Dienstag, 21. April 2009

Birgit Prinz vs. Marta = spannendes Duell

21.04.2009 16:27 Frauen-Nationalmannschaft DFB.DE EXKLUSIV

Birgit Prinz und Marta freuen sich auf spannendes Duell

Weltklasse unter sich: Birgit Prinz (l.) und Marta   © Bongarts/GettyImages
Weltklasse unter sich: Birgit Prinz (l.) und Marta

Ein hochkarätiges Quartett gab sich am heutigen Dienstag in der DFB-Zentrale in Frankfurt die Ehre: die beiden besten Fußballerinnen der Welt, Birgit Prinz und Marta, sowie DFB-Trainerin Silvia Neid und der Coach der brasilianischen Frauen-Nationalmannschaft, Kleiton Lima, gaben die letzten Informationen zu dem mit Spannung erwarteten Länderspiel zwischen Deutschland und Brasilien, das am Mittwoch (ab 18.15 Uhr, live im ZDF) in der Frankfurter Commerzbank-Arena stattfindet.

Am Montagabend war Weltfußballerin Marta aus Los Angeles in Frankfurt gelandet, nur wenige Stunden später ließ sie es sich nicht nehmen, persönlich zu dem Duell der Besten Stellung zu nehmen. „Klar bin ich noch ein wenig müde“, sagt die Ausnahmespielerin. „Aber für mich ist es immer etwas Besonders für die brasilianische Nationalmannschaft zu spielen. Und deshalb habe ich die Reise sehr gerne auf mich genommen.“

Neben Marta Stars wie Cristiane, Formiga und Erika dabei

Neben Marta werden unter anderem die Stars Cristiane, Formiga und Erika in der Commerzbank-Arena auflaufen. Eine Premiere wird das Spiel für den neuen Trainer der Brasilianerinnen, Kleiton Lima. „Für mich ist das etwas ganz Besonderes, gerade mein erstes Spiel gegen die deutsche Mannschaft auszutragen. Aber ich freue mich darauf. Auch, weil so viele Zuschauer kommen werden.“

Dass mittlerweile mehr als 42.000 Karten für das Duell der Besten verkauft wurden, weckt auch in Silvia Neid, der Trainerin der DFB-Auswahl, Begeisterung. „Wir freuen uns riesig über den großen Zuschauerzuspruch. Für uns ist das ein Zeichen, dass wir und unsere Sportart respektiert und akzeptiert werden.“

Marta fiebert dem Duell entgegen   © Bongarts/GettyImages
Marta fiebert dem Duell entgegen

Respekt auf beiden Seiten

Keine Zweifel ließen beide Seiten daran, dass es bei der Begegnung zwar weder um Punkte noch Titel geht, die sportliche Bedeutung dennoch hoch ist. „Für uns ist ganz klar: Wir wollen dieses Freundschaftsspiel gewinnen“, sagt Silvia Neid, die ihren Respekt vor dem Gegner zum Ausdruck bringt: „Brasilien verfügt über sehr viele außergewöhnliche Spielerinnen. Wenn wir es schaffen, als Team zusammen zu arbeiten, dann erwarte ich ein gutes Spiel.“

Birgit Prinz äußert: „Die Brasilianerinnen sind technisch perfekt, arbeiten gut im Mannschaftsverbund und Marta ist eine der besten Spielerinnen der Welt. Es ist zwar kein WM-Finale. Trotzdem ist es für uns ein wichtiges Spiel.“

Ticketportal für die FIFA WM 2011 geht am Mittwoch online

21.04.2009 15:00 Frauen-WM 2011

Ticketportal für FIFA WM 2011 geht am Mittwoch online


Weniger als 800 Tage müssen sich die Fußballfans noch gedulden, bis am 26. Juni 2011 die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 im Berliner Olympiastadion mit einem Spiel der deutschen Mannschaft eröffnet wird. Ab diesem Mittwoch Punkt 12 Uhr besteht aber bereits die große Chance, sich online für den Kartenkauf zu registrieren. Zur Registrierungsseite kommen Sie hier.

