Samstag, 9. Mai 2009

Ergebnis des Qualifyings in Barcelona

Button fängt Vettel in letzter Sekunde ab

Viel Rauch um nichts. Vor dem Europa-Auftakt in Barcelona leisteten die Teams Schwerstarbeit und investierten viel Geld, um die Lücke zu Brawn GP und Red Bull zu schließen, aber an den Kräfteverhältnisse hat sich nichts geändert. Spannend war es trotzdem. Schnellster im Qualifying zum Großen Preis von Spanien war wieder einmal Jenson Button, der damit zum dritten Mal in dieser Saison auf der Pole Position steht. Startplatz 1 hing jedoch am seidenen Faden, denn erst zwei Sekunden vor Quali-Ende überfuhr der Brawn-GP-Pilot die Ziellinie für seine letzte schnelle Runde und entriss Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel in letzter Sekunde die Pole Position. Vettel war dennoch zufrieden. "Der 2. Platz ist auch gut. Hauptsache erste Startreihe", sagte der 21-Jährige. Auf Startplatz drei landete Rubens Barrichello im zweiten Brawn GP. Daneben steht Barrichellos Landsmann Felipe Massa, der die Ferrari-Ehre rettete.

Auch Timo Glock lieferte mit Platz sechs ein gutes Ergebnis ab, worüber sich der Toyota-Pilot allerdings nur bedingt freute. “Wir haben in diesem Jahr schon andere Ergebnisse abgeliefert. Von daher gibt es keinen Grund zu gratulieren“, sagte Glock, der einen Platz vor seinem Teamkollegen Jarno Trulli steht, nach der Quali. Auf Platz neun landete Nico Rosberg im Williams, daneben steht Robert Kubica im BMW Sauber.

’Jubiläum’ für Sutil – Peinliche Ferrari-Panne

Für Nick Heidfeld hat es zum fünften Mal in dieser Saison nicht für Q3 gereicht. Der BMW-Sauber-Pilot ließ zwar Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes um einen Rang hinter sich, doch der Weltmeister ist in diesem Jahr nicht das Maß der Dinge. Heidfeld und Hamilton verpassten als 13. und 14. die Top 10 deutlich. Entsprechend frustriert war der McLaren-Mercedes-Pilot: “Das Auto ist einfach nicht schnell genug“, so die vernichtende Kritik des Titelverteidigers. Heidfeld sah den Grund für sein frühes Ausscheiden dagegen in seinem Unfall im 3. Freien Training, denn das Auto habe sich grundsätzlich verbessert. Teamkollege Kubicas 10. Platz belegt diese Einschätzung.

Am Ende der Startaufstellung steht ein alter Bekannter. Adrian Sutil geht nur von Rang 19 in den Großen Preis von Spanien. Damit verpasste der Force-India-Pilot in seinem 40. Versuch zum 40. Mal den Sprung in Q2 – ein trauriges Jubiläum. Sutil befand sich aber in bester Gesellschaft. Nach Platz zwei im 2. Training landete Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in der Quali auf dem Boden der Tatsachen und schied als 16. aus. Im vergangenen Jahr stand er hier noch auf Pole. Räikkönen gab hinterher zu: “Wir haben uns verkalkuliert. Ich dachte, die Zeit würde reichen für Q2.“

Auch Räikkönens Landsmann Heikki Kovalainen enttäuschte im McLaren-Mercedes als 18. Ebenfalls das Aus nach den ersten 20 Minuten des Qualifyings kam für Sebastien Bourdais im Toro Rosso (17.) und Force-India-Pilot Giancarlo Fisichella, der Letzter wurde.

Button: "Hätte auch schiefgehen können"

Jenson Button (Brawn GP): "Das hätte auch schiefgehen können, aber wir hatten ein gutes Timing. Ich hatte mehr Glück als Verstand. Es war wirklich schwer für mich, aber ich bin superglücklich. Als ich über Funk gehört habe, dass ich die Pole habe, hat sich das geil angefühlt. Wir haben noch nicht das Maximale aus dem Auto rausgeholt. Ich hätte nicht gedacht, hier zu sitzen."

Sebastian Vettel (Red Bull): "Wir haben ein starkes Auto, und auch an diesem Wochenende scheint es gut zu laufen. Es hat nicht gereicht, Jenson zu schlagen, aber der zweite Platz ist auch gut. Hauptsache erste Startreihe. Wenn nachher die Spritladungen rauskommen, schauen wir mal, wer schwerer ist. Wir haben Ferrari im Nacken. Wegen KERS wird es nicht einfach sein, den Platz zu verteidigen. Wir haben das Auto heute morgen nochmal verbessert. Ich muss dem ganzen Team danken, denn die Teile sind teilweise erst im letzten Moment angekommen."

