Dienstag, 7. April 2009

DFB lädt zum großen Familien-Fanfest

07.04.2009 17:21 Frauen-Nationalmannschaft

DFB lädt vor Brasilien-Spiel zum großen Familien-Fanfest

Die Fans dürfen sich nicht nur auf Torwandschießen freuen  © Bongarts/GettyImages
Die Fans dürfen sich nicht nur auf Torwandschießen freuen

Nach dem großen Erfolg von "DFB hautnah" am 7. Oktober 2008, als mehr als 20.000 Fans in die Düsseldorfer Arena strömten, um dem öffentlichen Training der deutschen Nationalmannschaft vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Russland beizuwohnen, kommt es jetzt beim Frauen-Länderspiel zwischen der DFB-Auswahl und Brasilien zu einer Neuauflage des Familien-Fanfestes.

Am 22. April werden die Zuschauer daher schon um 15.30 Uhr auf das Areal der Commerzbank-Arena eingelassen. Bis die Neuauflage des WM-Endspiels von 2007 um 18.15 Uhr anfängt, wird auf dem Vorfeld des Stadions dafür gesorgt, dass keine Langeweile aufkommt. Dort stellen sich der DFB und seine Partner vor.

So bietet „DFB hautnah“ ein buntes Mitmachprogramm an rund 25 Modulen. Zum Beispiel können die Fans das DFB-McDonalds-Fußballabzeichen ablegen, am ALNO-Stand haben sie die Gelegenheit, ihre Schussgeschwindigkeit messen zu lassen, an der Commerzbank-Torwand wird Zielsicherheit verlangt, während es am Stand der VGF beim Koordinations- und Geschwindigkeitscheck auf die technischen Fähigkeiten ankommt und beim REWE-Treffpunkt ist der ganze Fußballer im Soccer-Cage, beim Speed- und Fan-Kick gefordert.

Der DFB wird für Jung und Alt etwa bei der Besichtigung des Mannschaftsbusses der Frauen-Nationalmannschaft oder rund um den Coca Cola-Fanbus des Fan Clubs Nationalmannschaft erlebbar gemacht. HR 1 wird 10.000 Klatschpappen verteilen und Hit-Radio FFH für ein Unterhaltungsprogramm sorgen. Mehr als 20.000 Stadionhefte „DFB-Arena“ werden gratis verteilt und die Frankfurter Rundschau legt ihre aktuelle Ausgabe aus. Und ein unvergessliches Erlebnis könnte ein Foto mit einer WM-Botschafterin und dem FIFA-Weltpokal am Stand des Organisationskomitees der WM 2011 werden.

Autogrammstunde mit Pohlers, Lingor und Rottenberg

07.04.2009 17:20 Frauen-Nationalmannschaft

Autogrammstunde mit Pohlers, Lingor und Rottenberg

Renate Lingor schreibt Autogramme  © Bongarts/GettyImages
Renate Lingor schreibt Autogramme

Prominente Vertreter der Frauen-Nationalmannschaft machen vor dem Länderspiel gegen Brasilien (22. April, ab 18.15 Uhr) in der Frankfurter Commerzbank-Arena noch einmal Werbung für die Neuauflage des Frauen-WM-Endspiels von 2007.

So lädt Cinque, der Mode-Ausstatter der Frauen-Nationalmannschaft, zu einer Autogrammstunde mit Nationalspielerin Conny Pohlers und WM-Botschafterin Renate Lingor ins Modehaus Peek & Cloppenburg auf der Zeil in Frankfurt am Main ein. Die beiden Weltmeisterinnen werden sich am Freitag, 17. April, ab 16 Uhr Zeit für ihre Fans nehmen.

Einen Tag später werden Pohlers und die ehemalige Nationaltorhüterin Silke Rottenberg ab 11 Uhr im Info-Zentrum der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) in der B-Ebene der Hauptwache fleißig Autogramme schreiben. Im Anschluss daran wird es Foto-Gelegenheiten mit dem DFB-Maskottchen Paule gegen.

Die VGF wird am Samstag, 18. April (10 bis 16 Uhr), Montag, 20. April, Dienstag, 21. April (jeweils 9.30 bis 19 Uhr) und am Mittwoch, 22. April (9.30 bis 17 Uhr) zudem in den Verkaufsräumen in der B-Ebene der Hauptwache Eintrittskarten für das Brasilien-Länderspiel verkaufen.