„Das ganze Land soll 2011 buchstäblich wieder mitfeiern. Nunmehr haben unsere Fans eine Plattform, um sich das Dabeisein bei diesem unvergesslichen Erlebnis zu sichern. Ich kann nur jedem raten, sich frühzeitig um Tickets zu bemühen und sich schon jetzt die besten Plätze zu sichern“, sagt die Präsidentin des Organisationskomitee der FIFA Frauen-WM 2011 Steffi Jones.

Der offizielle Ticketverkauf für die FIFA Frauen-WM startet voraussichtlich im November 2009. Auf der jetzt online gehenden Seite können sich interessierte Fans anmelden, und erhalten dann frühzeitig eine Benachrichtigung über den tatsächlichen Verkaufsstart. Das deutsche Organisationskomitee unter Leitung von Steffi Jones wird rechtzeitig über weitere Einzelheiten, inklusive Kategorien, Preise und Verkaufsphasen, informieren.

Montag, 20. April 2009

GIGA.de geht weiter


GIGA.DE geht immer - Jetzt wird mit euch das Web gerockt!
20. April 2009, 10:35 Uhr | MichaSchlieper

Liebe GIGA-Community,

auch dieses Mal gibt es eigentlich nur einen richtigen Weg zu schreiben, was ich euch nun mitteilen werde - den direktesten.

GIGA.DE wird NICHT Ende Mai eingestellt, sondern geht weiter... und wie es weitergeht!!!


Doch bevor ich dazu komme, gestattet mir einen kleinen Exkurs ins letzte Jahr (jajaja, komm zur Sache, Schlieper, ich weiss. Aber DASS es weitergeht, ist doch bereits gesagt, also kurz tief durchatmen und noch ein wenig Geduld):

Letzten August, kurz vor unserem großen Relaunch, hatte ich die fixe Idee, dass man die GIGA-Inhalte durch die Etablierung eines "Experten-Netzwerks" noch weiter aufpeppen könnte. Und so nahmen wir Kontakt zu anderen Redaktionen in Deutschland auf, die wir fortan regelmässig mit Statements im Programm hatten. Aber der richtige Knaller wäre für mich gewesen, wenn man noch einen internationalen Partner für dieses Netzwerk hätte gewinnen können - und welcher Partner wäre besser gewesen als die Kollegen von IGN Entertainment, die ja ebenfalls seit zehn Jahren ihren Platz im Netz behaupten und die DER Major-Player im Reigen der internationalen Gaming-Websites sind. Also kurzerhand Kontakt zu Peer Schneider (redaktionelles Oberhaupt von IGN.com) aufgenommen, der von der Idee spontan begeistert war und der damals u.a. folgendes sagte: "[..] [GIGA] hat zudem eine starke und aktive Online Community. Für IGN.com ist daher eine enge Vernetzung selbstverständlich, wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.".
In Leipzig auf der Games Convention haben wir uns dann das erste Mal live und in Farbe mit den Kollegen getroffen, diverse Gespräche geführt und natürlich Jessica Chobot direkt für ein Interview eingespannt.

Anfang Dezember wollten wir das Ganze dann noch ein Stück weiter vertiefen, und Stephan (Borg) und ich haben uns in den Flieger gesetzt, um die Jungs und Mädels in ihrem Hauptquartier im sonnigen Kalifornien zu besuchen. Neben vielen anderen Ideen fassten wir den Entschluss, gemeinsam von der 2009er "gamescom" in Köln zu berichten. Wow, IGN und GIGA berichten zusammen von DER Games-Messe in Deutschland. Das war weitaus mehr als ein einfacher Netzwerk-Kollege, das war eine ausgewachsene Partnerschaft mit Menschen, die genauso ticken wie wir bei GIGA und deren Seite ich seit Jahren als Gamer wirklich begeistert nutze.
Als dann im Februar hier im Blog verkündet wurde, dass die GIGA-Webseite ggf. auch Ende Mai eingestellt werden würde, fackelten die Freunde von IGN Entertainment nicht lange und neue, wirklich große Pläne wurden geschmiedet...