Rubens Barrichello (Brawn GP): "Ich hatte eine gute Runde, war aber vielleicht zu früh draußen. Ich bin ans Limit gegangen. Wir haben ein gutes Auto. Ich werde kämpfen morgen. Jenson fährt zur Zeit super."

Nico Rosberg: "Ich bin sehr zufrieden heute, es war sehr schwierig, die weichen Reifen zum Funktionieren zu bringen. In Q2 habe ich einen richtig guten Lauf gehabt. Für Q3 hatte ich keine guten Reifen mehr, weil wir nicht gedacht hätten, so weit zu kommen. Wir müssen mal schauen, wie wir das strategiemäßig beim Rennen machen."

Nick Heidfeld (BMW Sauber): "Sehr schade, denn das Auto ist eigentlich besser, und wir hätten in die Top Ten kommen können. In die Punkte zu kommen, wird schwer werden. Ich hoffe, dass ich beim Start morgen etwas gut machen kann. Das Überholen klappt schon etwas besser."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes): "Es hat nichts mit KERS zu tun. Das Auto ist einfach nicht schnell genug. Wir werden morgen versuchen, ein bisschen weiter nach vorne zu kommen."

Adrian Sutil (Force India): "Ich bin zufrieden, denn ich habe eine sehr gute Runde hingelegt, aber das war halt das Limit für heute. Für das Rennen gilt: Ankommen ist alles. Wir müssen durchkommen und das Beste draus machen. Eine Aerodynamik-Strecke wie hier liegt uns meist nicht so gut. Es war klar, dass es eine schwere Woche werden wird."

Kimi Räikkönen (Ferrari): "Ich hatte eigentlich gedacht, die Zeit würde reichen. Wir haben da einen Fehler gemacht. Ach, das ist einfach ein bisschen blöd. Ich war eigentlich nicht schlecht drauf, das Auto auch nicht. Wie das mit KERS ist, müssen wir morgen schauen."

Christian Horner (Teamchef Red Bull): "In Q1 und Q2 waren wir schneller. Wir stehen ganz gut da und haben eine gute Strategie. Die schnellste Rennstrategie. Sebastian Vettel fährt phänomenal zur Zeit."


3. Freies Training in Barcelona

Ferrari ist wieder da

Im 3. Freien Training zum Großen Preis von Spanien hat Ferrari ein Lebenszeichen gesendet. Der Schnellste auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona war Felipe Massa mit der besten Zeit des Wochenendes: 1:20,553 Minuten. Hinter dem Brasilianer folgte Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari mit nur 82 Tausendstelsekunden Rückstand. Auf den Plätzen drei und vier beendeten die Brawn-GP-Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello die Generalprobe für das Qualifying. Die Rückstände von 0,497 Sekunden für Button und 0,610 Sekunden für Barrichello erscheinen groß, doch alles deutet darauf hin, dass beide mit vollgetankten Autos unterwegs waren. Die schlechten Zeiten der Brawn-Boliden im Mittelsektor, der als 'Gewichtssektor' gilt, lassen diesen Schluss zu.

Bester Deutscher im Abschluss-Training war Timo Glock. Der Toyota-Pilot brauchte für seine schnellste Runde 1:21,377 Sekunden und fuhr damit auf Platz acht. Ganz am Ende des Klassements landete Nick Heidfeld. Der BMW-Sauber-Fahrer leistete sich nach knapp einer halben Stunde in Kurve elf einen Fahrfehler und rutschte in die Reifenstapel. Dabei brachen die Radaufhängung vorne links und der Frontflügel. "Bis zum Qualifying sollte alles wieder repariert sein", sagte Heidfeld nach dem Unfall.

Sebastian Vettel hielt sich zurück im 3. Training. Mit seinem Red Bull kam er lediglich auf den 16. Platz (+ 1,136), aber auch Vettels RB5 dürfte bis oben hin voll mit Benzin gewesen sein. Da Vettel mit größter Wahrscheinlichkeit im Qualifying in Q3 kommen wird, hat Red Bull bereits mit der für Q3 vorgesehenen Spritmenge trainiert. Nico Rosberg, am Vortag noch Trainingsbester, beendete die 3. Session als Zwölfter. Damit lag der Williams-Mann einen Rang hinter Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes.

