Sonntag, 19. Juli 2009

Toyota: Noch mal wie im letzten Jahr?

Glock hofft auf eine Wiederholung

Glock hofft auf eine Wiederholung
Mit Budapest verbindet Timo Glock ganz besonders schöne Erinnerungen. "Der erste Podestplatz in der Formel 1 im vergangenen Jahr war wirklich ein ganz spezieller Moment für mich", schwärmt der Toyota-Pilot noch immer über seinen sensationellen 2. Platz beim Großen Preis von Ungarn. "Damals passte alles perfekt zusammen. Budapest war das Rennen nach meinem heftigen Unfall von Hockenheim und viele Leute haben sich gewundert, dass ich dort so schnell war." Zu gerne würde Glock den Coup an diesem Sonntag auf dem Hungaroring wiederholen. "Ich hoffe natürlich darauf. Aber dann müsste alles für mich laufen. Schon ein 4. oder 5. Platz wäre ein Anfang für eine Wende", sagte er.

Nach einem glänzenden Start in seine zweite Saison mit Toyota und dem dritten Rang beim chaotischen Abbruch-Rennen von Malaysia als bisherigem Höhepunkt folgte eine deutliche Talfahrt. Seit nunmehr fünf Rennen wartet Glock auf weitere Punkte. Nun hofft der 27 Jahre alte Hesse aus Wersau auf eine Wiederholung seiner Grand-Prix- Geschichte. "Budapest war der Start in eine tolle zweite Saisonhälfte", sagte er in Erinnerung an den Aufschwung im Vorjahr. "Ich wünsche mir, dass das dieses Jahr wieder der Fall sein wird."

Der Hungaroring liegt Toyota

Glock hofft auf eine Wiederholung Der Hungaroring liegt Toyota
Glocks Zuversicht basiert auf der speziellen Strecken-Charakteristik des langsamen, 4,381 Kilometer langen Berg-und-Tal- Kurses und Temperaturen über 30 Grad. "Ich denke, dass der Hungaroring unserem Toyota liegen sollte", sagte er. "Wir haben uns speziell in den langsamen Kurven in den vergangenen Rennen verbessern können und die Kühleffizienz des TF109 ist auch sehr gut. Das dürfte uns bei der zu erwartenden Hitze helfen."

Angesichts des Aufschwungs des in Köln ansässigen japanischen Teams sieht Glock keinen Grund, von seinen Saisonzielen abzurücken: "Ich hoffe, 2009 ist noch ein Sieg drin. Das wäre schön. Ansonsten will ich so viele Punkte und Podestplätze wie möglich." Nachdem er die letzte Saison mit 25 Zählern als WM-Zehnter wie erhofft in den Top-Ten abschloss, schwebt dem gelernten Gerüstbauer für dieses Jahr eine Steigerung vor. Der aktuelle 8. Gesamtrang mit 13 Punkten stellt den früheren GP2-Champion nicht zufrieden. Von seiner Ankündigung, 2010 um den Titel kämpfen zu wollen, will Glock ebenfalls nicht abrücken. "Warum sollte ich?", fragte er keck. "Das Ziel bleibt!" Wenn er dann zur Saisonmitte feststellen müsse, dass die WM-Krone außer Reichweite sei, könne er ja immer noch korrigieren.

So locker-flockig wie der unbeschwerte Odenwälder diese Frage angeht, reagiert er auch auf die Zuteilung seines neuen Renningenieurs Juan-Pablo Ramirez seit dem Nürburgring. "Man braucht ein zwei, drei Rennen, um eine Basis zu schaffen", sagte er. Glock lässt durchblicken, dass er die Umbesetzung auf einer solchen Schlüsselposition mitten in der Saison nicht unbedingt für glücklich hält, aber er arrangiert sich damit. "Das ist schon okay."

Vorteil Button - Nachteil Vettel?

Hitzeschlacht in der Puszta: Vorteil Button - Nachteil Vettel

Hitzeschlacht in der Puszta: Vorteil Button - Nachteil Vettel
Noch vor sechs Wochen betrug Sebastian Vettels Rückstand in der Fahrer-WM auf Jenson Button 32 Punkte. Vor dem Ungarn-GP fehlen dem 22-Jährigen nur noch 21 Zähler auf den WM-Leader. In Budapest will Red Bull am kommenden Wochenende auf dem Hungaroing (So. ab 14 Uhr bei RTL und im Live-Stream bei RTL.de) den nächsten Schritt machen. Trotz der steigenden Tendenz und den starken Auftritten in den vergangenen beiden Rennen stehen die Vorzeichen allerdings schlecht. Grund: Das Wetter!

