Sonntag, 21. Februar 2010

Wie man schnell Texte schreibt

Auf imgriff.com fand ich den Artikel "Schnell schreiben - so geht´s". In diesem Artikel wird auf einen weiteren Artikel von Dustin Wax verwiesen, der für den Blog Lifehack.org schreibt.

Um einen Text innerhalb kürzester Zeit schreiben zu können, ist es am wichtigsten, seinen "inneren Lektor" zu ignorieren. Der nämlich will permanent diesen Tippfehler und jenes plump gewählte Wort korrigieren und behindert so den Schreibfluss. Zunächst kommt es darauf an, einen Text roh runterschreiben, danach erst kommt der Feinschliff.

Dies und auch die aufgeführten Tipps von Herrn Wax machen deutlich, dass das ganze eigentlich hauptsächlich eine Sache der Einstellung ist. Es gibt also keinen Grund sich mit allem so schwer zu tun.

Ich habe schon sehr oft interessante Sachen in den weiten Welten des Internets gefunden. Vieles hätte ich auch sofort posten können. Allerdings hat mich dann doch etwas davon abgehalten und es ist beim Setzen des Lesezeichens geblieben. So passiert es recht schnell, dass sich einiges ansammelt. Aber damit ist jetzt Schluß!

Schaut man sich die sechs Tipps an, stellt man fest, dass man das eine oder andere auch schon anwendet:

1. Einen Plan haben

Es ist nie verkehrt zu wissen, was man eigentlich will.

2. Ein Formular haben

Ich verstehe Dustin so, dass man für viele wiederkehrende Texte eine Art selbst erstelltes Schema verwenden kann.

3. Nicht Anhalten wegen Unwissenheit

Wenn einem ein Begriff oder ein Name in dem entsprechenden Moment nicht einfallen will und man diesen erst nachschauen muss, soll man deswegen seinen Text nicht unterbrechen. Stattdessen könnte man eine Beschreibung in eckige Klammern setzen. Sobald man seinen Text fertig hat und diesen durchsieht, kann man anschließend das Gesuchte nachschauen.

4. Nicht ablenken lassen

5. Einen Timer setzen

Das hört sich für mich zunächst nach "Das brauche ich nicht" an. Allerdings ist die Idee gar nicht mal so schlecht. Erinnert mich an die Pomodoro Methode. Mal schauen, ob dies auch im Bereich Schreiben funktioniert.

6. Tools nutzen, die man kennt

... und die einem vertraut sind. Später ist immer noch genug Zeit, um etwas neues auszuprobieren.

Testfahrten in Jerez

Button hängt Rosberg ab

Nico Rosberg hat zum Abschluss der viertägigen Testfahrten in Jerez den 5. Platz belegt. Der Mercedes-Pilot war damit 1,1 Sekunden langsamer als Weltmeister Jenson Button im McLaren. Der Brite holte seine erste Bestzeit. "Wir hatten einen sehr positiven Tag und sind viele wertvolle Kilometer gefahren. Das war ein großartiger Abschluss des Tests. Wir haben viel gelernt, das für unsere Vorbereitung auf den letzten Test in Barcelona nützlich sein wird", sagte der Teamkollege von Michael Schumacher. Neben Rosberg waren auch noch Nico Hülkenberg und Timo Glock im Einsatz.

Williams-Pilot Hülkenberg landete auf Rang 9, fuhr mit 137 Runden aber fast zwei komplette Renndistanzen. Glock schaffte wegen Hydraulikproblemen an seinem Virgin dagegen nur 28 Runden und wurde Vorletzter.

1. Testtag in Jerez

2. Testag in Jerez

3. Testtag in Jerez

4. Testtag in Jerez

Freitag, 19. Februar 2010

Kehrt Jacques Villeneuve zurück?