Noch weiter vorne platzierte sich Weltmeister Lewis Hamilton, der im zweiten McLaren-Mercedes Siebter wurde. Das Ziel der Silberpfeile, die sich mit einem überarbeiteten Paket im Qualifying unter den besten zehn platzieren wollen, scheint realistisch. Davon kann Adrian Sutil nur träumen. Der Kumpel von Hamilton in Diensten von Force India landete auf Postion 19.

Punkte entscheiden über den Weltmeister

Der Formel-1-Weltmeister 2010 wird wie bisher nach dem gewohnten Punktesystem gekürt. Damit sind die Pläne von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und des Automobil-Weltverbandes FIA, den Fahrer mit den meisten Siegen zum Champion zu machen, vom Tisch.

Nachdem die FIA die neue Regel im März kurzfristig bereits für dieses Jahr einführen wollte, hatten die Teams sich einstimmig dagegen ausgesprochen. Die FIA hatte daraufhin eine mögliche Änderung erst wieder für 2010 ins Auge gefasst.

Fälschlicherweise stand diese Regel aber noch in dem Ende April nach der letzten Sitzung des World Motor Sport Council der FIA veröffentlichten Reglement für 2010. Jetzt veröffentlichte der Verband eine aktualisierte Version, in der wieder die Punkteregel verankert ist. "Das war ein Versehen unsererseits, das wir jetzt lediglich korrigiert haben", sagte eine FIA-Sprecherin und erklärte, dass es keine heimliche Änderung gewesen sei. Das Sieg-Modell für 2010 sei von der FIA nie verabschiedet worden.

Freitag, 8. Mai 2009

2. Freies Training in Barcelona

Rosberg bleibt Trainings-Weltmeister

Im Training hui, im Rennen pfui. Nico Rosberg bleibt der Trainings-Weltmeister der diesjährigen Saison. Mit Bestzeit im 3. Freien Training zum Großen Preis von Spanien war der Williams-Pilot zum 8. Mal in diesem Jahr Trainings-Schnellster an einem GP-Wochenende. In den ersten vier WM-Läufen war der 23-Jährige dagegen nie besser als Platz 6. In 1:21,588 Minuten markierte Rosberg am Freitagnachmittag auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona auch die Tagesbestzeit vor seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima (+ 0,152 Sekunden).

Platz 3 in der 2. Trainings-Session und in der Tageswertung sicherte sich Lokalmatador Fernando Alonso im Renault vor GP-Brawn-Pilot Jenson Button. Der WM-Spitzenreiter fuhr die viertschnellste Runde des Tages (1:21,799 Minuten) bereits am Vormittag, im 2. Training landete der Brite auf Platz 6 hinter seinem Teamkollegen Rubens Barrichello und Mark Webber im Red Bull, die in der Tageswertung die Plätze 5 und 6 belegten.

Vettel fehlen drei Zehntel auf Button

Sebastian Vettel war in 1:22,082 Minuten Siebtschnellster des Tages und des 2. Trainings. Auf WM-Spitzenreiter Button fehlten dem zweiten des letzten Rennens in Bahrain damit rund drei Zehntelsekunden. Enttäuschend lief der Freitag dagegen für die anderen deutschen Piloten. Nick Heidfeld kam trotz seines runderneuerten BMW Saubers am Nachmittag mit rund 1,5 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit nicht über Position 17 hinaus. Teamkollege Robert Kubica landete auf Platz 16, seine Vormittagszeit (1:22,221) reichte aber immerhin noch zu Platz 9 in der Tageswertung, in der Heidfeld mit seiner Zeit aus dem 1. Training nur Rang 13 belegte.

Trotzdem war BMW-Teamchef Mario Theissen nicht unzufrieden. "Unsere Daten haben sich auf der Strecke bestätigt, es ist ein Schritt nach vorne. Ein wie großer, kann man noch nicht sagen", meinte Theissen und versprach: "Wir haben noch Potenzial in der Abstimmung." Heidfeld beklagte, am Vormittag ziemlich viel Zeit mit einer Reihe von Problemen verloren zu haben. Unter anderem musst an Heidfelds Auto die Bremsanlage gewechselt werden. "Das war schade, denn mit einem so neuen Paket ist jeder Kilometer wichtig", sagte der BMW-Pilot.