FIA lädt McLaren vor / Interview mit Norbert Haug

Lügen-Affäre: FIA lädt McLaren vor

Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes muss sich wegen der 'Lügen-Affäre' von Melbourne vor dem Automobil-Weltverband FIA verantworten. Der Verband bestellte das Team am Dienstag zu einer außerordentlichen Sitzung des World Motor Sport Council der FIA am 29. April nach Paris.

Die FIA wirft den "Silberpfeilen" einen Verstoß gegen Artikel 151c des Internationalen Sporting Codes vor, der das Handeln gegen den Geist des Sports unter Strafe stellt. Der ehemalige McLaren-Sportdirektor Dave Ryan, der am Sonntag suspendiert und dann am Dienstag unmittelbar nach der FIA-Anklage entlassen wurde, hatte Weltmeister Lewis Hamilton zu einer Falschaussage gegenüber den Renn-Kommissaren angestiftet.

Auch die Rekordstrafe von 100 Millionen US-Dollar (damals 72 Millionen Euro) in der Spionage-Affäre 2007 hatte die FIA mit einem Verstoß gegen Artikel 151c begründet. Das mögliche Strafmaß reicht von Geldstrafen bis zu einem Ausschluss aus der WM.

FIA erhebt zahlreiche Vorwürfe

Im Einzelnen wirft die FIA dem Team fünf Verstöße vor.
Erstens habe man bei der Anhörung am 29. März nach dem Großen Preis von Australien in Melbourne erklärt, Hamilton nicht angewiesen zu haben, für Toyota-Pilot Jarno Trulli (Italien) Platz zu machen, obwohl das der Fall gewesen war.

Zweitens sei Hamilton dazu aufgefordert worden, diese Falschaussage gegenüber den Kommissaren zu bestätigen.
Drittens habe McLaren-Mercedes nichts dagegen unternommen, dass ein anderer Fahrer und ein anderes Team als Konsequenz der Falschaussage zu Unrecht bestraft wurden.

Viertens sei das Team bei einer erneuten Anhörung am 2. April in Kuala Lumpur bei seiner Falschaussage von Melbourne geblieben, obwohl dem Rennstall bereits erlaubt worden war, einen Mitschnitt des belastenden Funkverkehrs zwischen Hamilton und der Box anzuhören.

Fünftens sei Hamilton am 2. April angewiesen worden, darauf zu beharren, dass seine falsche Aussage die Wahrheit gewesen sei, obwohl man wusste, dass das nicht so war.

Unmittelbar nach der FIA-Ankündigung teilte McLaren-Mercedes die endgültige Trennung von Ryan mit. "Er ist nicht länger ein Angestellter irgendeines Unternehmens der McLaren-Gruppe", hieß es in einer Presseerklärung.

Haug: "Das ist aus dem Affekt heraus passiert"

"McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat im Zuge der Lügen-Affäre seinen Rücktritt angeboten. Wie wird man sich entscheiden?"
Norbert Haug:
"Ich stehe in permanentem Kontakt mit Stuttgart und berichte direkt an Vorstandschef Dr. Dieter Zetsche. Natürlich werden wir uns an einen Tisch setzen und reden, aber ich habe volles Vertrauen in Martin. Er ist ein guter Kerl, und er führt dieses Team ganz großartig."

"Lewis Hamilton galt bisher als Sympathieträger für die Marke Mercedes-Benz. Jetzt steht er als Lügner da. Wie groß ist der Imageschaden?"
Haug:
"Ich glaube, es ist alles gesagt. Es gibt das alles mittlerweile als Aufzeichnung, als Originalton. Ich denke, es gibt eine zusätzliche Erklärung. Bei vielen solchen Verhandlungen, die das Team und Lewis mitmachen haben müssen, fühlt man sich vielleicht vollkommen ohne Grund in die Ecke gedrückt. Ich kann es mir nur so vorstellen, dass da irgendeine Art Blackout-Situation entsteht."

