Donnerstag, 20. August 2009

Interview mit Nick Heidfeld

Heidfeld in Gesprächen mit anderen Teams

Heidfeld in Gesprächen mit anderen Teams
Die Zukunft von Nick Heidfeld in der Formel 1 ist wieder einmal offen. Nach dem angekündigten Ausstieg von BMW nach der laufenden Saison und angesichts der Ungewissheit um den verbleibenden Sauber-Rennstall ist unklar, ob und für wen der momentan älteste deutsche Pilot 2010 fährt. Dass der Rückzug von BMW auch sein Karriere-Ende in der Formel 1 bedeutet, "davon gehe ich nicht aus", sagte der 32-Jährige. Vor dem Großen Preis von Europa am Sonntag in Valencia sagte Heidfeld, dass er schon vor der Ankündigung von BMW Gespräche mit anderen Teams geführt hat.

Was überwiegt bei dem Gedanken an das bevorstehende Rennen in Valencia - Wehmut oder Vorfreude?
Heidfeld: "Die Vorfreude überwiegt ganz klar, speziell nach der langen Sommerpause. Das Team und ich wollen die Saison bestmöglich abschließen. Die Weiterentwicklung des Autos wird ungebremst, vor allem mit den beiden Updates für Valencia und Singapur, fortgesetzt. Gute Leistungen sind immer die beste Empfehlung für die Zukunft. Aber die Vorfreude ist natürlich auch nicht ganz ungetrübt. Ich weiß ja, dass sich die Leute im Team alle um ihre Arbeitsplätze sorgen. Die Betroffenheit ist groß und nur allzu verständlich. Ich hoffe sehr, dass es mit dem Sauber-Team in Hinwil weitergeht und eine entsprechende Lösung gefunden wird."

Wie haben Sie die Enttäuschung nach der BMW-Ausstiegsankündigung verarbeitet?
Heidfeld: "Für mich kam die Nachricht zu diesem Zeitpunkt schon sehr unerwartet. Ich habe es auch erst kurz vorher erfahren. Andererseits ist es ja nicht so, dass so eine Entscheidung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten völlig überraschend kommt, zumal nach dem Honda-Ausstieg im vergangenen Dezember."

Konnten Sie im gemeinsamen Urlaub mit der Familie denn überhaupt richtig abschalten?
Heidfeld: "Wenn man zwei kleine Kinder hat, dann sorgen die schon dafür, dass man auf andere Gedanken kommt. Aber in stillen Momenten beschäftigt einen das Thema natürlich schon sehr. Wobei die Formel 1 für mich ohnehin allgegenwärtig ist, allein schon durch das tägliche Training."

Betrachten Sie - ungeachtet Ihrer sehr großen Rennerfahrung - die kommenden sieben Grand Prix auch als eine Art Bewerbung?
Heidfeld: "Meine Formel-1-Erfahrung hilft mir natürlich, nach zehn Jahren bringe ich eine Menge Wissen und auch technisches Know-how mit. Ungeachtet der Tatsache, dass ich Top-Fahrer wie Räikkönen, Massa oder Webber als Teamkollegen geschlagen habe, geht es jetzt darum, in den kommenden Rennen eine gute Leistung abzuliefern. In der Formel 1 ist immer jeder Grand Prix eine Bewerbung. Mit dem bisher in diesem Jahr unterlegenen Auto ist es entsprechend schwierig, die eigene Leistung darzustellen. Aber ich bin weiterhin top motiviert, um in jeder Situation das Maximale herauszuholen. Bisher waren das sechs von acht WM-Punkten des Teams und ein Podestplatz."

Laufen Gespräche mit anderen Teams?
Heidfeld: "Ja. Das war auch schon vor der Bekanntgabe des BMW- Ausstiegs der Fall."

Das Projekt BMW-Sauber ist am Ende - damit auch ihre Formel-1-Karriere?
Heidfeld: "Davon gehe ich nicht aus. Wie gesagt, wir sind in Gesprächen."