Wieder Klatsche für Ferrari und McLaren-Mercedes

Noch schlechter lief es für Toyota-Mann Timo Glock. Während sein Teamkollege Jarno Trulli in 1:22,154 Minuten, gefahren am Vormittag, in der Tageswertung auf Platz 8 kam, musste sich Glock mit dem enttäuschenden 17. Rang begnügen. In der 2. Trainings-Sitzung landeten Glock und Trulli abgeschlagen gar nur auf den Positionen 18 und 19. Ein bittere Klatsche gab es auch für Ferrari und McLaren-Mercdes, die nach enttäuschendem Saison-Auftakt in Barcelona mit modifizierten Rennwagen eigentlich zum Angriff blasen wollten.

Zum Auftakt des Wochenendes war davon wenig zu sehen. Kimi Räikkönen zog sich noch einigermaßen ordentlich aus der Affäre: Knapp eine Sekunde Rückstand auf die Tagesbestzeit bedeutete Platz 10 in Training 2 und Rang 11 in der Tageswertung. Stallgefährte Felipe Massa fuhr seine schnellste Runde des Tages dagegen am Vormittag: 1:22,895 Minuten reichten im Tagesklassement aber nur zu Position 18. Nur zwei Plätze besser war Weltmeister Lewis Hamilton, der seinen modifizierten Silberpfeil am Nachmittag in 1:22,809 Minuten auf Platz 13 steuerte. Teamkollege Heikki Kovalainen war als 14. nur 0,067 Sekunden langsamer, belegte im Tagesklassement jedoch nur den vorletzten Rang.

Rosberg: Erst Bestzeit, dann kein Sprit mehr

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug verbreitete dennoch Zuversicht. "Unsere Zeiten am Nachmittag bei der Rennsimulation waren nicht so schlecht. Die Richtung stimmt, seit wir beim Testen hier vor zwei Monaten im Niemandsland waren", sagte der Schabe. Wenig Verheißungsvoll begann das Grand-Prix-Wochenende auch für Adrian Sutil. Wegen einer defekten Benzinleitung musste der Tank im Force India des 26-Jährigen ausgebaut werden. Durch die Arbeiten verpasste Sutil das komplette 2. Freie Training und damit wichtige Testrunden, um sein Auto für das Rennen am Sonntag (14:00 Uhr live bei Sport.de und RTL) abzustimmen. Mit seiner Vormittagszeit (1:23,536) belegte er im Tagesklassement den letzten Platz.

Rosberg muss sich indes weiter die Fragen anhören, wann er im Rennen die guten Trainings-Ergebnisse bestätigen kann. "Vielleicht fahren wir mal mit mehr Benzin, dann stellt sich diese Frage erst gar nicht", hatte er vor dem Training geflachst. Sein Team hielt sich aber nicht daran: Eine Minute vor Ende des Trainings rollte Rosberg nach seiner schnellsten Runde offenbar ohne Sprit aus ...

1. Freies Training in Barcelona

Button wieder vorn, aber BMW holt auf

Der mit Spannung erwartete Auftakt zum Großen Preis von Spanien hielt nur bedingt, was er im Vorfeld versprach. Trotz der vielen Neuerungen, mit denen insbesondere die großen Rennställe Ferrari und McLaren-Mercedes in Barcelona anreisten, änderte sich an den Kräfteverhältnissen im 1. Freien Training kaum etwas. Schnellster auf dem 4,655 km langen Circuit de Catalunya war WM-Spitzenreiter Jenson Button im Brawn GP mit einer Bestzeit von 1:21,799 Minuten. Dahinter folgte Toyota-Pilot Jarno Trulli mit 0,355 Sekunden Rückstand.

Der beste Ferrari landete mit Felipe Massa am Steuer nur auf dem 9. Platz - der Rückstand von 1,056 Sekunden gibt trotz aller Anstrengungen im aerodynamischen Bereich Anlass zur Sorge. Teamkollege Kimi Räikkönen belegte den 11. Platz (+ 1,074). Noch schlechter platzierten sich die Silberpfeile. Weltmeister Lewis Hamilton kam im McLaren-Mercedes MP4-24 mit 1,278 Sekunden Rückstand auf Position 14, Teamkollege Heikki Kovalainen wurde Vorletzter.

Dagegen scheint bei BMW Sauber die Formkurve nach oben zu zeigen. Mit einem verbesserten Aerodynamik-Paket, am signifikantesten an der deutlich höheren Nase zu erkennen, raste Robert Kubica auf den 3. Platz (+ 0,422). Direkt dahinter platzierte sich Nick Heidfeld im zweiten BMW Sauber (0,860), der damit bester Deutscher war. Dabei war Heidfeld mindestens die Hälfte der Session zum Zuschauen verdammt, weil ein Problem an der Bremsanlage auftrat.

