alles festzuzurren", sagte Kubica. "Jetzt ist die Zeit dafür."

Mittwoch, 30. September 2009

Alonso-Deal perfekt

Alonso-Deal perfekt: Dreijahres-Vertrag mit 25 Millionen Euro pro Jahr

Alonso-Deal perfekt: Dreijahres-Vertrag mit 25 Millionen Euro pro Jahr
Der Wechsel von Fernando Alonso zu Ferrari ist perfekt. Dies bestätigte die Scuderia auf ihrer Homepage. Durch den Wechsel wird der Spanier zum Topverdiener der Formel 1. Der 28-Jährige erhält bei der Scuderia einen Dreijahres-Vertrag mit einem Gehalt von 25 Millionen Euro pro Jahr. "Ferrari badet Alonso in Gold", titelte 'El Pais'.

Laut spanischen Pressemitteilungen wurde der Vertrag bereits im Juli unterzeichnet. Unklar ist, ob der spektakuläre Deal vor dem Unfall von Felipe Massa in Ungarn am 25. Juli oder danach unter Dach und Fach gebracht wurde. "Wir sind sehr stolz, in unserem Team einen weiteren Siegfahrer begrüßen zu können, der bereits zwei WM-Titel gewonnen hat", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

Als neuen Test- und Ersatzfahrer präsentierten die Roten wie erwartet den Italiener Giancarlo Fisichella, der seit dem Großen Preis von Italien in Monza den derzeit noch verletzten Massa ersetzt.

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Während Massa bei der Scuderia für das kommende Jahr gesetzt ist, muss Kimi Räikkönen trotz ebenfalls noch gültigen Vertrages weichen.
Der Finne muss Gerüchten zufolge aber nicht auf ein Formel-1-Cockpit in der Saison 2010 verzichten. Räikkönen steht angeblich vor einer Rückkehr zu McLaren-Mercedes. Vor dem Deal gilt es aber noch ein paar rechtliche Probleme auszuräumen.

Laut 'El Pais' hatte der Finne von Ferrari ursprünglich eine Abfindung von 65 Millionen Euro verlangt, gebe sich jetzt aber mit 45 Millionen zufrieden. Einen Teil des Geldes werde die spanische Großbank Banco Santander zahlen, die bei Ferrari als Sponsor einsteigt, aber weiterhin auch die Silberpfeile sponsort. Räikkönen, der bisher 30 Millionen Euro im Jahr verdient haben soll, soll bei McLaren-Mercedes künftig 20 Millionen einstreichen.

Montag, 28. September 2009

Alonso geht zu Ferrari

Alonso kommt - kein Schumi Comeback mehr

Alonso kommt - kein Schumi Comeback mehr
Fernando Alonso kommt, Kimi Räikkönen geht - und Michael Schumacher kehrt vielleicht nie mehr zurück. Spektakuläre Entscheidungen werfen ihren Schatten voraus. Insider vermuten, dass beim nächsten Grand Prix von Japan (Sonntag, 04.10.2009) endlich Bewegung ins Fahrerkarussell kommt: Angeblich will Ferrari bereits am Donnerstag in Suzuka die Verpflichtung von Fernando Alonso bekanntgeben.

Renault-Interimsteamchef Jean-Franois Caubet bestätigte bereits am vergangenen Wochenende in Singapur, dass der zweimalige Champion Renault verlassen wird. Und Alonso setzte seinen zukünftigen Arbeitgeber nach seinem 3. Platz in der Nacht von Singapur unter Zugzwang. "Die Entscheidung ist längst gefallen. Ich werde nächstes Jahr um den WM-Titel fahren", sagte der Spanier. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali deutete daraufhin an, dass die Scuderia in Japan die Fahrerkombination für die Saison 2010 veröffentlichen könnte.

Räikkönen wird wieder ein Silberner

"Sobald wir bereit sind, werden wir es euch wissen lassen. Wir wollen nicht allzu lange warten", sagte Domenicali. Die Verpflichtung von Alonso würde gleichzeitig auch das Aus aller Comeback-Versuche von Michael Schumacher bedeuten. Das glaubt jedenfalls McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Michael weiß, dass Alonso ganz schwer zu knacken ist, und er weiß auch, dass Fernando 13 Jahre jünger ist. Das wird er sich nicht antun", sagte Whitmarsh 'auto, motor und sport’.

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In Maranello steigt Alonso zur Nummer eins in der Geldrangliste auf. Angeblich soll der Spanier für einen Dreijahresvertrag etwa 75 Millionen Euro kassieren. Der 28-Jährige löst bei der Scuderia wie erwartet Kimi Räikkönen ab. Der zuletzt oft lustlos wirkende Finne wird seinen Helm aber nicht an den Nagel hängen, sondern bei einem alten Bekannten einen Neuanfang wagen. Der ehemalige Weltmeister kehrt laut 'auto motor und sport' überraschend zu McLaren-Mercedes zurück und steigt in den Silberpfeil seines Landsmannes Heikki Kovalainen.