Wo würden Sie sich einen "Neuanfang" wünschen?
Heidfeld: "Als Rennfahrer wünscht man sich immer einen Platz in dem Team mit dem besten Auto, wobei nicht unbedingt klar ist, welches das 2010 sein wird. Dementsprechend analysieren wir, welche Optionen für mich in Zukunft am meisten Erfolg versprechen. Als ich 2008 mit Honda sprach, hat ja auch keiner damit rechnen können, dass daraus ein Nachfolgeteam hervorgehen würde, das in diesem Jahr Rennen gewinnt. Natürlich beschäftigt mich sehr, was aus dem Standort Hinwil wird. Ich fahre jetzt im insgesamt siebten Jahr für diese Mannschaft und stehe dieser Entwicklung alles andere als gleichgültig gegenüber."

Was sagen Sie zum Thema WM-Titel und Nick Heidfeld?
Heidfeld: "Ich werde weiterhin jede Situation optimal nutzen, um das unter den Umständen bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Mein Ziel ist unverändert, auch in der Formel 1 den Titel zu holen."

Dienstag, 18. August 2009

Interview mit Mario Theissen

Theissen mit "gemischten Gefühlen" nach Valencia

Theissen mit gemischten Gefühlen nach Valencia
Es ist das erste Formel-1-Rennen nach der Ausstiegsankündigung von BMW. Nur noch sieben WM-Läufe, dann ist Schluss für den deutschen Automobilhersteller. "Für das Team geht es darum, sich mit guter Arbeit für eine Zukunft in der Formel 1 zu empfehlen", sagte BMW-Motorsportchef Mario Theissen vor dem Großen Preis von Europa am kommenden Wochenende in Valencia. Hinter den Kulissen werde mit Hochdruck daran gearbeitet, gemeinsam mit "potenziellen Interessenten und Peter Sauber eine Lösung für den Standort Hinwil zu finden", betonte Theissen. Er selbst räumte ein, "mit gemischten Gefühlen" zum elften Saisonlauf zu fahren.

Mit welchem Gefühl fahren Sie nach Valencia?
Theissen: "Mit gemischten Gefühlen. Natürlich sind wir alle enttäuscht über die Entscheidung zum Ausstieg. Wir haben uns als Team in nur drei Jahren an der Spitze etabliert und haben dabei unsere Ziele immer erfüllt oder sogar übererfüllt. 2009 läuft es erstmals nicht wie erwartet. Natürlich hätten wir sehr gerne bewiesen, dass die schlechten Resultate in dieser Saison nur ein Ausrutscher sind. Jetzt fokussiert sich unsere Arbeit auf die nächsten Monate. Denn während hinter den Kulissen an Lösungen für das Team gearbeitet wird, ist sich jeder einzelne bewusst, dass gute Leistungen an der Rennstrecke das beste Zeugnis sind."

Mussten Sie ihre Mannschaft besonders motivieren nach der Entscheidung des BMW-Vorstandes?
Theissen: "Natürlich ist dies eine ungewöhnliche und sehr herausfordernde Situation für alle im Team. Wir haben noch sieben Saisonrennen in der Formel 1 in dieser Konstellation vor uns, und in denen wollen wir zeigen, dass wir stärker sind als die bisherigen Saisonrennen ausweisen. Für das Team geht es darum, sich mit guter Arbeit für eine Zukunft in der Formel 1 zu empfehlen."

Woraus ziehen Sie derzeit Kraft, mit BMW-Sauber noch das Bestmögliche zu erreichen?
Theissen: "Wie schon erwähnt: Nach drei überaus erfolgreichen Jahren, in denen es für unser Team stetig nach oben ging, müssen wir nun erstmals durch ein Wellental. Das wurmt natürlich jeden einzelnen, motiviert aber gleichzeitig ungemein. Denn wir alle wollen wieder unsere wahre Leistungsstärke zeigen und uns mit guten Ergebnissen aus der Saison 2009 verabschieden."