Sowohl in Silverstone (Platz 6 für Button) als auch auf dem Nürburgring (Platz 5 für Button) haderte Brawn GP mit den niedrigen Temperaturen. Rubens Barrichello und Button bekamen ihre Reifen nicht auf Temperatur gebracht. Es ging sogar soweit, dass beide Piloten während des Rennens in der Eifel im Zickzack fuhren. "Es ist frustrierend", hatte Teamchef Ross Brawn geklagt. Dementsprechend optimistisch geht der Rennstall in den 10. WM-Lauf der Saison. Die Meteorologen prognostizieren eine echte Hitzeschlacht auf dem Hungaroring. Bis zu 35 Grad erwarten Mensch und Maschine. Grund genug, dass die 'Brawnies' zuversichtlich sind, ihre Durststrecke zu beenden. Zumal Button an Budapest beonders gute Erinnerungen hat. 2006 feierte der 29-Jährige (damals noch für Honda) seinen ersten Sieg in der 'Königsklasse'.

Und das Rennen am Sonntag soll der Startschuss für eine überragende 2. Saisonhälfte werden. "Für den Rest des Jahres werden wir öfter auf heißen Strecken fahren", freut sich Jenson Button im Interview mit 'Motorsport aktuell'. Zudem kommt dem WM-Leader entgegen, dass "nicht mehr viele Pisten mit richtig schnellen Kurven" kommen. Den Boliden von Brawn GP liegen eher die Kurse mit den langsamen und mittelschnellen Passagen. "Und harte Bremspassagen kommen uns entgegen", so Button weiter. Der Hungaroring ist nach Monte Carlo der zweitlangsamste Kurs im WM-Kalender.

Die Stärke des Red Bulls kommt hingegen eher bei kühleren bzw. nassen Verhätnissen zum Vorschein. Genau anders als bei Brawn. "Es gibt an der Spitze zwei Autos, die bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen ganz anders funktionieren", stellte auch Button fest. Red Bull bekomme die Reifen, so der Brite, nur dann gut zum Arbeiten, "wenn es kühl ist".

Neue Teile für die 'Brawnies' - Qualifying vorentscheidend

Hitzeschlacht in der Puszta: Vorteil Button - Nachteil Vettel Neue Teile für die 'Brawnies' - Qualifying vorentscheidend
Um sich aber nicht nur auf das heiße Wetter zu verlassen, kommen die 'Brawnies' mit neuen Teilen nach Ungarn. Mit einem Update-Paket soll der Vorsprung in der Fahrer- und Team-WM ausgebaut werden. "Wir haben einige gute Schritte in petto", verspricht Ross Brawn. Konkret versucht es der Rennstall mit einem neuen Unterboden, einer neuen Motorabdeckung und einem neuen Frontflügel.

Selbst wenn es wider Erwarten in Budapest regnen sollte, ist Brawn bestens gerüstet: "Ich kann natürlich nicht einschätzen, wo wir im Nassen landen werden, aber wir werden sicher nicht die Probleme aus Schanghai (Red Bull feierte einen Doppelsieg vor Brawn GP) haben." Vorentscheidend wird am Samstag das Qualifying sein, bei dem Vettel schon fast alles auf eine Karte setzen muss. Denn der 4,381km lange Hungaroring eignet sich nur sehr schlecht zum Überholen.

Ferrari feuert Chef-Aerodynamiker

Ferrari feuert Chef-Aerodynamiker
Die Pleiten-Saison von Ferrari hat die Italiener zu einem überraschenden Schritt gebracht. Chef-Aerodynamiker John Iley ist seinen Job bei den Roten los. Wie die 'La Gazzetta dello Sport' berichtete, hätte sich Ferrari mit dem Briten nach dem Großen Preis von Deutschland auf eine Aufhebung des Vertrags geeinigt.