2010 mit 5 Weltmeistern - Stefanovic bestätigt Kontakt

19.02.10
Jacques Villeneuve steht vor einem Comeback in der Formel 1. Laut übereinstimmenden Medienberichten ist sich der Kanadier mit dem Team Stefan GP des Geschäftsmanns Zoran Stefanovic über einen Vertrag als Fahrer einig. Dabei hat der Rennstall noch gar keinen Startplatz für die neue Saison. Stefanovic bestätigte, dass das Team kurz vor der Verpflichtung des Kanadiers stehe. "Wir sind sehr nah an einem Vertrag mit Jacques Villeneuve", so der Serbe zu 'Autosport'.

Möglicherweise rückt das Team noch nachträglich in das Starterfeld. Denn noch immer - selbst drei Wochen vor dem Auftakt in Bahrain - ist nicht klar, mit wie vielen und vor allem mit welchen Teams die Formel 1 in die Saison startet. Auf dem Papier steht geschrieben, dass die FIA 13 Rennställe bestätigt hat. Doch um zwei Teams ranken sich wilde Gerüchte: USF1 und Campos Meta. Den beiden Rennschmieden fehlt schlichtweg das Geld, Campos hat noch nicht einmal ansatzweise ein rennfähiges Auto entwickelt. Auch USF1 will angeblich erst beim 5. Rennen, dem Europa-Auftakt in Barcelona, erstmals an den Start gehen.

Stefan GP ist sich aber sehr sicher, in drei Wochen in Manama an den Start gehen zu dürfen und zu können. Geschäftsmann Stefanovic hat mehr oder minder das komplette Toyota-Equipment und -Team übernommen und schon einen 12 Meter langen Container nach Bahrain verschifft. Für den 25. Februar plant Stefan GP die Präsentation des Autos, dem Stefan S-01. Anschließend sind dreitägige Testfahrten in Portimao geplant. Und das Fahrer-Duo steht nun auch fest. Neben Villeneuve soll Kazuki Nakajima schon länger die Zusicherung haben, für Stefan GP zu fahren. Stefanovic bestätigte jedenfalls, dass einer seiner beiden Fahrer ein Japaner ist.

Villeneuve sticht Schumi II aus

Sollte der 38-jährige Villeneuve wirklich in die Formel 1 zurückkehren, wäre er der fünfte Weltmeister im Fahrerfeld. Neben Titelverteidiger Jenson Button, Lewis Hamilton und Fernando Alonso wird auch Rekordchampion Michael Schumacher nach drei Jahren Pause bei Mercedes in den Grand-Prix-Zirkus zurückkehren. Brisanz pur: Villeneuve hatte 1997 gegen Schumacher den Titel geholt. Die Formel-1-Fans würde die Rückkehr des Schumi-Feindes sicherlich freuen.

Nur bei einem wird keine Freude ausbrechen: Ralf Schumacher. Der Deutsche war vor kurzem mit Stefan GP in Verbindung gebracht worden. Nun scheint er von Villeneuve ausgestochen worden zu sein. Keine schöne Niederlage – schließlich versuchte sich Villeneuve zuletzt relativ erfolglos in der NASCAR-Serie in den USA. Dass er an eine Rückkehr in die 'Königsklasse' glaubt, gab er in einem Interview zu. "Das wäre eine großartige Gelegenheit. So wie das Team angeblich von Bernie Ecclestone unterstützt wird, muss man davon ausgehen, dass sie es in die Startaufstellung schaffen", sagte der 38-Jährige zu 'auto motor und sport'. "Mit dem Material von Toyota könnten sie das beste neue Team werden", so der Kanadier weiter.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Barrichello mit Bestzeit - Vettel Dritter

Barrichello mit Bestzeit - Vettel Dritter

18.02.10
Sebastian Vettel hat am zweiten Tag der Testfahrten in Jerez de la Frontera die drittbeste Zeit erzielt. Der Vizeweltmeister benötigte am Donnerstag für seine schnellste Runde auf dem 4,428 Kilometer langen Kurs 1:28,162 Minuten. Erneut machten den insgesamt zwölf Fahrern die wechselnden Witterungsbedingungen mit reichlich Regen zu schaffen. Am Mittwoch hatte Vettel fast sechs Sekunden weniger benötigt. Der Niederschlag in Andalusien bremste aber nicht nur den Red-Bull-Piloten. Auch der Tagesschnellste, Rubens Barrichello aus Brasilien, war im Williams in 1:27,577 Minuten deutlich langsamer als Vettel am Vortag.