Was kann das Bestmögliche denn noch sein in dieser Saison?
Theissen: "Das Feld liegt nach wie vor sehr eng beieinander. Von daher sind Prognosen schwierig. Aber fest steht: Wir werden alles daran setzen, in den noch verbleibenden Rennen in die Erfolgsspur zurückzukehren. Dazu werden die Entwicklungspakete für Valencia und Singapur wie geplant umgesetzt."

Betrachten Sie das Formel-1-Aus von BMW auch als persönliches Scheitern?
Theissen: "Natürlich hätten alle im Team und auch ich persönlich sehr gerne den eingeschlagenen Weg fortgesetzt. Die Erfolgsbilanz der vergangenen drei Jahre ist eindrucksvoll. Der F1.09 hat in diesem Jahr die Erwartungen nicht erfüllt, wir werden erstmals das Saisonziel verfehlen. Das ist allerdings auch bei den anderen Spitzenteams der Fall und in einem derart hartumkämpften Wettbewerb nicht ungewöhnlich. Auf der Entwicklungsseite wurden die Weichen für Rückkehr in die Erfolgsspur bereits gestellt. Die Grundsatzentscheidung des Vorstandes, aus der Formel 1 auszusteigen, basiert daher auch nicht auf der aktuellen Performance des Teams. Sie wurde im Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens getroffen, und aus dieser Sicht kann ich die Entscheidung nachvollziehen."

Wie geht es insgesamt mit dem Rennstall weiter und was machen Sie nach dem 1. November 2009?
Theissen: "Es geht zurzeit nicht um meine persönliche Zukunft, sondern um die des Teams und aller Teammitglieder. Hinter den Kulissen wird mit Hochdruck daran gearbeitet, gemeinsam mit potenziellen Interessenten und Peter Sauber eine Lösung für den Standort Hinwil zu finden. Das hat oberste Priorität, alles andere wird sich dann ergeben."

Die Formel 1 Kurve

Schumi doch nach Valencia

Schumi doch nach Valencia
Michael Schumacher kommt doch nach Valencia - allerdings nur als Berater von Ferrari und Ersatzpilot Luca Badoer. "Michael kommt nach Valencia, um dort das Team und Luca zu unterstützen", sagte Schumachers Sprecherin Sabine Kehm.

Ursprünglich wollte der 40-Jährige beim Großen Preis von Europa nach fast dreijähriger Pause sogar sein Comeback im Auto geben und den verletzten Brasilianer Felipe Massa ersetzen. In der vorigen Woche musste der siebenmalige Champion allerdings seine Rückkehr aus gesundheitlichen Gründen absagen. Nach einem Motorradunfall zu Beginn des Jahres ist Schumacher nicht fit genug für die Belastungen in einem Formel-1-Auto.

Silberpfeile haben Blut geleckt

Silberpfeile haben Blut geleckt
Nach dem Sieg von Weltmeister Lewis Hamilton in Budapest wollen die Silberpfeile beim Großen Preis von Europa in Valencia (Sonntag, 14.00 Uhr live bei RTL) nachlegen. "Die Umkehr kam eigentlich schon am Nürburgring, wo wir es noch nicht umsetzen konnten. Ich hoffe, dass wir das weiter fortsetzen können", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Mit dem ersten Saisonsieg im Rücken zu einem Rennen zu kommen, "fühlt sich deutlich besser an", sagte Haug: "Aber man kann sich dafür nichts kaufen." Aufgrund der Sommerpause in der Formel 1, in der die Fabriken für zwei komplette Wochen geschlossen waren, kommen die Teams ohne große technische Neuigkeiten nach Valencia. Zudem mache das eng beieinander liegende Feld "Vorhersagen schwieriger als früher", meinte Haug. Dabei dürfe man sich "nicht den kleinsten Fehler erlauben, sonst ist man schon in der ersten Qualifyingrunde raus".

Dabei wird der Qualifikation auf dem zwar schnellen, aber winkligen Stadtkurs wieder besondere Bedeutung zukommen. "Im letzten Jahr war es ein Quali-Rennen, die Reihenfolge im Ziel war wie die Startaufstellung, weil man nicht überholen konnte", sagte Haug: "Aber das muss nicht unbedingt wieder so sein."