Der 41-Jährige sei nicht mehr an der Entwicklung des neuen Rennwagens für die kommende Saison beteiligt. Offenbar wird Iley im Ferrari-Werk in Maranello eine Hauptschuld an dem nicht konkurrenzfähigen Ferrari F 60 gegeben.

Ferrari feuert Chef-Aerodynamiker
Der Ingenieur war 2004 von Renault zu den Italienern gewechselt. Seine großen Erfolge sind offenbar schnell vergessen: Die von ihm mitentwickelten Autos hatten mit Michael Schumacher und Kimi Räikkönen zwei Weltmeistertitel und dreimal die WM-Konstrukteurswertung gewonnen.

Mercedes sucht deutschen Fahrer / Interview mit Norbert Haug

Mercedes plant deutschen Fahrer

Mercedes plant deutschen Fahrer
Nico Rosberg, Sebastian Vettel oder ein Rohdiamant aus einer Nachwuchsserie - Mercedes plant die "Formel Deutsch". "Wir müssen uns stets so aufstellen, dass wir Rennen und Meisterschaften gewinnen können, und wenn dies mit deutschem Fahrer gelingen kann - um so besser", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Die Entscheidung in der Fahrerfrage soll innerhalb der nächsten beiden Monate in Absprache mit Partner McLaren fallen. Fest steht: So deutlich haben die Stuttgarter noch nie das Interesse an einem deutschen Fahrer für die Formel-1-Saison 2010 bekundet.

Angeblich soll der Finne Heikki Kovalainen als Teamkollege von Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) abgelöst werden. Immer wieder hatte sich Mercedes bemüht, einen deutschen Formel-1-Fahrer in den Silberpfeil zu setzen. Haug: "Versucht haben wir das bereits in den vergangenen zehn Jahren mit Michael Schumacher, mit Nico Rosberg und mit Sebastian Vettel."

Alle deutschen Fahrer hatten laut Haug zum jeweiligen Zeitpunkt existierende Verträge, die respektiert wurden. Er verstehe, dass sich speziell die deutschen Fans einen deutschen Fahrer in einem Mercedes wünschen, sagt Haug.

Ganz oben auf der Mercedes-Wunschliste steht offenbar der Name Nico Rosberg, der nach eigenem Bekunden so schnell wie möglich in einem Siegerauto sitzen möchte. Haug macht kein Geheimnis aus dem Werben um Rosberg und lobt den 24-Jährigen in den höchsten Tönen: "Nico verdient den Formel-1-Ritterschlag."

Rosberg sei in dieser Saison blitzsaubere Rennen gefahren, so wie zuletzt auf dem Nürburgring, urteilt der Mercedes-Sportchef: "Sicher mit einem guten, aber bestimmt nicht mit dem allerbesten Auto im Feld." Rosbergs Arbeitgeber Williams plagen finanzielle Sorgen, das einstige Weltmeister-Team hat seit fünf Jahren kein Rennen mehr gewonnen.

Schwieriger sieht es im Fall Vettel aus, der bei Red Bull um den WM-Titel kämpft und sein Team wohl nur gegen eine Ablösesumme von mehr als 20 Millionen Euro verlassen dürfte.

Machtkampf hat F1 nicht geschadet

Mercedes plant deutschen Fahrer Machtkampf hat F1 nicht geschadet
Unterdessen hält sich der befürchtete Imageverlust für die Königsklasse nach dem Machtkampf zwischen FIA-Präsident Max Mosley und den Formel-1-Teams in Deutschland in Grenzen. Lediglich 18,9 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Interesse an der Formel 1 wegen des Streits gesunken sei. Als unverändert bezeichneten 73,2 Prozent ihre Aufmerksamkeit.

Haug erwartet unabhängig von der Person des neuen FIA-Präsidenten eine bessere Arbeitsatmosphäre als unter dessen Vorgänger Max Mosley. "Der kooperative Gedanke muss her. Die Konfrontation darf nur noch gesucht werden, wenn es unbedingt nötig ist. Und ich denke, dass wir da bessere Bedingungen haben werden", sagte der Mercedes-Sportchef bei einer Telefonkonferenz am Dienstag.