Alonso wird zum neuen Spitzenverdiener

"Wir halten Kimi immer noch für eines der größten Talente in diesem Sport“, sagte Whitmarsh. Der Finne fuhr bereits von 2002 bis 2006 für die Silberpfeile, ehe er als Nachfolger von Rekordweltmeister Michael Schumacher zu Ferrari wechselte und dort 2007 sofort den WM-Titel gewann. Räikkönens Vertrag in Maranello wäre eigentlich noch ein Jahr gelaufen. Da Ferrari ihn offensichtlich loswerden wollte, muss McLaren-Mercedes auch keine Ablöse zahlen. Räikkönen selbst erhält von Ferrari angeblich sogar 10 Millionen Euro Abfindung, die Hälfte der ihm noch zustehenden Jahresgage.

Finanziert wird der spektakuläre Doppel-Deal durch den neuen Ferrari-Sponsor Santander. Die spanische Bank ist noch Partner von McLaren-Mercedes. Durch Räikkönens Rückkehr haben sich Nico Rosbergs Hoffnungen auf einen Platz im Silberpfeil zunächst zerschlagen. Dennoch scheint sicher, dass der 24-Jährige den Williams-Rennstall zum Saisonende verlassen wird. "Ich will in der nächsten Saison in einem Siegauto sitzen", sagt Rosberg. Wahrscheinlich ist nun, dass er von Mercedes 2010 beim Brawn-Team "geparkt" wird.

Rosberg wird bei Brawn geparkt

Der Stuttgarter Autokonzern, zurzeit nur Motoren-Lieferant bei Brawn, will angeblich seinen Anteil an dem britischen Rennstall in den kommenden drei Jahren auf 75 Prozent aufstocken. Nach einem Lehrjahr im "kleinen" Silberpfeil könnte Rosberg danach in das McLaren-Cockpit befördert werden, da Räikkönen nur für ein Jahr unter Vertrag genommen wurde und 2010 seine Karriere aller Voraussicht nach beenden wird.

Sonntag, 30. August 2009

Gibt es doch ein Cockpit für Schumi 2010?

Ferrari will Schumi 2010 ein Cockpit geben

Ferrari will Schumi 2010 ein Cockpit geben
Ferrari will für die nächste Saison den Einsatz eines dritten Autos erreichen und das freie Cockpit Michael Schumacher geben. Das bestätigte Teamchef Stefano Domenicali in einem Interview der Londoner 'Times'. Voraussetzung ist aber, dass Schumacher seine Nackenprobleme vollständig überstanden haben müsste. "Wenn alles in Ordnung ist, warum sollten wir ihn nicht in einem unserer Autos sehen?", sagte Domenicali.

Das Blatt schrieb, dass eine Rückkehr des 40 Jahre alten Rekordweltmeisters definitiv in den Ferrari-Plänen für die Saison 2010 eine Rolle spiele. Man wolle den Internationalen Automobilverband bitten, ein drittes Auto einsetzen zu können, so Domenicali.

Schumacher selbst hat nach seinem geplatzten Comeback einen erneuten Versuch nicht kategorisch ausgeschlossen. "Ich fühle mich nicht in der Lage, jetzt über die Zukunft nachzudenken", hatte Schumacher bei seiner Absage-Pressekonferenz in Genf gesagt.

Aus Verbundenheit zur Scuderia, mit der er von 2000 bis 2004 fünfmal den Fahrertitel holte, hatte sich der Kerpener bereiterklärt, sich auf eine Rückkehr vorzubereiten - als Ersatz für den in Ungarn verunglückten Felipe Massa. Allerdings musste Schumacher anderthalb Wochen vor dem Großen Preis von Europa absagen. Die Verletzungen (Brüche im Hals- und Kopfbereich) eines Motorrad-Unfalls im Februar ließen einen Einsatz aus gesundheitlichen Gründen nicht zu. Der in einem Formel-1-Auto extrem belastete Nacken bereitete Schumacher zu große Probleme.

Alonso zu Ferrari: Anzeichen verdichten sich

Dass Ferrari den Rekordchampion fürs kommende Jahr auf der Rechnung hat, hatte auch schon Präsident Luca di Montezemolo klargestellt. "Wenn alles gut gelaufen wäre, hätte ich Michael auch gerne für 2010 in einem dritten Auto bei Ferrari gehabt", hatte er gesagt. Eine Rückkehr in diesem Jahr hatte Domenicali unterdessen schon ausgeschlossen. Derzeit wird Massa vom Italiener Luca Badoer ersetzt, der bei seinem Renn-Comeback nach fast zehn Jahren Pause zuletzt in Valencia der Konkurrenz jedoch hinterhergefahren war.

Hartnäckig halten sich derweil die Spekulationen, dass Fernando Alonso 2010 für die Italiener an den Start gehen wird. Selbst Fahrerkollegen gehen davon aus, dass der zweimalige Weltmeister Renault Richtung Ferrari verlassen wird. Ex-Champion Kimi Räikkönen hat allerdings ebenso wie Massa fürs kommende Jahr noch einen gültigen Vertrag.