"Wie konnte Hamilton die Frage nach dem Funkverkehr verneinen, obwohl er doch wissen musste, dass es Aufzeichnungen darüber gibt?"
Haug:
"Ich kenne die Inhalte nach wie vor nicht, ich kenne die Protokolle nicht, was letztendlich gesagt worden ist. Das wissen nur Lewis und der inzwischen suspendierte McLaren-Sportdirektor Dave Ryan. Ich habe davon erfahren, als ich am Mittwochnachmittag nach Malaysia angereist bin. Wir waren in Melbourne und hatten keinen Grund zur Annahme, dass sich da irgendetwas zusammenbrauen könnte, um das noch einmal klipp und klar zu sagen."

"Wer hat die Entscheidung getroffen, die Sportkommissare bewusst anzulügen?"
Haug:
"Ich habe Lewis und Dave nicht so kennen gelernt, dass sie irgendwo hingehen und sagen: 'Jetzt erzählen wir mal mit Vorsatz etwas Falsches.' Ich kann mir nur vorstellen, dass das aus der Situation und aus dem Affekt heraus passiert ist."


"Hamilton hat inzwischen eine Lügen-Beichte abgelegt. Wie schwer ist ihm das gefallen?"
Haug:
"Dass Lewis selbst Stellung bezogen hat, ist aller Ehren wert. Ich habe im Motorsport viel erlebt, und ich weiß auch, dass es große Motorsportler gegeben hat, die nicht so dazu gestanden haben. Das muss man zur Erklärung der Situation um Lewis Hamilton sagen."

"Hamilton wird als Lügen-Weltmeister, Pinocchio und Münchhausen verspottet. Kann er sich derzeit überhaupt noch auf seinen Job als Rennfahrer konzentrieren?"
Haug:
"Ich hoffe, er kann es - ich hoffe, er fühlt sich im Auto konzentriert und wohl. Wir sind wegen des Sports hier, es ist sicher nicht so, dass wir uns unrechtmäßig einen Punkt verschaffen wollen - das ist nicht unser Ziel. Ich denke, Lewis wollte vielmehr seinen vierten Platz nicht verlieren bei der ganzen Geschichte, aber ich hoffe, man kann dahinter mal einen Haken machen und sich auf den Sport konzentrieren."

Schumi in der Kritik

Zweifel an Schumis Beraterfähigkeiten

Null Punkte, letzter Platz in der Konstrukteurs-Wertung: Titelverteidiger Ferrari hat wie schon in Australien auch in Malaysia ein Fiasko erlebt. Das besondere dabei: Nicht den Piloten Felipe Massa oder Kimi Räikkönen ist die Schuld für die miserablen Ergebnisse zu geben, sondern vor allem der Teamstrategie.

Taktische Fehler, wie man sie bei der Scuderia nur selten erlebt, und ein Auto, das mit den Besten der Formel-1-Gilde derzeit nicht mithalten kann: Mittendrin Michael Schumacher. Die Präsenz des Rekordweltmeisters bringt die Roten nicht auf Touren. Im Gegenteil: Schumi, der einstige 'Regengott' und jetzige Berater verhinderte nicht, dass die Roten 'Baden gingen'. Aber welchen Anteil an dem Desaster trägt Schumacher wirklich? Immerhin ist er am Kommandostand und verpasst keine Sekunde vom Renngeschehen.

Innerhalb des Teams gibt es offiziell keine Zweifel an Schumacher. Bei der regulären Nachbesprechung des Malaysia-GP wird die Position des Beraters nach Angaben des Traditionsrennstalls zumindest kein Gegenstand sein. "Michael Schumachers Rolle wird dabei logischerweise nicht diskutiert werden, weil es wie nach jedem Rennen um die Analyse der Ergebnisse des Grand Prix' geht", sagte ein Ferrari-Sprecher.

Und in Kuala Lumpur waren so ziemlich alle Entscheidungen der Roten falsch. Erst setzte Ferrari auf eine verheerende Strategie, die Massa im Qualiying schon im ersten Zeitabschnitt scheitern ließ, dann wählten sie beim Regenrennen auch noch die falschen Reifen für Räikkönen. Viel zu früh zogen die Mechaniker die Regenwalzen auf. "Meine Reifen sind total kaputt", funkte der Finne verzweifelt.