Zu einem der beiden bisherigen Kandidaten für das Präsidentenamt beim Automobil-Weltverband, dem ehemaligen Rallye-Weltmeister Ari Vatanen (Finnland) oder Michael Schumachers einstigem Ferrari-Teamchef Jean Todt (Frankreich), wollte sich Haug mit Blick auf die Wahl am 23. Oktober nicht äußern. "Ich möchte mich nicht zu Seite A oder Seite B bekennen", sagte Haug: "Wichtig ist nur, dass die Teamvereinigung FOTA Gewicht im Gesamtkonstrukt hat."

Haug will "als Außenseiter nach vorne"

Haug will als Außenseiter nach vorne
Sie haben unlängst gesagt, McLaren-Mercedes sei derzeit kein Sieganwärter. Gilt das für den Rest der Saison?
Norbert Haug:
"Das will ich nicht hoffen. Allerdings habe ich nie Wert auf Ansagen, sondern vielmehr auf Leistung und messbare Ergebnisse gelegt. Lewis Hamilton war am Nürburgring zumindest für ein paar Meter in Führung, bevor Mark Webber den Hinterreifen seines Autos mit dem Frontspoiler aufgeschlitzt hat. Sicher ohne Absicht, aber Lewis' Rennen war damit praktisch beendet, denn bei der Runde mit zerfleddertem Gummi bis zur Box hat er den Unterboden beschädigt, sein Auto war danach kaum noch fahrbar."

Niki Lauda hat Hamilton Arbeitsverweigerung vorgeworfen, weil er auf dem Nürburgring bereits aufgeben wollte. Was sagen Sie zu dieser Kritik?
Haug:
"Die war aus unserer Sicht fehl am Platz. Lewis war klug, den Vorschlag zu machen, Motor und Getriebe zu schonen, um dann bei Rennen, bei denen wir hoffentlich konkurrenzfähig sind, länger mit höchster Drehzahl fahren zu können. Wir sagten Lewis, dass ihn ein Safety Car oder Regen oder beides wieder ins Spiel bringen könnte, und er gab danach wie zuvor in jeder Runde alles."

Haben Sie diese Saison als Betriebsunfall abgehakt und arbeiten schon am Auto für 2010?
Haug:
"Wir wollen uns weiter steigern. Der Nürburgring war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Unser neues Auto entsteht parallel."

Die Hierarchie ist in diesem Jahr völlig auf den Kopf gestellt. Das ist für den Sport eigentlich nicht schlecht, oder?
Haug:
"Das ist prima. Und wenn jetzt noch der Silberpfeil als Außenseiter nach vorne kommt so wie es auf dem Nürburgring ohne Plattfuß schon der Fall gewesen wäre, dann haben wir noch tolle Rennen vor uns."

"Nico Rosberg verdient den F1-Ritterschlag"

Haug will als Außenseiter nach vorne Nico Rosberg verdient den F1-Ritterschlag
In den ersten Rennen war Jenson Button derart dominant, dass er schon als Weltmeister gefeiert wurde. Jetzt gewinnt plötzlich Red Bull. Verspielt Button den Titel etwa noch?
Haug:
"Begriffe wie verspielt mag ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht, sie treffen die Realität nicht im Entferntesten. Button musste für seinen fünften Platz am Nürburgring wahrscheinlich mehr kämpfen als für manchen Sieg zuvor. Wäre es uns allen etwa lieber, wenn Button bisher nicht sechs von neun, sondern neun von neun Rennen gewonnen hätte? Außer Ross Brawn und Jenson Button und den Teammitgliedern von Brawn kenne ich niemanden, dem das gefallen würde, noch nicht einmal uns als Motorenpartner - wir hätten dann nämlich eine stinklangweilige Formel 1."

Sebastian Vettels Teamkollege Mark Webber ist nach dem Sieg auf dem Nürburgring der Mann der Stunde. Sie kennen ihn ja noch bestens aus gemeinsamen Zeiten in der FIA-GT-WM. Kann er Vettel im Titelrennen noch gefährlich werden?
Haug:
"Klar kann Mark Webber das. Wir holten Mark vor zwölf Jahren in unser FIA-GT-Team, als Teamkollege von Bernd Schneider. Jetzt liegt Mark 1,5 Punkte hinter Sebastian Vettel und hat alle Chancen auf mehr. Ohne den Rennabbruch in Malaysia läge er heute bereits vor Sebastian Vettel. Mark ist nicht zu unterschätzen, und der letzte, der das täte, ist Sebastian Vettel. Und Webber weiß genauso, dass Vettel eine für ihn schwer zu knackende Nuss ist. Das wird jetzt teamintern sehr hart werden."