Valencia träumt von Alonso-Fiesta

Valencia träumt von Alonso-Fiesta
Spaniens Formel-1-Fans und die Veranstalter in Valencia atmen auf: Die Begnadigung von Renault durch den Automobil-Weltverband FIA rettet die Alonso-Fiesta beim Großen Preis von Europa. "Nach dem Erwachen aus dem Sommernachtstraum, Michael Schumacher in Valencia zu sehen, ist die Show durch Fernando Alonso gerettet", schrieb die spanische Sportzeitung 'El Mundo Deportivo', nachdem die FIA die Sperre für Alonsos Arbeitgeber Renault in eine Geldstrafe von 35.000 Euro umgewandelt hatte.

Wenn nach dem geplatzten Comeback von Michael Schumacher, der immerhin als Berater von Ferrari und Ersatzpilot Luca Badoer nach Spanien kommt, auch noch das lokale Zugpferd Alonso hätte im Stall bleiben müssen, wäre der Große Preis von Europa am Sonntag (14.00 Uhr live bei RTL) wohl zu einem großen Verlustgeschäft geworden. Aufgrund der Ungewissheit waren zuletzt erst 45.000 Karten verkauft worden, jetzt hoffen die Organisatoren noch einmal auf einen Alonso-Hype.

Kein Wunder, dass der Spanier Jorge Martinez, viermaliger Motorrad-Weltmeister und heutiger Vize-Präsident von Veranstalter Valmor, das Urteil des FIA-Berufungsgerichtes begrüßte: "Alonsos Anwesenheit ist eine großartige Neuigkeit für dieses Rennen - vor allem für die spanischen Fans. Die Zuschauer werden nun die Chance haben, ihren Lieblinspiloten auf einer spanischen Rennstrecke zu sehen."

Carlos Garcia, Präsident des spanischen Automobilverbandes, atmete ebenfalls auf. "Die Gerechtigkeit hat gesiegt", sagte er und fügte hinzu: "Und ich bin sicher, dass diese Entscheidung nicht durch den Fakt beeinflusst wurde, dass Michael Schumacher nicht fährt."

Alonso selbst freut sich nach dem Grünen Licht für sich und seinen neuen französischen Teamkollegen Romain Grosjean auf das Heimspiel. "Heimrennen sind immer etwas Besonderes, und Valencia ist eine wunderbare Stadt. Stadtkurse habe ich immer sehr gemocht, weil sie eine spezielle Atmosphäre haben und die ganze Stadt eingebunden ist", sagte der Spanier, der gerne seinen Aufwärtstrend nach der Pole Position von Budapest fortsetzen würde: "Es wäre toll, um einen Platz auf dem Podium kämpfen zu können."

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat die Begnadigung von Renault zufrieden zur Kenntnis genommen. "Es ist schön zu sehen, dass ein hartes Strafmaß auch mal zurückgenommen wird. Ich hätte das auch gerne mal erfahren", sagte Haug am Dienstag in einer Telefonkonferenz und fand die Geldstrafe okay.

"Ich glaube, vor Ort wurde überreagiert. Die Strafe war zu hart", meinte Haug, der aber für die Rennkommissare Verständnis zeigte. "Nach dem tödlichen Unfall von Henry Surtees eine Woche zuvor und dem Unfall von Felipe Massa am Samstag kann es schon mal vorkommen, dass man am Sonntag sagt: Wir müssen eine drakonische Strafe verhängen", sagte der Schwabe: "Aber es ist gut, dass man dann darüber noch einmal nachdenkt. Dafür ist die Berufung ja da."

Grosjean ist Renaults Neuer

Grosjean ist Renaults Neuer
Renault hat Romain Grosjean wie erwartet als neuen Teamgefährten von Fernando Alonso bestätigt. Der Franzose soll schon am Sonntag in Valencia (ab 14 Uhr live bei RTL und im Live-Stream bei RTL.de) sein erstes Rennen bestreiten. Der 23-Jährige tritt bei Renault die Nachfolge des entlassenen Brasilianers Nelson Piquet Junior an, teilte der Rennstall mit.