Auf Rang 2 in der Zeitentabelle landete am zweiten der vier Testtage in Jerez der Russe Vitali Petrov im Renault. Nico Rosberg wurde im Mercedes Vierter vor Ferrari-Fahrer Felipe Massa aus Brasilien. "Es war sehr schwierig und frustrierend wegen des Wetters", sagte Rosberg, dessen Mercedes-Teamkollege Michael Schumacher am Freitag wieder auf die Strecke gehen wird: "Wir können derzeit einfach nicht so viel lernen wie wir es auf einer trockenen Strecke könnten. Aber es sind eben für alle dieselben Bedingungen, und wir hoffen, dass wir uns in den nächsten Tagen etwas verbessern können."

Timo Glock kam im Auto des neuen Virgin-Teams auf Platz 8, Ex-Weltmeister Lewis Hamilton aus England im McLaren-Mercedes auf den 10. Rang.

Auch abseits der Strecke läuft bei Virgin noch nicht alles glatt. Den Vertrag mit dem portugiesischen Testfahrer Alvaro Parente löste Glocks Team auf, nachdem ein geplanter Sponsorenvertrag mit dem portugiesischen Tourismus-Institut nicht zustande gekommen war. Als Ersatzfahrer hinter Glock und Lucas di Grassi steht jetzt noch der Brasilianer Luiz Razia zur Verfügung.

Eine Schrecksekunde durchlebte Heikki Kovalainen: Der Finne war am frühen Nachmittag von der Strecke abgekommen und heftig in die Barrieren gekracht. So konnte er im Lotus auch nur 30 Runden drehen und wurde am Ende Letzter des Zeittableaus.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Zweite Technik: Tagebuch

Sie schreiben nun also jeden Tag Ihre Morgenseiten, aber natürlich werden Sie noch viel öfter zur Feder greifen als nur in der Früh. Den ganzen Tag über schreiben Sie absolut jedes Mal, wenn Sie essen - und auch immer, wenn Sie Lust auf etwas zu essen bekommen. Es geht bei dieser Technik nicht darum, ein Urteil zu fällen. Es geht um Exaktheit.

Viele Leute wissen nicht genau, was sie an einem bestimmten Tag zu sich nehmen. Wir fühlen uns entmutigt, weil wir zunehmen, obwohl wir uns so anstrengen, an Gewicht zu verlieren.

Führen wir ein Tagebuch, bleibt in unserem Leben kein Raum für Ratespiele und Wunschdenken mehr. Wir haben stattdessen Fakten vor uns: Wir wissen, was wir gegessen haben. Und sobald wir das Tagebuch immer sinnvoller zu handhaben verstehen, wird uns auch klar, aus welchem Grund wir etwas Bestimmtes gegessen haben.

So ein Tagebuch ist einfach und klar. Sie notieren darin nun also jeden Happen, den sie zu sich genommen haben. Und Sie schreiben auf, was sie empfunden haben, als sie sich versucht fühlten etwas zu essen.

Sehr oft werden Sie feststellen, dass Sie essen, anstatt etwas Kreatives zu tun.

Es muss gar nichts Großartiges sein. Es kann sich um etwas so simples handeln, wie das Zimmer aufräumen. Aber es kann natürlich auch etwas komplizierteres sein, wie zum Beispiel ein schwieriges Telefonat, das man führen muss.

Egal worum es sich handelt: Sie werden sicher oft feststellen, dass Sie essen, um sich Ihre Klarheit zu trüben und Ihr Handeln zu unterbringen.

Wer könnte, wenn der Blutzuckerspiegel in die Höhe geschossen ist und man regelrecht high ist, schon noch genau sagen, was als Nächstes zu tun ist?