Nico Rosberg belegte im Williams einen guten 6. Platz (+ 0,868). Toyota-Pilot Timo Glock landete auf Rang acht mit einem Rückstand von 1,029 Sekunden. Schlusslicht war Adrian Sutil im Force India (1,737).

Formel 1 News

Hamilton auf dem 'Walk of Fame'

In einer Reihe mit Michael Schumacher und Ayrton Senna: Lewis Hamilton ist mit einer Plakette auf der 'Champions Avenue' des Circuit de Catalunya in Barcelona verewigt worden. "Das ist eine großartige Sache für mich", freute sich Hamilton, nachdem er im Fahrerlager die Plakette enthüllt hatte. Er sei sehr überrascht darüber, meinte der Weltmeister und suchte bei seiner kurzen Dankesrede etwas nach den Worten.

Der britische McLaren-Mercedes-Pilot befindet sich damit in Gesellschaft von Rekordweltmeister Schumacher, dem dreifachen Champion Senna oder Doppel-Weltmeister Fernando Alonso. "Das Tolle an Lewis ist, dass er seine Wurzeln nicht vergessen hat. Das sind die Jungs, die wir in der Formel 1 brauchen", lobte Bernie Ecclestone den Silberpfeil-Piloten, der die Auszeichnung vor dem Motorhome des Chefpromoters entgegennahm. Fans waren daher keine dabei, dafür scharten sich die Fotografen und Journalisten bei der Zeremonie - nach nicht mal fünf Minuten war alles vorbei.

Ex-Rivale Alonso vermisst Hamilton

An den Kurs in Katalonien hat Hamilton indes nicht nur gute Erinnerungen. Vor gut einem Jahr war er dort noch Opfer rassistischer Schmährufe und Beleidigungen geworden. Noch immer aufgebracht über die sportliche Niederlage, die der Shootingstar ihrem Liebling Fernando Alonso 2007 beigebracht hatte, hatten sogenannte Fans sogar Gegenstände in Richtung der McLaren-Mercedes-Box geworfen. Dabei gehen dem zweimaligen Weltmeister Alonso, der ebenfalls zu den Mitgliedern des 'Walk of Fame' auf der Heim- und Hausstrecke der Formel 1 gehört, die teaminternen Duelle mit seinem Widersacher von einst sogar etwas ab.

"Ich vermisse ein bisschen den Wettkampf mit ihm", bekannte der Spanier bereits vor der Ehrung Hamiltons: Es habe Spaß gemacht, immer weiter zu pushen und die eigenen Grenzen herauszubekommen. Alonso, bei der offiziellen Pressekonferenz des Internationalen Automobilverbandes FIA einträchtig neben Hamilton sitzend, bezeichnete seinen Nachbarn als "großartigen Fahrer" und "großartigen Champion". In dieser Saision kämpft Hamilton mehr mit seinem neuen McLaren-Mercedes.

Auf dem Weg zu alter Stärke?

Vor der Auszeichnung war er beim ersten Freien Training zum Großen Preis nicht über Rang 14 hinausgekommen. Während Teams wie BMW-Sauber und Ferrari mit so gut wie runderneuerten Autos den Neustart beim Europa-Auftakt der Saison mit dem Großen Preis von Spanien an diesem Sonntag (14.00 Uhr live bei sport.de und RTL) versuchen, gibt es am Silberpfeil keine 'radikalen' Neuerungen.

Platz vier von Hamilton zuletzt beim Wüstenrennen von Bahrain ließ Hoffnungen aufkeimen, doch von bereits blühenden Zeiten wollen die Silbernen, die mit der Lügenaffäre und dem völligen Rückzug von Ex- Teamchef Ron Dennis keine leichten Wochen hinter sich haben, noch nichts wissen. Erst nach diesem Wochenende wisse man in etwa, ob man wieder auf dem Weg zu alter Stärke sei, befand Hamilton. Sein Denkmal bleibt aber auf jeden Fall.

Vettels WM-Prämie steht schon fest

Eine Prämie für den WM-Titel hat Formel-1- Shootingstar Sebastian Vettel schon ausgehandelt. Laut Informationen der 'Bild'-Zeitung bekommt der Red-Bull-Pilot zehn Prozent seines Jahresgehalts, sollte ihm der sensationelle Coup in seiner erst zweiten kompletten Saison als Stammpilot gelingen. In Zahlen: 350 000 Euro, da sich sein Salär per annum auf 3,5 Millionen belaufen soll. "Es wäre blöd, wenn er keine ausgehandelt hätte. Und blöd ist Sebastian ganz sicher nicht", sagte Teamchef Christian Horner.