Seit Wochen wird Nico Rosberg mit McLaren-Mercedes in Verbindung gebracht. Was ist da dran?
Haug:
"Gerüchte haben wir noch nie kommentiert, aber Nico Rosberg verdient den Formel-1-Ritterschlag. Er fuhr in dieser Saison blitzsaubere Rennen, wie zuletzt am Nürburgring, als er von Platz 15 auf Platz vier vorfuhr - sicher mit einem guten, aber bestimmt nicht mit dem allerbesten Auto im Feld."

Wie wichtig wäre ein deutscher Fahrer überhaupt für Mercedes?
Haug:
"Ich will keineswegs ausschließen, dass wir mal einen deutschen Fahrer an Bord haben werden. Versucht haben wir das bereits in den vergangenen zehn Jahren mit Michael Schumacher, mit Nico Rosberg und mit Sebastian Vettel. Alle hatten zum jeweiligen Zeitpunkt existierende Verträge, die wir natürlich respektiert haben. Allemal verstehe ich, dass speziell unsere deutschen Fans sich einen deutschen Fahrer bei uns wünschen. Wir müssen uns stets so aufstellen, dass wir Rennen und Meisterschaften gewinnen können, und wenn dies mit deutschem Fahrer gelingen kann - um so besser."

Der umstrittene Max Mosley hat nach langem Hickhack eingelenkt und seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur als FIA-Präsident verkündet. Kehrt damit endgültig Ruhe ein?
Haug:
"Max Mosley hat große Verdienste um unseren Sport, daran besteht kein Zweifel. Die FOTA-Teams haben seit mehr als einem Jahr so konstruktiv zusammengearbeitet wie es die Rennställe zu keiner Zeit in der 60-jährigen Geschichte der Formel 1 getan haben. Es wird dabei eine enorm aufgewertete Formel 1 herauskommen, bei der weniger Geld für den großen Erfolg eingesetzt werden muss - und das System haben die Teams selbstständig miteinander entwickelt. Für Mercedes-Benz ist es extrem wichtig, dass noch mehr für die Zuschauer vor Ort und vor dem Fernseher getan wird, und die FOTA wird hier sehr starke Konzepte entwickeln und umsetzen."

Was wird die wichtigste Aufgabe für den neuen FIA-Präsidenten sein?
Haug:
"Konstruktiv und kooperativ mit den Teams und dem Inhaber der kommerziellen Formel-1-Rechte zum Wohle der Zuschauer zu arbeiten. Denn wir fahren ja nicht für uns, wir fahren für die Zuschauer, für jene vor Ort und für jene vor den Fernsehgeräten auf der ganzen Welt."

Honda ist ausgestiegen. Renault und Toyota werden wohl folgen. BMW steht ebenfalls auf der Kippe. Droht auch bei Mercedes eine Vollbremsung?
Haug:
"Alle im Concorde Agreement versammelten Teams werden bis mindestens 2012 in der Formel 1 bleiben. Mercedes wird nicht gerade dann aussteigen, wenn bald drei WM-Saisons soviel kosten werden wie gestern noch eine, die Formel 1 populärer ist denn je und nicht nur in Deutschland Rekord-TV-Quoten erreicht werden."

Was muss die Formel 1 anders machen, um auch in Zeiten der Weltwirtschaftskrise über die Runden zu kommen?
Haug:
"Sie muss mit all ihren Verantwortlichen hellwach, selbstkritisch und kreativ sein, die Wünsche ihrer Kunden, der Zuschauer also, an oberster Stelle ansiedeln und die Weiterentwicklung im Sinne des Zuschauers umsetzen - am besten im Formel-1-Tempo."

Frieden in Sicht (?) / Alguersuari jüngster Pilot aller Zeiten

F1-Frieden entgültig in Sicht

F1-Frieden entgültig in Sicht
Der seit Monaten andauernde Machtkampf in der Formel 1 geht offenbar zu Ende. Nach Informationen von 'auto motor und sport' soll bereits in der kommenden Woche ein "Friedensvertrag" zwischen der Teamvereinigung FOTA und dem Automobil-Weltverband FIA unterzeichnet werden.