Freitag, 28. August 2009

1. Freies Training in Spa-Franchorcamps

Trulli gewinnt Auftakt - 'Fisico' Regenmeister

Trulli gewinnt Auftakt - 'Fisico' Regenmeister
Regen und Nebel haben den Auftakt zum Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps mächtig durcheinandergewirbelt. Am Ende standen die Piloten ganz vorne, die gleich zu Beginn des 1. Freien Trainings auf der berüchtigte 7,004 Kilometer lange Ardennen-Achterbahn auf Zeitenjagd gegangen waren. Die erste Bestzeit des Wocheendes sicherte sich somit Toyota-Pilot Jarno Trulli. In 1:49:675 Minuten verwies der Italiener WM-Leader Jenson Button im Brawn GP (+0,608 Sekunden) und Renault-Pilot Fernando Alonso (+0,693) auf die Plätze.

Als nach knapp einer halben Stunden heftiger Regen einsetzte, herrschte plötzlich Land unter. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch kein einziger deutscher Fahrer eine schnelle Runden gefahren. Auf regennasser Piste kam Nico Rosberg als bester Deutscher dann nur noch auf den 12. Platz. Mit einer Zeit von 2:04,505 Minuten war der Williams-Pilot aber immerhin Zweitschnellster im Nassen hinter "Regen-Meister" Giancarlo Fisichella (2:03,972) im Force India.

Vettel schont seinen Motor

Die anderen Fahrer aus der schwarz-rot-goldenen Armada sortierten sich mit Verspätung weiter hinten im Feld ein: Nick Heidfeld landete im BMW auf Platz 14, Adrian Sutil belegte im zweiten Force India Rang 16 und Timo Glock wurde im zweiten Toyota 18. Die deutsche WM-Hoffnung Sebastian Vettel schonte seinen Motor, absolvierte mit seinem Red Bull Racing lediglich eine Set-up-Runde und verzichtete darauf eine gezeitete Runden zu fahren. Der WM-Vierte hatte bereits am Donnerstag angekündigt, dass er im Training weniger fahren wolle, weil ihm nach zwei Motorschäden am vergangenen Wochenende in Valencia bis zum Saisonende nur noch zwei Aggregate zu Verfügung stehen.

Ebenfalls ohne Zeit blieb der Valencia-Zweite Lewis Hamilton. Während sein McLaren-Mercedes-Teamkollege Heikki Kovalainen (+ 3,708) sich auf noch trockener Strecke Position 8 sicherte, musste Hamilton dabei zusehen, wie seine Mechaniker hektisch am Heck seines Silberpfeils herumschraubten. Valencia-Sieger Rubens Barrichello gelang dagegen noch eine schnelle Runde im Trockenen, die den Brawn-GP-Mann mit einer Zeit von 1:52,321 Minuten Platz 6 vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen einbrachte.

Luca Badoer, der an diesem Wochenende erneut den verletzten Ferrari-Stammfahrer Felipe Massa vertritt, fuhr die zehntschnellste Runde und war damit Letzter des "Trocken-Klassements".

Mein Kommentar:

Regen macht die Formel 1 immer spannend. Ob es auch am Sonntag regnet?

Samstag, 1. August 2009

Kommentar von Ralf Schumacher

Ralf: Schumi besser als Kimi

Ralf: Schumi besser als Kimi
Ralf Schumacher ist felsenfest von seinem Bruder überzeugt und traut Michael bei seinem Comeback im Ferrari einiges zu. Außerdem prophezeit der 34-Jährige Kimi Räikkönen eine schwierige Zeit. "Michael wird einschlagen wie eine Granate. Da bin ich mir ganz sicher. Ich glaube, dass Kimi definitiv langsamer ist als mein Bruder. Das war er ja schon vor Michaels Pause und wirklich besser geworden ist er bei Ferrari auch nicht", sagte Ralf im Vorfeld des DTM-Rennens in Oschersleben.

Auch Ferrari als Team werde von der Rückkehr des siebenmaligen Weltmeisters, der bei der Scuderia den verletzten Brasilianer Felipe Massa ersetzen soll, profitieren, glaubt der frühere Formel-1-Pilot und heutige Mercedes-DTM-Werksfahrer. "Michael wird das Team sicher ein Stück nach vorne bringen, denn er kommuniziert besser mit ihnen, als das mit den jetzigen Piloten der Fall ist", sagte Ralf.

Er ist überzeugt, dass sein sechs Jahre älterer Bruder trotz der fast dreijährigen Pause topfit beim Großen Preis von Europa in Valencia am 23. August im Auto sitzen wird. "Da überlässt man nichts dem Zufall. Er eiert ja jetzt schon in Mugello durch die Gegend und spult Runde um Runde ab. Michael kommt wahrscheinlich mit 5.000 Testkilometern top vorbereitet und besser als die anderen, die in den paar Wochen nichts getan haben, nach Valencia", sagte er.

Schumi ein Segen für die Formel 1

Nach der vielen Kritik an der Formel 1 in den vergangenen Monaten habe die Königsklasse wieder einmal eine gute Nachricht gebraucht, sagte Ralf Schumacher: "Der Formel 1 bringt das sicher mehr als Michael selbst."