... und als Ergebnis dieser Pläne darf ich euch nun hier und jetzt verkünden, dass GIGA.DE ab sofort Teil des weltweiten IGN Entertainment Networks ist und somit nicht nur jüngster Spross dieser Familie, sondern auch IGNs erster Schritt in die deutsche Gaming- und Internet-Landschaft.

Noch ganz sprachlos vor Begeisterung überlasse ich an dieser Stelle erst mal wieder Peer das Wort:
"Als gebürtiger Kölner bin ich glücklich und stolz, dass IGN und GIGA endlich zusammengefunden haben. Nachdem unsere Redaktionen schon im letzten Jahr Pläne für eine gemeinsame gamescom-Berichterstattung geschmiedet hatten, ist es toll, dass wir jetzt sogar die Chance haben, auf größerem Level was zu machen.
Wie GIGA blickt IGN mittlerweile auf mehr als ein Jahrzehnt Berichterstattung für Zocker und Erfahrung mit der Gamer-Community zurück, aber wir wissen natürlich, dass das, was in den USA funktioniert, nicht unbedingt auch in Deutschland jeder super findet.
Deshalb freuen wir uns nicht nur auf die Zusammenarbeit, sondern auch darauf, viel von GIGA und der GIGA-Community zu lernen.
Wir fangen jetzt schon mal an, mit Jessica Chobot deutsch zu pauken..."

Mein neuer Chef Chris Ellis (Senior Vice President & Managing Director International) formuliert das Ganze in der offiziellen Presse-Mitteiling übrigens so:
"Wir freuen uns sehr, GIGA.DE bei IGN Entertainment willkommen zu heißen und unser internationales Network nun auch auf den deutschen Markt auszuweiten.
Wir lieben Games, leben für diese Branche und suchen immer wieder nach neuen Möglichkeiten, lokale Gaming-Plattformen und ihre Fans unterstützen zu können. Da der deutsche Gaming-Markt einer der größten in Europa ist und ein enorm großes Potential bietet, hat sich die Integration von GIGA.DE in das IGN Network geradezu angeboten."

Und mit diesen Worten haben wir dann direkt zusammen mit den UK-Kollegen angestoßen. Wir zünftig mit einer Flasche Sekt, die Herrschaften in London standesgemäß mit einem Fässchen "Kölsch" und der deutschen Version von Nenas "99 Luftballons" im Hintergrund.



Was heisst das jetzt genau für GIGA.DE? Was wird sich alles ändern? Die Antwort ist einerseits einfach und anderseits auch ganz schön komplex und spannend.
Bei GIGA.DE dreht sich nach wie vor alles um die Community und daran möchten wir gar nichts ändern. Oberstes Ziel ist es den GIGA-Spirit und das GIGA-Gefühl, das wir seit zehn Jahren mit GIGA.DE aufrecht halten, auch weiterhin in gleicher Form zu bewahren. Emotional und inhaltlich. Und gerade die inhaltliche Ausrichtung möchten wir in den kommenden Wochen zusammen mit euch entwickeln und diskutieren. GIGA.DE als Teil von IGN Entertainment heisst nicht, dass in absehbarer Zeit GIGA.DE komplett in eine 1:1-Kopie von IGN.com, in ein "IGN Germany", umgebaut wird, nein. Es bedeutet vielmehr, dass das kleine deutsche Team auf ALLE Ressourcen der großen Familie zurückgreifen und sie sinnvoll in die bekannte GIGA-Webseite einbetten kann. Welche Inhalte genau? Keine Panik, an der Entscheidung seid ihr als GIGA-Community massgeblich beteiligt. In den nächsten Stunden werden wir eine kleine Umfrage mit genau diesem Thema starten und auch so gut es geht im Forum darüber diskutieren.
Passend dazu auch noch ein Statement von Stephan Borg, dem wir natürlich ebenfalls dankbar sind, dass er zusammen mit dem Premiere-Team die Gespräche zwischen uns und IGN ermöglicht hat: "Durch die Zusammenführung der renommierten Marke GIGA.DE und des globalen Netzwerks von IGN entsteht eine einzigartige Plattform für die Gaming-Community in Deutschland."
Und genau darum geht es. Wir wollen zusammen mit euch aus der Webseite GIGA.DE eine einzigartige Plattform für Gamer, Gaming- und Netz-Interessierte in Deutschland erschaffen. Die Zeichen dafür stehen gut und wir sind alle mehr als gespannt, wohin die Reise in den kommenden Wochen und Monaten geht.