Erst am Montag hatte der Internationale Automobilverband FIA die Sperre von Renault für den Großen Preis von Europa aufgehoben und in eine Geldstrafe von 35.000 Euro umgewandelt. Daher darf das Team um den zweimaligen Weltmeister Alonso beim elften von 17 Saisonläufen nun doch an den Start gehen.

Grosjean war bislang Renault-Ersatzpilot und fuhr in der GP2- Serie. "Ich bin stolz, dass das Renault-Team mir diese Chance gegeben hat. Es ist eine Ehre, Fernandos Teamkollege zu sein und mein Debüt an der Seite eines Doppel-Weltmeisters zu geben", sagte der F1- Neuling. Teamchef Flavio Briatore lobte Grosjean als "beeindruckendes Talent".

Neuer Ersatzfahrer des Rennstalls wird der Brasilianer Lucas Di Grassi. Der Vertrag mit Piquet Junior sei mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Trennung sei im beiderseitigen Einvernehmen geschehen, hieß es weiter.

Montag, 17. August 2009

Renault darf in Valencia starten

FIA hebt Renn-Sperre gegen Renault auf

FIA hebt Renn-Sperre gegen Renault auf
Geldbuße statt Fahrverbot: Formel-1-Pilot Fernando Alonso darf nun doch mit dem Renault-Team bei seinem Heimrennen in Valencia am Sonntag an den Start gehen. Die Berufungsrichter des Internationalen Automobilverbands FIA hoben am Montag die Sperre gegen den französischen Rennstall auf und verhängten stattdessen ein Strafgeld in Höhe von 35 000 Euro. Damit dürfen auch die Organisatoren des Großen Preises von Europa am Sonntag (14.00 Uhr / live bei RTL) aufatmen, die nach der Comeback-Absage von Michael Schumacher nun zumindest wieder mit der Zugnummer Alonso den schleppenden Kartenverkauf ankurbeln können. "Das ist eine hervorragende Nachricht, besonders für die Fans“, jubelte der Vizepräsident des Streckenbetreibers, Jorge Martinez Aspar.

Die FIA erkannte mit ihrer Entscheidung die Reue des Renault- Teams an, das beim Ungarn-Grand-Prix Ende Juli den zweimaligen Weltmeister mit einem nicht ausreichend befestigten Rad auf die Strecke geschickt hatte. Alonso hatte den Reifen später verloren. "Wir geben zu, dass wir Fehler gemacht haben. Aber wir denken nicht, dass die Strafe dem Vergehen entspricht", hatte Teammanager Steven Nielsen bei der Anhörung in Paris deutlich gemacht.

Der französische Motorsportverband legte im Namen von Renault Protest ein. Sowohl der Chef des spanischen Motorsport-Verbandes, Carlos Gracia, wie auch ein Vertreter des Streckenbetreibers von Valencia hatten bei den FIA-Richtern für Milde geworben. Der Weltverband teilte später mit, Renault habe seinen Verstoß gegen das sportliche Regelwerk eingeräumt. Nach Austausch aller Argumente sei die Entscheidung gefallen, die Sperre aufzuheben. Eine Urteilsbegründung soll in den kommenden Tagen folgen.

Renault-LKWs schon in Valencia

Die Lastwagen mit der Ausrüstung des Renault-Teams waren vorsorglich schon einmal nach Valencia gerollt. Offen ist allerdings noch, wen der Rennstall als zweiten Fahrer neben Alonso an den Start schickt. Der Brasilianer Nelson Piquet jr. war nach dem Ungarn-Rennen entlassen worden. Als Favorit für seine Nachfolge gilt der Franzose Romain Grosjean.