Vereinbart hat Vettel, der schon als kleiner Knirps bei Automessen Sponsoren für seine Rennsport-Leidenschaft gesucht hatte, die Prämie selbst mit seinem Arbeitgeber. "Er braucht keinen Manager. Es gibt niemanden, der ihn besser vertreten könnte als er selbst", meinte Horner zum Selfmademan aus dem hessischen Heppenheim. Volle Unterstützung ist Vettel aber von seiner Familie gewiss, mit der er sich in wichtigen Fragen berät. Am Sonntag wird sie ihm beim Großen Preis von Spanien (14.00 Uhr live bei sport.de und RTL) die Daumen drücken.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Formel 1 News

Ecclestone kritisiert die großen Teams

Die zehn Formel-1-Teams demonstrieren weiter Einigkeit, im Kampf gegen den Automobil-Weltverband und die von FIA-Präsident Max Mosley geplante Budgetgrenze für 2010 läuft ihnen allerdings die Zeit davon. Schon zwischen dem 22. und 29. Mai müssen sich alle interessierten Teams für die kommende Saison einschreiben und für oder gegen die Obergrenze entscheiden. Kein Wunder, dass die Teamvereinigung FOTA nach einem Treffen in London in einer Pressemitteilung "dringende Verhandlungen" mit der FIA gefordert hat.

Doch auf das nächste Treffen mit Mosley müssen die Teams vorerst warten. Nach dem plötzlichen Tod seines Sohnes Alexander am Dienstag hat der 69 Jahre alte Brite seine geplante Reise zum Großen Preis von Spanien in Barcelona (Sonntag, 14.00 Uhr live bei sport.de und RTL) abgesagt. Bleibt als Ansprechpartner für die Teams vorerst nur Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone, der möglicherweise zum Vermittler zwischen den Kontrahenten werden könnte. Schließlich ist dem Briten naturgemäß daran gelegen, "seine" Formel 1 so attraktiv wie möglich zu gestalten - mit Ferrari und allen anderen Top-Teams.

Ecclestone: Geld kauft keinen Erfolg

Allerdings spricht sich auch Ecclestone bislang deutlich gegen Geldverschwendung und für eine Budgetgrenze aus. "Die großen Teams kapieren es nicht, weil es nicht in ihrer DNA steckt, mit der Formel 1 Geld zu verdienen. Sie wollen nur ausgeben, ausgeben, ausgeben. Das ist in einer Zeit, in der die ganze Welt versucht, Kosten zu reduzieren und Geld zu sparen, schon paradox", sagte Ecclestone im ‚Daily Express’.

Weiter führte er aus, dass der zur Diskussion stehende "Deckel" von rund 44 Millionen Euro durch die darin nicht enthaltenen Ausgaben für Fahrergehälter und Marketing ohnehin auf rund 66 Millionen Euro steigen würde. "Vergesst nicht, es gibt Teams, die im Moment 280 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Das kauft nicht automatisch Erfolg", sagte Ecclestone: "Ferrari hat zehn Jahre lang viermal so viel Geld wie alle anderen ausgegeben, ohne Weltmeister zu werden."

FOTA: Auch wir wollen sparen

Neben der Höhe der Budgetgrenze ist den Teams vor allem die dadurch entstehende Zwei-Klassen-Gesellschaft ein Dorn im Auge, da die FIA den Teams innerhalb der Kostengrenze größere technische Freiheiten bei der Aerodynamik und der Motorenleistung zugestehen will. "Eine Zwei-Klassen-Formel 1 ist nicht attraktiv für BMW", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen in München und stellte wie zuvor schon Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo einen möglichen Ausstieg aus der Königsklasse in den Raum.

Veränderte Rahmenbedingungen hätten "auch Auswirkungen aufs Projekt", sagte Theissen. Sparen will aber auch die FOTA, die ihrerseits für 2010 Pläne vorgelegt hat, mit denen die Ausgaben um 50 Prozent reduziert werden könnten. "Die FOTA verfolgt entschieden weiter das Ziel, die Kosten in der Formel 1 einzudämmen und gleichzeitig den Aufmerksamkeitswert der weltweit populärsten Rennserie noch weiter zu steigern", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug am Donnerstag.