Die Anwälte haben das von den Teams vorgelegte Concorde Agreement, die Verfassung der Formel 1, geprüft und mit der FIA sämtliche Änderungswünsche besprochen. Sobald FIA-Präsident Max Mosley grünes Licht gibt, kann das Dokument dem FIA-Weltrat vorgelegt werden.

Eines steht schon jetzt fest: Einen deutschen FIA-Präsidenten wird es nicht geben. ADAC-Motorsportchef Hermann Tomczyk (Foto unten) hat eine Kandidatur bei der Wahl am 23. Oktober endgültig ausgeschlossen. "FIA-Präsident zu werden, ist für mich defintiv kein Thema. Ich habe gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe, und daran hat sich nichts geändert", sagte Tomczyk.

Damit sind Michael Schumachers früherer Ferrari-Teamchef Jean Todt (Frankreich) und der ehemalige Rallye-Weltmeister Ari Vatanen (Finnland) bislang die einzigen Kandidaten. Und wen unterstützt Deutschland? Tomczyk: "Der Deutsche Motor Sport Bund und der ADAC sind dabei, sich die Programme anzuschauen. Wir werden in absehbarer Zeit entscheiden, welchem Programm man sich an ehesten anschließen kann. Aber man weiß ja auch noch nicht, ob nicht noch weitere Kandidaten folgen werden."

Finanzvertrag regelt Sparkurs und Budgetgrenze

F1-Frieden entgültig in Sicht Finanzvertrag regelt Sparkurs und Budgetgrenze
Mosley, seit 1993 FIA-Präsident, hatte nach dem erbitterten Machtkampf mit der Formel-1-Teamvereinigung FOTA seinen Rücktritt angekündigt und Todt als seinen Nachfolger vorgeschlagen.
Seinem Nachfolger will Mosley ein intaktes Haus hinterlassen. Schon bis Mitte nächster Woche könnten die 26 Weltratmitglieder ihre Zustimmung für die Unterschrift der FIA unter den Vertrag für das neue Concorde Agreement geben. Dieser Vertrag würde die Teams, den Verband und die kommerziellen Rechteinhaber zu einem Verhaltenskodex in Bezug auf Regeländerungen und Berufungsverhandlungen verpflichten. "Ich hoffe, dass das nun endlich geschieht", sagte Tomczyk: "Es gab lange genug Verhandlungen, alles ist ausgehandelt, nun sollte man auch mal zum Abschluss kommen."

Die neue Formel-1-Verfassung soll bis 2012 für alle Parteien gültig sein. Danach wollen die Rennställe von den Rechteinhabern bessere Konditionen aushandeln, berichtet 'ams'. Ein Teil dieses Abkommens ist der sogenannte Finanzvertrag, in dem sich die 13 Teams untereinander auf einen Sparkurs verpflichten, bei dem ab 2011 Budgets von der Größe der 90er Jahre herauskommen. Also rund 50 Millionen Euro im Jahr.

Beim Treffen von FIA und FOTA am vergangenen Mittwoch, bei dem Mosley seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur am 23. Oktober bekräftigte, sind die meisten strittigen Punkte geklärt worden. Die Privatteams fordern angeblich größere Sicherheiten dafür, dass die von der FOTA vorgeschlagenen Ressourcenbeschränkungen von allen eingehalten werden.

Mein Kommentar:

Ich bin mal gespannt, ob dieser Vertrag wirklich unterschrieben wird. Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst die Meldung kommt, dass wieder irgend jemand etwas zu meckern hätte.

Fix: Alguersuari jüngster F1-Pilot aller Zeiten

Fix: Alguersuari jüngster F1-Pilot aller Zeiten
Nun ist es amtlich: Der Spanier Jaime Alguersuari übernimmt beim Formel-1-Team Toro Rosso erwartungsgemäß das vakante Cockpit des entlassenen Franzosen Sebastien Bourdais. Nach Angaben des Rennstalles kommt der 19-Jährige erstmals beim bevorstehenden Großen Preis von Ungarn in Budapest zum Einsatz. Alguersuari wird am Sonntag mit 19 Jahren und 125 Tagen der jüngste Fahrer in der Formel-1-Geschichte. Seit ich mit dem Rennsport begonnen habe, war das mein Traum", sagte Alguersuari.