Als seine Piloten-Kollegen noch im Regen in ihren Autos saßen und auf eine Fortsetzung des Rennens warteten, stand der 'Iceman' schon am Kühlschrank im Fahrerlager und genehmigte sich ein Eis. "Kimi musste ohnehin an die Box, sonst wäre er ohne Sprit liegen geblieben. Und da Regen angekündigt war, haben wir ihm Regenreifen gegeben. Leider in dem Moment die falsche Entscheidung", erklärte Schumi die peinliche Wechsel-Panne.


Super-Berater Schumi unter Druck

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali war wegen der taktischen Fehler dementsprechend bedient. Eine konkrete Schuldzuweisung verkniff sich der Italiener allerdings - noch: "Ich muss sicherstellen, dass meine Leute die richtigen Entscheidungen treffen, denn so etwas können wir einfach nicht akzeptieren." Mit den "Leuten" meinte Domenicali neben seinen Renningenieuren wahrscheinlich auch Schumacher. Der wiederum reagierte etwas genervt auf Fragen nach seiner genauen Aufgabe als Ferrari-Berater: "Ich möchte das nicht beantworten. Eine interne Angelegenheit."

Während seiner aktiven Zeit galt Schumi als 'Regengott' - niemand machte ihm auf nasser Piste etwas vor. Es stellt sich die Frage, ob er seine Erfahrung am Kommandostand wirklich so einbringen kann, dass es Massa und Räikkönen hilfreich ist. Schließlich verließ sich der Pilot Schumacher früher auf die Anweisungen von Jean Todt und Ross Brawn. Als 'Außenstehender' hat der 40-Jährige noch nicht allzu viele Erfahrungen gesammelt.

Die Formel-1-Experten gehen mit Ferrari und Schumacher jedenfalls ziemlich hart ins Gericht. Christian Danner sagte, dass Ferrari als einziges Team "alles falsch gemacht hat". Niki Lauda gab Schumi sogar die Schuld am Qualifying-Desaster: "Es war doch Michael als Berater in der Box. Als ehemaliger Rennfahrer hätte er doch die Situation überreißen müssen. Das war nur peinlich", sagte der RTL-Experte. e Saison gestartet. In Italien wird der Deutsche bereits verspottet. Die'Gazzetta dello Sport' titelte: "Hat Schumacher die Strategie bestimmt?"

In den nächsten Grands Prix muss Schumi beweisen, dass er nicht nur als Fahrer weltklasse war, sondern auch am Kommandostand ein Top-Mann ist. In China (19. April - 9.00 Uhr live bei RTL und im Live-Stream bei RTL.de) hat er dazu die nächste Gelegenheit. Dann wollen die Roten endlich die ersten WM-Punkte einfahren.

Weber wehrt sich gegen Kritik an Schumacher

Willi Weber hat Rekordweltmeister Michael Schumacher nach dem Ferrari-Fiasko beim Regen-Chaos von Kuala Lumpur gegen Kritik in den internationalen Medien in Schutz genommen. "Die Kritik ist völlig idiotisch, aber wen sollen sie denn auch nehmen?", sagte Schumachers Manager. "Ihn kennt ja jeder. Und er war halt zufällig da."

Auch Ferrari-Berater Schumacher hatte trotz seiner immensen Erfahrung in Malaysia nicht verhindern können, dass die Scuderia in Qualifying und Rennen gleich mehrfach schwere taktische Fehler machte. Dass jetzt aber die Kritik auf den Deutschen einprassele, sei "im Grunde nicht okay", so Weber: "Das waren schließlich Teamentscheidungen."

Inzwischen wird bereits spekuliert, dass Schumachers am Ende des Jahres auslaufender Beratervertrag nicht verlängert würde. "Das ist möglich. Aber wir haben erst Mitte des Jahres Gespräche. Mal abwarten", meinte Weber, der sich eine vorzeitige Trennung nicht vorstellen kann. Und wenn der Vertrag nicht verlängert würde, "dann ist sicher nicht das Rennen in Malaysia der Grund dafür".


In Schumachers Kontrakt mit Ferrari, den er nach seinem Rücktritt aus dem aktiven Sport Ende 2006 einging, "ist geregelt, dass er zu Rennen mitgehen muss", erklärte Weber: "Ferrari sucht aus, zu welchen."