Während ich diese Zeilen hier geschrieben habe, hat mich noch ein kleiner Gruß aus den USA erreicht, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Jessica Chobot grüßt hiermit ganz herzlich die GIGA-Community...



GIGA.DE geht weiter! Zusammen mit euch und als Teil von IGN Entertainment. Für uns und euch auf jeden Fall ein denkwürdiger Tag. Sicherlich habt ihr noch viele Fragen, die wir natürlich gerne mit euch im Forum klären möchten.

Aber hier und jetzt schliesse ich diesen Blog-Eintrag mit dem, was ich bereits am Anfang, als Überschrift dieses Eintrags geschrieben habe:
GIGA.DE geht immer - Jetzt wird mit euch das Web gerockt!

Danke für das Vertrauen und die Treue,

Micha Schlieper


P.S. Gerüchte, die besagen, dass Peer und wir das Ganze schon vor zehn Jahren geplant und beschlossen haben, und IGN eigentlich "Internationales Giga Network" bedeutet, sind natürlich total aus der Luft gegriffen... wobei ich gerade letzteres schon mächtig schick fänd...

Interview mit Wolfgang Niersbach

20.04.2009 10:00 Frauen-Nationalmannschaft DFB.DE GESPRÄCH DER WOCHE

Niersbach: Rekordkulisse ein Ausrufezeichen für 2011

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach  © Bongarts/GettyImages
DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach

Deutschland gegen Brasilien – schon beim Karten-Vorverkauf für diesen am Mittwoch (ab 18.15 Uhr, live im ZDF) in Frankfurt stattfindenden Länderspiel-Klassikers im Frauenfußball wurde der Zuschauerrekord für Frauenfußballspiele in Europa, aufgestellt mit 29.093 Besuchern beim Eröffnungsspiel der EM 2005 in Manchester, deutlich übertroffen.

Den insgeheim erhofften, die eigenen Erwartungen dennoch übersteigenden Ansturm des Publikums in die Frankfurter Commerzbank-Arena sieht Wolfgang Niersbach neben der hohen sportlichen Attraktivität der beiden Teams in PR- und Werbemaßnahmen begründet, wie sie der DFB noch nie für ein Frauen-Länderspiel getätigt hat. Aktivitäten, die der DFB-Generalsekretär für maßgebend und richtungweisend hält mit Blick auf die WM-Turniere der U 20-Frauen im nächsten Jahr und vor allem auf das große Weltfestival des Frauenfußballs 2011 in Deutschland.

Im DFB.de-Gespräch der Woche mit DFB-Redakteur Wolfgang Tobien verweist Wolfgang Niersbach zudem auf den deutlich verbesserten wirtschaftlichen Aspekt, der mit dem Brasilien-Spiel einhergeht und fortschreitet – und an dem das deutsche Frauen-Nationalteam beteiligt wird. Daneben sieht er in dem Boom um das bevorstehende Länderspiel in Frankfurt einen „absoluten Mutmacher“ für die weitere Emanzipation des Frauenfußballs, vor allem für die erstmalige Ausrichtung eines eigenständigen DFB-Pokalendspiels der Frauen im Jahr 2010.

Frage: Deutschland gegen Brasilien ist am Mittwoch in Frankfurt das Spiel des Jahres. Der anvisierte neue Zuschauer-Europarekord für Frauen-Länderspiele wird nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen. Haben Sie wirklich mit dieser fantastischen Resonanz von mehr als 40.000 Zuschauern gerechnet?