Budgetgrenze lockt neue Teams

"Bei diesen Zielsetzungen herrscht Einigkeit bei allen in der FOTA vereinten Teams", sagte Haug, der sich einen "konstruktiven Dialog mit der FIA" wünscht. Allerdings dürfte es für die FOTA nicht einfach werden, in den Verhandlungen mit der FIA eine gemeinsame Linie zu vertreten. Kleinere Teams wie Williams, Force India und WM-Spitzenreiter Brawn hatten schon angedeutet, durchaus mit einer Budget-Obergrenze leben zu können.

Zudem haben bereits ein neuer US-Rennstall, der Sportwagenbauer Lola, das Prodrive-Team des früheren Benetton- und BAR-Teamchefs David Richards sowie mehrere GP2-Teams Interesse an einem Einstieg in die Formel 1 geäußert - unter den Bedingungen der Obergrenze. Super Aguri, das im vorigen Jahr wegen finanzieller Probleme ausgestiegen war, denkt an ein Comeback. Insgesamt will die FIA für die kommende Saison 13 Teams mit 26 Autos zulassen, das wären drei Teams mehr als in diesem Jahr.

Heidfeld hofft auf Geburtstags-Geschenk

Vom WM-Kuchen wird Nick Heidfeld wohl auch in seinem Jubiläumsjahr kein großes Stück abbekommen, und auch vom ersehnten Premierensieg dürfte er selbst an seinem Ehrentag weit entfernt sein. Auf ein Wunschergebnis für den Großen Preis von Spanien will sich der noch 31-Jährige vorerst nicht festlegen. Nur so viel: "Da ich Sonntag Geburtstag habe, wäre ein starkes Resultat natürlich doppelt schön für mich". Und sehr wichtig.

Denn in seiner zehnten Formel-1-Saison muss der BMW-Sauber-Pilot aus Mönchengladbach für einen neuen Vertrag noch kräftig Punkte sammeln. Über derlei Sorgen muss sich Landsmann Sebastian Vettel nicht den Kopf zerbrechen. Überhaupt: Heidfeld und Vettel, das sind zwei Formel-1-Biografien, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der eine mühte sich über zweitklassige Teams zum WM-Kandidaten BMW Sauber und wartet seit mehr als 150 Rennen darauf, auf dem obersten Podestplatz zu stehen. Der andere gewann bereits zwei der 29 Rennen, bei denen er Gas gab.

Heidfeld muss wieder um sein Cockpit kämpfen

Und Vettel stahl Heidfeld schon bei seinem Formel-1-Debüt die Schau, als er 2007 als Ersatzfahrer für den zuvor verunglückten Robert Kubica im BMW-Sauber als jüngster Pilot der Grand-Prix-Geschichte in die Punkte fuhr (8.). Im Sommer desselben Jahres legten die Weiß-Blauen dem Senkrechtstarter keine Steine in den Weg und gewährten ihm den Wechsel ins Stammcockpit von Toro Rosso. "Auf jeden Fall ist er mit der Reife und der Form, die er hat, für jedes Team ein Gewinn", sagt sein Ex-Chef, BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, über Vettel.

Seine aktuellen Piloten stehen trotz des enttäuschenden Saisonauftakts aber nicht zur Diskussion, versichert Theissen. "Wenn wir ein Auto haben, mit dem man Rennen gewinnen kann, dann können wir auch wieder über die Fahrer reden." Heidfeld, der schon einige Male mit spektakulären Überholmanövern die PS-Fans in Deutschland verzückte, droht trotz seiner anerkannten Qualitäten als Entwickler und Ratgeber für den Autobau im Rennen der Piloten-Generationen auf der Strecke zu bleiben. Heidfelds immer wieder aufs Neue formulierter Titel-Traum kann stattdessen für Vettel Wirklichkeit werden.

BMW-Chef Theissen lobt Ex-Schützling Vettel

Vor dem fünften WM-Lauf an diesem Sonntag (14.00 Uhr live bei sport.de und RTL) auf dem Circuit de Catalunya lauert der Heppenheimer auf Rang drei mit 18 Punkten hinter den BrawnGP-Piloten Jenson Button (31) und Rubens Barrichello (19) - und das in Vettels zweitem Jahr als Stammfahrer. Kein Wunder, dass auch Theissen den Vergleich zu Rekordchampion Michael Schumacher zieht, wenn er über den vom Boulevard gern als "Baby-Schumi" betitelten Vettel sinniert."«Wenn man die ersten zwei Jahre von Schumachers Karriere ansieht und vergleicht, dann sehe ich ihn auf dem Niveau. Die weitere Entwicklung muss man sehen. Er hat alle Anlagen, ein ganz Großer zu werden."