Wie oft hat ein dickes Eis schon eine Handlung in Ihrem Leben ersetzt?

Abnehmen ist ein Prozess. Am besten verläuft er allmählich und sanft - und zwar so sanft, dass er kaum wahrnehmbar ist. Eines Tages sind wir dann "plötzlich" schlanker. Unsere Kleidung sitzt lockerer. Wir haben mehr Energie. Wir fühlen uns authentischer.

Wir haben abgenommen - wir haben es nach wiederholten, erfolglosen Versuchen nun wirklich geschafft. Wir haben schließlich den richtigen Dreh gefunden, der uns hilft, unsere überflüssigen Pfunde loszuwerden. Der Dreh, der bei mir und meinen Studenten den besten Erfolg zeigt, basiert auf Worten.

Zwischen einen Fressanfall und uns stellen wir Worte.
Wir geben unserem Gefühlschaos Worten.
Wir benennen unsere innere Landschaft.
Und dieser Prozess einer exakten Selbstdefinition ist spannend!

Dazu führen wir nun also ein Tagebuch, das allerdings erheblich mehr enthält als nur unsere Essgewohnheiten - oder unseren Kampf, eben nichts zu essen. Beim ersten Anzeichen einer Snack-Attacke wenden wir uns den Seiten zu. Den Stift in der Hand erkunden wir unsere beunruhigenden Gelüste. "Ich will etwas essen", schreiben wir auf das Blatt. Und dann schreiben wir weiter. Es hagelt die Offenbarungen nur so aufs Papier. Egal wann wir essen wollen und was, wir halten es schriftlich fest.

"Ich will etwas essen" übersetzt sich bald zu etwas konkreterem. Zum Beispiel: "Ich habe gerade an John gedacht, und da wollte ich meine Verlustgefühle zustopfen. Mir fehlt John noch immer." Oder: "Dieser neue Job ist aufregend, aber ich stehe so im Rampenlicht, dass ih das ein bisschen bedrohlich finde."

Wenn wir die Schatten, die auf unsere innere Landschaft fallen, zulassen, verlieren sie die Macht, uns Angst einzujagen oder zu sabotieren. Wir können dann damit leben, dass John uns fehlt. Wir können auch mit dem Stress in unserem neuen Job leben - und zwar ohne uns ein dickes Eis zu genehmigen.

Nicht alle Gefühle, die uns zur Keksdose greifen lassen, sind negativ. Manchmal bringen uns auch gute Nachrichten total durcheinander.

Stress fördert Essen als eine Art der Selbstverteidigung, und dieser Stress kann durch etwas Neues, Positives im Leben kommen, jedoch auch durch Altes, Negatives. Uns "fehlt" John ja vielleicht noch immer, aber es ist ebenso wahrscheinlich, dass unser neuer, anspruchsvoller Job uns nervös macht und dass die Nerven dann eine Snack-Attacke auslösen.

Sehen wir uns mit Selbstsabotage konfrontiert, würden wir alle am liebsten losheulen, aber wir können auch etwas erheblich Produktiveres tun: Wir können schreiben. Gleich früh am Morgen können wir unsere Morgenseiten verfassen. Mittags können wir anstatt nach einem gewaltigen Mittagessen zu unserem Tagebuch greifen und darin die Ereignisse und Gefühle festhalten, die sich an diesem Tag bislang eingestellt haben.

Auch wenn sich das Tagebuchschreiben anfangs fremd und irgendwie aufdringlich anfühlt, wird es bald zu einer natürlichen und unverzichtbaren Quelle, die uns Mut macht; außerdem avanciert das Tagebuch zu unserem ständigen Begleiter.

Für mich selbst wurde mein Tagebuch zu meinem ständigen Begleiter, zu meinem besten Freund, dem ich meine intimsten Gedanken anvertraute - vor allem, wenn ich beruflich unterwegs war. Wenn ich zu meinem Tagebuch griff anstatt nach etwas Essbarem, stellte ich fest, dass ich über eine enorme Gefühlspalette verfügte, die ich zuvor nicht gewürdigt hatte.