Der in Valencia ersehnte Richterspruch soll nun den spanischen Veranstalter zumindest vor einem kapitalen Defizit bewahren, nachdem der erwartete Ansturm der 'Ferraristi' nach der Absage von Rekordchampion Schumacher ausbleiben wird. "Fernando ist der Hauptgrund dafür, dass es zwei Rennen in Spanien gibt. Die Leute in Spanien waren nicht an der Formel 1 interessiert, bis er kam", meinte Renault-Sportchef Nielsen. "Es war eine Sache von sportlicher Gerechtigkeit. Es hätte keinen Sinn gehabt, einen Grand Prix in Spanien ohne das Idol des Motorsports in Spanien auszurichten", befand Martinez Aspar.

Trotzdem werden wohl viele Plätze an der Strecke frei bleiben. Auf der offiziellen Internetseite heißt es in großen Lettern: "Tickets zu kaufen." Dabei soll die Zuschauer-Kapazität von 112 000 aus dem Premierenjahr 2008 bereits auf 75 000 gesenkt worden sein, berichteten spanische Medien. Mindestens 65 000 Besucher sollen die Boliden bei ihrer Hatz durch die Hafenstadt bewundern, hoffen die Organisatoren. Angeblich sind derzeit erst 45 000 Karten verkauft.


Deshalb hatte auch die Entscheidung von Ferrari, den Italiener Luca Badoer anstatt des Spaniers Marc Gené für den verletzten Felipe Massa einzusetzen, in Spanien für Kritik gesorgt. Verbandschef Gracia ereiferte sich über eine der "absurdesten" Entscheidungen, die er von der Ferrari-Führung je gesehen habe. Gené habe dieses Jahr als erster Spanier überhaupt die '24 Stunden von Le Mans' gewonnen. Badoer, der am Montag bei Werbeaufnahmen in Fiorano erstmals am Steuer des F60 saß, hält hingegen den wenig ruhmreichen Rekord mit den meisten Renn-Teilnahmen ohne einen einzigen Punkt.

Fährt Massa schon in Monza?

Ferrari schließt Massa-Rückkehr in Monza nicht aus

Ferrari schließt Massa-Rückkehr in Monza nicht aus
Der Gesundheitszustand von Felipe Massa hat sich gut drei Wochen nach seinem Horror-Crash in Ungarn deutlich verbessert. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali höchstpersönlich besuchte den 28-Jährigen in Brasilien und machte sich ein Bild von Massas Zustand. "Felipe ist in exzellenter Form und seine Genesung verläuft sehr gut. Ich bin sehr glücklich über seine Verfassung", ließ der Italiener auf der Ferrari-Homepage verlauten. Die medizinischen Tests, denen sich der Brasilianer seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus weiter unterzieht, seien "sehr ermutigend".

Wann Massa wieder ins Cockpit zurückkehrt, ließ Domenicali offen. Die Gerüchte aus Italien, wonach der 28-Jährige schon in Monza wieder im Cockpit sitzt, dementierte der Teamchef allerdings nicht. "Jetzt ist es zunächst mal wichtig, geduldig zu bleiben und einen Schritt nach dem anderen zu machen, ohne jede Eile." Italienische Medien hatten zuvor spekuliert, Massa könnte schon zum Italien-GP in Monza (13. September) wieder fit sein.

Laut dem 'Corriere dello Sport' verläuft die Genesungsphase des Ferrari-Piloten "deutlich schneller, als man dies nach einem Unfall dieses Ausmaßes erwarten würde". Weiter hieß es, dass Massa täglich Fortschritte mache und seine Rückkehr kaum abwarten könne.

Massa selbst hofft auf eine Rückkehr spätestens in Sao Paulo Mitte Oktober. "Ich hoffe, dass ich zum Großen Preis von Brasilien wieder zurück bin, so dass ich vor meinem Heimpublikum starten kann. Vielleicht schaffe ich es auch schon vorher", sagte der Ferrari-Mann im Interview mit dem brasilianischen TV-Sender Globo.

Liefern sich Massa und Schumi einen Wettlauf?