Ralf Schumacher wird möglicherweise sogar selbst nach Spanien fliegen, um seinem Bruder vor Ort die Daumen zu drücken. "Wenn ich es hinbekommen sollte, bin ich auch in Valencia", sagte der 'kleine Schumi', den eine eigene Rückkehr in die Formel 1 auch gereizt hätte. "Wenn ich solch eine Option bekommen hätte wie Michael, dann hätte ich sie sicherlich auch gezogen. Aber bis jetzt ist noch niemand an mich herangetreten."

Mein Kommentar:

Ich sehe das genauso wie Ralf. Dass sich Kimi Räikkönen nicht freut, Michael Schumacher als Teamkollegen zu haben, ist verständlich. Er wird ganz klar im Schatten stehen. Zudem gibt es Gerüchte, dass Fernando Alonso Kimi Räikkönen in der nächsten Saison ersetzen soll. Falls Kimi noch keinen Vertrag für die nächste Saison hat, wird es so schwerer für ihn sich zu empfehlen. Wenn er denn überhaupt noch in der Formel 1 fahren will. Manchmal macht er einen etwas unmotivierten Eindruck. Aber vielleicht liegt das auch nur an dem finnischen Temparament.

Ich find´s gut, dass sich der Ralf wieder ins Gespräch bringt. Vielleicht wird ja doch noch ein Team auf ihn aufmerksam und wir sehen demnächst beide Schumachers wieder in Formel 1!?

Sonntag, 26. Juli 2009

Ergebnis des Rennens in Budapest

Rückschlag für Vettel bei Hamilton-Comeback

Rückschlag für Vettel bei Hamilton-Comeback
Die Silberpfeile fliegen wieder. Eine fehlerfrei Leistung und das Energierückgewinnungssystem KERS haben Lewis Hamilton und McLaren-Mercedes beim Großen Preis von Ungarn den ersten Saisonsieg beschert. Auch Ferrari durfte sich einen Tag nach dem schweren Unfall von Felipe Massa im Qualifying zumindest mit einem sportlichen Erfolgserlebnis trösten: Teamkollege Kimi Räikkönen sicherte sich Platz 2 vor Red-Bull-Mann Mark Webber, den eine Panne beim ersten Boxenstopp eine bessere Platzierung kostete.

Stallgefährte Sebastina Vettel verspielte seine Siegchancen dagegen bereits am Start. Von Position 2 kam der Red-Bull-Pilot auf harten Reifen wie schon so oft in dieser Saison nicht in die Gänge und wurde vom von hinten heranfliegenden Hamilton nach rechts abgedrängt. Dann musste Vettel nach der ersten Kurve auch noch einen Rammstoß von Räikkönen einstecken, die Folge: der Deutsche fiel zunächst auf Platz 6 zurück und in Runde 30 mit einem technischen Defekt aus; offenbar ein Folgeschaden der Kollision mit Räikkönen.

"Es hat urplötzlich einen Schlag gegeben, die linke Aufhängung war kaputt. Es ging nichts mehr", beschrieb Vettel den Moment, der ihn in Runde 27 zunächst zu einem außerplanmäßigen Stopp zwang. Drei Durchgännge später parkte der 22-Jährige seinen Boliden frustiert in der Garage. "Das ist bitter. Wir müssen jeden Punkt aufholen. Wenn man dann nicht ankommt, kann man natürlich nicht punkten", sagte der Deutsche enttäuscht. Statt Vettel ist nun Teamkollege Webber als WM-Zweiter (51,5 Punkte) schärfster Verfolger von WM-Spitzenreiter Jenson Button (70). Kleiner Trost für Vettel: Button kam in seinem Brawn GP nur als Siebter in Ziel und konnte dadurch nur zwei Zähler gut machen.

Rückschlag für Vettel bei Hamilton-Comeback
Dennoch gab es für die schwarz-rot-goldene Fahrer-Flotte Grund zur Freude: Williams-Pilot Nico Rosberg Rosberg landete wie schon beim Heimspiel auf dem Nürburgring auf Platz vier und war damit bester der fünf Deutschen. Glock, der im Vorjahr in Budapest als Zweiter sein bislang bestes Formel-1-Resultat geholt hatte, kämpfte sich im Toyota von Startplatz 13 bis auf Position sechs nach vorne und holte nach zuletzt zwei neunten Plätzen wieder WM-Punkte. Am größten war jedoch die Freude bei McLaren-Mercedes. "Das war eine Sensation. Lewis war heute eine Klasse für sich", jubelte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem eindrucksvollen Comeback der Silbernen in einer bisher völlig missratenen Saison.

Den Grundstein für seinen ersten Erfolg nach neunmonatiger Durststrecke legte Hamilton bereits am Start. Mit den Zusatz-PS des Energierückgewinnungssystems KERS seines Silberpfeils katapultierte sich der Brite von Position 4 zunächst auf Platz 2, verlor diesen Rang aber in der ersten Kurve sofort wieder an Webber. Drei Umläufe später musste sich der Australier dann aber doch geschlagen geben: Dank KERS kassierte Hamilton den Red-Bull-Mann mit einem blitzsauberen Überholmanöver und machte sich auf die Verfolgung von Fernando Alonso, der seine Pole Position am Start problemlos verteidigt hatte.