Bislang war Mike Thackwell der jüngste Formel-1-Fahrer. Der Neuseeländer war bei seiner Premiere in Kanada 1980 19 Jahre und 183 Tage alt. Jüngster deutscher Grand-Prix-Pilot ist Sebastian Vettel aus Heppenheim. Der heute 22 Jährige ersetzte 2007 in den USA bei BMW Sauber im Alter 19 Jahren und 350 Tagen den verletzten Polen Robert Kubica. Vettel hatte schon zuvor mit 19 Jahren und 53 Tagen in der Türkei 2006 ein offizielles Training bestritten.

Wegen des Testverbots kann sich Alguersuari für den zehnten Saisonlauf in Budapest nicht an ein Grand-Prix-Auto gewöhnen. "Ich bin mir klar bewusst, dass die nächsten Monate für das Team und Jaime eine große Herausforderung werden, speziell wegen des Testverbots", sagte Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost. Er erwarte deshalb von seinem Schützling während der nächsten drei Rennen nichts, außer dass dieser sich an das Auto, das Team und das Formel-1-Umfeld gewöhne.

Alguersuari macht sich trotz aller Freude über den Aufstieg in die 'Königsklasse' und seinen Platz neben Toro-Rosso-Pilot Sébastien Buemi aus der Schweiz keine Illusionen. "Mir ist klar, dass dies ein sehr harter Kampf wird, da es niemals leicht ist, in die Formel 1 zu kommen. Ein Einstieg mitten in der Saison ist noch schwieriger, und dann auch noch ohne jeglichen Test."

Allerdings besitzt Alguersuari seit fünf Jahren Erfahrung in verschiedenen Formel-Nachwuchsserien. Dort gelangen dem Talent in 118 Rennen 17 Siege. In dieser Saison fuhr der in Barcelona geborene Katalane bislang für Carlin Motorsport in der Formel Renault 3.5. Seit 2006 ist er Mitglied des Red Bull Junior Teams. Deshalb erhielt Alguersuari nun auch den Zuschlag für das Cockpit.

Toro Rosso hatte sich am vergangenen Donnerstag nach dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring von Bourdais getrennt. Der 30-Jährige war in seinem zweiten Jahr bei Toro Rosso mit nur zwei Punkten aus neun Rennen auf Rang 16 der Fahrerwertung deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im Vorjahr hatte Bourdais in der WM mit vier Zählern den 17. Platz belegt.

Mein Kommentar:

Joah, das schafft der Jaime schon, auch ohne Testfahrten. In diesem Artikel steht, dass er für Toro Rosso drei Rennen fahren wird. Zuvor hatte ich noch gelesen, dass er zwei Rennen fahren wird. Na ja, je mehr desto besser. Ich wünsche ihm jetzt schon mal alles Gute für sein erstes Rennen.

Die Formel 1 Kurve

Achtung! Hinweis! Um die Archivübersicht für die jeweilige Woche ein wenig zu strukturieren, befindet sich alles zum Thema Formel 1 ab dieser Woche am Anfang der Archivübersicht. Die Berichte zum Qualifying und zum Rennergebnis gibt es wie gewohnt an aktueller Stelle.

De La Rosa vor Comeback bei Campos

De La Rosa vor Comeback bei Campos
Der Spanier Pedro de la Rosa steht im Alter von 38 Jahren vor einem Formel-1-Comeback. Der McLaren-Mercedes-Testfahrer soll nach Informationen der spanischen Zeitung 'AS' in der kommenden Saison beim neuen Team Campos zum Stammpiloten aufsteigen. Laut 'AS' erhält de la Rosa einen Zweijahresvertrag. Der Wechsel soll beim Formel-1-Rennen am 23. August in Valencia offiziell verkündet werden. De la Rosa hat bislang 84 Grand Prix bestritten.

Das Auto des neuen spanischen Rennstalls Campos wird derzeit im Windkanal von Dallara verfeinert. Für Mitte Januar sind die ersten Testrunden geplant. De la Rosa soll dabei im Cockpit sitzen. Wer zweiter Campos-Pilot werden soll, steht derzeit noch nicht fest. Angeblich gilt der Brasilianer Bruno Senna als heißer Kandidat.