Vorerst ersetzt aber Testfahrer Luca Badoer Massa im Ferrari. Allerdings ist ein Comeback von Michael Schumacher auch noch nicht vom Tisch. Manager Willi Weber hatte in der vergangenen Woche eine Rückkehr in dieser Saison nicht ausgeschlossen - Voraussetzung dafür sei allerdings die vollständige Fitness von Schumi.

Somit könnte es ein Wettlauf gegen die Zeit geben. Wird Massa nach seinem Horror-Crash von Ungarn schneller fit als gedacht? Bekommt Schumi seine Probleme mit Kopf und Nacken schon bald wieder in den Griff? Man stelle sich vor, dass beide Mitte September wieder einsatzfähig sind. Dann wäre ein Streit wohl programmiert. Zwar ist Massa der Stammfahrer und hat ein Anrecht aufs Cockpit, aber Schumacher hat eindeutig wieder Blut geleckt. Das wurde spätestens bei dessen Pressekonferenz in Genf deutlich. Eines ist klar: Die Fans wollen im Ferrari lieber Massa oder Schumi als Badoer sehen.

Massa war am 25. Juli im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring schwer verunglückt und hatte sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen. Eine rund 800 Gramm schwere Stahlfeder aus einem Dämpfungselement an Rubens Barrichellos Brawn hatte Massa am Helm getroffen. Dieser war daraufhin mit seinem Ferrari ungebremst in einen Reifenstapel gerast.

Sonntag, 16. August 2009

Gespräch zwischen Kyle und einem Mädchen

Achtung! Spoilergefahr! Diese Rubrik enthält Spoiler. Wer das Spiel noch nicht gezockt hat und noch zocken möchte, überspringt am besten diesen Post!

28. Dezember 1979
Kapitel 1 17.00 Uhr - 17.30 Uhr

Auf dem Weg in das 1. Obergeschoss sieht Kyle ein Mädchen auf der Treppe sitzen.
Kyle: Hey, Kleine!
Mädchen: Was ist denn?
Kyle: Du sitzt mir im Weg. Geh mal beiseite!
Mädchen: Nö
Kyle denkt: So läuft das hier also - sagt: Was hast du gesagt?
Mädchen: Ich spiele hier gerade!
Kyle: Du spielt hier? Sieht das hier für dich aus wie ein Sandkasten im Park?
Mädchen: Ich sehe ja wohl selbst, dass das hier ´ne Treppe ist.
Kyle: Schön für dich, dass du das schon weißt. Und jetzt mach dich mal vom Acker!
Das Mädchen bleibt stehen.

Kyle: Wo sind überhaupt deine Eltern? Wie heißt du?
Mädchen: Näh! Dir sag ich gar nix, du fremder Onkel!
Kyle: Was war das gerade? Du redest nicht mit mir?
Mädchen: Ich mach, was meine Mama mir gesagt hat! Fremden darf man nichts über sich erzählen! Schon gar nicht doofen Fremden!
Kyle: Junge, Junge ... Die Kleine ist ja mit allen Wassern gewaschen. Hör mal Kleine! Langsam hab ich die Faxen dicke! Wenn du weiter so frech bist ...
Mädchen: ... Was dann?
Kyle: Pass nur auf, hörst du? Ich könnte ja Dunning rufen, damit er dich mal gepflegt übers Knie legt. Oder ich rufe deine Mama und erzähle ihr mal, wie frech du bist!
Mädchen sagt erschrocken: ... Meine Mama rufen?
Kyle: Hör mal! Wo ist sie denn, deine Mama?
Mädchen: Die is nich hier.
Kyle: Ach, ihr seid also nicht zusammen hier?
Das Mädchen gibt hierauf keine Antwort.