Als der Spanier in Runde 12 in die Boxengasse abbog übernahm Hamilton die Führung und gab sie bis ins Ziel praktisch nicht mehr ab. Alonso musste seine Hoffnungen auf eine vordere Platzierung dagegen nach dem 1. Stopp begraben: Wegen einer nicht richtig montierten Radmutter machte sich das rechte Vorderrad seines Renaults in der ersten Runde nach dem Service selbstständig und sprang über die Strecke. Mit viel Glück entkam die Formel 1 einen tag nach dem spektakulären Horror-Crash von Massa einem weiteren Unglück. Auf drei Räder schaffte es Alonso noch einmal zurück in die Box, fiel jedoch auf den letzten Platz zurück bevor eine defekte Benzinpumpe in Runde 17 sein Rennen endgültig beendete.

Drei Umläufe später fiel die Vorentscheidung um die Podiumsplätze, als die Zweitplatzierte Webber gleichzeitig mit seinem Verfolger Räikkönen zum ersten regulären Stopp von der Strecke abbog. Weil der Tankstutzen klemmte verlor Webber wertvolle Zeit und kollidierte beim Herausfahren aus seriner Box auch noch fast mit Räikkönen, der von seinem Ferrari-Team schneller abgefertigt worden war und in der Boxengasse auf Platz 2 durchschlüpfte. Hamilton ließ sich von alldem nicht beeindrucken. Hamilton ließ sich von alldem nicht beeindrucken. Wie zu den besten Zeiten in seinen ersten beiden Jahren in der Königsklasse kontrollierte der jüngste Champion in der Formel-1-Geschichte das Rennen und blieb auch nach seinem 2. Service in Runde 47 in Front.

Auch auf den Plätzen 2 und 3 änderten die zweiten Stopps nichts mehr an der Reihenfolge, obwohl Webber erst 5 Runden nach dem vor ihm fahrenen Räikkönen zum 2. Service kam. Nach 70 Runden war der erste Hamilton-Sieg seit dem 19. Oktober 2008 in Chin aperfekt. "Danke Jungs. Das war schön. Wir haben so hart dafür gearbeitet. Ich bin Das war so schön. Wir haben so hart dafür gearbeitet. Ich bin so froh, dass es endlich geklappt hat", schrie Hamilton in Boxenfunk bei seiner Ehrenrunde.

Während Hamilton mit seinem Erfolg in der Puszta den Aufwärtsrtrend der Silbernen bestätigte, erlebte die deutsche Konkurrenz von BMW Sauber ein weiteres Debakel. Schon nach der Qualifikation war das Rennen auf dem zweitlangsamsten Kurs im Formel-1-Kalender für die 'Weiß-Blauen' gelaufen. Zum dritten Mal hintereinander blieb BMW- Sauber ohne Punkte. Nick Heidfeld wurde nur Elfter, der Pole Robert Kubica 13. Bitter verlief auch der Tag für Adrian Sutil. Schon in der Formationsrunde überhitzte der Mercedes-Motor in seinem Force India. Sutil startete trotzdem, kam aber schon kur darauf wieder an die Box und gab auf.

Montag, 11. Mai 2009

Formel 1 News

Bei Brawn GP hängt der Haussegen schief

Dicke Luft bei Brawn GP nach dem Großen Preis von Spanien - und das trotz Doppel-Triumph auf dem Circuit de Catalunya. Grund: Der zweitplatzierte Rubens Barrichello fühlt sich von seinem Team verschaukelt, drohte seinem Chef Ross Brawn nach dem Rennen ganz offen mit dem Ausstieg. "Ich habe ihm gesagt, dass ich den Helm an den Nagel hänge, wenn er irgendwas gemacht hätte, damit Jenson das Rennen gewänne", sagte der WM-Zweite brasilianischen Medien.

Barrichello war stinksauer, weil das Team während des Rennens die Strategie für Button änderte. Statt wie ursprünglich geplant drei Mal stoppte der Brite nur zwei Mal und schnappte damit seinem Teamkollegen Barrichello, der drei Mal zum Nachtanken und Reifenwechsel musste, den Sieg weg. "Ich wäre darüber gerne früher informiert worden", schimpfte der 36-Jährige, der allerdings auch zugab, dass es wohl purer Zufall gewesen sei, dass auch zwei Stopps den Sieg gebracht hätten.

Barrichello fühlt sich an Ferrari-Zeit erinnert

Doch mit der Rolle als Nummer 2 hinter WM-Spitzenreiter Jenson Button will sich Barrichello in keinem Fall zufrieden geben. Der mit 273 Grand-Prix-Einsätzen dienstälteste Pilot fühlte sich an seine Ferrari-Zeit erinnert, als er in der Teamtaktik immer wieder gegen Rekord-Weltmeister Michael Schumacher den Kürzeren zogen.