Dass der 40-Jährige bei den ersten beiden Rennen des Jahres in Australien und Malaysia, in denen die Scuderia ohne Punkte geblieben ist, dabei war, sei aber wichtig gewesen, erklärte sein Manager: "Er konnte schon einige Tipps geben, aber er ist ja nicht der Teamchef oder Teammanager."

Montag, 6. April 2009

Jetzt wollen wir ganz hoch hinaus

06.04.2009 11:23 UEFA Women's Cup DFB.DE EXKLUSIV

Sonja Fuss: "Jetzt wollen wir ganz hoch hinaus"

Sonja Fuss (r.) will mit dem FCR hoch hinaus  © Bongarts/GettyImages
Sonja Fuss (r.) will mit dem FCR hoch hinaus

Am Morgen danach war Sonja Fuss wieder extrem gelassen. In nüchternen Worten, ganz wie es ihre Art ist, bewertete die Defensivspielerin des FCR 2001 Duisburg die Geschehnisse des Vortages.

Mit 3:1 hatten die Duisburgerinnen im Halbfinale des UEFA-Cup Olympique Lyon besiegt, waren gegen einen Gegner souverän ins Finale eingezogen, der im Vorfeld als der Topfavorit auf den europäischen Titel galt. Ein Triumph für die Mannschaft von Trainerin Martina Voss, der bis in die Abendstunden genossen wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Denn bei aller Freude über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, wusste nicht nur Sonja Fuss. „Das war nur das Halbfinale.“

Gefeiert habe man schon, erzählt die 30-Jährige, die Stimmung sei „ausgelassen und erleichtert“ gewesen. Gleichwohl habe man sehr schnell nach der ersten Hochstimmung wieder die Konzentration auf das Wesentliche gelegt. „Wir haben am Samstag ein weiteres wichtiges Spiel, nämlich das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg“, erläutert die 56-malige Nationalspielerin. „Deshalb hat sofort nach dem Spiel für uns die Regeneration begonnen.“

Starke Defensive und Inka Grings Schlüssel zum Erfolg

Die Duisburgerinnen eilen also derzeit von einem Saisonhöhepunkt zum nächsten. Und die Leistung gegen Lyon in beiden Spielen hat gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Sowohl beim 1:1 in Frankreich, als auch beim Rückspiel vor heimischer Kulisse, zeigte das Team eine reife Leistung, überzeugte durch ein hohes Maß an taktischer Disziplin und Konzentration. „Außerdem haben wir eine sehr große Willensstärke gezeigt. Das hat uns bei diesen beiden Spiele ausgezeichnet. Wir standen gut in der Defensive und vorne haben wir ja Inka Grings“, erläutert Doppel-Weltmeisterin Sonja Fuss. „Das war eine herausragende Mannschaftsleistung.“

Dabei hat nicht nur Nationalmannschaftsstürmerin Grings mit ihren beiden Treffern (38./43.) - das 3:1 erzielte Linda Bresonik (54./Foulelfmeter), nach dem zwischenzeitlichen Anschluss durch Elodie Thomis (45.) - großen Anteil am Erfolg. Sonja Fuss erntete gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen in der Vierer-Abwehrkette für ihre starke Defensivleistung zudem großes Lob. Von der hoch gehandelten Offensive der Französinnen war jedenfalls nichts zu sehen. „Martina Voss hat uns taktisch sehr gut eingestellt“, erläutert Sonja Fuss. „Wir haben uns bei Angriffen von Lyon immer wieder geschickt fallen lassen.“

Femke Maes (r.) legte im Hinspiel den Grundstein  © Bongarts/GettyImages
Femke Maes (r.) legte im Hinspiel den Grundstein

Letzter Bundesliga-Spieltag wird verlegt

Nur einmal wackelte die Duisburger Defensive: Nach einem Missverständnis von Torfrau Kathrin Längert und Sonja Fuss fiel Sekunden vor der Halbzeitpause das 1:2.