Und wer sagt, dass er eines Tages nicht wieder zu BMW-Sauber zurückkehrt? "Warten Sie es ab - nein, kein Kommentar", antwortet Theissen auf die Frage, ob man um Vettel kämpfen werde. Doch um den von Experten durchgängig als kommenden Weltmeister ausgerufenen Hessen zu verpflichten, müsste ja erstmal ein Platz beim bayrischen Werksrennstall frei werden - womöglich der von Heidfeld.

Vettel: Es wird schwierig in Barcelona

Mit dem Europa-Auftakt in Barcelona beginnt die Formel-1-Saison noch einmal neu. Alle Teams haben zum Großen Preis von Spanien aufgerüstet - die Top-Teams Ferrari, McLaren-Mercedes und Sauber BMW blasen mit zum Teil rundumerneuerten Boliden zur Jagd auf Brawn-GP mit WM-Spitzenreiter Jenson Button und Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel. Der derzeitige WM-Dritte vermutet: "Es wird schwierig in Barcelona."

"Alle werden näher an Brawn sein, als dies noch in Australien der Fall war", prophezeite Vettel. "Einige Teams werden sogar richtig große Fortschritte machen." So rückt Ferrari mit einem neuen Auto inklusive Doppel-Diffusor an, McLaren-Mercedes stellt Weltmeister Lewis Hamilton einen modifizierten Silberpfeil mit neuem Frontflügel und einem weiter entwickelten Doppel-Diffusor zur Verfügung und Nick Heidfeld wird einem aerodynamisch überarbeiteten BMW Sauber an den Start gehen.

"Wir müssen in allen Bereichen zulegen"

Während auch der neue Brachen-Primus Brawn-GP mit größeren Modifikationen anreisen will, muss Vettel mit kleineren Neuerungen an seinem Red Bull vorlieb nehmen. Der große Entwicklungssprung mit neuem Doppel-Diffusor soll erst zum übernächsten Grand Prix in Monaco erfolgen. Für den ersten Einsatz von KERS gibt es bei Red Bull noch kein konkretes Datum. Dennoch glaubt Vettel auch beim 5. Saison-Lauf an seine Chance.

"Ich will die Weltmeisterschaft gewinnen!"

"Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir ein gutes Auto haben", sagte Vettel, schränkte jedoch ein: "Wir müssen in allen Bereichen zulegen." Ziel sei es "immer und überall zu gewinnen, das auch im Hinblick auf die WM." Das Entwicklungs-Team um Design-Genie Adrian Newey wisse, wo das Auto noch zu verbessern ist. Vettel: "Da mach' ich mir keine Sorgen. Außerdem haben wir in den letzten Rennen gezeigt, dass wir auch ohne Doppel-Diffusor konkurrenzfähig sind." Wie er selbst ohne Manager, und dabei wird es auch weiterhin bleiben.

Vettel: Kein interesse an einem Teamwechsel

"Ein so genannter Manager ist für mich mehr als jemand, der sich nur um Finanzen und so weiter kümmert. Es sollte in erster Linie ein jemand sein, dem man zu hundert Prozent vertrauen und mit dem man über alles reden kann. Diese Menschen gibt es für mich", sagte er: "Ich sehe im Moment nicht, dass ich daran etwas ändern müsste." Also müssten potenzielle Interessenten wie Ferrari-Boss Luca di Montezemolo oder Mercedes-Sportchef Norbert Haug weiter Vettel direkt anrufen, auch wenn der neue deutsche Formel-1-Liebling sich über einen Teamwechsel überhaupt keine Gedanken macht.

"Ich gehe die Dinge Schritt für Schritt an und lasse mich nicht von Spekulationen beeinflussen. Mein Ziel ist es, im bestmöglichen Auto zu sitzen und Rennen zu gewinnen. Ich bin im Moment gut aufgehoben, dort wo ich bin", sagte er. Er fahre für Red Bull, die ihn seit Jahren unterstützten und ihm den Formel-1-Einstieg ermöglicht hätten, und fühle sich wohl, weil sein Auto momentan eines der besten im gesamten Feld sei. "Red Bull Racing hat großes Potenzial. Es liegt an uns Fahrern und am ganzen Team, dieses Potenzial richtig zu nutzen und das Beste rauszuholen", sagte Vettel: "Ich will die Weltmeisterschaft gewinnen und der Beste auf der Strecke sein."