Unvergesslich nicht nur für Barrichello: Der Funkspruch von Ferrari-Teamchef Jean Todt beim Großen Preis von Österreich. "Let Michael pass for the Championship", mit dem Todt den Brasilianer aufforderte, seinem Teamkollegen Schumacher den Sieg kampflos zu überlassen

"Ich bin bei Ferrari deswegen ausgestiegen. Wenn ich irgendwas außerhalb des Reglements machen müsste, würde ich mich weigern", machte Rubinho seinem Boss Brawn deutlich. Der saß 2002 als Renn-Stratege mit am Ferrari-Kommandostand und zeigte in Barcelona sogar Verständnis für Barrichello. "Es wäre merkwürdig, wenn er froh wäre, hinter Jenson zu stehen", sagte der Brawn-GP-Teamchef, wehrte sich aber gleichzeitig gegen die Vorwürfe seines Fahrers.

Brawn: Bei uns gibt es keine Stallorder

"Schon in der ersten Kurve habt ihr gesehen, dass es keine Teamorder gab. Rubens gelang ein großartiger Start, als er Button überholte", sagte der Teammanger, der nach eigener Auskunft gerne einen Sieg von Barrichello gesehen hätte: "Das wäre optimal für unser Team gewesen."

Domenicali: Jetzt muss Schluss sein!

"Addio WM": Nachdem sich Ferrari so früh wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr aus dem Kampf um die Formel-1-Krone verabschieden muss, hat Teamchef Stefano Domenicali Tacheles geredet. "Wir müssen das gesamte Kontrollsystem und unsere Methoden auf den Prüfstand stellen, weil offensichtlich ist, dass wird nicht auf der Höhe sind. Das habe ich schon mal gesagt, aber es hat wohl nicht gereicht", betonte der Italiener, nachdem die Scuderia wegen einer Tank-Panne den ersten Podiumsplatz durch Felipe Massa in dieser Saison in Spanien verspielt hatte und Kimi Räikkönen durch einen Defekt vorzeitig gestoppt worden war.

Während sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo am Tag nach dem neuerlichen Desaster in den italienischen Medien (noch) nicht zu Wort meldete, stellte Domenicali klar: "In der Fabrik und auf der Piste muss jeder seinen Wert unter Beweis stellen." Unfassbare taktische Fahrlässigkeiten wie im Falle Räikkönens, der wie Massa in Malaysia im Glauben weiterzukommen, im ersten Zeitabschnitt der Qualifikation kläglich scheiterte, dazu die Unzuverlässigkeit der 'Roten Göttin', die der Scuderia und allen beteiligten das Leben derzeit eher zur Hölle macht.

Domenicali: Ich würde Platz machen

"Ich glaube nicht, dass ich das Problem bin. Aber wenn es nötig sein sollte, würde ich Platz machen", bot Domenicali, der das Amt Ende 2007 vom autoritären 'General' Jean Todt übernommen hatte, indirekt sogar seinen Rücktritt an. Die derzeitige Phase sei "sehr schmerzvoll", räumte der immer korrekt und höflich auftretende Domenicali ein, als er sich den italienischen und internationalen Medien nach dem Rennen im Motorhome stellte.
"Ferrari wieder miserabel: Massa landet ohne Benzin auf Platz sechs", schrieb am Montag dann 'La Repubblica'. Gleichwohl bot der Auftritt mit dem runderneuerten F60 auch einen kleinen Grund zur Hoffnung. Wäre Massa am Ende nicht der Sprit ausgegangen, hätte er zumindest Platz 4 eingefahren. "Das Auto ist sicher verbessert, aber jetzt muss mal Schluss mit den Problemen sein", forderte Domenicali.

Italienische Medien schreiben Alonso herbei

Denn sage und schreibe schon 38 Punkte Rückstand haben Ex- Weltmeister Räikkönen und Vizechampion Massa nach dem historischen Desaster-Start in die Saison auf Spitzenreiter Jenson Button im BrawnGP. "Game Over", befand daher die 'Gazzetta dello Sport' mit Blick auf den völlig aussichtslosen WM-Kampf.

Während Michael Schumachers Rolle, der am Wochenende nicht einmal einen Sitzplatz am Kommandostand der Scuderia bekam, umso möglicherweise zu dokumentieren, dass er keine strategischen Entscheidungen treffen darf, diesmal kein Thema in den Gazetten war, bringen die ersten indes Fernando Alonso als Cockpit-Kandidaten für 2010 klammheimlich wieder in die Spur. "Alonso fährt ein weltmeisterliches Rennen", lobte die 'Gazzetta dello Sport'. Von Komplimenten für das Ferrari-Duo keine Spur.

Alonso soll Räikkönen-Nachfolger werden

Die Tag von Kimi Räikkönen bei Ferrari scheinen gezählt. Teamchef Stefano Domenicali hat offenbar genug von dem Finnen. Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung 'Daily Star' würde der Italiener den 'Iceman' am liebsten sofort rauswerfen und bis zum Rest der Saison durch Testfahrer Marc Gene ersetzen. Grund: Räikkönen wirkt mehr und mehr lustlos und demotiviert. Seit 378 Tagen wartet der Champion von 2007 schon auf einen Sieg, in der vergangenen Saison wurde er von Teamkollege Felipe Massa deutlich in den Schatten gestellt.