Ohne unmittelbare Auswirkungen auf die Gemütslage der Duisburgerinnen, wie Sonja Fuss versichert „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir geknickt waren“, erinnert sich die zweifache Europameisterin. „Wir wussten, dass Lyon nach der Pause alles versuchen wird. Aber darauf haben wir uns eingestellt und dagegen gehalten. Wir wollten den Vorsprung ausbauen, und so sind wir in die zweite Hälfte gegangen.“

Mit ähnlicher Willensstärke, wie gegen Olympique Lyon will der FCR 2001 Duisburg nun gegen den Finalgegner Swesda 2005 Perm zum Erfolg kommen. „Jetzt wollen wir ganz hoch hinaus“, sagt Sonja Fuss. Am 16./17. Mai steht zunächst das Hinspiel gegen den russischen Meister an, am 23./24. Mai das Rückspiel in Duisburg. Der für dieses Wochenende geplante letzte Spieltag in der Frauen-Bundesliga wird aufgrund der Finalteilnahme der Duisburgerinnen komplett auf den 7. Juni verlegt.

FCR Duisburg - Lyon 3:1

05.04.2009 15:45 UEFA Women's Cup

Grings-Doppelpack ebnet FCR Duisburg den Weg ins Finale

Jubel beim FCR Duisburg  © Bongarts/GettyImages
Jubel beim FCR Duisburg

Dank eines beherzten Auftritts und einer Inka Grings in Torlaune hat Vizemeister FCR Duisburg bei seinem Debüt auf europäischer Bühne das Finale des UEFA Women's Cup erreicht. Nach dem 1:1 im Halbfinal-Hinspiel feierte die Mannschaft von Trainerin Martina Voss gegen den französischen Meister Olympique Lyon im Rückspiel einen verdienten 3:1 (2:1)-Sieg und damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

"Wir haben heute unser wahres Gesicht gezeigt und die Schwäche von Olympique mit der frühen Führung aufgedeckt. Sie sind es nicht gewohnt, in Rückstand zu geraten und können damit nicht so gut umgehen", sagte Voss nach der Partie und fügte hinzu: "Wir haben immer gesagt, dass wir diesen Traum nicht träumen, sondern leben wollen. Jetzt wollen wir auch auch das Finale positiv gestalten."

Im Mai gegen Swesda Perm um den Cup

Mit dem Einzug ins Endspiel, in dem Duisburg auf den russischen Vertreter Swesda Perm (2:2/2:0 gegen Umea IK) trifft, setzt der FCR eine große Tradition fort: Im achten UEFA-Cup-Finale (16. und 23. Mai) ist zum sechsten Mal ein deutscher Verein vertreten.

Ein Doppelschlag der Nationalspielerin Grings (38./43.) stieß zur Freude der 3250 Zuschauer das Tor zum Endspiel bereits in der ersten Hälfte weit auf. Für die 30-Jährige waren es die Treffer acht und neun im europäischen Wettbewerb. Die französische Nationalstürmerin Elodie Thomis (45.) brachte Lyon jedoch zum 2:1-Pausenstand wieder heran. Das 3:1 erzielte Linda Bresonik (54.) durch einen verwandelten Foulelfmeter.

FCR lauert auf Konter

Martina Voss vertraute im Rückspiel auf die gleiche Besetzung wie eine Woche zuvor in Lyon. Die Französinnen begannen druckvoll und versuchten vor allem über ihre schnellen Spitzen Lotta Schelin und Thomis für Torgefahr zu sorgen. Der FCR hielt mit kompaktem Stellungsspiel dagegen und lauerten auf Konter. Die erste Chance zum Führungstor verpasste Grings mit einem Kopfball (15.).

Lyon-Akteurin Laura Georges (l.) und FCR-Spielführerin Inka Grings  © Bongarts/GettyImages
Lyon-Akteurin Laura Georges (l.) und FCR-Spielführerin Inka Grings

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit zahlreichen guten Chancen für beide Seiten, die die erfahrene Grings mit ihren beiden stark herausgespielten Treffern zu nutzen wusste.

Bresonik macht per Strafstoß alles klar

Auch nach dem Anschluss durch Thomis blieben die Gastgeberinnen die spielbestimmende Mannschaft und bauten die Führung nach einem Foul im Strafraum an Grings durch Bresoniks Elfmetertor verdient aus. 20 Minuten vor Schluss brachte Simone Laudehr noch einmal frischen Wind in die Partie, als die Nationalspielerin nach viermonatiger Verletzungspause eingewechselt wurde.