Ich kam zu dem Schluss, dass ich mich auf Lesereisen mittags überesse, weil ich oft gelangweilt bin wegen der immer neuen Hotelzimmer und weil mir der Tag "zu lang" vorkommt. Indem ich meine Gefühle in das Tagebuch schrieb, wurde mir bewusst, dass mir ein wirklich gutes Buch als Gegenmittel gegen meine Melancholie zur Mittagszeit helfen könnte. Ich las etwas Köstliche, anstatt es zu essen. Ich konnte es kaum erwarten, jeden Tag ein Stück weiterzulesen. Ich kam zu dem Schluss, dass mein Appetit auf Worte größer war als mein Hunger auf üppiges Mittagessen. Das Tagebuchschreiben lehrte mich, dass ich aus Langeweilge zum Essen griff: Wenn ich nicht gelangweilt war, hatte ich auch keinen Hunger.

Für viele ist das Tagebuch ein erster Schritt in Richtung Abenteuer. Wenn wir unsere Gedanken und Wahrnehmungen aufzeichnen, stellen wir fest, dass wir viel interessanter sind, als wir gemeint haben. Sobald wir erkennen, dass jeder Tag voll von winzig kleinen Situationen ist, die uns vor die Wahl stellen, wir wir handeln wollen, reagieren wir auf das Leben eher in der Art und Weise, wie wir uns das selbst wünschen, und nicht mehr als unglückselige Opfer.

Erste Technik: Morgenseiten (3)

Alan begann mit seinen Morgenseiten, als er einen Kurs zum Thema "Der Weg des Künstlers" belegte. Zwölf Wochen lang schrieb er jeden Morgen und beobachtete mit gewisser Erfurcht, wie sich sein normales Leben veränderte. Viele Jahre lang hatte er davon geträumt, als Dramaturg zu arbeiten. Aufgrund der drängenden Morgenseiten versuchte er sich nun an ein paar kurzen Monologen - um sie dann mit großem Erfolg öffentlich vorzulesen.

Nun würde man annehmen, dass Alan bei einem derartigen Erfolg sicher an seiner neuen Errungenschaft festhalten würde. Doch weit gefehlt, als der Kurs zu Ende war, gab Alan seine Morgenseiten auf.

Doch mit den Morgenseiten gab Alan auch sich selbst auf. Er hörte nicht länger auf die Anleitung, die aus ihnen kam, sondern nahm einen neuen einflussreichen Job in einem Bereich an, den er nicht sonderlich schätzte. Das Einzige, was ihm daran gefiel, war eigentlich das Gehalt.

Frustriert und etwas beschämt, fing Alan an, mehr zu essen, als ihm guttat. Er hatte einen ständigen Vorrat an Snacks in seiner Schreibtischschublade im Büro, und immer wenn sein Gewissen an ihm nagte, griff er nach etwas zum Naschen.

Bevor ihm klar wurde, was da eigentlich lief, hatte Alan bereits fünfundzwanzig Pfund mehr auf den Rippen. Er war schon immer ein bulliger Typ gewesen, aber jetzt war er ein Brocken. Als Alan und ich uns über den Weg liefen, schlug ich ihm vor, seine Morgenseiten wieder aufzunehmen; vielleicht könnte er damit ja herausfinden, was ihn auffraß und weshalb er die Notwendigkeit empfand, sich zu überessen.

"Ich weiß nicht, warum ich je damit aufgehört habe", antwortete Alan rasch. Innerhalb von nur drei Wochen, als er sich wieder seinen Morgenseiten widmete, bekam er seine Essgewohnheiten wieder in den Griff. Er hörte auf, seine Schreibtischschublade zu einer Art Außenstelle seines Kühlschranks zu machen. "Ich hasse diesen Job wirklich", gab er zu. "Ich glaube, ich habe mich selbst verkauft, als ich ihn angenommen habe." Auf Drängen seiner Morgenseiten reichte Alan seine Kündigung ein; er war entschlossen, sich eine neue Stelle zu suchen, die mit seinem Wertesystem besser in Einklang stand. Er fing auch wieder an zu schreiben, und erneut hatte seine Monologe Erfolg beim Publikum.