Mein Kommentar:

Mittlerweile darf man einen Fahrer nicht mehr nach seinem Alter bewerten. Es ist nachvollziehbar, dass Campos nach einem Piloten mit Erfahrung sucht und die hat De La Rose auf jeden Fall. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Testfahrer immer nur Testfahrer bleiben will. Mal sehen, ob dies in Valencia wirklich bekannt gegeben wird.

Buemi bleibt ein roter Stier

Buemi bleibt ein roter Stier
Während sein Teamkollege Sebastien Bourdais gefeuert wurde, darf sich Sebastien Buemi darauf einstellen, dass er auch im kommenden Jahr für Toro Rosso fährt. Teamchef Franz Tost bestätigte dem 20-Jährigen ein gutes Debüt in der Formel 1, und das trotz des Testverbots während der Saison. "Durch das Testverbot sparen wir Geld, doch die jungen Fahrer müssen leiden", sagte der Österreicher.
"2010 wird Buemi ein kompletterer Fahrer sein", ist Tost überzeugt.

Mein Kommentar:

Testfahrten gibt es keine mehr. Daher ist es umso schwieriger für die neuen Fahrer. Ich finde es gut, dass Toro Rosso weiter auf Buemi setzt. Wichtig ist es, Erfahrung zu sammeln. Was mit Toro Rosso alles möglich ist, hat letztes Jahr schon Sebastian Vettel gezeigt. Buemi würde ich ähnliches in der kommenden Saison durchaus zutrauen.

Samstag, 18. Juli 2009

Videospielhelden erobern die Bücherregale

Es ist immer ein Genuss, wenn man zwei seiner Hobbies miteinander verbinden kann. Gemeint sind Videospiele und Bücher. Gleich zwei Helden aus bekannten Serien bekommen ihre eigenen gedruckten Seiten.

Zum einen hätten wir da den Mann in grün: Link. Der Held aus The Legend of Zelda bekommt seinen eigenen Manga. Zu lesen gibt´s es ab August den ersten der zweitiligen Reihe von Ocarina of Time. Der Nintendo 64-Klassikern gehört zu den erfolgreichsten Ablegern der Serie.

Der Verlag Tokyopop will es dabei aber nicht belassen und plant zudem, auch die anderen Zelda-Mangas nach Deutschland zu holen. So darf man sich auch über A Link to the Past und Majora´s Mask freuen.

Zum anderen lässt es sich der Held Kratos nicht nehmen, gleich in einem Roman und in einem Comicheft aufzutauchen. Der Verlag Del Ray Books gab bekannt, dass im März 2010 ein zweitilger Roman zu God of War erscheinen wird. Die Handlung soll sich so dicht wie möglich an der der Spiele orientieren:

"Im Roman GOD OF WAR ist Kratos, der Protagonist des Spiels, ein großer Krieger, der sich am Kriegsgott Ares für den Tod von Frau und Kind rächen will. Auf seiner Reise zum Olymp muss Kratos gegen riesige Monster der Antike kämpfen - und seine eigenen inneren Dämonen bekämpfen. Kratos‘ Reise führt ihn durch eine transformierte griechische Mythologie, in der bekannte Legenden ein schreckliches neues Leben annehmen. Von der Ägäis, wo Kratos mit der Hydra ringt, bis zu den Tiefen des Hades, wo Kratos dem Tod selbst gegenübersteht, bis zu den Höhen des Olymp. Mit all der spannenden Action, die die Fans an das Spiel fesselte, nimmt uns der Roman GOD OF WAR mit, tiefer in diese faszinierende Welt hinein."

Damit nicht genug: Der Verlag DC plant eine sechsteilige Comicserie, welche bereits im Oktober 2009 in den USA erscheinen soll. Die weiteren Ausgaben folgen monatlich, wobei der letzte Teil zum Release von "God of War 3" erscheinen soll. Ob es dann die Geschichte über den Kriegsgott auch bei uns zu lesen geben wird, ist noch nicht bekannt.

Es bleibt abzuwarten, ob sich hieraus ein Trend entwickeln wird und wie erfolgreich sich die Bücher bzw. Comics verkaufen werden. Ich finde die Idee gut, zumal sich gerade die Geschichte von Kratos perfekt eignet, in Buchform gelesen zu werden.