Wolfgang Niersbach: Darauf gehofft und davon geträumt haben wir. Es war uns aber zunächst auch etwas mulmig, als wir den Schritt gewagt haben, erstmals mit einem Länderspiel unserer Frauen-Nationalmannschaft in ein so großes Stadion zu gehen. Inzwischen sehen wir uns jedoch in unserem Optimismus bestätigt und werten diese Euphorie des Publikums rund um das Brasilien-Spiel als Mut machendes Ausrufezeichen Richtung 2011.

Frage: Worauf führen Sie den Ansturm der Fans auf dieses Freundschaftsspiel zurück?

Niersbach: Sicherlich kommt am Mittwoch keiner ins Stadion, weil er annimmt, hier würden die Männerteams von Deutschland und Brasilien spielen. Nein, diese Begegnung ist inzwischen auch bei den Frauen ein Länderspiel-Klassiker. Beide Nationalteams besitzen eine hohe Attraktivität mit dem fantastischen WM-Endspiel 2007 als Markenzeichen. Hinzu kommen Werbe- und Ticketing-Aktionen, wie wir sie beim DFB meines Wissens noch nie inszeniert haben und die richtungsweisend sein werden für die beiden WM-Turniere 2010 und 2011 bei uns in Deutschland.

Frage: Welches Signal geht also von diesem Spiel und dieser Kulisse für die in zwei Jahren stattfindende erste Frauenfußball-WM in Deutschland aus?

Niersbach: Wir wollen nicht von einer Wiederholung des Sommermärchens von 2006 sprechen. Doch wir sind jetzt noch zuversichtlicher, dass dieses Gefühl für eine neue Sommerparty sich verstärkt, für ein Sommerfestival diesmal mit den weltbesten Fußballfrauen im Mittelpunkt. Wir sind dabei, die Vorfreude auf 2011 zu wecken und zu schüren und haben jetzt den Beweis, dass so große Kulissen auch im Frauenfußball möglich sind. Spätestens beim Eröffnungsspiel 2011 in Berlin wollen wir die Steigerung erleben und in einem ausverkauften Olympiastadion mit 74.000 Zuschauern abermals für einen neuen europäischen Zuschauerrekord sorgen. Spätestens dann!

Frage: Stößt der DFB beim Länderspielhit in der Frankfurter Commerzbank Arena nicht nur atmosphärisch, sondern auch finanziell in eine völlig neue Größenordnung vor?

Niersbach: Man sollte in der Tat den wirtschaftlichen Aspekt dieser großartigen Veranstaltung nicht vernachlässigen. Wir werden die höchste Einnahme erzielen, die wir je bei einem Frauen-Länderspiel hatten. Zu den Ticket-Erträgen kommen ein beachtliches Fernseh-Honorar und der Erlös aus der Bandenwerbung hinzu. Und auch der Hospitality-Bereich war mit dem Verkauf von fast 300 Paketen so lukrativ wie nie zuvor. In diesen Gesamtkomplex gehört aber auch der Hinweis, dass der Frauen- und Mädchenfußball über viele Jahre vom DFB finanziert worden ist. Umso erfreulicher ist es, dass sich nach über 30 Jahren kontinuierlicher und konsequenter Investitionen des DFB in die Entwicklung des leistungsorientierten Frauenfußballs nach den sportlichen Erfolgen nun auch deutliche wirtschaftliche Fortschritte zeigen.

Frage: Kann sich auch das Frauen-Nationalteam über diese wirtschaftlich so ertragreiche neue Situation freuen?

Niersbach: Es gibt die klare Ankündigung des DFB, dass wir die Mannschaft an den Marketing-Einnahmen beteiligen wollen. Diesen Schritt haben wir 1990 bei den Männern getan, als wir mit Mercedes Benz erstmals einen Generalsponsor gewonnen haben. Den vollziehen wir jetzt erneut, weil das Frauen-Nationalteam wegen seiner Popularität und Attraktivität eigene Marketing-Abschlüsse ermöglicht.