Kyle: Also Kleine ... haben wir jetzt langsam genug gespielt? Wieso willst du denn nicht Platz machen? Erklär es mir doch wenigstens.
Mädchen: Na ja, weißt du ... Ich bin doch noch nicht fertig.
Kyle: Fertig? Mit was?
Mädchen: Mit dem Puzzle, damit bin ich noch nicht fertig.
Kyle: Du legst ein Puzzle? Und das soll ein Grund sein, die Treppe zu besetzen?
Mädchen: Aber ich ... Ich krieg es nicht hin. Es ist schon fast fertig, nur ...
Kyle legt sich den Arm hinter den Kopf und denkt: Das darf doch nicht wahr sein! Das ist alles? Kannst du das nicht woanders machen? Setz dich in dein Zimmer damit. Oder sonst wohin! Aber doch nicht mitten auf die Treppe!
Mädchen: Wenn ich im Zimmer spiele, dann schimpft mein Papa immer mit mir ... Deshalb hab ich´s hier gemacht. Ich wollte das Puzzle hier fertig machen und dann ins Zimmer. Aber irgendwie krieg ich das blöde Ding nicht fertig!
Kyle: Das ist doch kein Grund zum Heulen! - denkt: Heult aber doch ... - sagt: Hey Kleine. Hör schon auf! Wegen eines Puzzles muss man doch nicht gleich heulen! Also gut ... Ich mach´s ja für dich. Ist´s dann gut?
Mädchen: Wääääh ... Wäää ... Was? Du machst das Puzzle für mich, Onkelt?
Kyle: Hör auf, mich "Onkelt" zu nennen, klar? Ich heiße Kyle Hyde. Wenn du mit mir redest, kann benutze meinen richtigen Namen!
Mädchen: Onkel Hyde ...
Kyle: Na, fast ... Weißt du was? Gib mir einfach das Puzzle, ja?

Mit Hilfe des Stylus sind die Puzzleteile schnell eingesetzt.

Kyle mit einem selbstgefälligen Grinsen im Gesicht: Fertig. So, jetzt nimm das und geh auf dein Zimmer!
Das Mädchen schüttelt den Kopf.
Kyle: ... Was ist denn nun noch? Das Puzzle ist jetzt fertig. Das wolltest du doch, oder?
Mädchen: Nee, is gar nicht wahr!
Kyle: Wie bitte? Du hast doch gerade noch --
Mädchen: Das ist was anderes! Wenn ich´s nich selbst geschafft habe, isses doof!
Das Mädchen verstreut die Teile des fertigen Puzzles über die Treppe.

Kyle: He!! Was soll denn das? Weißt du überhaupt, was du da tust? Sag wenigstens Danke, bevor du das Puzzle kaputt machst, ja?!?
Mädchen: Pah!
Kyle: Was für eine Einstellung! Treib´s bloß nicht zu weit!
Mädchen: Aber ...
Kyle mit erhobenem Zeigefinger: Los! Hebt die Teile wieder auf, wie es sich gehört!
Mädchen: Nee!
Kyle: Wenn man was auf den Boden geworfen hat, muss man es selbst wieder aufheben! Hast du das kapiert? Hm? Dann antworte gefälligst!
Mächden: Ja ... Ja, kapiert.

Langsam scheint Kyles Standpauke doch Wirkung zu zeigen. Widerwillig beginnt das Kind, die verstreuten Teile von der Treppe aufzulesen.

Mädchen: ... Ich hab sie alle.
Kyle: Prima! Gut so.
Mädchen: Tut mir leid. Wirklich! Bitte, sag keinem was! Wääääh ...
Kyle: Na, wenn du deine Lektion gelernt hat, dann ist alles in Ordnung! He, Kleine. Jetzt hör schon auf zu heulen! Bitte, ich wollte dir doch nicht --
Mädchen ist plötzlich wieder fröhlich: Ha ha ha! Ääätsch! Reingelegt!
Die Kleine lacht Kyle aus und rennt die Treppe hoch
Kyle: Himmel! Nicht zu fassen, wirklich! - denkt: Wer ist die Kleine wohl?

Das Mädchen hat etwas auf der Treppe liegengelassen. Kyle hebt ein Puzzlestück von der Treppe auf.
Kyle: Was haben wir denn hier? Nanu? Auf der Rückseite des Puzzlestücks sind schwarze Linien. Ob das etwas zu bedeuten hat?

Kyle befindet sich nun im 1. Obergeschoss und geht zu Zimmer Nr. 215.