Mit geschätzten 24 Millionen Euro Jahesgage verdient Räikkönen außerdem gut 8 Millionen mehr als sein brasilianischer Stallgefährte, der am Wochenende in Barcelona mit Platz 6 zumindest ansatzweise die Ferrari-Ehre rettete. Ohne die Panne mit der Tank-Anlage wäre für Massa sogar mindestens Rang 4 drin gewesen. Und während Massa ein freundschaftliches Verhältnis zu Ferrari-Ikone und -Berater Michael Schumacher pflegt, machte Räikkönen in der Vergangenheit keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem fünfmaligen Champion.

Umgekehrt scheint Räikkönen in Maranello bei niemandem mehr gut gelitten. Spätestens am Ende der Saison muss der 'Iceman' deshalb den roten Overall ausziehen, glauben Experten. Der britische Fernsehsender 'BBC' will erfahren haben, dass das Ende der Zusammenarbeit spätestens im September beim Heim-Grand-Prix der Scuderia in Monza verkündet wird.

Dann soll auch die spanische Santander Bank als neuer Sponsor vorgestellt werden und passend dazu Fernando Alonso als neuer Fahrer für die Saison 2010. Möglicherweise wird Räikkönen aber auch schon zu diesem Zeitpunkt die Formel-1-Rennen nur noch von der heimischen Couch verfolgen.

Vettel will in Monaco zurückschlagen

Ein Konkurrent nach dem anderen hakt die Weltmeisterschaft ab, doch Sebastian Vettel bläst im Kampf gegen die 'Formel Langeweile' zur nächsten Attacke auf Jenson Button und dessen Teamkollegen Rubens Barrichello. In knapp zwei Wochen beim Glamour-Grand-Prix in Monte Carlo will der 21-Jährige in seinem Red Bull den "Boost-Button" wieder in die zweite Reihe drücken. "Wir müssen die Pole Position kriegen und den Platz in der ersten Kurve verteidigen, so kommen wir nicht in den Verkehr", gab Vettel die Strategie für sich und seinen Teamkollegen und Spanien-Dritten Mark Webber aus.

Bei Buttons PS-Fiesta beim Großen Preis von Spanien war Vettel noch von Vize-Weltmeister Felipe Massa im Ferrari über 60 Runden lang aufgehalten worden. Gefährlich werden kann Brawn-GP-Pilot Button derzeit neben Vettel wohl nur noch sein Teamkollege. Der verbitterte Barrichello vermutete in der ersten Rage nach dem Rennen eine stall-interne Benachteiligung, weil seine Dreistopp-Strategie ihn den Sieg gegen den plötzlich auf zwei Boxen-Besuche umgestiegenen Teamgefährten gekostet hatte. In der WM-Wertung liegt Barrichello nach 5 von 17 Läufen Zweiter mit 27 Punkten hinter Button (41), aber vor Vettel (23).

Button auf den Spuren von Michael Schumacher

Vier Siege in fünf Rennen sprechen eine eindeutige Sprache für den 29-jährigen Button, der sich anschickt, in Schumacher-Manier den Titel einzufahren. "Wer kann Jenson Button nun noch stoppen?", fragte die 'Times' am Montag und schrieb von Anzeichen für einen "erdrückenden Gewinn der Weltmeisterschaft". In den vergangenen zehn Jahren gelang es jedenfalls nur einem Fahrer mindestens vier der ersten fünf Saisonrennen zu gewinnen: Michael Schumacher. Das war 2002 und 2004, beide Male holte er auch den Titel.

Für seinen Rennstall Ferrari ist 2009 dagegen der Kampf um die Fahrer-Krone gelaufen. "Ferrari enttäuscht - Massa gibt auf: Addio WM!", fasste die 'Gazzetta dello Sport' zusammen. Drei Punkte von Felipe Massa gegenüber 41 von Spitzenreiter Button - da ist jegliche Titelhoffnung Utopie. Auch Champion Lewis Hamilton ärgerte sich, dass er derzeit kein Auto hat, mit dem er seinen WM-Gewinn wiederholen kann.

Vettel: Hätten mit den Brawns kämpfen können

"Das Auto ist einfach so schlecht", es gebe keine Hoffnung, meinte der englische McLaren-Mercedes-Pilot. Auf dem Circuit de Catalunya musste Hamilton sogar die Höchststrafe über sich ergehen lassen, als er von Landsmann Button überrundet wurde. Während die Etablierten weiter auf die Suche nach der verlorenen Zeit gehen müssen, will Aufsteiger Vettel in Monte Carlo erneut sein Glück versuchen.

Für das Rennen im Zockerparadies will Red Bull neue Trümpfe spielen, um den 'Brawnies' Paroli zu bieten. Zum Einsatz soll dann auch erstmals ein Doppel-Diffusor kommen. Doch Vettel, der den möglichen zweiten Saisonerfolg in Spanien am Start aus den Augen verlor, war sich bereits nach dem letzten Rennen ohne Wunderwaffe schon sicher: "Wir hätten definitiv mit den Brawns kämpfen können. Wir haben ein gutes Auto, daher können wir zuversichtlich ins neue Rennen gehen."