"Ich glaube, ich habe den Dreh jetzt raus", sagte Alan bescheiden zu mir. Ich schlug ihm vor, sich einen neuen Job zu suchen, der ihm genügend Energie ließ, um abends seinen schriftstellerischen Ambitionen nachgehen zu können.

Es dauerte nicht lang, und Alan bekam eine Stelle angeboten, die ihm perfekt zu sein schien. Er glaubte an die Firma und an ihre Ziele, und er stellte fest, dass ihn die Arbeit nicht stresste oder auslaugte wie in dem üblen Job zuvor, denn er arbeitete ja in Einklang mit seinen eigenen Wertvorstellungen. Da er in keine Interessenkonflikte geriet, kam Alan zu dem Schluss, dass er durchaus beides konnte: untertags im Büro arbeiten und abends schreiben.

Es sollte nicht lang dauern, bis er dann den Mut hatte, sich an ein ganzes Theaterstück zu wagen - ein langjähriger Traum. "Ich glaube, ich habe meine Lektion gelernt", sagt Alan jetzt. "Ich brauche die Ehrlichkeit und die Selbstreflektion, die die Morgenseiten mir liefern."

"Ich bin kein spiritueller Mensch, aber wie mir scheint, lebe ich jetzt mehr nach spirituellen Gesichtspunkten. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mir das so gefällt."

"Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mir das so gefällt" ist vielleicht für viele von uns die Grundaussage bei ihrer Arbeit mit den Morgenseiten.

Wenn wir unsere Ängste, unseren Stress und unsere Frustration freisetzen, beginnt sich eine neue Gelassenheit einzustellen. Wir fühlen uns anders und sehen dann auch anders aus. "Was ist denn mit dir passiert", lautet ein Witz, "hast du dir das Gesicht liften lassen oder hattest du Sex?"

Wenn ich so vor meiner Lerngruppe stehe, sind die Wandlungen, die mit den Morgenseiten einhergehen, schon recht erstaunlich. Selbst nach fünfundzwanzig Jahren bin ich noch immer platt, wie sich Menschen unmittelbar vor meinen Augen verändern. Ich bezeichne diesen Prozess als "spirituelle Chiropraktik", denn die Veränderungen erfolgen in genau der notwendigen Richtigung.

Aus meiner Perspektive vorn im Unterrichtsraum ist der verbesserte Gesundheitszustand schnell ersichtlich. Und alles, was meine Studentinnen und Studenten tun ist: Schreiben.

Schreiben korrigiert. Aussichtslose Jobs werden gekündigt. Das Gleiche gilt für aussichtslose Beziehungen. Die Energie wird auf Neues, Produktiveres gelenkt. Träume, die zuerst nicht greifbar waren, liegen plötzlich im Bereich des Möglichen.

Je mehr sich unsere Blockaden lösen, desto mehr blüht unser Leben auf. Nur wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, dann leben wir ein Leben, das zu uns passt.

Zu ihrer großen Überraschung fühlen die Menschen sich glücklich beim Schreiben. Sobald wir uns daran gewöhnt haben, ist Schreiben etwas ebenso Natürliches wie Atmen - und fast genauso lebensnotwendig.

Wenn wir unseren Stift über die Seite führen, richten wir den Fokus auf uns selbst. Lang gemiedene Gefühle werden uns vertraut. Die Wahrnehmung wird klarer. Begrenzungen werden aufgehoben. Geführt von unserer Hand - ohne eine jahrelange kostspielige Therapie -, durchbrechen wir ungesunde Verhaltensmuster und Abhängigkeiten. Wir werden wirklich wir selbst - und anderen gegenüber authentischer.

Die Morgenseiten sind ein Weg, um glücklich zu sein.

Und für viele Menschen drückt sich dieses Glück darin aus, dass sie Gewicht abnehmen.