Niersbach setzt beim WM-Ticketing auf offensive Strategien  © Bongarts/GettyImages
Niersbach setzt beim WM-Ticketing auf offensive Strategien

Frage: Ergeben sich aus den jetzt gemachten Erfahrungen weitere Erkenntnisse für den im Herbst startenden Kartenvorverkauf für die FIFA Frauen-WM 2011?

Niersbach: Gerade im Hinblick auf die offensichtlich erfolgreichen Werbe- und PR-Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Brasilien-Spiel werden wir für 2011 viel offensiver agieren als 2006. Damals bestand gar nicht die Notwendigkeit zu solchen Aktionen, weil wir ja allein schon während der ersten Verkaufsphase rund 30 Millionen Bestellungen aus aller Welt hatten. Wir sind sehr gespannt, wie die Städteserien angenommen werden, deren Fehlen 2006 viele Fans beklagt hatten. Mit diesen Paketen werden wir jetzt den Kartenvorverkauf im November dieses Jahres eröffnen.

Frage: Welche Erwartungen haben Sie aus dem so überaus positiven Anklang beim Publikum nunmehr für die U 20-Frauen-WM im nächsten Jahr in Deutschland?

Niersbach: Realistisch muss man dieses Turnier eine Stufe tiefer ansiedeln, eben so wie eine Junioren-Veranstaltung. Wir haben aber Chile mit der letzten U 20-Frauen-WM vor Augen, als mit einer äußerst beachtlichen Zuschauer-Resonanz die Messlatte sehr hoch gelegt wurde. Dieser Herausforderung stellen wir uns und wollen zumindest den gleichen guten Rahmen bei uns ermöglichen.

Frage: Im nächsten Jahr wird das DFB-Pokalfinale der Frauen erstmals von dem der Männer losgekoppelt und als eigenständige Veranstaltung durchgeführt. Ist auch hierfür der Zuschauerrekord beim Länderspiel gegen Brasilien ein Mutmacher?

Niersbach: Ein absoluter Mutmacher! Auch ich persönlich bin der Meinung, dass es für die Frauenteams, die sich fürs Pokalendspiel qualifiziert haben, nicht gerade ein Ansporn war und künftig nicht länger zumutbar sein sollte, dass beim Anpfiff nur 3000 oder 5000 Zuschauer im Olympiastadion waren oder wären. Der Frauenfußball hat es verdient, gerade beim DFB-Pokalfinale eine eigenständige und toporganisierte Veranstaltung zu bekommen.

Frage: Der DFB sucht über eine bundesweite Ausschreibung den Veranstalter für dieses DFB-Pokalendspiel der Frauen. Wäre die Frankfurter Commerzbank-Arena nach den jetzt und unter anderem auch beim letztjährigen UEFA-Cup-Finale gemachten, höchst positiven Erfahrungen nicht ein geeigneter Ort?

Niersbach: Hierbei verhalten wir uns ganz neutral. Es ist super, wie viele Städte mittlerweile ihr Interesse hinterlegt haben. Die Frist läuft ja noch bis Ende April, und wir sind sehr gespannt. Klar ist aber bereits, dass das Frauen-Endspiel 2010 am selben Tag wie das Männer-Finale stattfindet. Wir erfüllen damit eine Bitte der Fernsehanstalten, die die beiden Pokalendspiele weiterhin in einem Block als attraktives Angebot in ihrem Programm anbieten wollen.

Ich will Revanche für Olympia

20.04.2009 15:44 Frauen-Nationalmannschaft DFB.DE SPEZIAL

Nadine Angerer: "Ich will Revanche für Olympia"

Will Wiedergutmachung: Nadine Angerer  © Bomgarts/GettyImages
Will Wiedergutmachung: Nadine Angerer

Nicht nur die Fans können das Duell der Besten kaum noch abwarten, auch die Spielerinnen fiebern dem Klassiker entgegen: Wenn am Mittwoch (ab 18.15 Uhr, live im ZDF) die Begegnung zwischen der DFB-Auswahl und Brasilien ansteht, dann ist das mehr als nur ein Freundschaftsspiel. „Ich will auf jeden Fall gewinnen“, sagte Nationaltorfrau Nadine Angerer bei einer Pressekonferenz am Montag in der DFB-Zentrale. „Mich wurmt noch die Niederlage bei Olympia.“