Paris baut Formel-1-Strecke der Zukunft

Paris baut Formel-1-Strecke der Zukunft
Im hügeligen Westen von Paris wird der Traum von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone Wirklichkeit. Vor dem Renault-Werk Flins bereiten schon die Bagger den Boden für die Formel-1-Strecke der Zukunft vor. Auf 95 Hektar soll das Renngelände an den Seine-Schleifen entstehen. Die "Pariser Formel 1" ist eines der Lieblingsprojekte von Zampano Ecclestone. Schon 2011 soll der Große Preis von Frankreich an der Seine gestartet werden. Renault will die neue Rennstrecke als Versuchsgelände nutzen. Doch Umweltschützer laufen Sturm.

Erst war erwogen worden, den Rennzirkus bei Disneyland im Osten von Paris zu veranstalten. Doch nun ist Flins/Les Mureaux klar in der Pole Position. Treibende Kraft ist das Département Yvelines, das nicht nur stolz ist auf seine drei früheren Königsorte Poissy, Saint- Germain-en-Laye und Versailles, sondern auch auf seine Autoindustrie mit 35 000 Mitarbeitern. Die Formel 1 soll die Yvelines zum Auto-Mekka machen.

Die kompakte Strecke von Les Mureaux soll elf Kurven auf 4,5 Kilometern Länge aufweisen, mit einer Beschleunigungsgeraden von einem Kilometer. Für 100 000 Zuschauer wird auf bequemen Tribünen Platz sein. Oberhalb der Boxengasse soll ein 2900 Quadratmeter großes Kongresszentrum samt Amphitheater mit 1000 Plätzen das ganze Jahr hindurch für Leben und Umsatz sorgen. Hier könnten Weltkongresse zur Auto- und Umwelttechnik stattfinden - immer mit Blick auf den teilstaatlichen Hersteller Renault, der auf dem Nachbargrundstück in Flins Elektroautos und Öko-Techniken entwickeln will.

Stararchitekt Jean-Michel Wilmotte plant die erste Rennstrecke mit dem Qualitätslabel HQU für Hohe Umweltqualität. Er setzt auf Bio- Materialien, eine begrünte Dachterrasse für das Kongresszentrum und Solarzellen auf den Tribünen.

In der Formel 1 war Frankreich bis zum Vorjahr fester Bestandteil, ehe der ungeliebte Grand Prix in Magny-Cours für dieses Jahr aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen wurde. Das Comeback in der Yvelines soll das Departement zum Technologie-Schaufenster der europäischen Autoindustrie machen. 60 Millionen TV-Zuschauer würden bei einem Rennen auf das Renault-Entwicklungszentrum schauen. Politiker träumen bereits von der Organisation eines Grand Prix der Elektroautos, in denen Renault die Zukunft sieht. Sie sehen die 112 Millionen Euro für die Formel 1 als Teil einer 330-Millionen-Hilfe für die Autobranche.

Wenn nur die Bürger nicht wären. Viele Anwohner glauben weder an den wirtschaftlichen Nutzen noch an die Umweltfreundlichkeit des Projektes. Mit den 112 Millionen Euro würden gerade mal 50 Stellen geschaffen, meint die Bürgerinitiative "Flins ohne F1". Für die Umweltschützer von "Agir pour l'Environnement" ist es heller Wahnsinn, eine Rennstrecke ausgerechnet auf einer für Biobauern vorgesehenen Fläche zu bauen. Und das in einem Gebiet, das 400 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Die Regierung fordert zwar eine "Umweltgarantie", doch viele Minister sind für das Formel-1-Projekt. Da kann die Zeitung "Le Monde" noch so sehr gegen "diese Saurier, diese Männer der Vergangenheit, die ewigen Betonierer, diese Auspuff-Nostalgiker" wettern. Jetzt sollen zwei "seltsame Vögel" die Rennwagen stoppen: der Kiebitz und der Triel. Die Projektgegner führen den Artenschutz an, um den Rennzirkus zu stoppen. Beide taubengroßen Vögel brüten auf dem Boden, wo schon die Bagger stehen. Und beide sind streng geschützt. Denn beide sind höchst selten. Fast so selten wie Formel- 1-Rennstrecken.

F1-Spektakel in Rom

F1-Spektakel in Rom
Die ewige Stadt Rom treibt ihre Pläne als künftiger Formel-1-Gastgeber voran. Am Donnerstag stellte Bürgermeister Gianni Alemanno in der italienischen Hauptstadt das Projekt zusammen mit dem Geschäftsmann Maurizio Flammini. Als Ziel für die Stadt-Rennpremiere Roms haben sich die Offiziellen 2012 gesetzt, eine offizielle Bewerbung gibt es aber noch nicht. Private Investoren sollen bereit sein, 160 Millionen Euro im ersten Jahr für das Projekt zu geben. Durch das PS-Spektakel hofft man auf zusätzlich 324 000 Touristen. Die Streckenlänge soll 4,669 Kilometer betragen, die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 177 Stundenkilometern liegen.