Mit 1:4 verlor die DFB-Auswahl 2008 im Halbfinale der Olympischen Spiele in Peking gegen Brasilien. Ebenso präsent ist allerdings noch die Erinnerung an das gewonnene WM-Finale 2007, indem Nadine Angerer zur zentralen Figur wurde: Ihr gehaltener Elfmeter gegen Marta war eine unvergessene Schlüsselszene des Spiels. „Das ist wiederum eine sehr positive Erinnerung“, so die Weltklasse-Torfrau.

Zeichen von Respekt

An diese und ähnliche Szenen werden sich sicher auch die mehr als 40.000 Fans gerne erinnern, die bislang ein Ticket für das Duell der Besten erworben haben. Dass der Klassiker vor so vielen Zuschauern wie nie zuvor bei einem Frauen-Länderspiel in Europa stattfinden wird, beeindruckt Nadine Angerer zutiefst. „Das macht mich total stolz. Ich bin total begeistert. Das haben wir uns jahrelang erarbeitet. Für mich ist das auch ein Zeichen von Respekt, der uns jetzt entgegen gebracht wird.“

Auch Kim Kulig, eines der jungen Gesichter im Team der Mannschaft von Trainerin Silvia Neid, blickt der imposanten Kulisse mit Freude entgegen. „Ein flaues Gefühl habe ich angesichts dessen nicht. Ich freue mich einfach nur riesig darauf.“

Sandra Smisek (l.) im Spiel gegen Brasilien
Sandra Smisek (l.) im Spiel gegen Brasilien

Neue Dimensionen im Frauenfußball

Seiner Begeisterung über den großen Zuschauerzuspruch gab auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach Ausdruck: „Wir haben die Erwartungen jetzt schon übertroffen. Darauf gehofft und davon geträumt haben wir. Es war uns aber zunächst auch etwas mulmig, als wir den Schritt gewagt haben, erstmals mit einem Spiel unserer Frauen-Nationalmannschaft in ein so großes Stadion zu gehen. Nun aber sehen wir uns in unserem Optimismus vollauf bestätigt und werten diese Euphorie des Publikums rund um dieses Spiel als Mut machendes Ausrufezeichen in Richtung 2011.“

Insgesamt erreicht der DFB bei diesem Länderspiel-Hit nicht nur was den Zuschaueransturm angeht eine neue Größenordnung, er stößt auch in wirtschaftlicher Hinsicht in eine neue Dimension des Frauenfußballs vor: „Aus den drei Einnahmequellen Ticketing, TV- und Bandenhonorar erwarten wir eine Gesamteinnahme von rund 450.000 Euro, der allerdings auch hohe Organisationskosten gegenüber stehen“, erläuterte Niersbach.

Inka Grings fällt gegen Brasilien aus

20.04.2009 13:43 Frauen-Nationalmannschaft

Inka Grings fällt gegen Brasilien aus

Fällt aus: Inka Grings  © Bongarts/GettyImages
Fällt aus: Inka Grings

Inka Grings fällt für das Länderspiel gegen Brasilien am Mittwoch, 22. April (18.15 Uhr, live im ZDF) in der Frankfurter Commerzbank-Arena aus. Bei einer Kernspintomografie am Montag wurde festgestellt, dass noch Restflüssigkeit in der Muskulatur vorhanden ist.

„Das bedeutet, dass der Muskelfaserriss in ihrer rechten Wade noch nicht ganz auskuriert ist. Das Risiko, dass die Verletzung wieder aufbricht, ist zu groß", sagt Mannschaftsarzt Dr. Bernd Lasarzewski. Die 30-Jährige war am Samstagabend zum Treffpunkt der Frauen-Nationalmannschaft angereist und hatte sich von der medizinischen Abteilung des DFB eingehend behandeln und untersuchen lassen.